Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 21
  1. #1

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Halle
    Beruf
    Dipl.-Ing. Maschinenbau
    Beiträge
    369

    Detail- Pauschlavertrag vs. entfallene Leistungen

    Sachstand:
    Gewerk: Dachdeckerarbeiten
    Vertragsart: (nach meiner Einschätzung) Detail- Pauschalvertrag , d.h. im VOB- Vertrag ist "Pauschal" angekreutzt und das LV bzw. das daraus resultierende Angebot des AN ist Vertragsbestandteil

    Thema: Es wurden -warum auch immer, es bestand nie ein sachlicher Grund (Schornsteinverblechung (Laienwort; Ich flaube es heißt technisch "Verwahrung" und ich habe und wollte nie einen Schornstein) Leistungen im LV ausgeführt und diese wurden -da nicht möglich- auch nicht realisiert. Mein Architekt streicht diese nicht in der Rechnung, da er sagt, es sei ein Pauschalvertrag, aber ich soll Leistungen bezahlen, die ich nicht erhalten hab.

    Meine Fragen:
    1. Kann ich bei "0- Mengen" einen Teil (jenseits von Gemeinkosten, kalk. Gewinn) des Einheitspreises streichen, da die Leistung nicht realisiert ist, d.h. kann ich dem Gewerk die Rechnung anteilig für diese Positionen streichen?
    2. Falls die 1. Frage "nein" ist, kann ich dann meinen Architekten in Haftung nehmen, da das LV Positionen beinhaltete, die nie erforderlich waren?

    Danke und Grüße!
    MfG
    M.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Detail- Pauschlavertrag vs. entfallene Leistungen

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    04.2013
    Ort
    Sachsen
    Beruf
    Ing.Bauing.
    Beiträge
    357
    Zur Sicherheit, ob ich den Ablauf richtig verstanden habe:
    Es wurden auf der Grundlage vom Architekten erstellter LV Angebote eingeholt. Im Rahmen der Vergabe wurde die Vergütung dann pauschaliert.

    Wenn jetzt vereinbarte Leistungen nicht gekommen sind (bei pauschalierter Vergütung) greift m.E. VOB/B, § 2, Abs. 7.

    Allerdings wäre das vereinbarte Bausoll noch zu klären. Das ist in der Angebotsphase sicherlich nicht nur durch das LV, sondern auch durch der Ausschreibung beigefügte Pläne definiert worden. War aus diesen Plänen ersichtlich, dass kein Schornstein gebaut wird?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Für das Ausschreiben nicht erforderlicher Leistungen kannst Du den Kollegen nicht in Haftung nehmen.

    Vertragsgestaltung ist Deine Sache, es hätte vor Auftragsvergabe geregelt werden müssen. (Erstmal rein sachlich)

    Wenn nach Vertragsschluß Leistungen wesentlich reduziert oder erhöht werden, sind diese Veränderungen an sich zu vergüten/nachzulassen.
    Ob dies auf Summe 0,00 geht, ist fraglich, da der BU die enthaltenen Gemeinkosten nicht nachlassen muss.

    Ich würde dem Kollegen nahelegen, mit dem Dachdecker eine Einigung herbei zu führen, weil er haftbar sein könnte, da er a) im Rahmen der LP 7 nicht zu der überflüssigen Leistung beraten und b) bei der Rechnungsprüfung nicht auf den Entfall hingewiesen hat!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Halle
    Beruf
    Dipl.-Ing. Maschinenbau
    Beiträge
    369
    @ralf:
    Damit ich es verstanden habe:
    Der Planer schreibt in Kenntnis des nicht erforderlichen Schornsteins ein LV, dass einen Schornstein- Anschluss beinhaltet und daraus mache ich (das ist okay) einen Vertrag mit dem AN und der Architekt haftet nicht für das fehlerhafte LV. Richtig verstanden?
    @nutzername:
    Ausführungspläne lagen vor
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Ja. Denn im Vergabeverfahren hätte der Entfall/die Überflüssigkeit dieser Position vor Auftragsvergabe noch "repariert" werden können.

    Haftbar könnte er sein, weil er a) in LP 7 nicht richtig beraten hat (Pos xy muss noch rausverhandelt werden) und b) im Rahmen der Rechnungsprüfung diesen Fehler nicht geheilt hat.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Halle
    Beruf
    Dipl.-Ing. Maschinenbau
    Beiträge
    369
    @ralf:
    Jetzt habe ich es verstanden, d.h. falls der Architekt einen Fehler gemacht hat, dann
    1.) dass er das nicht im Rahmen der Vergabeverhandlung deutlich gemacht hat
    2.) dass er dies nicht in der Schlussrechnung ausweist

    Bei 2.) stelle ich mir die Frage: Was soll er da wie ausweisen?
    MfG
    M.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Von:
    Klären der Minderung mit dem DD
    über:
    "Einfach kürzen" (schlechteste Lösung)
    bis:
    Hinweis an Dich, diesen Punkt noch zu klären.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8

    Registriert seit
    02.2014
    Ort
    Stockstadt
    Beruf
    selbst.
    Beiträge
    920
    Hallo,

    waren das Dacharbeiten an einem "Altbau"?
    Hat der Architekt das Haus gesehen oder nach Plan gearbeitet???

    LG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Halle
    Beruf
    Dipl.-Ing. Maschinenbau
    Beiträge
    369
    @ralf: Danke, verstanden!
    (Außerhalb des Protokolls: Ich habe mich vor dem Bauen relativ gut informiert -wobei relativ eben immer relativ ist- und bin auch nicht ganz blind -wobei dies auch immer im Auge des Betrachters liegen mag- aber die genaue Aufgabenklärung zwischen AG und Architekt (als AN) wird mir erst im Rahmen des Projektes klar... )
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Halle
    Beruf
    Dipl.-Ing. Maschinenbau
    Beiträge
    369
    @stockstadt: Neubau , Archi mit LP 1 - LP 8
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Bauingenieur
    Beiträge
    3,848
    Zitat Zitat von Mathias1980 Beitrag anzeigen
    Vertragsart: (nach meiner Einschätzung) Detail- Pauschalvertrag , d.h. im VOB- Vertrag ist "Pauschal" angekreutzt und das LV bzw. das daraus resultierende Angebot des AN ist Vertragsbestandteil
    Irgendwie stellt sich mir die Frage, wie denn aus einem LV, welches i.d.R. zu einem Einheitspreisvertrag führt ein Pauschalvertrag geworden ist.

    Da müssen sich doch alle Beteiligten Gedanken zu gemacht haben.
    • Der Bieter, ob er das Mengenrisiko tragen will
    • der Bauherr, warum er lieber pauschal beauftragt
    • und insbesondere der Planer, indem er noch mal ganz gewissenhaft prüft, ob denn das LV mit dem Leistungssoll übereinstimmt.

    das noch mal habe ich bewusst unterstrichen.

    Ob die Diskussion mit dem Dachdecker zu einem Erfolg führen kann hängt natürlich auch davon ab, ob ggf. auch Leistungen notwendig waren, die im LV nicht oder unklar ausgeschrieben waren.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    Ja ... komische Konstallation.

    Denn:

    es ist völlig normal auch Punkte mit anbieten zu lassen, die möglicherweise später gar nicht zur Ausführung kommen. Steht dies zum zeitpunkt der Ausschreibung noch nicht endgültig fest, läßt man lieber anbieten, weil nach Vertragsabschluß/ Auftragsvergabe evtl. nicht mehr knallhart kalkulierte Preise erwartet werden können.

    Und:

    Ich schreibe z.B. immer etwas "mehr" aus (ermittle ich z.B. 48,70 m² Dachfläche, steht im LV idR 50 m²). Da hat man dann einen kleinen Puffer, wenn noch etwas hinzukommt. Oder am Ende ist die Endabrechnung etwas niedriger, was den BH zumeist freut.

    Hab eich nun eien Tick mehr ausgecshrieben (aufgerundet), so kauft der BH bei der Pauschalierung diese Pölsterchen mit. Warum sollte er das tun wollen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Ausserdem haben sich hier schon diverse ausgewiesene Fachleute dahin gehend geäussert, dass es nicht ausreicht, über einen Vertrag "Pauschalvertrag" zu schreiben, damit es auch einer ist! Insbesondere bei einem LV, das pauschaliert werden soll!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    02.2014
    Ort
    Stockstadt
    Beruf
    selbst.
    Beiträge
    920
    Zitat Zitat von Mathias1980 Beitrag anzeigen
    @stockstadt: Neubau , Archi mit LP 1 - LP 8
    Dann hat er eine Kaminverblechung ausgeschrieben, obwohl er keinen Kamin geplant hat???

    Außer seinem Fehler und vielleicht seiner "Dämlichkeit" sehe ich deinen Schaden nicht (oder stellt er die "Dachdeckerausschreibung" inkl. Schornsteinsteinverblendung in Rechnung?)
    Schreibt dir der Architekt für jedes Gewerk/Ausschreibung eine Rechnung oder pauschal nach der Bausumme?

    Oder ist der Kamin beim Dachdecker so mit beauftragt worden??

    LG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Kreis Paderborn
    Beruf
    Dipl.-Ing.
    Beiträge
    786
    Bei einem Detailpauschalvertrag werden doch die einzelnen Positionen pauschaliert. D. h. die ausgeführte Menge einer Position wird pauschal entsprechend der Mengenangabe im LV abgerechnet SOFERN die Menge DIESER Position nicht "außerordentlich" abweicht. Eine Menge von 1 auf 0 ist doch wohl außerordentlich.

    Mengenangaben von Positionen, welche aufgrund von Planungsänderungen sich geändert haben, sind unabhängig von der Pauschalierung nach Aufmaß zu berechnen (falls eine Partei dies möchte).
    Eine aufgrund von Planungsänderungen entfallene Position ist bei einem Detailpauschalvertrag m. E. auch nicht zu vergüten. Was die Gemeinkosten anbelangt, so ist hier nochmal zu prüfen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen