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  1. #1
    JResniz
    Gast

    Besuch beim Architekten - eigentlich sehr positiv aber ein paar Fragen

    Wir waren heute das erste Mal beim Architekten für ein Vorgespräch. Hat uns alles in Allem sehr gut gefallen. Ein paar Punkte sind uns aber doch aufgefallen:
    Obwohl schon lange im Geschäft, hat er wohl eher wenig EFHs gebaut (zumindest wirkte es ein wenig so) - mehr Sanierung und Umbauprojekte, aber viel lokal und soweit auch scheinbar gut vernetzt. Seine favorisierte Bauweise sei Holzständerbau. Als wir dann gesagt haben, dass wir gern T7/8 verklinkern würden oder alternativ Hochlochziegel, Dämmung und Klinker bauen würden (klassisch) meinte er, er hätte es noch nie gemacht wäre aber gerne bereit dazu.
    Genauso habe er noch nie eine Flächenkollektorheizung geplant.
    Dann sagte er noch, dass er Vergaben nicht mit Festpreis machen würde, um Flexibilität zu behalten (wenn man doch mal 5 m² mehr streichen muss, als angefragt wurden).

    Sind Architekten generell befähigt alle gängigen Materialien zu planen oder sollte man sich einen suchen, dessen "Spezialität" ein bestimmter Baustoff ist?
    Kann man Holzständerbau verklinkern und macht das Sinn? Darüber hinaus sagte er, dass man z.B. bei einer Holzbalkendecke zwar keine Trittschallprobleme hätte aber ggf. Luftschall. Preislich sei es ähnlich. Evtl. würden wir dann auch so etwas bauen. Alternativ hatte er uns Massivholzwände vorgestellt, allerding meinte er, dass man dann die Optik von offenem Holz mögen muss (wenn man es verputzt, kann man es auch lassen).
    Ist das mit den Vergaben an die Handwerker sinnvoll? Also mir klang es einleuchtend - am Ende zumindest fair für alle (kein Angstzuschlag, aber auch keine ruinösen Aufträge für die Handwerker)

    Zu unseren komischen Wünschen (z.B. Rutsche, Kletternetz vom Kinderzimmer zum Dachboden oder Brücke und Hängenetze über Lufträumen - siehe früheren Thread) meine er, dass er sich das gut vorstellen könnte und dass es nicht unbedingt übermäßig viel kosten müsste
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  2. Besuch beim Architekten - eigentlich sehr positiv aber ein paar Fragen

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  3. #2

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    Bei einer holzbalkendecke hast du eher trittschallprobleme. Luftschall bekommst du gut in den Griff. Würde mich wundern wenn der Architekt das anders gesagt hätte...
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  4. #3
    JResniz
    Gast
    meine schon, dass er sagte, dass man Trittschall durch "weiche" böden wir Kork und ordentliche Entkopplung in den Griff bekommt, aber Luftschall aufgrund fehlender Masse nicht.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    ordentliche Entkopplung
    Der Bodenbelag ist da nicht unbedingt maßgebend,sondern die Auflager der Decke .
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    um ein paket rauszupicken:
    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    .. Kann man Holzständerbau verklinkern und macht das Sinn?
    kann man. über den sinn kann man diskutieren... vielleicht bei hohen schallschutzanforderungen.

    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    .. Darüber hinaus sagte er, dass man z.B. bei einer Holzbalkendecke zwar keine Trittschallprobleme hätte aber ggf. Luftschall. Preislich sei es ähnlich..
    die aussage zum schall und zu den kosten finde ich .. interessant.

    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    .. Alternativ hatte er uns Massivholzwände vorgestellt, allerding meinte er, dass man dann die Optik von offenem Holz mögen muss (wenn man es verputzt, kann man es auch lassen).
    wenn man massivholzwände will, findet man auch gründe
    dafür - egal ob "verputzt" (oder mit gipskarton beplankt) - oder sichtig.
    manchmal gibts auch gründe für massivholzwände - zb eine 11m hohe
    kletterwand
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  7. #6

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    Der anfänglichen Begeisterung, die sich mir ehrlich gesagt NICHT erschließt, mal als Einwurf:

    - der Architekt hat außer Holzständerbauweise noch nichts anderes gebaut!? Du willst völlig anders bauen und er ist die erste Wahl? Etwas schwer nachvollziehbar.
    - die Vergabe der Gewerke soll nicht im Festpreis erfolgen? Das ist eher Las Vegas Style. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Mit einem Architekten der die Bauweise so noch nie gemacht hat verliert man da wohl eher. Insbesondere wenn der vergebende Architekt NULL Erfahrung mit der Bauweise hat.
    - die getätigten Aussagen bezüglich der Decke stimmen selbst mich Laien nachdenklich....

    Last not least: Flächenheizungen, im Regelfall wohl FBH, sind seit Jahren eher Standard, als Ausnahme. "Hat er noch nie geplant" ist a) sehr verwunderlich, da er ja scheinbar bislang nur Holzständer mit konventionellen Heizkörpern gebaut hat und b) völlig verwirrend da die Planung der Heizung bei mir nicht vom Archi gemacht wurde, der hat nur überwacht, sondern vom Energieheinz und dem Heizungsbauer. Stichwort: Energiebedarfsberechnung.

    Ohne Details kann man es sicherlich schwer beurteilen, mein Bauch sagt mir aber: Mit dem würde ich eher nicht bauen. Nein, ich würde mit ihm auf keinen Fall bauen. (sagt jetzt der Kopf)
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  8. #7
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Da schließe ich mich meinem Vorredner an: sucht euch einen anderen!

    Da passt ja fast gar nichts.
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  9. #8
    JResniz
    Gast
    Er ist bislang die einzige Wahl... aber ähnlich wie bei der Heizung: er plant, er mauert ja nicht - aber das ist für mich auch der kritischste Punkt.
    Die Vergabe erfolgt schon per Ausschreibung und Leistungsbeschreibung... aber ja: ein wenig skeptisch bin ich hier auch - vielleicht hake ich hier noch mal nach, evtl. hab ich es auch nicht kompeltt richtig verstanden, wobei er schon meinte, dass die Preisabschätzung nach der Planungsphase idR recht verlässlich sind.
    Bei der Heizung ist Erdwärme gemeint nicht Fußbodenheizung... nur so am Rande. Mein Onkel war Heizungsbauer und selbst der hat die in 40 Jahren wohl eher selten verkauft. Ist evtl. hier nicht so üblich. Natürlich baut er die nicht selbst - aber ähnlich wie beim Mauerwerk muss er die ja auch vergeben und selbst dazu braucht es evtl. ein wenig Ahnung.
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  10. #9

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    Dein Architekt kann die Werkplanung dann doch gar nicht erledigen und auch die Bauleitung nicht wenn er keine Ahnung vom Mauerwerk hat... Wie soll das bitteschön gehen?

    Und auch eine Grundrissplanung funzt doch nur wenn man die Eigenarten des Wandbildners kennt...
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  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    Dann sagte er noch, dass er Vergaben nicht mit Festpreis machen würde, um Flexibilität zu behalten (wenn man doch mal 5 m² mehr streichen muss, als angefragt wurden).Also mir klang es einleuchtend - am Ende zumindest fair für alle (kein Angstzuschlag, aber auch keine ruinösen Aufträge für die Handwerker)
    Das klingt ein wenig so, als ob sich euer Architekt schon im allerersten Vorgespräch gegen seine künftigen unpräzisen Planungen absichern möchte. Wenn er anständig und präzise plant, sollte es am Ende keine 5 m² zu malernde Wand geben, die "vergessen" wurde, zu beauftragen. Und wenn, dann kann man auch beim Festpreis einen Nachtragsauftrag erteilen über diese 5 m².

    Für euch ist doch sicher wichtig, dass euch die Baukosten nicht aus dem Ruder laufen. Festpreise werden euch, wenn zuvor präzise und
    umfassend geplant wurde, ruhiger schlafen lassen.

    Der Architektenvertrag, den ihr abschließen werdet, ist eine wichtige Weichenstellung in diese Richtung. Oft haben sich auch Klauseln bewährt, die den Architekten zwingen, die Leistungsphasen wirklich nacheinander abzuarbeiten. Das verhindert, dass er die Ausbaugewerke erst plant und vergibt, wenn schon fleißig am Rohbau gewerkelt wird. Sonst wird ihm plötzlich klar, dass am Rohbau doch noch dies oder jenes verändert werden muss - und dann beginnt das Umbauen am Rohbau und das Improvisieren.

    Das geht aber nur mit einem wirklich erfahrenen und kompetenten Architekten, der die üblichen Preise gut einschätzen kann und der bei der Ausführungsplanung nicht etwa gar auf die "Hilfe" der ausführenden Firmen setzt. Euer Architekt klingt nicht so, als ob er das schaffen würde.

    Auch eine Vereinbarung zur Baukostenobergrenze sollte in den Vertrag hinein, falls ihr diesbezüglich Sicherheit haben wollt.
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  12. #11
    JResniz
    Gast
    Okay, danke für eure Meinung - daher auch die Idee auf Holzrahmen zu wechseln und das zu verklinkern (das hat er wohl schon gemacht) - aber generell bin ich nun etwas skeptischer, obwohl ich immer noch fand, dass er sympatisch war und auch eher bedacht und nicht verkäuferisch (im Gegensatz zu den Massivhauskomplettanbietern)
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  13. #12
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von JResniz Beitrag anzeigen
    obwohl ich immer noch fand, dass er sympathisch war
    Okay, die Chemie sollte stimmen zwischen dem Architekten und den Bauherren, wenn gleich das trotzdem nicht das alleinige Kriterium bei der Architektenauswahl sein sollte.

    Mir persönlich wäre als Bauherr notfalls ein brummeliger, eher unsympathischer Architekt, der aber ein absoluter Profi ist und die Sache voll im Griff hat, lieber, als ein netter, chaotischer, der sich mit try and error auf meine Kosten durch die Planung wurschtelt.

    Weitersuchen, bis ihr einen findet, den ihr nett findet, der aber trotzdem Erfahrung hat und euch gut beraten kann.
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  14. #13
    Bauexpertenforum
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    Manchmal kann ich so manchen Mutmasungen nicht ganz folgen ....

    Wenn sich ein Architekt vorrangig im Umbau und Sanierungen beschäftigt .... glaubt einer von euch das geht ohne *Mauerwerk* ab ??
    Wenn er auf die Frage *Neubau* mit bevorzugter Bauweise *Holzständerbau* antwortet so kann das durchaus auch den heutigen Anforderungen an die Dämmorgien geschuldet sein.
    Genauso kann eine bestimmte Materialkombination - hier T7/8 mit Verklinkerung - schlicht für eine bestimmte Gegend ungewöhnlich sein ....
    Dann gucken wir mal wieviele Architekten einen *Flächenkollektor* für ne WP Anlage selbst auslegen, dann stellen wir erstaunt fest dass das 98,5% nicht selbst tun ... genausowenig wie sie ne FBH-Auslegung rechnen .... für nen Architekten ist auch nur wichtig zu wissen wie hat der Fußbodenaufbau auszusehen, wo brauchts Platz für die Verteiler und ggf. wie groß sollte die Fläche des Erdkollektors sein um vernünftig ausgeführt werden zu können ...

    Aus ner ehrlichen Antwort gleich sämtliche Kompetenzen absprechen ist etwa so wie wenn ich nem Rechtsanwalt unterstelle dass er unfähig ist ausserhalb seines Fachgebiets nen Paragraphen zu lesen ....

    Für mich macht es einen Architekten erst mal sympatisch, wenn er nicht als alleskönnender Überflieger auftritt sondern auf bestimmte Fragen *ehrlich* antwortet .... das kann ne gute Basis geben.

    Mein Onkel war Heizungsbauer und selbst der hat die in 40 Jahren wohl eher selten verkauft.
    Wäre das ein Grund ihm jegliche Kompetenz abzusprechen ? (Ich glaube eher wohl nicht ...)

    Einfach mal drüber nachdenken ...

    Gruß
    Achim Kaiser
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  16. #14

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    wenn hier schon vor dem vorentwurf über 5 m² wandfläche diskutiert wird, die noch zu streichen sind und in den mengenansätzen der leistungsbeschreibung möglicherweise vergessen wurde, aber der 1.strich zum entwurf noch nicht gemacht wurde, dann sollte man sich wirklich gedanken über eine entwurfsprozedere machen und sich selbst fragen, ob man wirklich in der richtigen spur ist.

    lasst den kollegen doch erst einmal den vorentwurf machen. es ist immer das gleiche, wenn über details diskutiert wird, die noch gar nicht relevant sind und dann gleich ein urteil abgegeben wird. manchmal ist es einfach ein fürchterliches gepingel hier!
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  17. #15
    JResniz
    Gast
    Das mit den 5 m² meinte er glaub ich auch nicht unbedingt wegen schlechter Planung, sondern wegen kurzfristigen Änderungen wie "die Wand doch lieber einen Meter weiter in die Richtung" bzw. "hier noch nen Raumtrenner" - also eher in Richtung guter Draht zu Handwerkern auf der Baustelle und dafür nicht so die "alles scheiß egal" Einstellung. Keine Ahnung, ob das so ist und ob das mit den Angstzuschlägen in der Praxis wirklich so ist, aber wie gesagt: der Punkt klang mir irgendwie nachvollziehbar.
    Noch mal zu dem Mauerwerk: wäre es denn euerer Meinung nach quatsch Holzständer zu verklinkern?
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