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  1. #1

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    Habe ich Asbest in Bodenbelägen gehabt?

    Hallo,

    ich bin neu hier und seit ein paar Tagen ganz schön verängstigt.
    Ich habe am letzten Wochenende bei meinen Renovierungsarbeiten an meiner
    neuen Wohnung die alten PCV-Böden (oder Lenoleum) rausgerissen und
    entsorgt. Nun sagt mir ein Kollege, dass die alten PCV-Böden alle mit Asbest
    verseucht sind und ich quasi enorme Mengen Asbest nun eingeatmet habe.

    Das Haus ist Baujahr 1969. Die Böden scheinen noch die ersten zu sein,
    da diese unter Teppiche waren.

    Ich habe auch seit Tagen im Internet recherchiert und bin auch viel
    Negatives gestoßen. Ich habe mal einen Link gemacht, wo Ihr alle
    Bilder einsehen könnt die ich von den Belägen gemacht habt.

    Irgendeine Link klappt hoffentlich:
    Link 1: http://www.abload.de/gallery.php?key=kRi2WBqV
    Link 2: http://www.bilderhoster.net/g/v6s6mtw5.html
    Link 3: http://www.imgbox.de/show/gallery/so...xWYuMN6_Boden/

    Besonders beunruhig bin ich von den Bilder 1a, 1b, 1c, 1d und alle Bilder die Ansicht
    heißen. Diese Bilder stammen von dem einen Raum in dem ich nun Angst habe,
    dass es sich hierbei um Asbestpappe handeln könnte.
    Kurze Beschreibung: Die Oberschicht ist mit einem Holzbodenmotiv bedruckt.
    Die Fugen merkt man ganz leicht. Der Boden war fest verklebt und als wir
    diesen abgezogen haben, so ist die untere Schicht kleben geblieben. Diese
    Schicht sieht aus wie eine grauer ganz feiner Filz. Darin befinden sich auch ganz
    kleine rote und blaue Härchen. Aber man könnte auch sagen, dass es wie eine
    Pappe ist. Lässt sich jedenfalls auch reißen. Wenn man es mir Wasser eingesprüht hat,
    dann hat es sehr lange gedauert bis es sich vollgesaugt hat. Das was am Boden
    zurückgeblieben ist, ist dieses graue Zeugs was Ihr auch auf den Bilder mit den Namen
    Ansicht seht. Ich hoffe, dass es doch ein Filz sein könnte. Insgesamt ist der Belag vielleicht
    ca. 2mm dick. Die Oberfläche kann man biegen und bricht nicht.

    Die anderen Böden haben eine vollständig glatte Oberfläche. Die waren zwar auch verklebt -
    ließen sich aber leichter vom Boden abziehen. Die Unterseiten sehen aber hier sehr wie ein
    weißer Filz aus (Bilder 2a,2b,2c und 3a,3b,3c). Bei dem Belag 4 (Bilder 4a,4b,4c) sieht es wie
    ein Schaum aus. Die Beläge sind ein bisschen dicker wie Belag 1 (ca. 3-4mm) und brechen
    beim knicken auch nicht.

    Ich hoffe Ihr könnt mich beruhigen. War zu dieser Zeit eigentlich alles mit Asbest verseucht
    oder gab es auch asbestfreie Ware? (wie war das ca. die Verteilung zwischen Asbest und asbestfrei?)

    Was wäre nun, wenn ich ca. 2 Stunden diesen Staub ohne Schutz angeschnauft habe?
    Wie schätzt Ihr die realistische Gefährlichkeit ein?

    Was mache ich, wenn es wirklich Asbest ist?
    Ich plane die gesamte (leere) Wohnung mit einem Industriesauber Klasse H (Asbestfreigabe)
    2x abzusaugen. Dann alles 2x naß abzuwischen (auch Wände und Decken) und dann in der
    gesamten Wohnung einen (Asbest-)Faserbinder (Faser- und Partikelbinder artic fb 30)
    auf den Böden aufzubringen?
    Der Rest der auf den Bildern Ansichten ist, bekomme ich nicht mehr weg. Wird der dann
    auch gebunden?

    Danke für Eure Hilfe.

    Gruß
    Peter
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  2. Habe ich Asbest in Bodenbelägen gehabt?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Um es mal ganz klar zu sagen, selbst wenn da was war, Du stirbst nicht daran und hast auch keine bleibenden Schäden abbekommen. Ein einmaliger Kontakt reicht dazu nicht aus. Wenn Du nun alles ordentlich sauber machst sollte es gut sein. Spannender ist vielleicht eher wie die Entsorgung geplant ist.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Friedl, danke für Deine Antwort. Ich hoffe Du hast recht, weil wenn ich das im Internet so lese, welche massiven Maßnahmen da ergriffen werden müssen (Unterdruck, höchste Schutzkleidung, etc.), da bekommt man den Eindruck als wenn schon er einmalige Kontakt einen umbringen würde. Ich wusste es nicht, dass es überhaupt Asbest in Böden geben kann. Die Böden sind über den Sperrmüll bereits unwiederbringlich entsorgt worden.
    Am Bode befinden sich ja noch ein paar Rückstände, die mit dem Teppichstipper (ja leider) nicht weg gingen. Reicht es hier aus, wenn ich diese mit dem Faserbinder artic fb 30 behandle? Der soll Asbestfasern binden. Danach wäre darüber eigentlich ein Teppich geplant.
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  5. #4

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    Bevor ich da wieder was reinschmiere, von dem ich nicht weiß ob da nicht auch wieder was darin ist, würde ich die paar Euronen in die Hand nehmen und eine Raumluftmessung veranlassen.
    Ansosnten halte ich das alles für ein Horror-Szenario ohne Hintergrund. Also ich lebe noch, obwohl ich früher viele Tage an Asbestzementplatten Schneide- und Bohrmaschinen, mit sehr fragwürdiger Absaugung gestanden habe.
    Na vielleicht antwortet "Stolzenberg" noch, der ist ja Fachmann.
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  6. #5
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    Danke Friedl.
    Ich habe auch nochmal einen Test gemacht (ohne Einzuatmen im Freien). Ich habe kleine Teile der Proben mal angezündet. Die graue Pappe von den Bildern 1a bis 1d (und aus den Ansichten) ist beim Feuer zu grau-weißer Asche verbrannt. Die Pappe hat von selbst weiter gebrannt.
    Die weißen Fasern von den Bilder 2 und 3 sind unter Feuer sofort zusammengeschmolzen (wie bei Kunststoff). Die Masse hat dann gerannt und stark gerußt. Die brennende Masse hat beim Brennen richtig mit Blasen gekocht.
    Dieser Art Schaumstoff aus den Bildern 4 hat am wenigsten gebrannt. Er nur schlecht Feuer gefangen und erlosch auch schnell wieder.

    Vielleicht hilft dies als Anhaltpunkt zur Bestimmung auch.
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  7. #6
    Stolzenberg
    Gast
    Lieber Peter!

    1. Pfoten von
    2. Ich habe einen Namen, einen Wohnort und ein Telefon
    3. Die Fotos sind wenig aussagekräftig da aus dem falschen Winkel aufgenommen
    4. Nach einem Telefonat diskutieren wir hier gerne weiter
    5. So kann ich Dir wenig helfen! - Aber wichtig ist Nr. 1!!!

    @all: Hier geht es um Sofortmaßnahmen zu Schadensabwehr! Da Peter am Samstag niemanden bekommen wird gehe ich den telefonischen Weg!
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  8. #7

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    Was geschehen ist, ist geschehen. Ich bin fest davon überzeugt daran stirbst Du nicht.

    Das ist es wovon ich nun gar nichts halte. Ab jetzt lass die Fachleute heran.
    Zitat Zitat von Peter1975 Beitrag anzeigen
    Ich habe auch nochmal einen Test gemacht (ohne Einzuatmen im Freien). Ich habe kleine Teile der Proben mal angezündet. Die graue Pappe von den Bildern 1a bis 1d (und aus den Ansichten) ist beim Feuer zu grau-weißer Asche verbrannt. Die Pappe hat von selbst weiter gebrannt.
    Die weißen Fasern von den Bilder 2 und 3 sind unter Feuer sofort zusammengeschmolzen (wie bei Kunststoff). Die Masse hat dann gerannt und stark gerußt. Die brennende Masse hat beim Brennen richtig mit Blasen gekocht. Dieser Art Schaumstoff aus den Bildern 4 hat am wenigsten gebrannt. Er nur schlecht Feuer gefangen und erlosch auch schnell wieder. Vielleicht hilft dies als Anhaltpunkt zur Bestimmung auch.
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  9. #8
    Stolzenberg
    Gast
    Falls ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt habe: Ja, Du hast ein Problem mit Asbest und bei jeder weiteren Maßnahme machst Du es potentiell eher schlimmer als es jetzt ist. Du bewegst Dich sonst in eine Richtung die Dir nicht gefallen wird.

    Was passiert ist lässt sich nicht mehr ändern und ist auch erst einmal kein Weltuntergang! Jetzt geht es darum das Beste daraus zu machen!

    Ich schicke Dir per PN meine Festnetznummer!
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  10. #9
    Stolzenberg
    Gast
    So, wir haben telefoniert!

    Ausführungszustand:
    Wohnung im obersten Stockwerk, unbewohnt, ausgeräumt und gerade in der Sanierung befindlich. Türen während der Arbeiten nicht verschlossen, Fenster voraussichtlich durchgehend geschlossen. TE ist Eigentümer und bewohnt das Stockwerk darunter...
    Belag 1: 99%ige Wahrscheinlichkeit eines CV-Belags (schwach gebunden). Andere Beläge kein CV-Belag / Flex-Platten!
    Böden in Räumen mit CV-Belag mit ausgeprägten CV-Resten (Asbestpappen-Rückstände / evtl. asbesthaltiger Kleber)
    Wohnungstür war während der Arbeiten geschlossen. Es ergibt sich eine Sekundärkontamination der gesamten Wohnung. Weitere Sekundärkontaminationen durch Verschleppung (Treppenhaus, Flur und Bad in der eigenen Wohnung) sind auch bei Berücksichtigung thermischer Luftbewegungen im Treppenhaus nicht auszuschließen.

    Unter Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen (REACH, ChemG, ChemVerbotsV, TRGS 519, BGI 664, etc.) wurde folgendes Vorgehen besprochen:
    Wohnung bleibt gesperrt, DIY erfüllt Straftatbestand, Kontaktaufnahme mit Gewerbeaufsicht (hier auch Privat zuständig) am Montag um ein zugelassenes Sanierungsunternehmen nach Anhang III Nr.2.4.2 Abs. 4 der Gefahrstoffverordnung (schwach gebundene Produkte) zu finden und einen Ortstermin zu vereinbaren um das weitere Vorgehen zu besprechen. Danach ggf. Rückmeldung von TE zur Bewertung der vorgeschlagenen Sanierung hier im Forum.

    Thema bleibt also aktiv!

    Wenn jetzt noch weitere DIY-Vorschläge kommen sollten, so weise ich auf folgendes hin: "Wir befinden uns bereits im Anwendungsbereich des Strafgesetzbuches!" TE wird wohl erst einmal mit einem blauen Auge davonkommen!
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  11. #10

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    Welche §§ des StGB sind da einschlägig?
    Und gar so schlimm wirds schon nicht werden!
    Immerhin gibts sogar für das fahrlässige Herbeiführen einer kerntechnischen Explosion nur ein bis zehn Jahre...
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  12. #11
    Stolzenberg
    Gast
    Die wesentlichsten Punkte aus dem StGB in Verbindung mit Asbest:

    - Baugefährdung §319 StGB (eigentlich immer der Fall)
    - Bodenverunreinigung §324 a StGB (wenn aus dem Fenster oder vom Dach auf einen Haufen nach draußen geworfen / Container nicht getroffen)
    - Luftverunreinigung §325 StGB (eigentlich immer der Fall)
    - Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen §326 Abs.1 StGB (Abfälle zumindest nicht fachgerecht verpackt!)
    - Unerlaubtes Betreiben von Anlagen §327 Abs. 2 StGB (trifft nicht zu!)
    - Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern §328 Abs. 3 Nr. 1 StGB (trifft zu!)
    - Besonders schwerer Fall einer Umweltstraftat §330 StGB (kein Vorsatz erkennbar!)

    Sonstiges:

    - §8 ChemVerbotsV i.V.m. §27 Abs. 1 ChemG
    - §27 Abs. 1 ChemG i.V.m. §15 GefStoffV

    Bis auf §330 StGB sind alle Delikte auch fahrlässig begehbar.
    Es handelt sich bis auf §325 um Gefährdungsdelikte, was bedeutet dass bereits die Herbeiführung einer Gefahr unter Strafe gestellt ist.

    So viel zum Thema DO IT YOURSELF!

    PS: Jetzt warten wir aber erstmal, ob er einen Sanierer findet! - Eine Beratung der Gewerbeaufsicht und der Besuch eines Sanierungsunternehmens ist nicht zwangsläufig mit einer Anklage verbunden!
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  13. #12

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    Hallo Peter,

    es gab natürlich auch damals Böden, die unbelastet sind; sicher sein kannst Du selbstverständlich nur, wenn Du die Proben untersuchen lässt.
    Zur Risikoabschätzung empfehle ich Dir, mit dem Betriebsarzt einer Universität zu telefonieren. Dort wird man Dir sicherlich sagen, dass insbesondere der tägliche Kontakt über einen langen Zeitraum problematisch ist. Die Versicherungen erkennen asbestbedingte Krankheiten nur dann an, wenn über (ich glaube mich zu erinnern) mindestens 20 Jahre ein dauerhafter Kontakt nachgewiesen werden kann.
    Wo noch überall Gefahren lauern, siehst Du in dem "Asbesthaus" der SUVA. http://www.suva.ch/startseite-suva/s...sbest-suva.htm

    Gruß
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  14. #13
    Stolzenberg
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    @BlackFlag: Wegen Anerkennung der Berufskrankheit: Peter ist Busfahrer und hat hoffentlich asbestfreie Bremsbeläge an seinen Fahrzeugen!

    @all: Die Analytik der Laborproben steht noch aus! Der Arbeitsbereich ist bis zum Eintreffen des Befunds weiterhin abgesperrt! Alles weitere wird dann erörtert...
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Hallo zusammen,

    damit will ich klar machen, wie ein einmaliger Kontakt einzuschätzen ist - mir geht es hier erst einmal nur um die Sorgen, die Peter aktuell hat; diese sind übertrieben, daher auch mein Hinweis, sebst einen Betriebsarzt zu kontaktieren, der immer wieder mit diesem Thema zu tun hat.

    Gruß
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  17. #15

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    Dazu mal eine Frage wir haben damals PVC Beläge aus unserem Haus entfernt (aus den 60er oder 70 er Jahren), keine Fliesen sondern ganze Bahnen, der Rücken war braun und sah aus wie Kokosfaser. Was ist mit solchen Belägen, können die auch Asbesthaltig gewesen sein. In der Garage liegt noch ein Reststück, mach es Sinn das mal untersuchen zu lassen.

    Wir haben damals mit keiner Silbe darüber nachgedacht dass so etwas eventuell Asbest enthlaten könnte.
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