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  1. #1

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    Pultdach Schalbretter feucht

    Wir haben ein mit Uginox eingedecktes Pultdach mit nur 5 Grad Dachneigung, inzwischen 8 Jahre alt.
    Schon in den ersten Jahren nach Fertigstellung entwickelten sich in den Schalbrettern, die man von unten (Dachüberstand) sieht zunehmend starke Feuchtigkeitsspuren, im lackierten Teil blätterte Farbe ab, im lasierten Teil deutliche Wasserflecken.
    In der Anlage eine Skizze des Architekten, wie der Dachaufbau hätte sein sollen.
    Der Spängler hat die Sache dann aber etwas anders gemacht, und zwar: den Hohlraum (B) gibt es nicht. Sondern: auf den Schalbrettern ist eine Unterdeckung/Bitumendachbahn aufgenagelt (in Skizze: „Dampfbremse, diffusionsoffen“), darauf liegt eine Antidröhnmatte(?) wie im Foto „Dachblech_geöffnet_Matte.JPG zu sehen, und darauf dann die Uginox-Blechbahnen. D.h. den Hohlraum gibt es nicht, stattdessen nur die Matte, die aufgrund ihrer Beschaffenheit nur ein dünnes Luftpolster bildet.
    Frage: Kann das funktionieren, oder werden wir immer Probleme haben, dadurch, dass wenn sich unter der Blechhaut Schwitzwasser/Feuchtigkeit sammelt, diese nicht entweichen kann, sondern in die Schalbretter eindringt ?
    Dachblech_geöffnet_Matte.jpg
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  2. Pultdach Schalbretter feucht

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  3. #2

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    hallo
    so wie es aussieht solls ein warmdach sein. was ist in der skizze A?
    ist die schalung nur am traufüberstand nass oder in der ganzen fläche?

    gruss aus de pfalz
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  4. #3

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    ein Foto von den Feuchteflecken wäre hilfreich...

    treten die Feuchteflecken eher im Winter oder im Sommer auf, eher an der Wand oder über die ganze Fläche des Dachüberstands?

    Wurde eine Blower-Door-Messung mit detaillierter Leckagesuche gemacht?
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  5. #4

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    Ist die Eindeckung als Winkelfalzdeckung oder in Doppelstehfalzdeckung vorgenommen...Auf dem Foto sieht es nach Winkelfalz aus ?
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  6. #5
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    Danke für die Nachfrage ! Ich nehme an A soll eine Latte sein als Abstandshalter; ich müßte mal den Architekten fragen, von dem die Skizze stammt. Nur konnte der Spängler das dann ja nicht so bauen, wie gezeichnet, weshalb er's dann auch anders machte.
    Die Schalung des Dachüberstandes ist ist am Dachende feuchter als Richtung Hauswand; wie es im Bereich innerhalb der Hausmauern aussieht weiß ich nicht, da man den ja nicht sehen kann. Siehe auch Fotos.
    Gruß aus München
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  7. #6
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    Hier Fotos. Im lackierten Teil sieht's noch schlimmer aus als im lasierten.

    http://www.bauexpertenforum.de/vbimg...img&imgid=9999
    http://www.bauexpertenforum.de/vbimg...img&imgid=9998

    Sommer oder Winter läßt sich nicht sagen
    Feuchtigkeit über die ganze Dachüberstandsfläche, in Wandnähe weniger, mehr Richtung Dachrand.
    BlowerDoor wurde noch nicht gemacht..
    Weil eine Theorie war, dass Feuchtigkeit von oben durch die Falze kommt, habe ich die mit Noxide dicht gemacht. Das scheint zumindest teilweise geholfen zu haben, denn Messungen der Feuchtigkeit in den Unterseiten der Schalbretter ergeben Werte zwischen 10 und 14 % während sie vor der Abdichtung zwischen 12% und 16% lagen.
    Meine Frage geht vor allem dahin: funktioniert ein Dachaufbau wie der in der Skizze gezeigte, aber eben ohne die Luftschicht B (dafür mit der "lufthaltigen" ca 5mm dicken Matte), überhaupt, oder muss es da Probleme wegen Feuchtigkeit geben ? Denn wir wollen neu streichen lassen, und da wär's gut das vorher zu wissen.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Danke für die Nachfrage. Es ist eine Doppelstehfalzdeckung. Wobei eigentlich bei 5 Grad Dachneigung laut Gutachter ein Dichtband drin sein müßte, was aber nicht der Fall ist. Auf anraten eines Gutachters habe ich die Falze (und ähnliches) mit Noxide dicht gemacht, so dass von oben keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann. Die Frage ist, was ist mit Feuchtigkeit durch Kondensation/Schwitzwasser mangels Hinterlüftung.
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  9. #8

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    leider sind die Fotos sehr klein.
    Verwirrend ist, dass Ihre Detailskizze den First zeigt, die Fotos aber die Traufe...

    die geschilderten Holzfeuchtewerte von 10-16% sind in einer Größenordnung, bei der ich Holzfäule nicht erwarten würde. Also vermutlich nur ein zeitweilig auftretendes Problem.

    Ist der geschilderte Dachaufbau mit einer Bitumenpappe gesichert oder eine Vermutung? Kann man sagen, welches Produkt konkret für diese Bahn eingesetzt wurde?
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  10. #9

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    Hallo,

    auf dem ersten Bild sind Wasserspuren im Bereich der Traufbleche ??? und im Bereich der Falze/Festpunkthafter zu sehen, so wie es auf dem ersten Bild aussieht, ist die Ausführung als Winkelstehfalz ohne Dichtband ausgeführt, daher auch der Wassereintrag, evtl. auch durch Eisschanzenbildung im Bereich der Dachrinne.
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  11. #10

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    Hallo,

    daß es sich bei vorliegender Metalleindeckung um eine Doppelstehfalzdeckung handeln muß, dürfte klar sein. (s. Beitrag 7)
    Winkelfalzdeckung als Dacheindeckung bedingt eine DN von mind. 35°

    Die vorliegenden Fotos sind tatsächlich etwas dürftig.
    Ich habe solche Dächer (DN 3° und leicht darunter) mit Gerichtsgutachtern untersucht, intensiv gewässert und anschließend geöffnet.
    In keinem Fall konnte Feuchteeintritt von außen nachgewiesen werden.
    Die Probleme lagen immer woanders.

    Zunächst würde ich den Dachaufbau bestimmen.
    Dazu würde ich das Dach öffnen (am besten im Bereich wo das Holz am meisten betroffen ist. Ist das Schadensbild überall gleich? Befinden sich z.B. Bäder... darunter?)
    Es reicht nicht, nur eine Schar im Traufbereich umzuklappen. Ganz nebenbei, zum Falzöffnen gibt es Falzöffnerzangen, zur Not tuts eine alte Beißzange. Natürlich muß man sich beim Öffnen auch schon Gedanken machen, wie das Dach anschließend wieder geschlossen werden soll.

    Zur Bestimmung des Aufbaues und deren handwerklicher Ausführung muß auch die Schalung und die Dämmung geöffnet werden.
    I.d.R. reicht eine Öffnung nicht aus. Die Punkte sollten (vorher) gut überlegt werden.
    Der (Jahres) Zeitpunkt der Öffnung sollte auch überdacht werden.

    M.M.n. ist dies -sorry- keine Arbeit für Laien.

    mfg
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  12. #11

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    hi hi biber ich vermute mal hier einen tipfehler......weil die mindestdachneigung bei winkelfalz ist bei 25 °....
    Bei dieser Dachneigung von 3° ist es erforderlich, daß ein Dichtband eingearbeitet wird, dann ist die Regensicherheit gewährleistet....Allerdings darf dann auch kein Stauwasser auftreten...Zu berücksichtigen sind auch Schneelage mit Eisschanzen usw.
    Ansonsten kann ich mich deinem Beirag nur anschießen...
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  13. #12

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    Klaus, ich schließe mich Deinem auch an....

    Beim Metalldach spricht man von "Regendichtheit" (lt. ZVSHK)
    Diese ist gegenüber der "Regensicherheit" bei Deckungungen, wie wir DD es von den Fachregeln her gewöhnt sind, wesentlich höher angesiedelt.
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  15. #13
    cawu
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    - Ist das Problem nur an der Traufe oder auch am Pultfirst vorhanden?
    - Die massiven Feuchteschäden an der Untersichtschalung sehen zunächst nach einem Schaden durch Niederschlagswasser und weniger durch Kondenswasser, bedingt durch den fragwürdigen Dachaufbau aus.
    Was man nicht weiß, wie es im gedämmten Bereich unter den Scharen aussieht, aber für ein Problem das von Kondenswasser herrührt ist ein solches Schadensbild im Vorsprungbereich eher untypisch, aber nicht ausgeschlossen
    - Die Falze sind auf der Innenseite stark verwittert, was zunächst auch eher auf eindringende Feuchtigkeit von oben schließen lässt
    - Die Scharen scheinen an der Traufe direkt am Traufblech anzuliegen, das ist zumindest bei einer üblichen Dachlänge zumindest fragwürdig, die Festhaften sollten normalweise nicht im Traufbereich angebracht werden.

    - Wie meine Vorredner schon angemerkt haben: Dach aufmachen, vor allem auch im gedämmten Bereich, weil:
    Wenn es Niederschlagswasser ist/war, ist es eventuell auch in der gesamten Dachfläche eingedrungen, und die Vordeckung ist in der Regel durch das Durchnageln der Haften auch nicht mehr wirklich Wasserführend, daher könnten die Bretter im gedämmten Bereich ähnlich aussehen.

    Wenn es Tauwasser ist, muss sowieso das ganze Dach runter, dann ist die Schalung evtl. nur noch als Kompost vorhanden.

    Auf keinen Fall einfach die Bretter anpinseln und denken, es hat sich damit.
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  16. #14
    Themenstarter

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    Dankesehr erstmal für die interessanten Beiträge !
    Dann einige Antworten/Anmerkungen dazu:
    Wie zuvor gesagt, von oben (durch die Falze o.ä.) kann kein Wasser mehr eindringen, da wir diese sehr gründlich mit Noxide abgedichtet haben.
    Dachfalze öffnen (wie auf Fotos zu sehen) habe ich (Laie) übrigens nicht selbst gemacht, sondern dem DD überlassen.
    Die Feuchtigkeitsspuren und auch Feuchtigkeits-Prozente sind am stärksten Richtung Traufe, zur Hauswand hin wird’s weniger. Das spricht wohl eher dafür, dass die Feuchtigkeit NICHT von innen kommt, sondern - vor der Abdichtung mit Noxide - von außen kam.
    Im Firstbereich sieht es nicht so schlecht aus (s.Fotos)
    First-Bereich1.JPG
    First-Bereich2.JPG
    Die Empfehlungen gehen ja dahin <<…Dach aufmachen, vor allem auch im gedämmten Bereich …>> Das wollte ich aber möglichst vermeiden. Sondern erstmal hoffen, dass das Abdichten der Falze mit Noxide das Problem behoben hat und (zum Schutz des Holzes) streichen lassen. Es sei denn man muss sagen: so wie das Dach aufgebaut ist, kann das nicht funktionieren, sondern es muss Probleme geben wegen Feuchtigkeit von innen/Schwitzwasser, die/das nicht abtransportiert wird !??
    Thermografie-Aufnahmen wurden mal empfohlen zur Klärung, ob es Defekte in der Dampfsperre und dadurch Feuchtigkeit von unten gibt !?
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