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  1. #1

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    Gründungsmehrkosten abschätzbar?

    Hallo liebe Forumsgemeinde,

    wir stehen kurz vor dem Grundstückskauf. Es soll ein EFH, wahrscheinlich aus Massivholzwänden, darauf. Jetzt habe ich ein Bodengutachten für die Erschließungsausschreibung in die Hände bekommen. Dort ist folgendes zu finden:

    Gründungssohlen von unterkellerten Gebäuden kommen in den tiefer gelegenen Bereichen des
    Baugebietes bereits im gut tragfähigen Talkies bzw. geringfügig darüber zu liegen. Richtung
    Südosten steigt die Geländeoberkante, womit der Flurabstand zum tragfähigen Schmelzwas-
    serkies auf über 5 m zunimmt.
    Unser Platz liegt im Südosten. Wir wollen ohne Keller bauen. Dazu ist noch folgendes geschrieben:

    Bei nicht unterkellerten Gebäuden sind zusätzliche Maßnahmen zur Gründung erforderlich.
    „Schwimmende“ Gründungen mit biegesteifer Bodenplatte auf einem Teilbodenersatzkörper in
    den mäßig tragfähigen Schwemmböden sind denkbar, jedoch nur bei entsprechender detaillier-
    ter Erkundung und Dimensionierung (Geotechnische Kategorie 2) einsetzbar. Die wechselhafte
    Zusammensetzung, Konsistenz/Lagerung und Schichtmächtigkeit der Schwemmböden lässt
    prinzipiell Differenzsetzungen erwarten.
    Bei höheren Lasten oder Anforderungen wird eine Gründung auf dem gut tragfähigen
    Schmelzwasserkies erforderlich. Dies kann über punktuelle Lastabtragungen (z.B. Magerbe-
    tonsockel, Brunnen, Säulen) erfolgen.
    Soweit ich das jetzt interpretieren kann, ist das ja nicht unbedingt der allerbeste Boden! :-(
    Die Frage ist für mich jetzt, kann man ungefähr abschätzen, was an Gründungsmehrkosten auf uns zukommt? In welchem Bereich bewegt sich das wohl?

    Vielen Dank und freundliche Grüße,
    Bei nicht unterkellerten Gebäuden sind zusätzliche Maßnahmen zur Gründung erforderlich.
    „Schwimmende“ Gründungen mit biegesteifer Bodenplatte auf einem Teilbodenersatzkörper in
    den mäßig tragfähigen Schwemmböden sind denkbar, jedoch nur bei entsprechender detaillier-
    ter Erkundung und Dimensionierung (Geotechnische Kategorie 2) einsetzbar. Die wechselhafte
    Zusammensetzung, Konsistenz/Lagerung und Schichtmächtigkeit der Schwemmböden lässt
    prinzipiell Differenzsetzungen erwarten.
    Bei höheren Lasten oder Anforderungen wird eine Gründung auf dem gut tragfähigen
    Schmelzwasserkies erforderlich. Dies kann über punktuelle Lastabtragungen (z.B. Magerbe-
    tonsockel, Brunnen, Säulen) erfolgen.

    Freundliche Grüße
    Baugrube
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  2. Gründungsmehrkosten abschätzbar?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Offensichtlich hast Du ein Baugrundgutachten für ein Wohngebiet vorliegen. Der Baugrundgutachter sieht für den Bereich Deines Grundstückes weitere Untersuchungen vor, um abzuklären, ob eine Gründung auf den bis 5 m Tiefe anstehenden wenig tragfähigen Böden möglich ist und um die Gründung bemessen zu können.

    Geotechnische Kategorie 2 bedeutet: die Standsicherheit ist von einem Sachverständigen für Geotechnik nachzuweisen und es sind direkte Aufschlüsse (in Deinem Fall sind wahrscheinlich mehrere Kleinrammbohrungen und Rammsondierungen, die bis in die tragfähigen Schmelzwasserkiese abzuteufen sind) für eine Untersuchung des Untergrundes erforderlich.

    In einem ersten Schritt solltest Du eine Baugrunduntersuchung für Dein Grundstück beauftragen. Wenn dann die Parameter für die Gründung oder mehrere Gründungsvorschläge vorliegen, wird eine Kostenschätzung bzw. werden Kostenschätzungen erst Sinn machen.
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    um eine gründung bedarfsbezogen zu planen, brauchts ein
    objektbezogenes baugrundgutachten (+gründungsempfehlungen
    +lastermittlung +beurteilung der verformungsempfindlichkeit
    der aufgehenden bauteile + + ) - aber, um zu entscheiden, nehm
    ich grundstück a (mit evtl. höhereren gründungskosten) oder
    suche ich nach alternativen, sind auf basis eines weiträumig
    angelegten gebietsgutachtens bestenfalls schätzungen mit
    "10er-genauigkeit" möglich, hier also bspw. die ansage,
    mehrkosten sind nicht 4-stellig, sondern 5-stellig .. oder bspw.,
    "für die gründungsmehrkosten gibts a schön´s auto".
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    Dazu gehört dann auch die Konstruktion des Gebäudes. Je nachdem benötigt man mehr oder weniger Gründungspunkte, funktionieren diese oder jene Verfahren.
    Also müßte man in die Vorplanung einsteigen s. mls oder einen finden der genau diese Randbedingungen durchhat und unverklärt darlegt.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen. Tja, leider bin ich jetzt auch nicht so wirklich schlauer. Wir sind bereits in der Vorplanung mit einem Architekten. Der meinte, es ist vorerst mal kein Bodengutachten nötig. Wenn der grobe Plan für das Haus steht, schaut der Statiker darüber und entscheidet, wie weiter vorgegangen wird.

    Da ich aber überhaupt keine Ahnung habe, was für Kosten wg. des Bodens auf mich zukommen könnten, wäre ja eine Abschätzung 4 oder 5-stellig schon mal nicht schlecht. Wenn 5-stellig, wie hoch 5-stellig kann das werden?

    Ist der Boden jetzt absolut Mist, oder liegt das noch in vertretbarem Rahmen. Wir wollen eher bescheiden bauen, daher sollte der Gründungsaufwand doch irgendwie im Verhältnis zu den Hauskosten stehen.

    Da nächste Woche der Notartermin ansteht, müssen wir eine Entscheidung treffen. Eigentlich war der Kauf schon entschieden...
    Anders gesagt, wie hoch ist das Risiko, das Grundstück aufgrund der vorhanden Daten zu kaufen? Nützen euch denn noch andere Daten aus dem Gutachten etwas?

    Gruß, Baugrube
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  7. #6

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    Ein Architekt der sagt das kein Bodengutachten notwendig ist verliert seinen Versicherungsschutz für Gründungsfehler! Ein Bodengutachten ist PFLICHT!
    Geändert von H.PF (01.02.2014 um 18:33 Uhr) Grund: Fehlendes K für Kein nachgeliefert...
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Baugrube Beitrag anzeigen
    ....einem Architekten. Der meinte, es ist vorerst mal kein Bodengutachten nötig....
    Und wie will er seriös eine Planung machen??? Manche Kollegen begreife ich nicht, ehrlich!"

    Das Gebietsgutachten nützt Dir gar nichts. Lass eines für das anvisierte Grundstück machen und lass Dir vom Baugrundler eine Gründungsempfehlung geben.
    Ja, das kostet, aber wenn Ihr auf dem Grund baut, brauchst Du es sowieso und wenn Ihr anderweitig baut, wars 100* billiger als ein sauteurer Bodenaustausch!
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  9. #8

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    Hallo,

    Bodengutachten sind Pflicht ?
    Auch wenn schon ein Haus darauf gestanden hatte,
    das abgerissen wurde?
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Baugrube Beitrag anzeigen
    .. wie hoch ist das Risiko, das Grundstück aufgrund der vorhanden Daten zu kaufen? Nützen euch denn noch andere Daten aus dem Gutachten etwas?
    zu 1) hoch
    zu 2) nö. aber vielleicht dir?
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  11. #10
    Themenstarter

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    Jetzt moment mal, bitte genau lesen. Unser Architekt hat nicht gesagt, dass kein Gutachten notwendig ist! Er sagte nur, dass es nicht vor dem Kauf nötig ist, sondern während der Planung, u.a. durch den Statiker, entschieden wird, ob eines gemacht wird.

    Ich frage ja hier auch, welches Risiko ich eingehe. Hoch ist leider keine konkrete Aussage. Sind es 10 TEur, 20, 30, 50, was weiß ich. Sind es ein paar Tausend Euro, kann ich mit dem Risiko leben, das Grundstück ohne Gutachten zu kaufen, der Bau wird dann halt teurer. Sind es ein paar zehntausend Euro, dann wird es problematisch! Mir ist bewusst, dass ein Gutachten wohl gemacht werden muss. Von den anderen Grundstückserwerbern im Gebiet hat bisher niemand ein Gutachten gemacht. Ein Nachbar im angrenzenden Gebiet (ca. 50m, selbe Geländehöhe), der schon gebaut hat, sagte, er habe keine größeren Komplikationen gehabt. Ein Gebietsgutachten liegt ja vor. Mir ist klar, dass das nicht reicht, um jetzt eine genaue Statikberechnung durchzuführen. Mir geht es um eine ungefähre Risikoabschätzung.

    Ich versuche nochmal mein Anliegen zu formulieren: Kann aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Daten das Kostenrisiko ungefähr eingeschätzt werden?
    Falls nicht, muss ich meinen Architekten am Montag noch einmal mit euren Einwänden konfrontieren und notfalls den Notartermin platzen lassen.

    Entschuldigt bitte meine Nachdrücklichkeit, ich versuch hier mit meinem Laienverständnis irgendwie meine unterschiedlichen Informationen einzuordnen.

    Danke für eure Geduld und freundliche Grüße
    Baugrube
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  12. #11
    Avatar von Kowalke
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    ich würde an deiner Stelle einfach n Baugrundgutachter beauftragen, kostet nich die Welt und du bist auf der sicheren Seite.

    Für das Erstellen diverser Entwürfe brauch der Archi das Gutachten auch nich, aber wenns ans bauen geht kommt ja die Statik usw. mit ins Spiel.
    Mein Archi würde ohne Gutachten für exakt mein Grundstück gar nich anfangen zu bauen.
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  13. #12
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    Zitat Zitat von Baugrube Beitrag anzeigen
    ...Ich versuche nochmal mein Anliegen zu formulieren: Kann aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Daten das Kostenrisiko ungefähr eingeschätzt werden?
    Falls nicht, muss ich meinen Architekten am Montag noch einmal mit euren Einwänden konfrontieren und notfalls den Notartermin platzen lassen...
    Nein. Siehe mein Post oben, es gibt zuviele Unbekannte Randbedingungen. Alleine: niemand weiß hier wie groß das Gebäude wird, zergliedet, kompakt, Geschosse, statische Konstruktion weich oder doch stabil... Letztendlich kommt es darauf an, wie alle Beteiligten Bauherr, Architekt, BGGA, Tragwerkplaner kommunizieren und mit dem Thema umgehen.
    Man kann schon einiges herausholen oder ignorieren. Nur: zaubern kann keiner.

    Das ist das Thema, was man nicht im Katalog kaufen kann. Deshalb wird's auch immer ausgeschlossen. -> Sein lassen oder mit Planer beratend angehen.
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  14. #13

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    Tendenziell aber weit eher ein paar zehntausend EUR als ein paar tausend EUR...

    So ein Grundstück kauft man NICHT, ohne das vorher GANZ GENAU untersuchen haben zu lassen!
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Baugrube Beitrag anzeigen
    Jetzt moment mal, bitte genau lesen... Sind es 10 TEur, 20, 30, 50, was weiß ich. Sind es ein paar Tausend Euro..
    tja .. hättste mal #3 richtig gelesen
    die frage, ob 20 oder 30k oder sonstwas .. ist beantwortbar,
    wenn du #12 folgst.

    btw, was sagt denn der architekt zu deiner frage?
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  17. #15
    Themenstarter

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    Also gut, ich werde morgen noch einmal mit meinem Archi reden.Vielleicht kann der die Situation besser einschätzen, immerhin hat der hier in der Gegend ja schon einige Häuser gebaut. Ich brauche definitiv eine Hausnummer. Ich möchte zumindest das Risiko ausschließen, dass dadurch unser Finanzrahmen gesprengt wird. Im Notfall wird der Termin verschoben und jetzt ein Gutachten gemacht.

    Bis dahin, vielen Dank für eure Antworten.

    Gruß, Baugrube
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