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Schallschutzproblem Doppelhaus mal ganz anders

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  1. #1

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    Schallschutzproblem Doppelhaus mal ganz anders

    Hallo zusammen,

    das Thema Schallschutz am Doppelhaus ist ein altes Thema, aber ich habe folgendes Problem zu dem ich nirgends im Internet eine Antwort finde.

    An unsere bestehende Doppelhaushälfte wurde letztes Jahr die zweite Haushälfte durch einen fremden Bauträger angebaut. Die beiden Häuser sind komplett getrennt incl. Fundamente etc.

    Nachdem der Nachbar eingezogen ist mussten wir beide feststellen, dass der Schallschutz der beiden Häuser sehr schlecht ist. Mein Nachbar hat in Seinem Vertrag zum Thema Schallschutz NICHTS stehen, wir wurden nie angesprochen.

    Im Rahmen unseres Bauvorhabens haben wir viel Geld in den Schallschutz gesteckt und Zeit investiert ein passendes Grundstück zu finden:

    - Baugrundstück am Ende einer Stichstraße, kein Durchgangsverkehr. Hinter dem Grundstück beginnt die Prärie wie ich es nenne
    - Alle Innenwände aus KSV mit beidseitigem Innenputz
    - Schwere Innentüren
    - Alle Fallrohre Abwasser im Haus aus schweren Gussrohren wie im Mehrfamilienhausbau.
    - Schallschutzverglasungen
    - etc.

    Nachdem beim Bauträger das Lärmproblem moniert wurde, hat er einen Schallschutz mit Rw=58 db vorgelegt, eine Katastrophe !

    Die spannende Frage für uns ist welchen Schallschutz hätte er uns als direkt betroffene Angrenzer abliefern müssen ?

    Wir werden nächste Woche auf jeden Fall zum Anwalt gehen müssen, aber vielleicht kennt sich jemand damit aus.

    Mich käst das Thema so an das ich kurz davor bin das Haus zu verkaufen.

    Grüße
    Bommel
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  2. Schallschutzproblem Doppelhaus mal ganz anders

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  3. #2

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    Soweit ich glaube sind im Doppelhaus mind. Rw 57db laut DIN 4109 vorgeschrieben. Diese sind schon 4dB hoher als beim Mehrfamilienhaus. Allerdings laut http://www.dgfm.de/fileadmin/downloa...hallschutz.pdf Seite 6 ist dieser Wert nicht wirklich befriedigend. Aber hält das was mind. vorgeschrieben wird.

    Somit wurde der Schallschutz was vorgeschrieben ist, mit 58db eingehalten. Wenn dieser Wert stimmt.

    Ich fragen mich allerdings, was es für einen Sinn macht, wenn IHR viel Geld in Schallschutz steckt, wissend allerdings das IHR eine Doppelhaushälfte baut. Wenn euch sowas wichtig ist, dann hätte man sich im Vorfeld schonmal informieren können, was der Schallschutz zum Nachbar vorschreibt. Weil diesen Punkt habt ihr dann nicht mehr in der Hand. Alles andere auf eurer Seite lag ja in eurer Hand. Ob ein Gang zum Anwalt was bringt ?

    P.S. warum du zum Thema Schallschutz nix gefunden hast, bleibt auch eine Frage. Suchbegriff Schallschutz Doppelhaus und du würdest bestimmt mehrere Seiten Zum Thema Rw finden.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Bommel1969 Beitrag anzeigen
    An unsere bestehende Doppelhaushälfte wurde letztes Jahr die zweite Haushälfte durch einen fremden Bauträger angebaut. Die beiden Häuser sind komplett getrennt incl. Fundamente etc.!
    Welches Schallschutzqualität bietet Eure Wand zum Nachbarn, welcher Baustoff, welche Dichte, welche Materialstärke? Wie wurde die Trennschicht zwischen beiden Wänden ausgebildet?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Bommel1969 Beitrag anzeigen
    Nachdem der Nachbar eingezogen ist mussten wir beide feststellen, dass der Schallschutz der beiden Häuser sehr schlecht ist.
    Wie äußert sich das? Luftschall? Trittschall?......

    Wenn die Schalldämmung so wichtig war, warum wurde nichts entsprechend vereinbart? Oder gibt es doch eine Vereinbarung die man zwar nicht direkt dem Vertrag, aber evtl. der Baubeschreibung entnehmen kann? Wenn das Haus beispielsweise als besonders schalldämmend o.ä. angeboten wurde......
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  6. #5

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    Ich kann mir nicht denken, daß ihr Schallschutzprobleme hättet, wenn die Häuser komplett getrennt wären. Die Häuser sind sicher durch Mörtelklumpen verbunden. Sägt die Häuser auseinander, dann habt ihr Ruhe. (Die Familie in unseret anderen DHH hat vier Kinder. Das einzige, was man mal hören kann, ist, wenn die Kinder einen Baketball auf den Boden dotzen.)
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  7. #6
    wasweissich
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    Die Häuser sind sicher durch Mörtelklumpen verbunden.
    wäre auch meine vermutung ...
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  8. #7

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    mein Rat: Kontaktieren Sie mal einen Bauphysiker, der sich mit Bauakustik gut auskennt und befragen Sie diesen nach einer Bewertung.
    Sicher wird der Fragen, wie die 58dB ermittelt wurden. und er wird sicher auch was zum Thema "anerkannte Regeln der Technik" sagen können und dass die 4109 diesbezüglich vielleicht nicht mehr letzter Stand ist...
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  10. #8

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    57 db wären der geforderte Schallschutz. 67 db bei Reihenhäuser als erhöhter Schallschutz der extra vereinbart werden muss. Gerichte haben aber verschiedentlich diesen Weg verlassen und setzten den erhöhten Schallschutz als mittlere zu erwartende Qualität ohne extra Vereinbarung an.
    Spielt aber wirklich nicht die große Rolle, auch bei 57 db solltest du eigentlich nichts hören wenn die Trennung der beiden Häuser funktionieren würde.
    100 % sind da Mörtelbatzen das Problem.
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  11. #9

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    Hier wurde schon viel hilfreiches geschrieben, insbesondere die Anmerkung von Friedl1953, dass die Gerichte den Schallschutz nach DIN 4109 (DHH 57dB) nicht mehr als zeitgemäß erachten, sondern Beiblatt 2 (67dB) bei Neubauten als zu erwarten ansehen.

    Wichtige Frage dabei: Wurden die 58 dB rechnerisch nachgewiesen, oder durch Messung ermittelt?
    Falls nur rechnerisch nachgewiesen bringt das nichts, weil es nur funktioniert, wenn auf der Baustelle keine Fehler gemacht wurden (keine Schallbrücken durch Steine, Mörtelbatzen etc...)

    Außerdem ist es mir wirklich ein Rätsel, wie man da nur auf 58 dB kommen kann. In der üblichen Ausführung mit Kommunwandsteinen in Rohdichte 1,4 liegt man schon bei 17,5er Steinen bei 55dB + 12dB Zuschlag bei durchgehender Trennung, also bereits 67 dB!
    (Wir haben in unserer Ausführung übrigens 71 dB und haben nachmessen lassen. Ergebnis: 71 dB, also voll erfüllt.)

    Habt Ihr Euere Kommunwand denn vielleicht mit porosierten, leichten Steinen ausführen lassen? Das würde den schlechten Wert dann erklären.

    Man kann es drehen und wenden wie man will: 58dB bewertetes Schalldämmaß ist eine Katastrophe. Da hört man ja bereits eine lebhafte Unterhaltung durch!
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