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  1. #1

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    Haus + Renovierung zusammen finanzieren

    Hallo,

    meine Partnerin (27) und ich (29) planen schon seit einiger Zeit den Kauf einer größeren Eigentumswohnung oder eines Hauses. Leider hatten wir bisher kein Glück, da die passende Immobilie einfach noch nicht dabei war. Momentan ist das auch so eine Sache, da viele einfach auf Immobilienjagd sind

    Nunja, wie es im Leben so ist haben wir nun auch noch eine Kündigung für die derzeitige Wohnung (KM 620€) bekommen, da diese verkauft werden muss. Daher müssen wir in 3 Monaten auch noch ausziehen. Die Zeit ist also sehr knapp und ehrlich gesagt will ich nicht noch einmal in eine Mietwohnung ziehen. Meine Meinung (ich bin da etwas konservativ eingestellt): Jetzt kaufen oder das Thema vergessen.

    Auf der anderen Seite sieht es aber momentan nicht danach aus, als würde sich noch rechtzeitig eine geeignete Immobilie finden. Dazu sei noch gesagt, dass wir zur Überbrückung sicherlich für ein paar Monate mietfrei bei den Eltern wohnen könnten. Darauf soll es jetzt mal nicht ankommen.

    Soviel zur Hintergrundgeschichte... Jetzt kommen wir mal zur Immobilie, die eventuell zur Veräußerung ansteht und sich bisher sehr gut anhört.

    Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus BJ 1960 mit zwei Wohneinheiten à 100qm. Grundstück sind ca. 600qm. (Grundstückspreise in der Gegend bei ca. 250-300€/m²) Das Dach des Hauses ist schon etwas in die Jahre gekommen und muss wohl innerhalb der nächsten 10 Jahre erneuert werden. Außerdem muss man auch mal an eine neue Heizung denken, da würde der derzeitige Eigentümer aber mit sich reden lassen. Ansonsten fallen noch die Bäder (oder zumindest das Bad der Wohnung, welche selbst bezogen wird) an. Der Rest des Hauses ist super gepflegt.

    Die Bäder können komplett in Eigenregie renoviert werden, da hierfür die nötigen Fachkenntnisse vorhanden sind. Somit rechne ich mal für das Bad im EG mit 8.000€. Bei der Ölheizung kommen vermutlich nochmal 10.000€ obendrauf und für das Dach schätze ich mal 15.000€ (die nicht sofort benötigt werden).
    Dafür hätte man zusätzliche Mieteinnahmen von ca. 500€ für die zweite Wohnung. Ich bin aber eher jemand, der solche Einnahmen nicht gerne in Kalkulationen fix mit einbezieht. Somit würde ich vielleicht von 50% ausgehen.

    Angesetzter Kaufpreis ist 230.000€ und schätzungsweise 5.000€ Spielraum wegen der Heizung. Also wären wir bei 225.000€ zzgl. 13.400€ Provision + NK

    Ich bin als Ingenieur angestellt und habe derzeit einen Nettoverdienst von 2600€. Zudem gibt es noch ein 13. Monatsgehalt und dann noch einen Bonus, der ca. 2000€ entspricht.
    Meine Partnerin hat derzeit einen Verdienst von 1250€ Netto.

    An sonstigen Krediten besteht noch ein Fahrzeugkredit mit 367€/Monat (Restschuld ca. 14.000€) und wir haben derzeit leider nur ein Eigenkapital von 25.000€.

    Und nun schließlich die Fragen aller Fragen... Ist die Finanzierung dieser Immobilie machbar? Wie verhält es sich denn mit den Renovierungsarbeiten, bzw. können diese mitfinanziert werden? Wird dann ein fiktiv höherer Wert des Hauses angesetzt? Oder benötigt man hierfür vielleicht sogar zwingend separate Kredite?
    Der Kaufpreis des Hauses beträgt ja nur 230.000€, wird aber durch die vorgenommenen Maßnahmen sicherlich auch höher werden.

    Kann man evtl. sogar Fördermittel der KfW irgendwie miteinbauen? (Heizung?)

    Vielen Dank schonmal für die Antworten!

    Gruß,
    Alex
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  2. Haus + Renovierung zusammen finanzieren

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Hallo,

    wie bei allen, die solche Fragen stellen ... IHR müsst mit Kopf und Herz dabei sein.
    Die Zahlen stimmen schon, selbst wenn eine Familiengründung ansteht.
    Aber natürlich kennt hier niemand eure Einstellung und euren Willen zu Sondertilgungen und Eigenleistungen

    2-2,5% Zinsen und 2-2,5% Tilgung (spielt mal an einem Hyp-Rechner und/oder lasst euch unabhängig beraten) gibt 750 bis 950 € Belastung abzgl. Mieteinnahmen

    LG
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  4. #3

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    Ihr habt als Mieter einen unbefristeten Mietvertrag und habt eine Kündigung wegen Verkauf erhalten?

    Ich kenne die rechtliche Lage nicht 100%ig, glaube aber dass die Kündigung unwirksam ist. Informiert euch bei einem Mieterschutzbund dazu. So könnt ihr auf jeden Fall Zeit gewinnen. Jetzt unziehen um dann nochmal umzuziehen belastet doppelt. Und Zeitdruck ist ein schlechter Ratgeber bei der Immobiliensuche. Insbesondere jetzt wo der Markt oft ganz bescheiden ist.

    Renovierungskosten gehen bei vielen Banken häufig nur mit 50 % in den Wert des Hauses ein. Kleinere Renovierungen zählen nahezu gar nicht.
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  5. #4

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    Ich denke das wichtigste beim Immobilienkauf ist, nicht überstürzt vorzugehen. Lasst euch Zeit - denn sonst bindet man sich ggf. für Jahre (Jahrzehnte) an ein Objekt, das man am Ende vielleicht gar nicht mag.

    Der geplante Verkauf

    Grundsätzlich kann der Vermieter entscheiden, ob er sein Haus oder seine Wohnung vermietet oder verkauft. Ist der Verkauf des Hauses praktisch unmöglich, weil es vermietet ist, kann eine Kündigung gerechtfertigt sein. Zum Beispiel dann, wenn das Haus vermietet für 250 000 Euro und unvermietet für 500 000 Euro verkauft werden könnte.

    Im Kündigungsschreiben muss der Vermieter detailliert den möglichen Kaufpreisunterschied vortragen. Der Hinweis auf allgemeine Erfahrungssätze, dass leerstehende Häuser und Wohnungen immer teurer zu verkaufen sind, reicht keinesfalls aus.

    Außerdem muss der Vermieter begründen, warum er auf den Verkauf angewiesen ist. Pauschale Hinweise auf die allgemeine Ertragslage des Hauses und die eigene finanzielle Situation genügen nicht. Der Vermieter muss konkret erklären, was er mit einem höheren Kaufpreiserlös vorhat, zum Beispiel in eine neue Wohnung investieren oder die Folgen einer Scheidung finanzieren.

    Einen wirtschaftlichen Nachteil erleidet der Vermieter, wenn er zwingend verkaufen muss, aber alle Kaufwilligen nur Interesse an der geräumten Wohnung haben, weil sie selber einziehen wollen. Ein Nachteil kann aber auch in gravierenden finanziellen Einbußen liegen. Allerdings: Der Vermieter hat keinen Anspruch auf die höchstmögliche Rendite und er kann auch nicht bei jedem nur denkbaren wirtschaftlichen Nachteil kündigen.

    Beispiel: Eine Bank erwirbt in der Zwangsversteigerung eine Wohnung im Wert von 120.000 Euro. Als sie die Wohnung wieder verkaufen will, ist niemand bereit, den Preis für die vermietete Wohnung zu zahlen. Die Bank kündigt dem Mieter mit der Begründung, dass sie an einer wirtschaftlichen Verwertung gehindert sei und erhebliche Nachteile erleide. Falsch! Tatsache war, dass die Bank die Wohnung, weil sie vermietet war, für nur 83.000 Euro ersteigern konnte. Die Verwertungskündigung soll aber keine Spekulationsgeschäfte ermöglichen. Eine vermietete Wohnung preiswert kaufen oder ersteigern und dann dem Mieter kündigen, um sie teurer weiterzuverkaufen - das geht nicht.

    Auch die Beschwerde einer Vermieterin (noch zu DM-Zeiten), sie mache mit der Vermietung ein dauerhaftes Minusgeschäft, sie müsse verkaufen, erhielt für die Wohnung aber nur 145.000 Mark, bei einer leeren Wohnung 205.000 Mark, rechtfertigte die Verwertungskündigung nach Ansicht des BVG nicht. Grund: Die Vermieterin hatte die Wohnung im Wert von 120.000 Mark geschenkt bekommen und konnte sie jetzt für 145.000 Mark verkaufen. Das Bundesverfassungsgericht sah bei einem derartigen Geschäft keinen erheblichen Nachteil.
    Quelle: http://www.mieterverein-bochum.de/mi...rch-vermieter/
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  6. #5

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    Im Prinzip ist das alles richtig !

    Eigentümerwechsel bricht nicht Mietvertrag.
    Der Vermieter müßte schon einiges an Gründen aufführen.

    Gruß Helge 2
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  7. #6
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    Hi,

    die Kündigungsfrist von 3 Monaten wird ja auch eingehalten. Es wird natürlich vorrangig versucht einen Käufer zu finden, der an einer Kapitalanlage interessiert ist. Nur diese sind wohl momentan extrem rar, daher pro-forma die Kündigung.

    PS: Die Wohnung muss ohnehin verkauft werden,... sonst droht dem jetzigen Eigentümer ein finanzielles Fiasko. Da steckt mittlerweile schon die Bank dahinter, die wohl Druck ausübt.

    Gruß,
    Alex
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  8. #7

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    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Hi,

    die Kündigungsfrist von 3 Monaten wird ja auch eingehalten. Es wird natürlich vorrangig versucht einen Käufer zu finden, der an einer Kapitalanlage interessiert ist. Nur diese sind wohl momentan extrem rar, daher pro-forma die Kündigung.

    PS: Die Wohnung muss ohnehin verkauft werden,... sonst droht dem jetzigen Eigentümer ein finanzielles Fiasko. Da steckt mittlerweile schon die Bank dahinter, die wohl Druck ausübt.

    Gruß,
    Alex
    Mal ganz langsam,
    der Verkauf der Wohnung ist kein rechtlich wirksamer Kündigungsgrund, somit ist so eine Kündigung nicht wirksam.
    Ihr habt also definitiv noch länger Zeit um Euch zu kümmern.
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  9. #8

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    Die Kündigungsfrist ist unerheblich wenn schon die Kündigung unwirksam ist.
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  10. #9

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    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Hi,

    die Kündigungsfrist von 3 Monaten wird ja auch eingehalten. Es wird natürlich vorrangig versucht einen Käufer zu finden, der an einer Kapitalanlage interessiert ist. Nur diese sind wohl momentan extrem rar, daher pro-forma die Kündigung.

    PS: Die Wohnung muss ohnehin verkauft werden,... sonst droht dem jetzigen Eigentümer ein finanzielles Fiasko. Da steckt mittlerweile schon die Bank dahinter, die wohl Druck ausübt.

    Gruß,
    Alex
    Wenn Ihr wirklich, wirklich sehr nett seid dann könnt Ihr dem Vermieter ja anbieten, dass Ihr ab dem Zeitpunkt des Verkaufs einer Kündigung mit 3 Monaten Frist zustimmen würdet.
    Ansonsten bleibt auch mir nur zu sagen, dass Ihr der Kündigung dringend schriftlich(!) widersprechen solltet.

    Alles andere ist, so gemein das vielleicht klingen mag, das Problem vom Vermieter UND von der Bank, die das wirtschaftliche Risiko falsch eingeschätzt hat.



    Ein paar Fragen zu eurer Situation:

    Arbeitsverhältnis befristet/unbefristet?
    Arbeitgeber sicher? Alternativen in der Nähe?
    Zufrieden mit dem Job?


    Ein Tip am Rande: Vielleicht könnt Ihr, solltet ihr euch positiv entscheiden, Kauf und Umzug auf einen späteren Termin schieben. Lörsch in Hessen? An die Anhebung der Grunderwerbssteuer denken, geht schon in zwei Wochen los.
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  11. #10
    Themenstarter

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    Dann bedanke ich mich natürlich erstmal für die Ratschläge zum Thema Kündigung Davon abgesehen muss man natürlich auch sagen, dass wir ja schon seit längerer Zeit (ehrlich gesagt seit 1,5 Jahren) nach einer Eigentumswohnung oder einem geeigneten Haus suchen. Wir wollen also ohnehin aus der Wohnung raus und diese Immobilie ist - endlich mal wieder - ein kleiner Lichtblick.

    Falls das mit dem Haus etwas werden sollte sehe ich persönlich auch kein Problem darin, dort direkt einzuziehen. Dann hat sich das Thema Kündigung ohnehin erledigt und wir können die Doppelbelastung komplett vermeiden. Oder spricht da etwas dagegen?

    Das mit der Grunderwerbssteuer haben wir schon mitbekommen. War auch für uns überraschend, da es ja ursprünglich für 2015 angesetzt war. Ich vermute mal, dass die Erhöhung zusätzlich noch einen kleinen Hype ausgelöst hat. Aber was soll man machen... sind wieder etwas mehr als 2000€ weg...

    Unsere Arbeitsverhältnisse sind unbefristet und beide Jobs - sofern man das in der heutigen Zeit noch sagen kann - recht sicher. Klar gibt es den Faktor Arbeitslosigkeit, aber wenn man ganz streng danach geht dürfte man ja überhaupt nicht finanzieren - es sei denn man ist Beamter. Meine Partnerin wird in Zukunft auch noch zusätzliche Erlöse erzielen, da Sie sich nebenberuflich noch ein kleines Gewerbe aufbauen wird. Dazu sei noch gesagt: Es werden dafür keine großen Ausgaben anfallen, da es sich um eine Beratertätigkeit handelt.

    Bei mir besteht, realistisch gesehen, noch Luft nach oben was das Gehalt angeht. Soll aber in die Kalkulation nicht einfließen. Alles was man extra hat geht in die Sondertilgung. Alternativen gibt es zudem auch noch in der Nähe.

    Gruß,
    Alex
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  12. #11

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    Auf welcher Basis wurde der Kaufpreis ermittelt?
    Gibt es eine tragfähige Verkehrswertermittlung?
    Wie sieht die Zukunftsplanung aus?
    Sind Kinder geplant?
    Wurde das Thema schon mit der Hausbank besprochen?

    Man sollte auf keinen Fall überstürzt handeln, nur weil einem der Vermieter eine, sehr wahrscheinlich unwirksame, Kündigung in die Hand gedrückt hat. Bei einem Immobilienkauf geht es immer um viel Geld, und jede Fehlentscheidung rächt sich, und zwar sehr lange.

    Es sollte also zuerst einmal geklärt werden, ob der Kaufpreis realistisch ist. Nicht jeder ist bereit einen erheblichen Goodwill zu zahlen, nur damit er sich ein Haus kaufen kann. Im zweiten Schritt sollte man dann die Modernisierungsmaßnahmen sowie evtl. notwendige Sanierungsmaßnahmen planen. Eigenleistung hin oder her, später wird´s immer teurer als geplant.

    Zitat Zitat von alexst
    Wie verhält es sich denn mit den Renovierungsarbeiten, bzw. können diese mitfinanziert werden? Wird dann ein fiktiv höherer Wert des Hauses angesetzt? Oder benötigt man hierfür vielleicht sogar zwingend separate Kredite?
    Es gibt Maßnahmen die sich wertsteigernd auswirken, und die bei der Wertermittlung dazu führen, dass mit einem höheren fiktiven Baujahr und somit mit einer längeren Restnutzungsdauer rechnet. Man sollte das aber nicht überschätzen. d.h. 1.000,- € die ich in das Haus investiere, müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass das Haus dann 1.000,- € mehr an Wert hat. Es wäre sogar der Extremfall denkbar, dass Maßnahmen zwar Geld kosten, der Wert des Gebäudes aber gemindert wird.

    Zitat Zitat von alexst
    da Sie sich nebenberuflich noch ein kleines Gewerbe aufbauen wird.
    Das ist für die Finanzierung völlig irrelevant, ganz im Gegenteil, so eine Planung könnte sich sogar nachteilig auswirken. Besser auf Fakten und vorhandene Zahlen vertrauen.

    So, dann gehen wir mal an die Details. Ich unterstelle, dass Ihr in Eurer Partnerschaft schon alle (vertraglich?) geregelt habe. Wer, was, wo und wie finanziert etc.

    Unterstellen wir einmal, dass der Kaufpreis realistisch ist. Dann werden die Kosten wohl wie folgt aussehen. (nur grobe Schätzung)

    230.000,- € (Kaufpreis) + 13.400,- € (Provision) + 17.000,- € (Notar, Grunderwerbsteuer, Grundbuch etc.) = 270.000,- €
    Hinzu kommen dann die Modernisierungsmaßnahmen, die sich nach Deiner ersten Schätzung auf etwa 33.000,- € belaufen werden.

    Was ist mit Fenstern? Fassade? Innenausstattung? Küche? Auf den ersten Blick kommen mir die 33T€ etwas niedrig vor.

    Rechnen wir mal weiter. 270T€ + sagen wir mal 35T€, macht 305T€. Davon ab das EK mit 25T€, macht 280T€ die zu finanzieren sind.

    Das läuft auf eine 100% Finanzierung hinaus, und dementsprechend werden dann auch die Konditionen sein. Hier wird wohl nur eine 10jährige Zinsbindung in Frage kommen, womit der Zinssatz irgendwo zwischen 2,5% und 3% liegen dürfte. Das ergibt dann bei 2% anf. Tilgung eine Belastung von nicht ganz 1.200,- € pro Monat. Das ist durch das Einkommen darstellbar.

    Die möglichen Mieteinkünfte sind nicht so wichtig, da die Kapitaldienstfähigkeit durch das vorhandene Einkommen bereits unproblematisch ist. Bei dieser Finanzierung spielt eher das Thema "Sicherheiten" eine Rolle. Da wird die Bank ganz genau hinschauen, vor allen Dingen was die Planung der Modernisierung betrifft. Sie wird prüfen, in wieweit die Sicherheit werthaltig ist, und wie hoch das Risiko sein wird. Dementsprechend wird sie die Konditionen wählen.

    Fazit: Machbar ist das schon. Ich würde aber allein schon aus Eigeninteresse darauf achten, dass ich zuverlässige Zahlen zur Verfügung habe, insbesondere was die Modernisierungsmaßnahmen betrifft. Hier kann man sich schnell verzetteln oder Kosten falsch einschätzen, und das tut später richtig weh. So wie ich das sehe, wird ein Kapitalbedarf um die 300T€ wohl notwendig. Das muss sich später auch wieder in der Immobilie widerspiegeln, sonst wäre es möglich, dass der Blankoanteil für die Bank zu hoch wird, und sie deswegen lieber Abstand nimmt. Deswegen sollte man einen plausiblen Plan vorlegen können, das dürfte die Verhandlungen erheblich erleichtern.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12
    Themenstarter

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    Hallo Ralf und Danke für die ausführliche Antwort,

    Bei der Rechnung hast du einen kleinen Fehler eingebaut, denn Haus + Courtage + NK kommen auf 260.000€ anstelle der 270.000€. Aber wenn man deine Rechnung als Grundlage nimmt hätte man somit 10.000€ Spielraum bei der Renovierung. Kann man also durchaus so verwenden.

    Ich denke mal es gibt kein offizielles Gutachten für den Verkehrswert (vermutlich nur vom Makler), da mach ich mich aber noch schlau. Bezüglich der Zukunftsplanung haben wir uns schon ausführlich unterhalten und sind uns beide durchaus bewusst, dass meine Partnerin nach einer Elternzeit wieder Arbeiten gehen wird. Das mit dem geplanten Gewerbe habe ich - weder positiv noch negativ - in die Finanzierung einbezogen.

    Hier nur kurz die Info zur sonstigen Ausstattung (bin momentan auf Dienstreise und das Schreiben auf dem Ipad nervt ):

    Fassade ist in Ordnung, Fenster ebenfalls, vorhandene Küche wird weiterverwendet und erweitert, restliche Ausstattung komplett vorhanden

    Wir sind eigentlich schon sehr gut ausgestattet und wollen auch sehr viel selbst renovieren. Durch familiäre Unterstützung und Fachkenntnis sollte das auch machbar sein (selbst das Dach).

    Da meine Hausbank definitiv nicht die günstigste ist will ich mir lieber im Internet Vergleichsangebote zukommen lassen. Da hatte ich sogar schon bei 100% Finanzierung bei einem Kaufpreis von 260.000€ und 15 Jahren Zinsbindung Angebote von 2,8% Zins bei 2% anf. Tilgung.

    Nur wird das in diesem Fall sicherlich nicht einfach, der Bank die "Wertsteigerungen Maßnahmen" zu erläutern. Aber da werde ich nun mal mit der Bank reden und dann weiterschauen. Wir werden uns das sicherlich ganz genau überlegen und auch nichts überstürzen aber zumindest sieht es nicht ganz so schwierig aus wie ich zunächst gedacht hatte.

    PS: Wie schaut das denn mit der Kfw aus? Wohnungseigentumsprogramm ist klar, aber Heizung/Dach werden glaube ich auch gefördert? (Mit niedrigen Zinsen hierfür?)

    Gruß,
    Alex
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  14. #13

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    Was sollen das denn für wertsteigernde Maßnahmen sein und in welchem Umfang (Kosten) sollen diese geschehen?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Hallo Ralf und Danke für die ausführliche Antwort,

    Bei der Rechnung hast du einen kleinen Fehler eingebaut, denn Haus + Courtage + NK kommen auf 260.000€ anstelle der 270.000€.
    Da hast Du Recht. Ich hatte die Provision für´s Forum schon mit eingerechnet.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Bezüglich der Zukunftsplanung haben wir uns schon ausführlich unterhalten und sind uns beide durchaus bewusst, dass meine Partnerin nach einer Elternzeit wieder Arbeiten gehen wird.
    Das ist gut. Daran denken, dass man manche Dinge besser vertraglich regelt. Das hat nichts mit Misstrauen gegenüber dem Partner zu tun, sondern soll nur späteren Ärger, der hoffentlich nie eintritt, helfen zu vermeiden. Klare Verhältnisse waren schon immer von Vorteil.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Das mit dem geplanten Gewerbe habe ich - weder positiv noch negativ - in die Finanzierung einbezogen.
    Ich würde es gar nicht erwähnen. Spielt keine Rolle, bringt Euch keine Vorteile, sondern höchstens Nachteile.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Fassade ist in Ordnung, Fenster ebenfalls, vorhandene Küche wird weiterverwendet und erweitert, restliche Ausstattung komplett vorhanden
    Wer hat das beurteilt? Wenn das Dach 50 Jahre auf dem Buckel hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass kurz-/mittelfristig was saniert werden muss. Ein Dach hält nicht ewig. Das war aber nur ein Beispiel. An einem Haus gibt es genügend Ecken die man sich genauer anschauen muss.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Wir sind eigentlich schon sehr gut ausgestattet und wollen auch sehr viel selbst renovieren. Durch familiäre Unterstützung und Fachkenntnis sollte das auch machbar sein (selbst das Dach).
    Renovierung und Sanierung sind zweierlei Paar Stiefel. Es geht weniger um eine frische Tapete an der Wand, obwohl auch die Kosten verursacht. Du musst ein schlüssiges Konzept vorlegen, und das wird gerade bei Eigenleistungen nicht so einfach. Häuslebauer und Hauskäufer überschätzen oftmals ihre Möglichkeiten, und am Ende ist kein Geld mehr da für notwendige Reparaturen und Sanierungsarbeiten.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Da meine Hausbank definitiv nicht die günstigste ist will ich mir lieber im Internet Vergleichsangebote zukommen lassen. Da hatte ich sogar schon bei 100% Finanzierung bei einem Kaufpreis von 260.000€ und 15 Jahren Zinsbindung Angebote von 2,8% Zins bei 2% anf. Tilgung.
    Vorsicht, nur weil irgendwo im Internet irgendwelche Konditionen stehen, bedeutet das noch lange nicht, dass DU für DIESES Haus diese Konditionen bekommst. Eine Finanzierung ist immer individuell, da spielen sehr viele Faktoren mit rein. Ob es in Deinem Fall für eine 100% Finanzierung reicht, oder ob es vielleicht sogar auf 110% hinausläuft, das kann man mangels Zahlen und Details noch gar nicht beurteilen.

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Nur wird das in diesem Fall sicherlich nicht einfach, der Bank die "Wertsteigerungen Maßnahmen" zu erläutern. Aber da werde ich nun mal mit der Bank reden und dann weiterschauen. Wir werden uns das sicherlich ganz genau überlegen und auch nichts überstürzen aber zumindest sieht es nicht ganz so schwierig aus wie ich zunächst gedacht hatte.
    Auch hier gilt "Vorsicht", was Du unter wertsteigernden Maßnahmen verstehst muss sich nicht zwangsläufig mit den Vorstellungen einer Bank decken. Bei einer neuen Heizung ist das üblicherweise keine Frage, sobald es aber an Ausstattung bzw. Ausstattungsdetails geht, sieht das schon ganz anders aus.
    Noch nebenbei bemerkt, wie alt ist die Heizungsanlage? Muss sie gem. EnEV vielleicht schon entsorgt werden?

    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    PS: Wie schaut das denn mit der Kfw aus? Wohnungseigentumsprogramm ist klar, aber Heizung/Dach werden glaube ich auch gefördert? (Mit niedrigen Zinsen hierfür?)
    Es gibt viele Möglichkeiten. Für die Heizung kämen vielleicht auch Mittel des BaFa in Frage, Förderprogramme der KfW gibt es auch. Dazu findet man alle Details auf deren Webseite. Manchmal gibt es auch noch regionale/kommunale Programme die man nutzen kann. Die Banken vor Ort wissen da (meist) Bescheid.

    Gruß
    Ralf
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  17. #15

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    Es gab oben ja schon viele gute Tips (inbesondere auch zu der nichtwirksamen Kündigung sowie die Vorsicht bei der Sanierungsabschätzung). Ich wollte nur noch auf 2 Punkte eingehen, da vermutlich die größte Hürde die Beleihung von ggf 100+ % des Immowertes ist.
    Zitat Zitat von alexst Beitrag anzeigen
    Angesetzter Kaufpreis ist 230.000€ und schätzungsweise 5.000€ Spielraum wegen der Heizung.
    Oftmals kalkulieren Verkäufer auch mehr als nur 2% Nachlass auf den geforderten Preis ein. Wenn das nicht schon ein ordentlich verhandelter Preis ist, dann schätze ich dass Du den auch noch 10 Tsd weiter drücken könntest wenn Du, wie Du ja schon sagtest, eine sehr zügige Abwicklung und Zahlung in Aussicht stellst. Diese 10 Tsd würden schon viel weiterhelfen, nicht die 100% Finanzierungsmarke zu reißen.

    Falls Du einen Privatkredit von Deinen Eltern (oder ähnlichen Personen) über 10 Tsd bekommen könntest, dann wäre das auch noch eine gute Option, Dein EK zu erhöhen und unter 100% Darlehensumme zu bleiben. Und bei Deinem soliden monatlichen Einkommen etc und den schlechten Alternativverzinsungen, die man sonst so bekommt, könnte das für Deine Eltern ein akzeptables Risiko (denn sie kämen im Fall der Insolvenz o.ä. erst nach der Bank dran) sein.
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