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  1. #1

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    Bautrger verweigert Schlsselbergabe

    Wir haben einen komplexen Fall, der schon lange strittig ist, und natrlich haben wir einen Anwalt und einen Sachverstndigen an der Seite. Trotzdem wollte ich hier einmal nachfragen, ob jemand hnliche Erfahrungen gemacht hat:

    Unser BT verweigert die Schlsselbergabe unserer ETW, weil wir unsere Verzugskosten von der letzten Kaufpreisrate einbehalten haben. Bis auf diese verauslagten (und nachweisbaren) Kosten haben wir alles gezahlt. Er will den Schlssel nur herausrcken, wenn wir 100% zahlen. Dabei wei er seit Monaten, dass wir ihm Verzugskosten berechnen werden und sieht deren Berechnung nicht zum ersten Mal. Die ETW ist ber 1 Jahr im Verzug (unstrittig), und gem BGB hat der BT die uns dadurch entstandenen Kosten zu tragen, das besttigt auch unser Anwalt. Der BT weigert sich aber und reagiert auch nicht auf unsere Versuche, ihn zu einer Einigung zu bewegen. Wie geht man hier am besten vor? Der Vertrag sieht "bergabe Zug um Zug gegen KP-Zahlung" vor.
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  2. Bautrger verweigert Schlsselbergabe

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  3. #2

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    Doofe Frage: Kann Euch die Frage nicht der Anwalt beantworten? Der braucht doch dafr nur einen Brief mit Fristsetzung zu schreiben und weitere Verzugskosten einzufordern...

    Wer sollte Euch hier einen besseren Tip geben knnen als der eigene Anwalt?
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  4. #3

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    Was bleibt Euch denn?
    a) Tr ffnen lassen und Schlo tauschen -> Hausfriedensbruch, Sachbeschdigung, ...
    b) klagen, gewinnen und dann a) (dann rechtlich i.O.)
    c) bezahlen, einziehen und klagen
    d) bezahlen und fluchen
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  5. #4

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    e) bezahlen und Mahnbescheid erwirken (dann muss der BT reagieren) und hoffen, dass noch Geld beim BT zu holen ist
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  6. #5
    Avatar von ars vivendi
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    Auf dem Mahnbescheid macht er dann das Kreuzchen bei "Wiederspruch", schickt es zurck und Zack, man wre bei der Klagenotwendigkeit und paar Euro fr den Mahnbescheid rmer.
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  7. #6
    MoRBe
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    es nutzt gar nix, wenn der eigene Anwalt irgendwas sieht. Der Richter mu es so sehen.

    und nach Abzug von Kosten bleibt was ber? nix
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  8. #7
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    Also wir sind klar im Recht und htten allen Grund, zu klagen. Das sagt auch unser Anwalt und hat entsprechende Schreiben mit Fristen verschickt. Die wurden aber ignoriert. Dann stnde als nchster Schritt wohl die Klage an. Lust und Zeit fr einen langen Prozess haben wir aber natrlich nicht, zumal ich mich frage, wie lange sowas dauern knnte und ob der Richter dann nicht doch nach Jahren einen Vergleich vorschlgt, bei dem wir schlimmstenfalls nur einen Teil des Geldes zugesprochen bekmen und dann womglich noch auf Prozess- und Anwaltskosten sitzen bleiben. Der einzige, der dann gewonnen htte, wre der Anwalt... Aber zahlen, einziehen und dann klagen htte das gleiche Risiko, nur dass wir dann wenigstens schon in der Wohnung sind. Es kann doch nicht sein, dass so ein BT alles mit uns machen kann und damit auch noch ungeschoren davonkommt???
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  9. #8

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    In welcher Grenordnung sind denn die von Euch veranschlagten und geforderten Verzugskosten? Am sinnvollsten wre eine Angabe im Verhltnis zum Kaufpreis der Wohnung.
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  10. #9
    Themenstarter

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    Es sind bisher knapp 4,5% des Kaufpreises. Steigt natrlich mit jedem weiteren Monat Rumgeplnkel...
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  11. #10

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    Zitat Zitat von lalala Beitrag anzeigen
    Also wir sind klar im Recht und htten allen Grund, zu klagen. Das sagt auch unser Anwalt und hat entsprechende Schreiben mit Fristen verschickt. Die wurden aber ignoriert.
    das war bei uns genauso. Und klar, der Anwalt hat bei uns IMMER gesagt, ja wir sind klar im Recht, und wenn etwas gegen uns etnschieden wurde dann hie es nur lapidar "das hat doch Herr Richter so etnschieden, er als Anwalt hat doch kein Einfluss auf seine Entscheidungen" ... Aber am Anfang auch die "Gefahren" aufzuzeigen - ich glaube nicht, dass es ein Anwalt machen wrde, dann wrde er seine eigene Beauftragung gefhrden ;-)
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  12. #11

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    Zitat Zitat von lalala Beitrag anzeigen
    Also wir sind klar im Recht und htten allen Grund, zu klagen. Das sagt auch unser Anwalt................... zumal ich mich frage, wie lange sowas dauern knnte und ob der Richter dann nicht doch nach Jahren einen Vergleich vorschlgt, bei dem wir schlimmstenfalls nur einen Teil des Geldes zugesprochen bekmen und dann womglich noch auf Prozess- und Anwaltskosten sitzen bleiben.
    Das ist unlogisch. Entweder "klar im Recht", dann wsste ich keinen Grund, warum ein Richter einen Vergleich vorschlagen sollte, oder aber doch nicht "klar im Recht".....oder Du meinst nur, Du wrst klar im Recht, und es gibt Grnde warum der BT hier nicht mitspielt?

    Wenn die Kosten unstrittig sind, insbesondere auch deren Hhe, dann spielt der BT ein gefhrliches Spiel.

    ...und gem BGB hat der BT die uns dadurch entstandenen Kosten zu tragen....
    und was steht dazu im Vertrag mit dem BT?

    Vielleicht ist doch nicht alles so klar wie Du vermutest? Ansonsten htte ich schon lngst den Klageweg beschritten. Mit Vernunft ist dem BT ja anscheinend nicht beizukommen.
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  13. #12

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    Die ETW ist ber 1 Jahr im Verzug (unstrittig), und gem BGB hat der BT die uns dadurch entstandenen Kosten zu tragen, das besttigt auch unser Anwalt.
    ber ein Jahr ist ja schon mal ein Wort....holla!

    Wenn dies unstrittig ist, wie stellt sich denn der BT dazu? Bestreitet er dies dennoch?

    Was den Einbehalt anbelangt, so gibt es hier mW schon eine Obergrenze (5%), die sich pauschalieren lt. Ist der tatschliche Schaden nachher her (weil zB der Kufer weiterhin Miete zahlen mu...Monat fr Monat), wre dies mW nachzuweisen.

    Ich will jetzt auch nicht ach so klug daherreden, aber das ist hier -wie beschrieben- tatschlich ein hufiges Problem mit Bautrgern, weshlab ich auch niemals dazu raten wrde mit einem solchen zusammenzuarbeiten.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von lalala Beitrag anzeigen
    Dann stnde als nchster Schritt wohl die Klage an. Lust und Zeit fr einen langen Prozess haben wir aber natrlich nicht, zumal ich mich frage, wie lange sowas dauern knnte und ob der Richter dann nicht doch nach Jahren einen Vergleich vorschlgt, bei dem wir schlimmstenfalls nur einen Teil des Geldes zugesprochen bekmen und dann womglich noch auf Prozess- und Anwaltskosten sitzen bleiben.
    Das mit dem "Vergleich vorschlagen" machen die Richter wohl immer, steht ja wohl in irgendwelchen Vorschriften, dass sie immer zuerst einen Verglech anstreben sollten oder so. Ein Vergleich ist fr alle Seiten gnstig, auer fr Dich, wie Du schon beschrieben hast, dann bleibst Du auf den Kosten sitzen usw.: 1. der Richter muss kein Urteil schreiben, muss sich also nicht anstrengen, damit hat er zwar "einen Prozess gefhrt" und kann sich ein Hckchen in seine Statistik machen, hat aber praktisch fast nichts gemacht, nur sich die Parteien angehrt. Die einzig "schwierige" Ttigkeit ist bei so einem Prozess nur die Urteilsbegrndung ;-)
    2. Den Anwlten kommt es auch entgegen, die kassieren wohl eine "Gebhr" oder so beim Vergleich (wei ich aber nicht zu 100%) 3. Der Bauunternehmer oder AN kommt besser und billiger davon, als wenn er "richtig" verurteilt wurde ...

    Also, auf zum Vergleich... Uns wird nach jedem "Schritt" der jahrelangen "Prozessfhrung" ein Vergleich angeboten. Das luft so ab: Der Richter ldt alle ein, alle fahren hin, weil ja gedroht wird, alle mssen teilnehmen. Dann redet der Richter ein Paar Stze nach dem Motto wie schn das Wetter heute ist usw. und fragt dann nur mal so nebenbei, ob man sich nicht einigen mchte.
    Dann sagen alle, dass man sich nicht einigen mchte und nach 10 Minuten fahren alle nach Hause.
    Der Richter und die Anwlte knnen also wieder mal eine "hochqualifizierte Ttigkeit" verbuchen und haben einen schnen Tag ;-)
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  16. #14
    Themenstarter

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    rodopp - wie ist die Sache bei Euch ausgegangen?

    R.B. - wie rodopp schon schrieb, schlagen die Richter scheinbar gern einen Vergleich vor, weil sie oft berlastet sind und keine Kapazitten fr nervige lange Prozesse haben. Eine Bekannte, die Richterin ist, hat das so besttigt. Die Kosten sind m.E. unstrittig, zumindest sieht das auch unser Anwalt so. Wir knnten bei Bedarf alles durch Belege nachweisen und haben das ganze Jahr ber versucht, die Kosten fr den BT so gering wie mglich zu halten und alle Ausgaben, die nicht absolut ntig sind, vermieden, leben bergangsweise in einer kleineren Wohnung, kein Garten, kein Stellplatz, kein Fahrstuhl. Dadurch dass unser BT uns monatelang belogen hat, was die voraussichtliche Fertigstellung betrifft, mussten wir unsere alte ETW vor einem knappen Jahr rumen und leben seitdem aus dem Koffer, unsere Sachen sind seit Monaten eingelagert. Entsprechend gering ist mein Humor und meine Geduld, wenn nun noch nicht mal die dadruch entstandenen Kosten bernommen werden sollen. Ganz zu schweigen von diversen noch abzuarbeitenden Mngeln (fr die wir uns nach uerst zhen Verhandlungen nun doch auf entsprechende Einbehalte und eine Minderung geeinigt haben - aber damit denkt der BT, wre die Sache fr ihn erledigt). Im Vertrag steht, dass der BT die Fertigstellung bis sptestens XXX zusichert. Also eindeutig Verzug, und das bestreitet der BT auch nicht. (O-Ton BT "es ist alles bld gelaufen, ich wurde selber betrogen, blablabla" - mir kommen die Trnen)

    Im Nachhinein wrde ich auch NIE NIE NIE NIE wieder eine Immobilie vom BT kaufen. Aber hinterher ist man immer schlauer und wo wir wohnen hat man leider keine Wahl, da die BT die wenigen verfgbaren Grundstcke sofort in die Finger kriegen und zu ihrem maximalen Profit bebauen...

    Am liebsten wrde ich klagen, wenn mein Leben nicht auch ohne diese Spielereien schon erfllt genug wre... aber Geld zu verschenken haben wir definitiv auch nicht...
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  17. #15

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    rodopp - wie ist die Sache bei Euch ausgegangen?
    bei uns wird es noch viele Jahre dauern, da es um Statik geht und da bei statischen Sachen das Ergebnis davon abhngt, welche "Annahmen" man gerade annimmt, so gibt es von den gerichtlich bestellten Sachverstndigen unterschiedliche Aussagen zu den vorhandenen Mngeln. Und diese unterschiedliche Aussagen mssen wohl durch weitere umfangreiche "Begutachtungen" aufgeklrt werden, sonst kann der Richter kein Urteil machen, nur Vergleiche vorschlagen. Und da es seit 2006 trotzd umfangreicher "Begutachtungen" keine endgltige Aussage zu den statischen Mngeln gibt, so rechne ich auch in den nchsten 3-4 Jahren mit keinem Ergebnis ...
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