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  1. #1

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    Schimmelprävention - Innendämmung ja oder nein?

    Hallo Zusammen,

    zu Beginn muss ich erst mal etwas ausholen. In unserem Mehrfamilienhaus von 1960 hatten wir aktuell in einer Wohnung Probleme mit Schimmel. Den ersten Schimmelbefall vor gut 1,5 Jahren haben wir von der Energieberatung der Verbraucherzentrale analysieren lassen und den aktuellen von einem Sachverständigen. Es handelt sich hierbei um geringfügigen, oberflächlichen Befall an den Außenwänden in Bodennähe oder Deckennähe. Also natürlich an den kältesteten Stellen. Da wir uns bereits mit dem Mieter geeinigt haben und dieser nicht mehr dort wohnt geht es hier auch nicht um die leidige Schuldfrage sondern nur um die Prävention.

    Der Sachverständige hat lediglich festgestellt, dass die Feuchtigkeit nicht von außen kommt, also die Messwerte an der Oberfläche der Wände und in den Wänden gut waren. Da es in Referenzwohnungen keine Probleme gibt und die Luftfeuchtigkeitswerte in den anderen Wohnungen mit ca. 40-45% deutlich niedriger als in der problematischen Wohnung mit 65% waren, sprechen die Indizien halt für ein nicht ausreichendes Lüftungs- und Heizverhalten. Laut dem Sachverständigen hätte hier nur eine Überwachung des Nutzungsverhalten mit Datenloggern weitergeführt und aufgrund der aktuellen Temperaturen und der fehlenden Nutzung ist eine tiefergehende Analyse zur Prüfung der Mindestwärmeanforderung der Außenwände nicht möglich. Auf die Frage nach einer Prävention wurde uns natürlich die Außendämmung empfohlen.

    Diese ist aber bei der Größe unseres Hauses (Außenwandfläche ca. 320m²) und den Verwinkelung schon sehr aufwendig. Hinzu kommt der Rattenschwanz: Fenster neu, Balkon abreißen durch Vorsatzbalkon ersetzen, Lüftungskonzept prüfen usw.! Da kommen wir schnell in Preisregionen, die aus meiner Sicht einfach nicht mehr vertretbar sind und die sich im Laufe meines Lebens nicht mehr amortisieren werden. Ich bin auch kein Freund von Wärmeverbundsystemen und würde schon eine hochwertigere Lösung wie z.B. hinterlüftete Vorhangfassade anstreben.

    Aktuell habe ich natürlich die Befürchtung, dass sich die Schimmelproblematik, obwohl wir noch nie einen solchen krassen Fall hatten, wiederholen könnte und würde diesem gerne vorbeugen.

    Diesbezüglich wurde mir dann zu verschiedenen Innendämmung geraten von 7mm Optitron (Styropor) über Calciumsilikatplatten bis hin zu Holzfaserdämmung (Pavaroom). Von dem Styropor halte ich eigentlich nichts und bei der Holzfaserdämmung verliert man 7cm pro Wand. Deswegen würde ich gerne wissen, ob die Silikatplatten etwas bringen. Beim Versuch dieses über den U-Wert Rechner zu simulieren, habe ich natürlich Probleme die aktuelle Wand zu klassifizieren. Laut Baubeschreibung hat diesen einen Aussenschabeputz, Wände aus Schwemmstein (30cm) und einen zweilagigen Kalkputz.

    Ich bräuchte nun zum Einen Tipps wie ich den Wandaufbau besser klassifizieren und im U-Wert Rechner simulieren kann oder ob es überhaupt Sinn macht einen Innendämmung in Erwägung zu ziehen, da in meiner Simulation die Silikatplatten das Tauwasser erhöhen.

    Vielen Dank im Voraus,

    Ernie
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  2. Schimmelprävention - Innendämmung ja oder nein?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Ich bin Laie, aber ich persönlich würde Schimmelproblem nicht mit Innendämmung lösen. Auf Dauer macht man es nur schlimmer.
    Wer hat dir zu Innendämmung geraten? Guck dir mal an was eine 50 mm Kalziumsilikatplatte kostet.

    Wenn man dem Sachverständigen glauben mag, dann liegt die Lösung doch auf der Hand. Mehr Heizen und Lüften.
    Luftentfeuchter anschaffen oder Dezentrale Lüftunganlage anschaffen.

    Meistens hat man im Schlafzimmer diese Art von Schimmeln und warum? Niedrige Zimmertemperatur, zuwenig lüften, hoche Schränke
    und Leute die denken: weniger lüften = heizkosten sparen


    Zu Außendämmung:
    Habe ich richtig verstanden? Ihr seit Vermieter und euch gehört das MFH? Warum nicht dämmen?
    So weit ich weit kann man Abschreiben bzw. Werbungskosten und ein Teil auf die Mieter umlegen oder nicht? Die Mieter haben auch was davon.
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  4. #3

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    Zur Innendämmung sollte man nur greifen, wenn die Frage "Spricht etwas gegen eine Außendämmung?" bejaht werden muß.
    Ansonsten geht es auf Dauer schief, einzelne Bauteile am Haus signifikant zu verändern und andere Bauteile nicht nachzurüsten, bzw. die Auswirkungen der Veränderung auf das Gesamtsystem zu mißachten.
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  5. #4

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    schon mal durchgerecht, also nicht über U-wert rechner, was dich dieser rattenschwanz, nicht nur material
    innendämmung kostet? fenster, türen, fenstersimsen, bodenbeläge, fußbodenleisten usw....
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  6. #5

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    nie und nimmer würde ich bei einer 60-er jahre bude auf die
    idee kommen, innen zu dämmen.

    laß die balkone und vordächer absägen,
    papp ein vernünftig geplantes WDVS auf die
    fassade und erneuer die fenster.
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  7. #6
    Inkognito
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    Innendämmung ist immer die schlechtere Wahl - Sie würden Balkone abreißen, um Wärmebrücken zu vermeiden, aber was ist bei einer Innendämmung mit Geschossdecken oder in die Außenwände einbindende Trennwände?
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    Innendämmung ist immer die schlechtere Wahl
    Und wenn man keine Wahl hat??? Z. B. weil man das Geld (für außen) nicht hat ....



    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    aber was ist bei einer Innendämmung mit Geschossdecken oder in die Außenwände einbindende Trennwände?
    Was soll da sein? Die werden ordnungsgemäß ins System mit eingebunden. No Problem.

    Ich kapier nicht wo dauernd das Klischee herkommt, dass (mineralische) Innendämmung nicht funktioniert - schwierig ist - und bla bla bla

    Logo ist außen besser, aber wenn eben nicht .....
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  9. #8

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    geld für außen nicht hat?
    bei so einer fassade kann ich verstehen, dass innen gedämmt
    werden muß, wenn überhaupt.

    bei einer 60-er jahre bude, ganz und gar nicht.
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  10. #9
    Inkognito
    Gast
    Zitat Zitat von sarkas Beitrag anzeigen
    Und wenn man keine Wahl hat??? Z. B. weil man das Geld (für außen) nicht hat ....
    Dann bleibt die Wahl schlechter und man muss mit der ungünstigen Variante leben. Bleibt die Frage wie viel billiger das ist und über welchen Zeitraum sich das ganze finanziell amortisiert, das kann man berechnen.
    Was soll da sein? Die werden ordnungsgemäß ins System mit eingebunden. No Problem.
    Da muss dann mal eben schnell Fußboden und Decke mit gedämmt werden, unter vielfach höherem Aufwand als draußen, auf der bauphysikalisch 'richtigen' Seite einfach gerade drüber zu gehen? 'No Problem' ist genau andersrum.
    Ich kapier nicht wo dauernd das Klischee herkommt, dass (mineralische) Innendämmung nicht funktioniert - schwierig ist - und bla bla bla
    Innendämmung hat noch ein paar weitere Nachteile als nur den Tauwasseranfall, z.B. die Abtrennung von der thermischen Masse und dadurch zwar schnelles Aufheizen aber auch Abkühlen: "Barackenklima".
    Grundsätzlich bin ich kein Feind von einer richtig ausgeführten Innendämmung, aber wenn einem nicht nur eine Wohnung im Haus gehört und man die Möglichkeit hat, draußen drüber zu gehen... die Umlagerungsfähigkeit der kosten für eine energetischen Sanierung auf die Mieter wurde ja schon genannt.
    Logo ist außen besser, aber wenn eben nicht .....
    Ich habe nichts anderes behauptet.

    Zum Thema: Mit der Berechnung nach Glaser (die übrigens, so habe ich vor kurzem gelernt, aus dem Kühlhausbau stammt) kann man kapillare Innendämmung nicht korrekt abbilden. Ansonsten ist eine WDVS eine durchaus gute Möglichkeit Bestand zu sanieren, warum sie nicht 'hochwertig' sein soll, erschließt sich mir nicht. Probleme sollte man aber auch offen ansprechen, Thema mechanische Stabilität und Veralgung und der möglicherweise schlechtere Schallschutz.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    Dann bleibt die Wahl schlechter und man muss mit der ungünstigen Variante leben.
    Dem ist u. U. so. Aber diese "ungünstige" Variante funktioniert uneingeschränkt. (Bei richtiger Ausführung)


    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    Da muss dann mal eben schnell Fußboden und Decke mit gedämmt werden, unter vielfach höherem Aufwand als draußen, auf der bauphysikalisch 'richtigen' Seite einfach gerade drüber zu gehen? 'No Problem' ist genau andersrum.
    Es muss an Decke und einbindende Innenwänden ein Übergang von ca. 25 cm berücksichtigt werden.
    Nicht mehr und nicht weniger. Wo ist hier ein Gegenargument? Das IST "No Problem"!
    Bei einer klassischen Innendämmung muss auf dem Rohboden aufgesetzt werden - ja, aber wir reden gerade von Klimaplatten.
    (zellstoffverstärkten Calciumsilikatplatten) In diesem Fall würden als "Prophilaxe" (unabhängig von Sinn oder Unsinn) wahrscheinlich 25 oder 30 mm reichen.


    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    Innendämmung hat noch ein paar weitere Nachteile als nur den Tauwasseranfall, z.B. die Abtrennung von der thermischen Masse und dadurch zwar schnelles Aufheizen aber auch Abkühlen: "Barackenklima".
    Und das ist (pauschal) genauso falsch. Ich habe oben bewusst von "mineralisch" geschrieben. Also nicht von einem System mit Dampfsperre sondern auf mineralischer Basis. Und das heißt kaum Abtrennung der thermischen Masse und schon 2x kein Barackenklima. Im Gegenteil durch den erhöhten Sorptionsbereich ist ein gleichmäßigeres Raumklima als vorher vorhanden.

    Zitat Zitat von Inkognito Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich bin ich kein Feind von einer richtig ausgeführten Innendämmung, aber wenn einem nicht nur eine Wohnung im Haus gehört und man die Möglichkeit hat, draußen drüber zu gehen...
    Möglichkeit .. Es geht darum, dass hier ein WDVS (abgesehen davon, dass die klassischen WDVS bereits bei der Herstellung Sondermüll sind) über den großen Daumen mit neuen Fenstern und Balkon etc etc mal schnell 80 kilo kosten kann und eine partielle Innendämmung in einer Wohnung (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche??) mit Klimaplatten vll. 3 - 4 Kilo.

    Und da brauch ich kein Denkmal als Gegenargument abbilden um den momentanen Kostenunterschied darzustellen.


    Nochmal - Ich denke, ich würde in diesem Fall wahrscheinlich auch nicht zur (Innen)dämmung, egal welche - raten.
    Eher würde ich versuchen einen neuen Mieter mit normalem Hirn und normalem Wohnverhalten zu bekommen.

    Ich kann nur diese ganzen aus Unwissenheit geborenen Pauschal-Anti-Argumente nicht nachvollziehen.
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  12. #11

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    So richtig zu interessieren scheints dem Ernie eh nicht.
    Jedenfalls war er seit Fragestellung nicht mehr hier.
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  13. #12
    Avatar von JSch
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    Zitat Zitat von sarkas Beitrag anzeigen
    So richtig zu interessieren scheints dem Ernie eh nicht.
    Jedenfalls war er seit Fragestellung nicht mehr hier.

    Tja, weil Er die Beantwortung Seiner Frage schon selbst im zweiten Absatz derselben enthalten ist.

    Man muss auch nicht immer weiter theoretisieren...

    Gruß
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  14. #13

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    Zitat Zitat von sarkas Beitrag anzeigen
    ...Und da brauch ich kein Denkmal als Gegenargument abbilden um den momentanen Kostenunterschied darzustellen.
    das kann nicht dein ernst sein, es wäre kein kostenargument, eine 50-er,60-er 70er - jahre bude von aussen, anstatt von innen zu ertüchtigen.
    diese rechnung möchte ich mal sehen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    und dieser "sondermüll", gehört mittlerweile doch auch ins reich der märchen.
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  17. #15

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    Zitat Zitat von sarkas Beitrag anzeigen
    .. Es geht darum, dass hier ein WDVS (abgesehen davon, dass die klassischen WDVS bereits bei der Herstellung Sondermüll sind) über den großen Daumen mit neuen Fenstern und Balkon etc etc mal schnell 80 kilo kosten kann und eine partielle Innendämmung in einer Wohnung (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche??) mit Klimaplatten vll. 3 - 4 Kilo...
    dass dämmung mittlerweile nach kilo abgerechnet wird, ist mir auch neu.
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