Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1

    Registriert seit
    01.2014
    Ort
    Blieskastel-Niederwürzbach
    Beruf
    Informationselektroniker
    Beiträge
    14

    Wirkungsweise der Drainage

    Hallo!

    Bin gerade dabei die Kelleraußenwand abzudichten und habe eigentlich vor eine Drainage (orange) zu verlegen (wird ja immer empfohlen).
    Jetzt habe ich mal aus Neugier die Drainage "testen" wollen und habe sie mit Gefälle hingelegt und habe mit dem Gartenschlauch auf ein Ende (ca. 50cm) Wasser gegossen. Ich hatte eigentlich erwartet, daß das Wasser abläuft bzw. am anderen Ende rauskommt.

    Aber nichts!!! Ist eigentlich auch logisch, weil das Rohr ja rundherum gelocht ist - Wasser oben rein unten wieder raus.

    Aber was soll dann eine Drainage mit Anschluss an Sickergrube oder Kanalisation?

    Mache ich einen Denkfehler? Kann mir das jemand mal verständlich erklären? vielen Dank!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Wirkungsweise der Drainage

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen
    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Beiträge
    11,917
    Wenn das Wasser unten wieder rauslaufen kann dann ist da kein Wasser...

    Wasser kommt von Oben angesickert, trifft auf irgend einen Wiederstand im Boden, Wasser staut sich auf, erreicht das Rohr, dringt ein, kann abgeleitet werden...

    Sonst würde sich das Wasser dort aufstauen und immer weiter steigen. Dadurch hat man dann einen viel höheren Wasserdruck und das Gebäude wird durchnässt...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.2014
    Ort
    Blieskastel-Niederwürzbach
    Beruf
    Informationselektroniker
    Beiträge
    14
    Verstehe ich das richtig?

    Das Wasser kommt (ohne Drainage) an, stößt gegen die Hauswand und würde ohne Abdichtung in die Mauer eindringen.

    Mit Drainage und Abdichtung stößt das Wasser gegen die Wand läuft dort runter und wird über die Hohlkehle "abgeleitet" bzw. trifft auf die Drainage und dann "gezielt" nach unten geleitet. Aber im Drainagerohr kann doch kein Wasser in Richtung Gefälle zum Kanal oder Grube rinnen wegen der Lochung?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen
    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Beiträge
    11,917
    Die Drainage fängt das Wasser nicht auf, das von Oben kommt sondern sorgt dafür, das das aufstauende Wasser eindringen und dann im freien Rohr in die Entwässerung fließen kann. Und da das Wasser unten drunter ja schon hochgestaut ist es egal, wenn da Löcher sind...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.2014
    Ort
    Blieskastel-Niederwürzbach
    Beruf
    Informationselektroniker
    Beiträge
    14
    Ahh, ok!! Ich glaube ich habe es jetzt verstanden! Vielen Dank!

    Eine Frage noch. Es wird ja empfohlen die Kiespackung in Vlies einzupacken. Die Vliesrollen sind aber meistens 1m breit, d.h. ein wirkliches einpacken der 50cm breiten und 50cm hohen Kiesschicht funktioniert nicht. Reicht es wenn man den Vlies überlappt?

    Ebenso auch die Noppenbahn. Ist es besser die Noppenbahn mit so wenig Überlappungen wie möglich anzubringen oder egal. Die Fläche ist 8m lang und 3,5m tief. Bei einer Noppenbahn mit 1,5m Breite hätte ich also 2 Überlappungen (15-20cm??) oder lieber eine 2m breite Bahn benutzen und nur eine Überlappung?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen
    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Beiträge
    11,917
    Sowas gehört komplett sauber geplant... Da kann man nicht nur ein Stückwerk aus dem Netz zusammen basteln.

    Darfst du das Wasser an die Kanalisation anschließen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    08.2010
    Ort
    Oberursel
    Beruf
    Dipl-Ing
    Beiträge
    667
    Zitat Zitat von Snake3112 Beitrag anzeigen
    Verstehe ich das richtig?

    Das Wasser kommt (ohne Drainage) an, stößt gegen die Hauswand und würde ohne Abdichtung in die Mauer eindringen.
    Nö, nicht zwingend. Wenn du gut versickerungsfähigen Boden hast, dann geht das Wasser im Boden vor der Hauswand nach unten, am unteren Fundament vorbei und versickert in der Tiefe.


    Zitat Zitat von Snake3112 Beitrag anzeigen
    Mit Drainage und Abdichtung stößt das Wasser gegen die Wand läuft dort runter und wird über die Hohlkehle "abgeleitet" bzw. trifft auf die Drainage und dann "gezielt" nach unten geleitet. Aber im Drainagerohr kann doch kein Wasser in Richtung Gefälle zum Kanal oder Grube rinnen wegen der Lochung?
    Wasser kann aus drei Richtungen kommen.

    1. Von oben: Das ist nur ein Problem, wenn der Boden das Wasser langsamer nach unten wegleitet als es von oben nachkommt.
    2. von unten: Wechselnder Grundwasserspiegel der sich Jahreszeit bedingt in der Höhe ändert.
    3. von der Seite: Schichtenwasser zwischen verschiedenen Bodenschichten. Das kann dann auch zeitlich versetzt kommen oder durch Niederschläge die gar nicht bei Dir gefallen sind.

    Die Dränage darfst Du Dir nicht als Rohrleitung vorstellen (wie beim Abwasser) sondern als Führung. D.h. nur wenn im Boden um die Drainage Wasser steht führt die Drainage das Wasser ab. Deswegen reicht da auch deutlich weniger Gefälle aus.

    Ob die Drainage überhaupt Sinn hat hängt vom Lastfall ab. Siehe die Punkte oben. Salopp gesagt. Versickert der Boden gut und es steht kein Schichtenwasser an und der Grundwasserspiegel ist dauerhaft unterhalb der Bodenplatte, dann reicht eine Abdichtung gegen Feuchte. Stehst Du im Grundwasser musst Du Wasserdicht abdichten (auch unter der Bodenplatte). Aufstauendes Sickerwasser ist so ein Mittelding, aus der Erinnerung kannst Du mit einer Drainage das Wasser abführen, so dass eine Abdichtung gegen Bodenfeuchte reichen würde, ansonsten Abdichtung gegen stauendes Wasser.

    Eine Drainage bei Grundwasser kann drastische Folgen haben. Den Grundwasserspiegel kannst Du nicht senken, da immer Wasser nachkommt. Da die Drainage aber Wasser abführt, kommt laufend Wasser nach, welches Dir im ungünstigsten Fall (große Mengen und Mitführung von Bodenbestandteilen) den Untergrund ausspült.

    Bei Dir packst Du es also falsch herum an. Richtige Reihenfolge wäre.

    1a. Den Lastfall bestimmen
    1b. Klären ob eine Drainage überhaupt erlaubt ist. Stichwort: Einleitung von Drainwasser in die Kanalisation. Wenn nein, Versickerung des Drainwassers möglich? Wenn nein -> keine Drainage möglich
    2. Ausgehend von 1 ein Abdichtungskonzept bestimmen. 1a in Verbindung mit 1b bestimmt ob da überhaupt eine Drainage drin ist.
    3. Entsprechend umsetzen.

    Grüße
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.2014
    Ort
    Blieskastel-Niederwürzbach
    Beruf
    Informationselektroniker
    Beiträge
    14
    Ich bin gerade dabei das Material beim Baustoffhändler zusammenzustellen. Da sind die verschiedenen Breiten aufgefallen.
    Ich will eben vermeiden, daß sich Schmutz durch irgendwelche Schlitze von Überlappungen drückt.
    Aber scheinbar sind solche Lücken nicht vermeidbar.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Baden-Württemberg
    Beruf
    Geologe
    Beiträge
    346
    Das Vlies auf einer möglichst breiten Rolle kaufen und an den Stößen überlappen lassen.

    Jedoch vorher die Angaben von tanzbaer beachten!

    1. Ist eine Drainage notwendig? 2. Ist der Anschluss der Drainage an die Kanalisation erlaubt?

    Zu 1. Die Drainage wird nur bei gering durchlässigem Untergrund benötigt, um einen Sickerwasseraufstau in der meist besser durchlässigen Arbeitsraumverfüllung zu verhindern.

    Zu 2. Oft ist der Anschluss einer Drainage seitens der Gemeinde nicht erlaubt. Wenn das Wasser, das die Drainage aufnimmt nicht in die Kanalisation abgeleitet werden kann, mach die Drainage wenig Sinn. Der versickernde Niederschlag staut sich in der Drainage und versickert langsam im Untergrund. Bei langanhaltenden Niederschlägen füllt sich der Porenraum zu 100 % und die Drainage ist dann wirkungslos.

    Für die Abdichtung eines Kellers muss zuerst ermittelt werden für welche Art von Wasserandrang (Lastfall) die Abdichtung auszulegen ist. Der Lastfall kann dem Baugrundgutachten entnommen werden. Die Abdichtung und Drainage ist dementsprechend zu planen, was in bei Dir wohl nicht der Fall ist (siehe "wird ja immer empfohlen").

    Vor Do it yourself an der Abdichtung und der Drainage kann nur gewarnt werden, da Fehler nur mit großen Aufwand behoben werden können.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.2014
    Ort
    Blieskastel-Niederwürzbach
    Beruf
    Informationselektroniker
    Beiträge
    14
    Der Antrag auf Erlaubnis der Drainage ist noch in Arbeit. Die Mühlen mahlen hier etwas langsamer.
    Wenn erlaubt ist die Drainage auf jeden Fall sinvoll, da hier Lehmboden ist und das Wasser sehr langsam absickert.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Inkognito
    Gast
    "Ich" klingt immer so nach Do-It-Yourself.

    Wer hat die Baugrube errichtet? Haben Sie ggfs. ein Foto?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  14. #12

    Registriert seit
    12.2006
    Ort
    Dornburg
    Beruf
    Revisor
    Beiträge
    373
    Ohne Snake zu nahe treten zu wollen:

    Mich beschleicht schon ab #1 ein ungutes Gefühl. Es wurde stärker, als von 3,50m Tiefe die Rede war.
    Fotos will ich besser gar nicht sehen ...

    Ich kann doch nicht fragen, warum und wie ein Auto fährt und bin schon dabei eines nach eigenem Gutdünken zusammenzubauen. Er hat ja nicht nur nach der Funktion einer Drainiage gefragt, sondern hat die Kelleraußenwand schon freigelegt. Die einzig brauchbare Antwort wäre nach #1 schon gewesen, dass da Fachleute ran müssen. Sowohl für die Planung als auch für die Ausführung.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. #13
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    Kornwestheim
    Beruf
    Bauingenieur
    Benutzertitelzusatz
    Nachdenken kostet extra.
    Beiträge
    5,636
    Zitat Zitat von Doozer Beitrag anzeigen
    Ohne Snake zu nahe treten zu wollen:

    Mich beschleicht schon ab #1 ein ungutes Gefühl. Es wurde stärker, als von 3,50m Tiefe die Rede war.
    Fotos will ich besser gar nicht sehen ...
    Das Gefühl hat was.

    Dazu: Oranges Rohr mit Löchern ringsrum. Lehmboden braucht ne Drainage ... Wieso? 3.5m tief und in Kanalisation einleiten? Stuttgarter Modell oder einfach so? Noppenfolie wie rum, wie überlappen, wie befestigen?!?

    Die ganzen Infos gehen schon in die Richtung, denn sie wissen nicht was sie tun.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen