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Dämmung Kellerdecke vs. stärkere Dämmung EG-Fußboden

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  1. #1

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    Dämmung Kellerdecke vs. stärkere Dämmung EG-Fußboden

    Nutzungsabsicht:
    Ich will das Kellergeschoss zumindest für ein 14m² Zimmer wohnraumähnlich nutzen (Beratungs-/Büroraum; Tageslicht über großzügige Abböschung; im Rentenalter ggf. als Studentenzimmer vermietern). Angrenzend 4m² Dusch-WC. In den Keller soll zudem Technikraum/Waschküche und ein größerer Fitnessraum mit Werkstatt-Ecke. Fitnessraum wird 4x wöchentlich für eine Stunde genutzt + ab und zu zum basteln.

    Frage:
    Warum liest man oft, es sei sinnvoll, die Kellerdecke zu dämmen, weil man das selbst machen könne? Im EG-Fußboden iist doch sowieso kombinierte Trittschall/ Wärmedämmung unter der FBH bzw. dem Estrich...

    Argumente (?):
    Irgendwo geht durch die Dämmung lichte Raumhöhe verloren. Will ich das nicht, muss ich durch höhere Mauern kompensieren. Ob Kellermauer oder Außenmauer EG dürfte preislich keinen großen Unterschied machen, und das etwas dünnere XPS für die Perimeterdämmung höherer Kellermauern ist genauso teuer wie das etwas dickere Polystyrol für das WDVS der EG-Außenwände. Die Höhe des Gesamtbauwerks bleibt immer gleich.

    Contra "Dämmung Kellerdecke":

    Bei der Variante "Dämmung unter Kellerdecke" habe ich erheblichen Mehraufwand im Vergleich zur Variante "stärkere Dämmung unter Estrich im EG" (verlegt werden muss ja sowieso, ob die Platten nun 8, 10 oder 15cm dick sind, der Auwand bleibt derselbe):

    - Kosten und Arbeitsaufwand für Lattung un Querlattung Kellerdecke
    - zusätzliche Abdictung (Dampfsperre) nötig
    - Sichtoberfläche Kellerdecke schwieriger Aufzubringen und (vermutlich) teurer als einfacher Deckenputz

    Pro "Dämmung Kellerdecke":

    - bei Beheizung für kurzfristigere Nutzung schnellere Aufwärmung des Raumes, Wärme bleibt dort wo ich sie brauche
    - abgehangene Decke möglich, in der elektrische Leitungen versteckt und ggf. Spotleuchten eingebaut werden können
    - ggf. bei KWL: je nach Führung der Rohre und optischem Anspruch Möglichkeit, diese in abgehangener Decke zu verstecken

    Aus jetztiger Sicht würde ich bei meiner Nutzungsabsicht einfach den EG-Boden stärker dämmen, das dürfte erheblich günstiger sein.

    Sind die o.g. Punkte so richtig? Gibt es noch mehr, was man gegeneinander abwägen muss?
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  2. Dämmung Kellerdecke vs. stärkere Dämmung EG-Fußboden

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Frage:
    Warum liest man oft, es sei sinnvoll, die Kellerdecke zu dämmen, weil man das selbst machen könne?
    Missverständnis. Die Kellerdecke wird gedämmt wenn der Keller unbeheizt ist, also nicht in die thermische Hülle einbezogen ist. Dann stellt die Kellerdecke die Grenze zwischen unbeheizt und beheizt dar.
    Wird der Keller zu Wohnzwecken genutzt, dann ist er auch beheizt und innerhalb der thermischen Hülle. Dann würde man die Bodenplatte und Kellerwände dämmen, nicht aber die Kellderdecke (da ja auf beiden Seiten beheizt).

    Bei einem Neubau wird man in diesem Fall den Keller in die thermische Hülle integrieren. Dann ergeben sich auch die entsprechenden Dämmstärken für die Bopla und Kellerwände um die Anforderungen der EnEV zu erfüllen.
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  4. #3
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    Eine Dämmung der BP erfolgt sowieso. Aber was ist, wenn der Keller nur gelegentlich genutzt wird? Der große Fitness-/Hobbykeller unter dem Wohnzimmer wird voraussichtlich zwar mit FBH versehen - wobei das neben der unwahrscheinlichen Variante, dass da mal eine Nutzung folgt, die Beheizung erfordert eigentlich nur dem rechnerischen Vorteil für die KfW Vorgabem erfolgt - aber eigentlich nicht beheizt. Wir hatten auch bei meinen Eltern einen Hobbykeller als Fitnessraum (fürs Baujahr gut gedämmter *******-Keller mit innen/außen je 5cm Styropor), in dem die Heizung selbst im Winter nie an war, beim Fitnesstraining wird einem ja sowieso warm... wäre es dort wegen der Heizkosten fürs Wohnzimmer nicht sinnvoll, unter diesem etwas stärker zu dämmen, wenn darunter nie beheizt wird?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Eine Dämmung der BP erfolgt sowieso. Aber was ist, wenn der Keller nur gelegentlich genutzt wird?
    Wie in diesem Forum schon mehrfach erklärt wurde, ist es in einem nach heutigem gesetzlichen Mindeststandard gedämmten EFH üblicher Größe (120 m2 - 200 m2) praktisch kaum möglich, innerhalb der geschlossenen Dämmhülle zwischen benachbarten Räumen Temperaturdifferenzen größer ca. 5 K entstehen zu lassen.

    Mit anderen Worten: Es hat normalerweise keinen Sinn, innerhalb der thermischen Gebäudehülle weitere Wärmedämmebenen herzustellen. Einziger mir nach längeren Nachdenken einfallender möglicher Anwendungsfall: Sauna. Evtl. sonst noch Räume für die Haltung exotischer "Haustiere".
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  6. #5
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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Wie in diesem Forum schon mehrfach erklärt wurde, ist es in einem nach heutigem gesetzlichen Mindeststandard gedämmten EFH üblicher Größe (120 m2 - 200 m2) praktisch kaum möglich, innerhalb der geschlossenen Dämmhülle zwischen benachbarten Räumen Temperaturdifferenzen größer ca. 5 K entstehen zu lassen.
    ok danke - haut wirklich auch hin im Vergleich zu meinem Elternhaus: Hobbykeller im Winter so 12-15°C, obwohl unter der unbeheizten Garage, aber mit dem Rest des (unterm beheizten Haus gelegenen) Kellers verbunden.

    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Mit anderen Worten: Es hat normalerweise keinen Sinn, innerhalb der thermischen Gebäudehülle weitere Wärmedämmebenen herzustellen.
    Was mir dann aber nicht einleuchtet: Warum dann so dick unterm Estrich dämmen (habe nun öfters gehört, heute seien gut 10cm EPS Standard) ? Würden da, mal abgesehen vom untersten erdberührenden Stockwerk, nicht auch 5cm reichen, um das Wärmeabstrahlverhalten der FBH "nach oben zu lenken"?
    Wärme sucht sich ja insgesamt isowieso den Weg nach oben, so dass im OG dann die dünnste Dämmschicht unterm Estrich vorliegen müsste.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen

    Was mir dann aber nicht einleuchtet: Warum dann so dick unterm Estrich dämmen (habe nun öfters gehört, heute seien gut 10cm EPS Standard) ? Würden da, mal abgesehen vom untersten erdberührenden Stockwerk, nicht auch 5cm reichen, um das Wärmeabstrahlverhalten der FBH "nach oben zu lenken"?
    Wärme sucht sich ja insgesamt isowieso den Weg nach oben, so dass im OG dann die dünnste Dämmschicht unterm Estrich vorliegen müsste.
    Warum sollte sich die Wärme den Weg nach oben suchen? Wärme geht, vereinfacht gesagt, von warm nach kalt. Ist das Erdreich unter der Bodenplatte kälter, dann wird die Wärme auch dorthin strömen, je weniger gedämmt, um so mehr.

    Eine Dämmung der Hülle hat die Aufgabe die Wärmeverluste an die Umwelt zu reduzieren. Dämmschichten innerhalb der Hülle, also beispielsweise unter der FBH im EG oder OG, haben die Aufgabe die Wärmeströme zu kontrollieren, damit die Wärme dort genutzt werden kann wo sie benötigt wird. Ich möchte ja mit einer FBH im EG nicht den Keller beheizen, auch wenn die Energie auf das Haus bezogen dort nicht verloren wäre. Das sind also 2 völlig unterschiedliche Anforderungen.

    Welche Dämmstärken wo erforderlich werden, das ergibt sich aus dem Dämmstandard den das Haus erreichen soll. Mindestvorgabe ist die EnEV in der jeweils aktuellen Ausführung. Wer darüber hinaus noch Fördermittel der KfW in Anspruch nehmen möchte, muss darüber hinaus gehen und höhere Anforderungen erfüllen. Wie sich diese wo auswirken, das hängt vom Hauskonzept ab, denn die EnEV bzw. KfWxx zielen ja auf den Primärenergiebedarf, und dazu gehört nicht nur die Dämmung der Hülle sondern auch weitere Dinge wie beispielsweise die Haus-/Heiztechnik.
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