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Schwedenofen / Kaminofen - Rauchrohr in einem Trockenbauhohlraum "verstecken"

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  1. #1

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    Schwedenofen / Kaminofen - Rauchrohr in einem Trockenbauhohlraum "verstecken"

    Hallo!

    Folgende Situation:

    Neu aufgestocktes Dachgeschoss (noch in der Planungsphase). Von der Feuerungsstelle beträgt die Schornsteinhöhe nur noch knappe 4m. Der Bezirksschornsteinfeger wurde zu Rate gezogen, er wird den Kamin dennoch abnehmen, hat aber empfohlen, ein möglichst langes senkrechtes Rauchrohr zu installieren, um den Zug des Kamins zu verbessern.

    Soweit so gut. Nun ist so ein langes Rohr über einem kleinen Schwedenofen nicht in jedermanns Augen ein visuelles Highlight...

    Weitere Gegebenheit: Der Schornstein wird in den Raum rein optisch "verlängert", er wird im Trockenbauverfahren fortgesetzt, damit eine Mittelpfettenstütze optisch verschwindet.
    Zwischen Schornstein und Pfettenstütze ist also ein ca. 20cm breiter "Hohlraum" (der sich noch vergrößern ließe bei rechtzeitiger Planung).

    Nun kam uns die Idee, dass man in diesem Hohlraum ja das lange Rohr verstecken könnte. Google sagt, wenn man Promat Protect oder entsprechende Fermacell-Platten zur Verkleidung der "Vorkofferung" verwendet, kein Problem.

    Damit sähe der von uns anvisierte Kaminofenanschluss wie folgt aus: Rauchrohr (15cm Durchmesser) geht hinten aus dem Ofen waagrecht durch die Promat Protect Platte in den Hohlraum, macht dort einen 90° Knick nach oben, läuft 1-2 Meter senkrecht nach oben, macht einen weiteren 90° Knick (nach rechts in die 3. Raumdimension) und stößt in den Schornstein.

    Offene Fragen (die auch noch mit dem Bezirksschornsteinfeger besprochen werden - aber mehr Input schadet ja nicht):
    1. Ist der verbesserte Zug-Effekt durch das lange senkrechte Rohr noch da, auch wenn das Rohr erst 20-30cm waagrecht geführt wird?
    2. Sollte ein doppelwandig isoliertes Rohr im Hohlraum verbaut werden?
    3. Ist es problematisch, dass dieses Rohr nicht mehr direkt zugänglich ist (außer man reißt die Trockenbauwand ein)?
    4. Muss das senkrechte Rohr den gleichen Durchmesser haben oder könnte aus Platzgründen eines mit kleinerem Durchmesser verwendet werden?
    5. Wie nah am gemauerten Schornstein kann das Rohr geführt werden?
    6. Wie bekommt man den "Ofenknick" zum Schornstein möglichst platzsparend hin?


    Neben dem Verschwinden des Abluftrohrs wäre der zweite Vorteil, dass der Ofen wieder in Sichtweite rücken würde. Wird er direkt am Kamin angeschlossen, versperrt die vorgekofferte Wand vom Essplatz aus den Blick auf das Flammenspiel im extra 3-seitig verglasten Ofen.

    Ich freue mich auf Eure Tipps und Lösungsansätze. Und hoffe, dass es funktioniert!
    Danke vorab!
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  2. Schwedenofen / Kaminofen - Rauchrohr in einem Trockenbauhohlraum "verstecken"

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Warum soll es den Zug verbessern, wenn Du das Rauchrohr 2x um 90 Grad umlenkst? Verstehe ich nicht.
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  4. #3
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    Zitat Zitat von Einmal Beitrag anzeigen
    Warum soll es den Zug verbessern, wenn Du das Rauchrohr 2x um 90 Grad umlenkst? Verstehe ich nicht.
    Nein, ich befürchte ja, dass das den Effekt des langen, senkrechten Rohrs zunichte macht. Ich hatte nur gehofft, dass dem nicht so ist. Darauf zielt ja Frage 1 ab. Ist der verbesserte Zugeffekt durch ein langes senkrechtes Rohr nur da, wenn dieses gleich oben aus dem Kaminofen nach oben führt (wie ich vermute)?

    Die Antwort zu Frage 5, wie nah das Rohr an der Schornsteinmauer geführt werden kann, ist wohl, dass durch den 90°-Bogen ein paar Zentimeter Abstand entstehen, die bei Mauerwerk auch ausreichend sein dürften.
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  5. #4

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    ein verkleidetes Ofenrohr kannst du nicht mehr putzen... Und du verlierst ein gutes Stück Heizleistung. Kauf dir ein schönes Ofenrohr und lass das Verkleiden bleiben, du kannst da nix mehr kontrollieren...
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  6. #5
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    Okay, dann reduzieren wir meine Fragen doch auf die eine, die auch relevant ist, wenn das Rohr in Sichtweite bleibt:

    Ist der verbesserte Zug-Effekt durch das lange senkrechte Rohr noch da, auch wenn das Rohr erst 20-30cm waagrecht geführt wird?

    Vielleicht mag sich dazu ja doch noch jemand äußern.

    Schließe ich es direkt am Kamin an, sehe ich den Ofen so gut wie nicht mehr von der entscheidenden Perspektive.
    Selbst wenn ich das senkrechte Rohr nicht verbaue, würde ich erst waagrecht nach "hinten" führen, dann nach oben und in den Kamin.

    Das mit dem Putzen sehe ich als nicht relevant an. Mein Bruder hat seit 16 Jahren einen Schwedenofen, das Rohr 1x auseinander gebaut, und es war nichts drin, was geputzt hätte werden müssen.
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  7. #6

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    Der verbesserte Zugeffekt ist wahrscheinlich noch da, da bei der maximalen Anzahl Umlenkbögen der Teil nicht mitgezählt wird, welcher aus dem Ofen kommt bis zum senkrechten Teil. Soll heißen: dieser wird nicht als 90° Umlenkung mitgezählt.

    Das Rauchrohr komplett zu verstecken, ist wahrscheinlich nicht möglich, da zumindest laut Ofenherstellern Revisionsklappen vorhanden sein müssen, um das Rauchrohr reinigen zu können. Wenn man aber nicht ans Rauchrohr drankommt, wie will man es dann reinigen? Die Frage ist, ob man es putzen können muss, selbst wenns nichts zu Putzen gibt.

    Da lohnt doch mal ein Blick in die FeuVO und den Schornsteinfeger würde ich auch noch fragen, ob das so abnahmefähig ist. Relevant ist sicherlich auch die Installationsanleitung des Ofenherstellers, denn wenn da die Vorgaben nicht eingehalten werden, verliert man uU die Gewährleistung (wegen nicht fachgerechter Montage) und auch die Feuerversicherung könnte bei einem Brand die Zahlung verweigern, wenn zb das Rauchrohr nicht der Wartung zugänglich war. Würde ich vorher alles abklären wollen.
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  8. #7

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    Deinen Beschreibungen konnte ich nur eingeschränkt folgen.

    Kurze Hinwiese nach bestem Wissen, aber ohne Lust, diese alle einzeln anhand der jeweiligen Normen nachzuweisen:

    1. Schornsteine dürfen in D / Bayern nur eingeschränkt schräg verzogen werden, niemals aber waagerecht.

    2. Schornsteine müssen durchgehend aus Komponenten eines zugelassenen Systems in der notwendigen Brandschutzqualität errichtet werden.

    3. Schornsteine sind durchgehend im selben Nenndurchmesser herzustellen.

    4. Das letzte Wort haben in Dingen von Feuerstätten und Schornsteinen in D in allen Bundesländern die Bezirksschornsteinfegermeister auf Basis der jeweiligen FeuerstättenVO (o.ä.), niemand sonst. Es empfiehlt sich deshalb, möglichst frühzeitig deren Zustimmung zu einer gewünschten Bauweise / Anlage einzuholen. Was sonst wer meint oder denkt oder schon 'mal gehört hat, ist völlig gleichgültig.
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  9. #8
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    @Shanau

    Vielen Dank für die Antwort!! Der Schornsteinfeger kommt in den nächsten Tagen vorbei, in die FeuVO schau ich gleich und die Beschreibung des Ofenherstellers lese ich auch. Ich habe den Thread genau deshalb gestartet, damit ich genau weiß, was ich abklären muss. Danke!
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  10. #9
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    Die FeuVO enthält keinerlei Hinweise bzgl. vertikaler oder horizontaler Abgasführung.

    In der Installationsleitung steht nichts bzgl. Revisionsklappe oder Rohrlängen:
    2.4 Anschluss an einen gemauerten Schornstein
    Wenn der Kaminofen an einen gemauerten Schornstein angeschlossen werden soll, muss entweder der hintere
    oder der obere Rauchabzug zusammen mit einem gebogenen Rauchrohr benutzt werden. Nach der Aufmessung
    muss ein Loch im Schornstein vorbereitet werden, in dem die Mauerbuchse eingesteckt wird. Schließen Sie das
    Loch mit Kaminmörtel. Schließlich werden Kaminofen und das Rauchrohr richtig platziert. Legen Sie eine dünne
    Dichtungsschnur zwischen Rauchrohr und Mauerbuchse. Das Rauchrohr muss 5-10 cm in die Mauerbuchse
    einstecken – es darf aber nicht die Öffnung im Schornstein blockieren (sehen Sie die unten stehende Illustration).
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  11. #10
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    Allerdings zeigt die Zeichnung natürlich den klassischen Fall - ohne zweite 90°-Abbiegung... Na, mal sehen, was der Kaminkehrer sagt.

    Wie ist es denn rechtlich, wenn der Ofen abgenommen wurde im Fall der Fälle eines Brandes? Wenn der Ofen abgenommen wurde, dürfte die Brandversicherung doch keine Probleme machen dürfen oder? (Mal davon abgesehen, dass dies hoffentlich theoretische Überlegungen bleiben.)

    Ist es sinnvoll, den Hersteller auch über die geplante Abgasrohrführung zu informieren, WENN der Bezirksschornsteinfeger mit ihr einverstanden wäre? Ich hatte schon E-Mail-Kontakt mit dem Hersteller, der Support ist hervorragend.
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  12. #11

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    Normalerweise müßte im Installationshandbuch neben einer konkreten "Einbauanleitung" auch das Grundsätzliche behandelt werden, dh. wie lang das Rauchrohr sein darf, mit wievielen Bögen, welche davon gezählt werden, welche Steigung bei waagerechtem Verlauf, inkl. Mindestlänge des Schornsteins. Bei allen Öfen, deren Manuals ich mir durchgelesen habe (und das waren einige, haben zwei Jahre nach einem passenden Modell gesucht), gab es hierzu konkrete Angaben. Meist finden die sich ziemlich weit vorn, wo auch die Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen und Wänden aufgeführt sind.
    Wenn wirklich gar nichts dazu drinsteht, zählt die Aussage des Schornsteinfegers.
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  13. #12

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    Nein.

    Es zählt immer die Aussage des Schornsteinfegers und dann ggf. die mehr oder weniger richtige Wiedergabe gesetzlicher Reglungen und aardt in irgendwelchen Handbüchern.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Shanau Beitrag anzeigen
    Normalerweise müßte im Installationshandbuch neben einer konkreten "Einbauanleitung" auch das Grundsätzliche behandelt werden ...
    Nein, egal was da drin steht, der BSFM hat als einer der letzen Könige in D das letzte Wort - und legt im Zweifelsfall den Ofen still.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    sach ich dich ...

    ich frag mich nur, warum immer mindestens zwei Sachverständige hier im Forum das gleiche sagen müssen, damit es gilt.
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  17. #15

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    Sollte natürlich nicht heißen, daß die Aussage im Manual die vom Schorni schlägt.
    Meistens sind da aber schon die gängigen Vorschriften bezogen auf das spezielle Modell ganz gut beschrieben, wie ich feststellen konnte. Das gibt zumindest schonmal eine grobe Orientierung was geht und was nicht. Da der Schorni eher strenger entscheidet: wenn schon im Manual etwas als nicht zulässig beschrieben wird, dann wird der Schorni nicht das große Nicken anfangen. Bezogen va. auf die Aussage inwiefern und ob man ein Rauchrohr verstecken kann.
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