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Außenwanddämmung bei Sanierungshaus aus 1952?

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  1. #1

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    Frage Außenwanddämmung bei Sanierungshaus aus 1952?

    Hallo liebes Forum!

    Ich schreibe nun meinen ersten Bericht, obwohl ich aufgrund einer laufenden Sanierungsplanung schon viel mitgelesen habe... Wir haben aber so einen guten Planer, dass bis auf die nun beschriebene Problematik alles in Butter ist und das Sanierungskonzept fast komplett erstellt ist.

    Jetzt stehen wir vor der wohl letzten "großen Entscheidung" im Sanierungskonzept, nämlich ob Wärmedämmung der Fassade in unserem Fall sinnvoll ist oder nicht. Interessanterweise habe ich schon eine Liste von gut 10 verschiedenen Meinungen von Experten und "Experten" aufgestellt, also wirklichen Energiefachberatern und welchen, die im Bekanntenkreis "alles schon durchhaben und sich top auskennen." Aber irgendwie sind diese 10 Meinungen auch alle total verschieden... und wir sind mittlerweile echt ratlos, wem man was glauben sollte bzgl Wärmedämmung.

    Zum Haus:
    Wir haben ein Haus mit 160qm aus den 1950er Jahren gekauft, welches 1985 einen kleinen Anbau erhielt und 1990 nochmal teilsaniert wurde. Die Grundsubstanz ist Ziegelmauerwerk mit Wandbreite von ca 30-36cm, je nach Wand und Innenverkleidung mit teilweisem Rigips und Außenwand mit grobem, dickem Putz, der noch sehr gut in Schuss ist. Es ist ein E + D-Haus, die Decke vom Erdgeschoss ist ein gut isolierter Fehlboden. Es gibt nur einen 15qm Kellerraum, der die Technik für Wasser und Heizung aufnimmt. Die anderen Bereiche sind nicht unterkellert.

    Das Konzept:
    Das Haus ist entkernt, also es ist schon alles raus, bis auf die Mauern mit den teilweise Rigips-flächen. Diese werden auch noch teilweise raus kommen.
    Die OG-Decken werde in allen Räumen bis zum Dachspitz nach oben geöffnet und das Dach wird eine 18cm Zwischensparrendämmung erhalten.
    Als Heizung ist eine Ökofen Pellematic 5-15kW Holzpellet-Heizung vorgesehen. Fenster wollen wir 3-fach isolierte Holzfenster mit Sprossen einbauen, es werden komplett alle Fenster entfernt und erneuert. Außerdem planen wir im gesamten Haus im neu zu gießenden Estrich Fußbodenheizung (PURMO 17x2mm).

    Nun das Problem:
    Das Haus steht jetzt seit gut 1 Jahr entkernt auf seinem Grundstück und wird natürlich nicht geheizt, der Kamin und Schornstein wurde auch schon abgetragen und entfernt. Über den letzten Winter hat sich an einigen Zimmerecken leichter Schimmel breit gemacht. Das hat natürlich unser Architekt mit seinem Energieberater direkt zum Anlass genommen, dass wir unbedingt eine Außenisolierung aufbauen müssten. Dazu wäre natürlich eine Entlüftungsanlage sinnvoll, wobei ich das bei unserem Lüftungsverhalten kaum als sinnvoll erachten würde. Der jetzige Schimmel im nackten Haus nach mehr als einem Jahr Leerstand wird immer wieder gerne als Argument herangezogen.

    Wieder ein anderer "Berater" sagt, das sei Quatsch, wir sollten uns auf jeden Fall die Isolierung sparen, auch mit Hinblick auf die fehlende finanzielle Amortisierung der Dämmungsmaßnahme an der Fassade. Die Dämmung wird nach Einholung von zwei Angeboten ca 110,-€ pro qm Fassadenfläche kosten, also ca 29.000€. Angeblich könnten wir im Falle der Volldämmung ca 10.000€ von der KFW als Zuschuss erhalten... Da bin ich ja noch skeptisch... Bleiben also immer noch ca 19.000€ nur für die Dämmung. Damit könnte ich ziemlich viele Holzpellets kaufen und das auch noch über ziemlich viele Jahre verteilen ;-)

    Ich persönlich finde den vorhanden groben Putz und die Außenfassade vom Haus extrem schön und könnte mir nur schwer vorstellen, hier dicke Schaum-Platten (irgendeine Art WDVS) vorbauen zu lassen. Außerdem stehe ich auch einer möglichen Entsorgungsproblematik der Platten in 20 + x Jahren skeptisch gegenüber. Immerhin hat das Haus schon die letzten 60 Jahre gut gelebt, obwohl eine elektro-Nachtspeicher-Heizung verbaut war....

    Meine Frage ist nun, bekomme ich bei Euch einen unabhängigeren Rat, mit Hinweis auf Pros- und Cons- zu meinem "Außenwanddämmungsproblem" und vor allem einem Hinweis, wie ich die jetzige "Schimmelproblematik" werten soll.


    Ich stehe ratlos im Wald und suche Antworten. Leider gibt es anscheinend zu viele verschiedenen Meinungen.
    Übrigens ist das wirklich die letzte Entscheidung, bevor das Gesamtkonzept steht :-) Dann geht´s endlich in zwei Monaten los!!!

    Einen sonnigen Gruß aus dem Süden der Republik!

    Stefan
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  2. Außenwanddämmung bei Sanierungshaus aus 1952?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    planfix
    Gast
    schimmel braucht auch immer das passende klima.
    wenn das haus beheizt wird und gelüftet, ist ein anderes klima als im jetzigen zustand.
    bei dem baujahr gib es wärmebrücken und man hat früher anders geheizt. duch die hohen heizungstemperaturen gab es früher mehr konvektion im raum.
    ich würde auch kein WDVS an die fassade machen, wenn diese in ordnung ist.
    gegebenenfalls wäre eine wandheizung denkbar, eine Luft / Luft WP ... oder eine heizung mit klimakonvektoren.
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  4. #3

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    Also ich würde erstmal abwarten. Muss die Dämmung von Aussen sofort sein? Ich würde erstmal schauen, wie die anderen Maßnahmen wirken. Wenn man merkt die Heizung verbraucht zuviel, kann man in ein paar Jahren immer noch dämmen. Aber wenn die Heizkosten, dann doch nicht so hoch sind, wird man merken, dass es sich nicht lohnt. Die Dämmung von Aussen kann man immer noc

    Aber wenn ihr nicht dämmt, würde ich mir 3 Fach verglasste Fenster stark überlegen. Passen die dann zum Wandaufbau? Passt der Taupunkt dann?
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  5. #4
    Stolzenberg
    Gast
    Von ein bisschen Schimmel durch einen unbeheizten Winter bei Leerstand auf eine notwendige Außendämmung zu schließen halte ich für ausgesprochen "Laienhaft". Aber das mag jeder sehen wie er will! - Diese Aussage nur als Bestätigung von Baufix Äußerung. (siehe Klima und WDVS)

    Heute wird häufig ohne Sinn und Verstand geplant und dafür auf die 3. Nachkommastelle genau gerechnet. Hat mit Praxisnähe vor allem für die Sanierer recht wenig zu tun, da sich die meisten Berechnungsprogramme am Neubaubereich orientieren. Selbst dort hängt es stark von der Qualität der Baufirma ab... - Wieder eine Bestätigung für Baufix! (siehe Wärmebrücken)

    Ich bin eher für die Version 3 Experten mit 10 Meinungen, denn jeder Experte kennt diverse Konzepte. Aufgrund seiner Erfahrungswerte präferiert er das eine oder das andere! WDVS und Schaum sind recht weit gefasste Begriffe und bei den meisten Systemen hätte ich ebenfalls Bauchschmerzen und wäre sogar bereit Deine Meinung zum 20-Jahre-Problem zu bestätigen. Obwohl sich das Thema dann vermutlich eher mit der Demontage beschäftigen wird als mit der Entsorgung. Grundsätzlich sollte eine Dämmung zur Substanz passen und bei Deiner Bausubstanz sind EPS oder übertriebene Dämmstärken sicherlich eine schlechte Wahl! - Also fast eine Bestätigung von Baufix! Allerdings in Abhängigkeit vom postulierten Dämmstoff zu sehen...

    Wandheizung ist eine feine Sache! In der Regel extrem niedrige Vorlauftemperaturen und ein angenehmes Raumklima trotz abgesenkter Raumtemperatur dank Strahlungswärme. Sicherlich ein betrachtenswürdiges und empfehlenswertes Heizkonzept. Vorteil für die Bausubstanz ist ganz klar eine trockenere Außenwand, als Nachteil sind daher aber auch Wärmeverluste nach außen zu erwarten. Aber das Raumklima ist dann wirklich nur noch durch Wandheizung in Verbindung mit einem die Raumluftfeuchte regelnden Lehmputz zu toppen (den ich hiermit nicht empfohlen haben wollte). Auf dieser Basis bist Du dann aber meist wieder im Themenbereich Außendämmungen um die Außenwand als Wärmespeicher nutzen zu können und die Wärmeverluste zu verringern. Generell haben aber alle Heizkonzepte ihre "Stärken" UND "Schwächen".

    Achte darauf, dass alle in den Energiehaushalt des Hauses eingreifenden Einzelmaßnahmen aufeinander abgestimmt sind und zur Bausubstanz passen. Hier können durchaus auch kurzfristig noch geplante weitere Maßnahmen Berücksichtigung finden (siehe Koempy). Allerdings muss eine Schädigung in diesem Zeitraum ausgeschlossen werden, was in der Regel ebenfalls bereits in Deiner Vorplanung berücksichtigt werden sollte. Dann hast Du sicherlich Freude an Deinem Haus. Koempy kann als Informatiker sicherlich die Gesetze der Thermodynamik auf "0" setzen, aber einer spätere Dämmung sollte bei der Planung des Heizungskonzeptes Berücksichtigung finden. Die Wahl der "Wandbilder mit regionalen Motiven" wäre bei Luft / Luft WP ebenfalls weniger kritisch als bei anderen Heizsystemen...

    GENERELL: Aufgrund der Aussagen des Zusammenhangs zwischen Schimmel und WDVS würde ich jetzt beginnen die geplanten Konzepte kritisch zu hinterfragen!!!

    Liebe Grüße aus dem Harz!

    PS: Ich dachte ein bisschen Lob für einen Admin wäre mal nicht schlecht damit ich keine Fragen zu Kritik abbekomme... Außerdem sollte man sich als TE freuen wenn ein Admin mal was sagt und das auch noch als "Erster"!
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo zusammen,

    danke für die interessanten Antworten! Wir werden wohl die Fassaden-Dämmung erstmal weg lassen und abwarten. Der Hinweis mit den Fenstern ist ein guter Punkt, also ob 3-fach verglaste Fenster nicht etwas überdimensioniert sind für die ungedämmte Wand und es Taupunktverschiebungen geben könnte. Ist das denn auch ein reines Rechenexempel oder kauft man sich bei 2-fach Verglasung nicht veraltete Technik aus den 80ern?
    Wie ist denn die Erfahrung mit Calcium-Silikatplatten-Fensterleibung bei dreifachverglasten Fenstern im Altbau zu bewerten? Den Hinweis hat der Architekt gegeben...

    Gruß
    Stefan
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6

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    Wer eine Fassadendämmung immer unter dem Aspekt der Rentabilität sieht, sollte ganz klar darauf verzichten.
    Allerdings sollte man sich dann aber über viele andere Dinge, die man sich so zusammenkauft, Gedanken machen. Rentieren tun sich nämlich die wenigsten davon.
    Mir wurde im Verwandtenkreis auch erklärt, daß sich die Fassadendämmung rechnerisch nicht lohnt. Daß genau diese Person die letzten 10 Jahre 4 Fahrzeuge im höheren Preissegment zugelegt hatte, die nach 3 jähriger Nutzung durchschnittlich jeweils einen Wertverlust von 20.000 - 25.000 Euro hatten und jeder Reifenwechsel mit ca. 1.200 Euro zu Buche geschlagen hat, vergißt er da mal eben ganz schnell.
    Allerdings wäre ich nie auf die Idee gekommen, ihm dieses vorzurechnen bzw. dieses überhaupt zu thematisieren.
    Eine Fassadendämmung bringt - neben der Energieeinsparung - möglicherweise auch einen Komfortgewinn mit sich. Sowas läßt sich nur halt schwer in Geld berechnen.
    Und genau deshalb muß das jeder für sich selbst entscheiden.
    Geau wie bei jeder anderen Anschaffung auch.
    Wenn Dir der jetzige Putz gut gefällt und dieser in Ordnung ist (womöglich auch noch nachdem an dem Haus die Baumaßnahmen beendet sind), und auch das Raumklima im Winter paßt (keine zu kalten Wände mit Schimmelgefahr und unbehaglichem Raumklima), dann laß es, andernfalls würde ich eine Dämmung - gerade im Zuge weiterer Baumaßnahmen in Erwägung ziehen.
    Allerdings bitte keine Debatten über brandgefährlichen Sondermüll, die hatten wir schon zu genüge.

    Gruß
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  9. #7
    Themenstarter

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    Danke, Siedler!
    Gebe Dir vollkommen Recht, allerdings wenn es eine Bauchentscheidung ist, da es sich eh nicht rechnet, dann ist es für mich eine Luxusinvestition, wie bei Deinem Bekannten mit den Neuwagen (die sich übrigens NIE rechnen ;-)).
    Demnach würden allerdings die "Berater" in Bezug auf die Schimmelbildung und Raumklima eindeutig mit der "German Angst" spielen und die Außendämmung wäre eine KFW-geförderte Konjunkturspritze für die Bauwirtschaft, um es mal überspitzt darzustellen.

    Ich wäre dankbar, wenn mir einer erklären könnte, wie es mit den 3fach verglasten Sprossenfenstern aus Holz im Haus aussieht, die wir einbauen wollen. Macht es einen Unterschied zu normalen Fenstern, wenn man glasteilende Sprossenfenster hat? Was ist mit dem Rat meines Architekten, wenn ohne Außenwanddämmung, dann diese Calcium-Silikat-Fensterleibung zu nutzen?

    Gruß
    Stefan
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