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  1. #1

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    Dichte Gebäudehülle und mindest Luftwechselraten

    Hallo Zusammen,

    ich plane grade ein EFH mit 151qm Wohnfläche. Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich durch die ENEV Luftdichtbauen muss, aber auch ein mindest Luftwechsel garantieren muss. Aus Kostengründen würde ich gerne auf eine Lüftungsanlage verzichten und suche daher nach alternativen Belüftungsmöglichkeiten. Durch Infiltration müssten 61m³/h frische Luft zuströmen. Das reicht die notwendige Lüftung zum Feuchteschutz (51,3m³/h), jedoch nicht für die reduzierte Lüftung (119,6m³/h). Meine Frage ist nun, ob ich zur Bereitstellung der fehlenden Frischluft eine Zwangbelüftung über Fensterfalzlüfter rechnerisch anrechnen kann?
    Mit einem Falzlüfter können bis zu 16m³/h Luft eingebracht werden. Das entspräche 4 Lüftern und würde mir im Vergleich zu einer Lüftungsanlage mit Lüftungsschachten 1000e Euros sparen.
    Habt ihr Erfahrung damit?
    Und ja ich weiß, dass ich ein Lüftungskonzept anfertigen lassen muss.
    Vielen Dank im Vorraus!
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  2. Dichte Gebäudehülle und mindest Luftwechselraten

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  3. #2

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    Die Falzlüfter funktionierne durch LUV/LEE-Effekte am Gebäude ... wenn die Türen im Haus offen sind ... Es gibt nicht nur die Anforderung an einen Gesamtluftwechsel, sonder der muss auch Raumweise nachgeiwesen werden. Das dürfte mit den Falztlüftern nicht klappen ... versuchen kann mans ... die Hoffnung stirbt zuletzt ... lies intensiv die DIN 1946-6 und erstelle nach der dortigen Grafik das Lüftungskonzept. Damit kommst Du von selbst auf das richtige Ergebnis. Ob Du die Falzlüfter ansetzen darfst, fragst Du am besten die Hersteller der Dinge ... Ich würde sie reinen Gewissens nicht ansetzen, da immer noch das Wörtchen SICHERSTELLEN da mitschwingt ... und eine Lüftung, die von Wind oder ordentlichen Temperaturunterschieden von im Haus offenen Türen (und damit dem Menschen) abhängig ist, würde ich nicht als sichergestellt ansehen.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von xdream Beitrag anzeigen
    Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich durch die ENEV Luftdichtbauen muss, aber auch ein mindest Luftwechsel garantieren muss....
    Wo ist das Problem? Reine Fensterlüftung und gut!
    Die Annahme man müsste eine KWL einbauen, ist irrig! Ich habe seit 2002 div. BV ohne KWL begleitet. Bis heute nix Schimmel! :-)

    v.g.
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  5. #4

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    Hab ich rigendwas davon geschrieben, dass eine Lüftungsanlage eingebaut werden MÜSSE? Lies richtig! Da Lüftungskonzept und darin enthaltenen Ermittelungen geben die Art der Lüftung vor.

    Die Fensterlüftung ist nachweislich kein Mittel die Forderungen der enev und der DIN4108-2 zu erfüllen.

    Wer gegenteiliges behauptet, lügt.
    Wer denkt, dass die Lüftung nur zur Schimmelvermeidung notwendig ist, weiss nicht wovon er redet und sollte die Finger von Häusern lassen.
    Wer keinen Schimmel in der Wohnung hat, hat damit keinen Nachweis für eine ausreichende Lüftung.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    ... Da Lüftungskonzept und darin enthaltenen Ermittelungen geben die Art der Lüftung vor...
    Welches Konzept?
    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    ... Die Fensterlüftung ist nachweislich kein Mittel die Forderungen der enev und der DIN4108-2 zu erfüllen...
    Sicher? ;-) Weder EnEV(2014) noch sonst etwas schreiben zwingend eine bestimmte Art der Lüftung vor! Nicht einmal das Referenzgebäude! ;-)
    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    ...Wer keinen Schimmel in der Wohnung hat, hat damit keinen Nachweis für eine ausreichende Lüftung.
    Korrekt, Olf bzw. CO2 sind auch Kriterien. Oftmals mit simpler Fensterlüftung einfach und kostengünstig zu lösen!

    v.g.
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  7. #6

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    Es geht an deiner Frage vorbei, aber du kannst das auch gerne ignorieren, aber es ist ein gut gemeinter Rat aus eigener Erfahrung:

    Wenn du vorher noch nie in einem modernen, luftdichtem Gebäude ohne KWL gewohnt hast, solltest du dir überlegen ob du dir das antust.

    Wir sind vor einem Jahr in eine Neubau-DHH gezogen, bei der der Vermieter eine ganz einfache dezentrale Lüftung eingebaut hat. Selbst mit der müssen wir ständig manuell Lüften, das Bad ist ein Zustand selbst nach kurzer Dusche mit moderater Wassertemparatur. Selbst bei den jetzigen Außemtemps sind da Fensterrahmen, Fenster, Spiegel, Fließen angelaufen.. Und wie soll man dann gescheit Lüften? Wenn ich aus dem Bad raus bin will ich auf die Arbeit fahren und nicht erst ewig warten. Querlüften geht auch nur dann, wenn der Wind korrekt steht, sonst geht die Feuchtigkeit ins Haus. Alles in allem: Komfort und Wohnqualität ist was anderes.
    Wenn ich mir da so die Berichte vieler Arbeitskollegen anhöre die vor kurzem mit zentraler KWL mit anständigen Luftwechselraten gebaut haben, werde ich die €€€ beim mittelfristig geplanten Neubau auf jeden Fall investieren.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    Die Fensterlüftung ist nachweislich kein Mittel die Forderungen der enev und der DIN4108-2 zu erfüllen.

    Wer gegenteiliges behauptet, lügt.
    Hallo,

    vielleicht kann man in Zukunft die an der Planung Beteiligten darüber abstimmen lassen.
    Ich habe zwar eine KWL mit WRG (und bin davon und auch von Taipans Meinung dazu überzeugt), aber auch einen BT-Architekt, einen freien Architekt und einen planentwurfsberechtigten Bau-Ing, die von der Rechtmäßigkeit der Fensterlüftung als Konzept ausgehen.

    Wenn die These von Taipan stimmt, müsste er doch gegen jeden seiner Kollegen, der kein beonderes Lüftungskonzept mitplant, eine "Standesaufsichtsbeschwerde" einlegen


    Mir hat man das so erklärt:
    So wie ich das quer gelesen und vom Architekten vermittelt bekommen habe, ist die Luftdichtheit und der Luftwechsel in DIN 4108 baurechtlich verbindlich, aber der Hinweis auf die "Lüftungsnorm" DIN 1946 nur informell. (die DIN 1946 wäre wohl nicht bauordnungsrechtlich geregelt)
    Demnach hat das "meistverbreitete Lüftungskonzept" Stoßlüftung z.Zt. Gültigkeit.


    LG
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  9. #8

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    ich sehe das auch so, dass man dem Nutzer eine gewisse Mitverantwortung geben kann, den hygienisch notwendigen Luftwechsel durchzuführen. Über Fensterlüftung. denn dafür sind die Fenster ausgebildet.
    Ich interpretiere diesen Satz in der EnEV so, dass ein Gebäude so zu planen ist, dass man es auch wirklich lüften kann. Also eine sinnvolle Planung der Gebäudegeometrie und Anordnung von Lüftungsmöglichkeiten (z.B. Fenstern).

    Selbst die DIN 1946 beinhaltet die Fensterlüftung als Lüftungsmöglichkeit!
    danach ist nur die Lüftung zum Feuchteschutz nutzerunabhängig sicherzustellen. bei allen weiteren Lüftungsstufen kann schon der Ansatz des Nutzers berücksichtigt werden.

    Ich sehe es wie beim Auto:
    Es werden die Bedienelemente geliefert und die Komponenten so ausgelegt, dass diese aufeinander abgestimmt sind und im Zusammenspiel funktionieren (können).
    Gasgeben, Bremsen und Lenken (und damit der wesentlichste Aspekt der Sicherheit) ebliegt einzig und allein dem Nutzer.
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  10. #9

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    Und wie sieht es mit dem Widerspruch zur luftdicht zu erstellenden Gebäudehülle aus, wenn für die Lüftung Falzlüfter oder sonstige einfache Öffnungen eingebaut werden? Ist so was überhaupt zulässig?
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  11. #10

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    ich sehe da keinen Widerspruch, weil ein Falzlüfter eine Funktionsöffnung ist.
    Wie zum Beispiel eine Fortluftleitung für Dunstabzughaube, Lüftungsanlage, Briefkastenanlage oder Briefschlitz. Auch ein Fenster, eine Schiebetür oder eine Haustür stellt in gewissem Maße eine in Kauf genommene Undichtheit dar.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von stockstadt Beitrag anzeigen
    Demnach hat das "meistverbreitete Lüftungskonzept" Stoßlüftung z.Zt. Gültigkeit.
    Was aber nur solange funktioniert, wie der Nutzer, oder einer seiner Beauftrtagten ausreichend oft und lang anwesend ist.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    Was aber nur solange funktioniert, wie der Nutzer, oder einer seiner Beauftrtagten ausreichend oft und lang anwesend ist.
    Wenn niemand zu Hause ist, entstehen weder Feuchtigkeit, Olf noch gibt es CO2 Emissionen!
    Wenn ich solche Lüftungsempfehlungen für Fensterlüftung lesen:
    alle 2h für 20 min,
    ist eigentlich klar wer so etwas fabriziert.
    Dass Lüftungsanlagen mit der Angstmacherei vor Schimmel verkauft werden, dürfte inzwischen bekannt sein.
    Nichts gegen eine KWL mit WRG, sehr komfortabel und etwas an Heizleistung lässt sich auch einsparen, sofern richtig geplant. Ein Muß resultiert hieraus jedoch nicht.
    Allerdings gibt es Besonderheiten, wo man auf eine KWL nicht verzichten sollte.
    Normative wie die EnEV beruhen auf normierten Randbedingungen, die mit den tatsächlichen des spezifischen BV Nichts zu tun haben. Eine detaillierte Fachplanung, wird daher nicht überflüssig, es ist eher das Gegenteil zutreffend.
    Ein verantwortungsvoller Architekt wird Interessierte hierauf hinweisen!

    v.g.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von tgaeb01 Beitrag anzeigen
    Wenn niemand zu Hause ist, entstehen weder Feuchtigkeit, Olf noch gibt es CO2 Emissionen!
    Und immer noch nicht begriffen was alles hinter dem Bedarf einer ausreichenden Gebäudedurchlüftung steckt.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von OldBo
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    Mannomann, wie geht es hier durcheinander. Vielleicht sollten sich einige einmal damit befassen, wie richtig gelüftet wird oder werden muss.

    Gruß

    Bruno Bosy
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  17. #15

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    Aus Kostengründen würde ich gerne auf eine Lüftungsanlage verzichten und suche daher nach alternativen Belüftungsmöglichkeiten.
    Möglichkeit 1:
    Du lässt sowieso zu jeder Jahreszeit ein paar Fenster gekippt.

    Möglichkeit 2:
    Du planst ausschließlich mit relativ großen Aufenthaltsräumen > 30 m2.

    Möglichkeit 3:
    Du bist im Begriff einen riesen Fehler zu begehen, wenn du meinst, ausgerechnet an der Lüftung ein paar 1000er sparen zu müssen.

    Wie mancher hier im Forum schon weiß, wohne ich gezwungenermaßen in einem luftdichten Neubau. Hätte ich Streit mit meiner Frau, so könnte ich nichtmal eine Tür ins Schloss knallen lassen, weil der Luftdruck sie auf den letzren cm abbremst. In jedem Raum kleiner 20 m2 ist die Luft nach ein paar Stunden Aufenhalt spürbar verbraucht. Das Schlafzimmer ist damit faktisch unbenutzbar, solange man nicht die Tür sperrangelweit offenstehen lässt.

    Wer vorher nur in älteren Gebäuden mit entsprechenden Undichtigkeiten gewohnt hat, der kann sich das gar nicht vorstellen.
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