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KG-Rohre als Hausinnenleitungen

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  1. #1

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    KG-Rohre als Hausinnenleitungen

    Hallo,

    wir bauen ein EFH in einem südostasiatischen Land in einer Großstadt. Hier gibt es als Abwasserrohre im Haus nur PVC-U Rohre die ja, eigentlich nur außerhalb des Hauses (als KG-Rohre) eingesetzt werden sollten. Ich würde lieber ein anderes Material verwenden, aber weder unser Architekt, noch unser Bauingenieur oder der Installateur kennen irgend etwas anderes. Ich habe nach Polypropylen-Abwasserrohren gesucht, kann sie aber bei keinem der Händler hier finden.

    Was sind die Risiken, wenn man PVC-U Abwasserrohre in sein Haus einbaut? Mir fällt es schwer dies abzuschätzen: In Deutschland gibt es Normen die das klar verbieten, hier wird es aber in allen Häusern und Öffentlichen Gebäuden eingebaut. Geht es da hauptsächlich um Brandschutz? Sind die Ausgasungen des PVC bei Warm-/Heißwasser ein so großes Risiko, dass es deswegen in Deutschland nicht erlaubt ist? Ist vielleicht nur eine Frage der Lebensdauer der Rohre, wenn sie häufiger heißem Wasser ausgesetzt sind? Was gäbe es da noch für andere Alternativen?
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  2. KG-Rohre als Hausinnenleitungen

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  3. #2

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    PVC - Rohre im wesentlichen drei Risiken:
    1. Temperaturbeständigkeit, heißt konkret bei dauerhaften Temperaturen ab 60°C aufwärts beginnt die Verformungstemperatur, speziell horizontale Rohrleitungen könnten sich verwerfen (wellenförmig, damit ggf. Kontergefälle)
    2. wichtiger Punkt ist die UV-Beständigkeit, heißt Rohrleitung sollte vor Sonneneinstrahlung geschützt werden, um Versprödung des Rohres zu vermeiden
    3. schlußendlich haben PVC - Rohre eine relativ hohe Schlagempfindlichkeit

    Liest sich alles jetzt nicht so doll, aber..... in ganz Neufünfland wurde in den geliebten Plattenbauten über Jahrzehnte nur PVC eingebaut, teilweise auch die Sparvariante mit aufgeschäumtem PVC (Ekazell-Rohre), und das funktioniert teilweise bis heute problemlos.
    Wenn bei Dir nichts anderes verfügbar ist, solltest Du auf das örtlich übliche Material zurückgreifen.
    Bei erhöhten Anforderungen Richtung Schall - oder Brandschutz wäre eventuell Gussrohr (SML - Rohr) eine Alternative,
    vielleicht sind aber auch Polyethylenrohre (PE) irgendwo verfügbar.
    Kann mir schlecht vorstellen, dass es dort nur eine Sorte Rohre geben soll.

    Gruss Stoni
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  4. #3

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    PVC-Rohre lassen sich nicht recyclen, sprich die sind am Ende Sondermüll. Ein Grund, weshalb sie nicht mehr so oft gebraucht werden. Die Nachteile von PVC hat Stoni schon aufgelistet.
    Aber: Mit PVC-wurde jahrelang gebaut und es hat funktioniert. PVC ist einfach zu verbauen und wenn es ortsüblich ist, ist das schon ok die zu verwenden.
    Als alternativen gebe es wie schon gesagt PP oder PE
    PE (Polyethylen): + sind resistent gegen saure Abwasser/Erdsäure, flexibel, Kalk setzt schlecht an
    - aufwändige Verbindungstechnik (Verschraubung, Elektroschweissmuffe o.ä)
    PP Polypropylen: + gleiche Eigenschaften wie PE, einfach zu verarbeiten (brauchen wir am meisten)
    Gruss
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  5. #4
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    Der will nicht die Vor- und Nachteile von PVC wissen, sondern PVC-U im Gebäude statt im Erdreich.
    Das Kanalzeug ist nicht UV-Beständig und wird unter Lichteinfall noch spröder als eh schon ist und rissiger.
    PVC-U gibt es auch in nicht Kanalorange für die Hausinstallation idR grau. Wird im Ausland regelmäßig verwendet.
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  6. #5
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    Danke für Eure Antworten,

    Zitat Zitat von Stoni Beitrag anzeigen
    PVC - Rohre im wesentlichen drei Risiken:
    zu. 1. Temperaturbeständigkeit - also bei Dusche und Badewasser bis 50 Grad C, wäre es wohl kein Problem. Waschmaschine im Kochgang wäre da schon problematischer, geht aber in ein PVC-U Rohr im Erdreich, wie wohl auch in Deutschen Kellern. Bleibt noch der Küchenabfluss - nahe 100 Grad beim abgießen kommt schon öfter vor. Man liest häufig, dass giftige Ausdünstungen aus PVC-haltigen Materialien krebserregend seien. Wäre da eine Belastung wegen Ausgasungen, oder sind die zu vernachlässigen?

    zu. 2 und 3: UV-Beständigkeit - Bei Regenrinnen wollte der Architekt auch PVC-U einsetzen, da haben wir aber abgelehnt und planen hier verzinktes Stahlblech. Im Hausinneren werden die Rohre hinter Faserzementverkleidungen oder im Putz verlegt und sind somit vor UV und mechanischer Belastung geschützt. Ein gewisser Brandschutz wäre damit wohl auch gegeben.

    Gussrohr wäre wirklich gut wegen Schallschutz, weil ein Abschnitt des Rohres in der Decke eines Wohnraums verläuft. Mal schauen ob es so etwas hier gibt. Aber wahrscheinlich muss ich wirklich auf das örtlich übliche Material zurückgreifen, denn PE gibt es zwar, aber kein komplettes System für Abflussrohre mit den entsprechenden Verbindern. Dass PVC Abflussrohre in Neufünfland seit Jahrzehnten funktionieren ist ja Beruhigend , und es wird wohl auch in den USA eingesetzt...
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  7. #6

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    Auch in Westdeutschland waren HT-Rohre in den ersten Jahren vielfach aus PVC.
    Probleme damit sind mir keine bekannt. Dafür kenne ich diverse Installationen, wo das Zeugs bis heute im Einsatz ist.
    Vermutlich ist daher am ehesten das Brandverhalten kritisch (im MFH). Allerdings dürfte da die PVC-Brandlast der Elektroinstallation weit höher sein!
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  9. #7

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    Im Falle eines Brandes werden Chlorgase freigesetzt, die schädlich bis tödlich sind.
    Deswegen sind bei uns die "orangenen" KG Rohre oberhalb der Bodenplatte verboten.

    Die "grauen" bekommst Du mit Sicherheit auch.
    Nur mal ein paar hardware stores abklappern.
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  10. #8

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    Zitat Zitat von Wiener23 Beitrag anzeigen
    Deswegen sind bei uns die "orangenen" KG Rohre oberhalb der Bodenplatte verboten.
    Spannend. Steht wo?
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