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  1. #1

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    Druckbelastung eines Ziegeldachs

    Hallo, ich habe mal wieder eine akademische Frage, in diesem Fall zu Ziegeldächern.
    Was würde passieren wenn man ein Ziegeldach flächig mit einem nachgiebigen / der exakten From des Dachs angepassten Gegenstand gleichmässig mit Druck belsatet, bis in den bereich zulässiger Schneelasten für dieses Dach? Eigentlich sollte nichts passieren, sagt mir die direkte Logik, der auch sagt mir dass da noch jemand mit einem "aber..." um die Ecke kommt, warum das so vielleicht doch nicht geht. Wer hat Lust zum Diskutieren?
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  2. Druckbelastung eines Ziegeldachs

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Hfrik Beitrag anzeigen
    Hallo, ich habe mal wieder eine akademische Frage, in diesem Fall zu Ziegeldächern.
    Was würde passieren wenn man ein Ziegeldach flächig mit einem nachgiebigen / der exakten From des Dachs angepassten Gegenstand gleichmässig mit Druck belsatet, bis in den bereich zulässiger Schneelasten für dieses Dach? Eigentlich sollte nichts passieren, sagt mir die direkte Logik, der auch sagt mir dass da noch jemand mit einem "aber..." um die Ecke kommt, warum das so vielleicht doch nicht geht. Wer hat Lust zum Diskutieren?
    passieren würde nichts, solange der Schnee/die Auflast nicht ins Rutschen kommt.
    Ich habe schon Dächer gesehen, da lag die Hälfte der Dachziegel samt Schnee im Garten.
    Deswegen konnten früher Dachziegel in Gebirgsregionen keinen Einzug halten.
    Aber Marketing kann natürlich etwas bewegen.

    Festigkeitswerte, wie in der DIN EN 1304 gerfordert, werden durch normierte Prüfungen ermittelt.
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  4. #3

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    Was soll da passieren? oder genauer gefragt, was verstehst Du unter "passieren"?

    Geht man von einer statischen Betrachtung aus (also im Sinne von nicht dynamisch) dann wird die Last über die Ziegel, Unterkonstruktion, Dachaufbau, Wände ins´Fundament geleitet und lastet dort auf dem Erdreich. Man könnte ja Kraftpfeile zeichnen, angefangen von Deiner Flächenlast bis hinunter in´s Fundament und somit den Weg nachvollziehen.
    Auf diesem Weg wird jedes beteiligte Bauteil sich durch die Kraftübertragung etwas verändern. So werden sich beispielsweise Sparren innerhalb der zulässigen (berechneten) Grenzen durchbiegen. Das gilt theoretisch auch für den Ziegel selbst (der liegt ja auch nicht flächig auf) und wenn man´s genau betrachten möchte, wird sich auch die Wand des Gebäudes durch den "Druck von oben" verändern (Höhe, Durchbiegung).

    Tja, und der Statiker könnte diese Veränderungen auch berechnen und mit zulässigen Werten abgleichen.

    Neben der statischen Betrachtung gibt es auch noch eine dynamische Betrachtung, die aber bei Deiner konstanten Schneelast keine Rolle spielen dürfte.

    Ich frage mich aber, wohin uns die Diskussion führen soll, denn weltbewegende Neuigkeiten erwarte ich jetzt nicht. Ich vermute auch schwer, dass wir uns mit dieser Diskussion nicht für einen Nobelpreis qualifizieren werden.
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  5. #4
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    Naja, ich bin halt mal gespannt ob mein Kopf oder mein Bauch recht hat - manchmal macht es z.B. einen Unterschied ob eine Last temporär (2 Wochen) oder dauerhaft aufliegt.
    Ich weis auch nicht ob es einen Unterscheid macht, ob ein Ziegel regelmässig trocknen kann oder unter so einer dauerhaften Last auch dauerhaft feucht sein könnte - und ob das etwas ausmachen kann. Von den statisch-mathematischen Berechnungen her düfte es nichts ausmachen.
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  6. #5

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    Was würde passieren wenn man ein Ziegeldach flächig mit einem nachgiebigen / der exakten From des Dachs angepassten Gegenstand gleichmässig mit Druck belsatet,
    hallo
    ab einer gewissen dachneigung folgt das zeug seinem normalen trieb und fällt in den garten, wird auch abrutschen genannt. wie würde asterix sagen - die spinnen die römer -

    gruss aus de pfalz
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  7. #6
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    @Gunther - nun dagegen kann man es ja sichern - mit entsprechenden Massnahmen nach den ARdT Die frage ist halt, gibts irgendeinen bisher übersehenen Effekt, der dafür sorgen könnte dass das dem Dach nicht bekommt?
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  8. #7

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    nun dagegen kann man es ja sichern
    ganz eindeutig nein.

    Bestigung/Klammerung zur Windsogsicherung hat mit Sicherung gegen abrutschenden Schnee/oder Deine imaginäre Auflast nichts zu tun.
    Rutschender Schnee (natürlich nicht nur 10 cm) reißt komplette Schneefangsysteme (Latten, Halter...) aus dem Dach.
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  9. #8
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    @ Bieber - ja und nein ich dachte an Sichern eine statisch korrekt gerechnete und ausgeführte Sciherung gegen die Hangabtriebskraft die nicht von den Ziegeln selbst erbracht wird. Wenn die Hangabtribskraft für das was auf dem Dach ist zu gross wird, wirds natürlich abgerissen - wenns dagegen für die Kräfte ausgelegt sit, sollte ja nix passieren. Die Kräfte könnten ja an anderer Stelle ins Gebäude eingeleitet werden.
    Aber vielleicht hat ja auch mein Bauch unrecht, und bei sauberer statischer Berechnung und Auslegung macht das Dach das dauerhaft mit ohne weitere Massnahmen.
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  10. #9

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    Wenn die Materialien für die Anwendung geeignet sind UND die statische Berechnung korrekt ist, dann würde das Dach die Schneelast ewig aushalten. Die Materialien bzw. deren Belastung sowie deren Anwendung werden ja so gewählt, dass diese Materialien weder zerstört noch dauerhaft geschädigt werden. Dann könnte man nur noch über Alterung sprechen, die ja auch zu einer Veränderung der Materialeigenschaften führt.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Hfrik Beitrag anzeigen
    @ Bieber - ja und nein ich dachte an Sichern eine statisch korrekt gerechnete und ausgeführte Sciherung gegen die Hangabtriebskraft die nicht von den Ziegeln selbst erbracht wird.
    Und wie soll das aussehen?
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  12. #11
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    @ Kalle 88 - das ist ein ganz anderes Thema - Stahlstreben, Edelstahlseile, ..... Stell Dir was passendes vor Mir gings um das Dach, bei dem ich ncihts greifbares dagegen finden kann, aber kein sicheres, gutes Gefühl habe
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  13. #12

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    Mir gings um das Dach, bei dem ich ncihts greifbares dagegen finden kann, aber kein sicheres, gutes Gefühl habe
    Nun, unter Deiner imaginären Auflast darf natürlich auch keine Staunässe enstehen. So wie z.B. bei Schnee mit mehreren Frost-Tau-Wechseln am Tag.
    Denn dann läuft auch Wasser nach oben...
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  14. #13

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    Dann sag mir mal wie du die Schwächung berechnen willst, die durch Außeneinflüsse auf die Deckung einwirken? Frost/Tauwechsel, Unwetter, Sturm, Sonne usw.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    @ Bieber 53 Danke, - ja ein wichtiger Gedanke, einen Staudamm sollte man nciht bauen auf dem Dach bei der Gelegenheit (Auch nicht bei Schnee und Eis zusätzlich) - ist vorgemerkt. Das sollte man durch eine Begrenzung der maximalen durchgehenden (ununterbrochenen) Auflagefläche sicherstellen können.
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  17. #15

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    Mir gings um das Dach, bei dem ich ncihts greifbares dagegen finden kann, aber kein sicheres, gutes Gefühl habe
    Wieso kein sicheres Gefühl? Die Berechnungsgrundlagen sind doch eindeutig. Warum um alles in der Welt sollte ein Dach geschädigt werden, wenn es genau so belastet wird wie es rechnerisch vorher dimensioniert wurde. Es ist auch völlig egal ob die Last durch einen feuchten Ziegel oder Schnee verursacht wird. Nimm einen Holzbalken der entsprechend Deinem Gewicht dimensioniert wurde und setze Dich drauf. Da kannst Du noch in 10 Jahren drauf sitzen, ohne dass der Balken einen Schaden aufweist.

    Ich hatte oben ja von Anwendung geschrieben, d.h. das Material muss natürlich so eingesetzt werden, dass es nicht durch Umwelteinflüsse oder andere externe Einflüsse beschädigt wird. Bei einem Dach durch das Wasser tropft, werden über kurz oder lang die Sparren etc. durchfeuchten, Schimmel kann sich bilden, und irgendwann gibt das Material bei Deiner Schneelast nach. Dann liegt die Ursache aber nicht beim Schnee sondern ganz woanders.

    Wenn ich einen Autoreifen kaufe der für 210km/h zugelassen ist, dann vertraue ich darauf, dass das Material berechnet und getestet wurde, und ich auch diese Geschwindigkeit fahren kann. Bei einem Dach ist es doch ähnlich. Die Materialeigenschaften sind bekannt, das wurde schon hundertfach berechnet, gemessen, überprüft und in Normen verankert. Wenn nun ein Statiker nach diesen Vorgaben mein Dach berechnet, dann muss ich davon ausgehen, dass das Dach diese Last auch hält. Stelle ich das in Frage, dann müsste ich alles in Frage stellen, selbst das Rezept vom Bäcker der morgens meine Brötchen backt.
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