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  1. #1

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    Bauphysikalisch richtige Gestaltung einer Kellerinnenwand gesucht

    Guten Abend,

    ich bin neu hier im Forum und hoffe, im richtigen Unterforum meine Frage zustellen. Wenn nicht... bitte ich freundlich um sachdienliche Korrektur.

    Wir haben ein EFH, Bj 1994, sind der Zweitbesitzer.

    Nun möchte ich einen Raum des Vollkellers, der bisher als Abstellraum diente zu einem zusätzlichen Büroraum umgestalten. Der Raum hat 13qm, ein Kellerfenster und einen Heizkörper. Der Boden ist gefliest und die Kalksandsteine der Außen- und Innenwände sind nur gestrichen. Strom- und Lichtleitungen sind "Aufputz" ausgeführt.

    Der Keller ist trocken und erreicht im Winter auch ohne dass die Heizung läuft, immer 16-18 Grad Celsius. Ein zusätzliche Wärmedämmung wäre sicher angezeigt. Im Bedarfsfall schafft es der Heizkörper aber problemlos den Raum auf Temperatur zu bringen und zu halten

    Aus den Bauunterlagen habe ich folgende Informationen:
    Kellerwand außen Kalksandstein KS-12-1.6 MG-II DIN 1053/01 d= 36,5mm
    Kellerisolierung: Mauerwerk mit Fugenverstrich
    außen wasserabweisende Absperrung gegen nichtdrückendes Wasser nach Din18337

    Mir geht es um die Gestaltung der Wände. Ich möchte gerne glatte Wände, nach Möglichkeit nicht allzu viel Raum verlieren und zugleich im Idealfall die Stromleitungen optisch verschwinden lassen. Ich will aber keine Taupunkte verschieben und so Schimmelbildung provozieren. Wegen der geringen Raumgröße sind Materialkosten eher nicht meine Sorge.

    Im Laufe meiner Recherchen habe ich folgende Überlegungen angestellt.

    a) Gipskartonplatten auf Aluprofilen. In den entstehenden Hohlräumen "verstecke" ich die Stromleitungen und habe Platz für weitere Steckdosen. Die Hohlräume dämme ich mit Mineralwolle. Nachteil: Aufwendige Konstruktion. Verlust an Raum und Angst, Schimmel zwischen Mineralwolle und Kalksandsteinen zu provozieren

    b) Rigiterm 032 (EPS-Verbundplatte) im Punkt-Wulst-Verfahren an die 2 Außenwände aufkleben und die beiden Innenwände mit "einfachen" Gipskrtonplatten bekleben. Nachteil: Leitungen und Steckdosen bleiben Aufputz. Und ich muss besonders an die Luftdichtheit bei den Übergängen der Beiteile achten.

    c) Die Kalksandsteine verputzen lassen (womit?) und die Leitungen weiter Aufputz halten (ggf. die Leitungen unter Putz bekommen, aber mit Aufputzdosen und -schaltern arbeiten.

    Ich bin Laie. Bestimmt habe ich etwas oder eine ganz andere Lösung übersehen. Für hilfreihe Hinweise, auch zu Risiken und Nebenwirkungen bin ich dankbar!

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter
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  2. Bauphysikalisch richtige Gestaltung einer Kellerinnenwand gesucht

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    zuerst mal wäre die Zulässigkeit der Nutzung als Aufenthaltsraum zu prüfen. Zum Beispiel in Bezug auf den notwendigen zweiten Rettungsweg.

    ich würde mir Gedanken machen, warum der Keller, obwohl unbeheizt, immer noch 16-18°C hat. Da verstecken sich irgendwo deutliche Energieverluste. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kellerdeckendämmung derzeit nicht besonders gut ist. Oder Abwärme der Heizung oder von Heizleitungen.

    Wenn es im Bestand zu Schimmelbildung kommt, dann aufgrund der vermuteten schlechten Wärmedämmung der Bestandswände in Verbindung mit nutzungsbedingten Feuchteeintrag.

    bauphysikalisch "richtig" wäre eine Außendämmung. Dann kann man auch problemlos innen fast alles machen.
    Innendämmung/Vorsatzschalen würde ich mit den von Ihnen unter a) und b) genannten Varianten nicht empfehlen. Eher eine Mineralschaum-Dämmplatte.


    Zu den Steckdosen: mal über einen Brüstungskanal nachgedacht? würde doch zur Büronutzung passen.
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  4. #3
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    Vielen Dank für die schnelle Antwort, Herr Fischer!

    - Nutzungszulässigkeit ist gewährleistet. Es handelt sich auch nicht um ein gewerbliches Büro, sondern quasi um einen Arbeitsplatz für private Post, Ablage etc.

    - Die Kellertemperatur erkläre ich mir so: a) Im Nebenraum ist der Brenner der Gasheizung. b) Das Treppenhaus vom EG zum OG ist offen c) Wir haben Fußbodenheizung im EG und keine Kellerdeckendämmung.

    - Für mich stellt das auch kein Problem dar, weil ich unseren Gasverbrauch in Abhängigkeit von der Hausgröße und der Tatsache, dass das Haus einen Dämmstandard von 1994 hat (und entsprechend günstig im Kauf war) als völlig in Ordnung ansehe.

    - Ich habe verstanden, dass eine Außendämmung des Kellergeschosses der richtige Weg wäre. Mir ist aber der Aufwand zu groß. Ich will nur den einen beschriebenen Raum ansprechender gestalten und dabei - wenn möglich - Dämmeffekte "zum Wohlfühlen" mitnehmen.

    - Im Haus gibt es KEINEN Schimmel. Alle Wände, Böden, Decken sind trocken.

    - Die Idee mit dem Brüstungskanal gefällt mir sehr gut. Darüber denke ich weier nach

    - Außerordentlich dankbar bin ich für den Hinweis auf die Mineralschaumplatte. Auf die Schnelle habe ich bislang Multipor-Platten gefunden. Ein Baustoff dieser Art ist gemeint, richtig?
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  5. #4

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    ja, in dieser Art.
    Man könnte auch über einen innen aufgebrachten Dämmputz nachdenken...

    Entscheidend bei der Innendämmung ist eine richtige, qualifizierte Planung der Anschlussdetails (sprich: Wärmebrücken). Solche sind nämlich bei einer Innendämmung deutlich kritischer als bei einer Außendämmung.
    Mit Anschlüssen meine ich Fußboden, Innenwände, Fensterlaibung, Fenstersturz, Fensterbrüstung, Ecken, Decke. Sogar bei Steckdosen im Dämmstoff muss man aufpassen.

    selbst kleinste Fehlstellen im Dämmkonzept können zu Feuchte/Kondensat/Schimmel-Schäden führen. Da habe selbst echte Baufachleute Schwierigkeiten, das richtig einzuschätzen.

    Und: je mehr Sie dämmen, desto kritischer ist dies bei einer Innendämmung.

    Gehen Sie mal davon aus, dass eine fachgerechte Innendämmung nicht wenige kostet als eine Außendämmung...

    Ganz ehrlich: Holen Sie sich einen Fachmann vor Ort. Auf einen Baustoffhandel-Fachberater würde ich mich nicht verlassen.
    Und: auch bei einer privaten Nutzung als Aufenthaltsraum sind Fluchtwege zu gewährleisten.
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  6. #5

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    Zu den Rettungswegen: hier der entspr. Abschnitt aus der LBO Sachsen Anhalt:

    (1) Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten, müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur oder über denselben Ausgang führen.


    Wenn der Raum doch nur nebenbei genutzt wird und eh immer 16°C hat, würde ich einfach mit einem Kalk Zement Leichtputz (oder Dämmputz) verputzen lassen. Ist die Risikoärmste Lösung.
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