Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 33
  1. #1

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85

    Schlimmer Zustand in Mietshaus 1939

    Ich erbitte Meinungen zu der Elektroinstallation meiner alten Mietswohnung, da der neue Eigentümer uneinsichtig ist.
    Leider habe ich diesen erbärmlichen Zustand erst im Januar festgestellt.
    Seit wann es so etwas für Mietswohnungen nicht mehr zulässig?

    Haus von 1939, 2 Volletagen je ca. 90 m²
    EG: Hauseigentümerin (ca. 87 Jahre)
    OG: Meine Mietswohnung
    DG: nur 3 winzige Gäste-Zimmer mit Küche und Bad

    Zustandsbeschreibung:
    Es gibt keinen Zählerschrank, sondern nur schwarze Bakelitplätze im Keller an der Wand als HV
    EG: Zähler, FI 1 A von ca. 1960 Marke Condor
    OG: Zähler, FI 1 A von ca. 1952 Bild: http://thumbs1.ebaystatic.com/m/m9fK...L9o2kQ/140.jpg
    DG: Zähler mir Originalschild: "unbeglaubigter Zähler. Wer diesen Zähler für Verrechnungszwecke einsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit"
    Über den Zählern sind jeweils Diazed Vorsicherungen mit 25 A.
    Im Keller und DG noch Stoffverkabelung.
    Es gibt keine Haupterdungschiene, auf einer winzigen "Sammelschiene" sind nur die PE-Leiter untereinander verbunden.
    Das Haus hat auch keine Erdung für die Elektroanlage (kein Band- bzw. Staberder)

    Die Verkabelung EG ist neuer als im EG, ca. 1980 mit reichlich Kabel durch die Kellerdecke.
    Degegen geht nur ein einziges (!) 5 x 2,5 mm² ins OG, dort gibt es eine winzige alte UV mit 5 LS 16 A für alles in:
    (1) Schlafzimmer und beide Wohnzimmer
    (2) Küche (mit Waschmaschine) und Bad
    (3-5) Herd Küche
    Nun der Hammer: nachträglich sind 3 Neozed eingebaut, wo aus der Rückwand (!) illegal ein Kabel über die Bodenkammer zu einem Durchlauferhitzer des DG geführt ist.
    D.h. Gäste der Hauseigentümerin duschen auf meine Kosten.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Schlimmer Zustand in Mietshaus 1939

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    03.2004
    Ort
    Franken
    Beruf
    Kabelaffe
    Benutzertitelzusatz
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Beiträge
    23,214
    Zitat Zitat von Altbau1928 Beitrag anzeigen
    Seit wann es so etwas für Mietswohnungen nicht mehr zulässig?
    Haus von 1939, 2 Volletagen je ca. 90 m²
    Ist unbeschränkt zulässig.

    EG: Hauseigentümerin (ca. 87 Jahre)
    Ist zulässig und sogar der Version "alte Hauseigentümerin im OG" vorzuziehen.

    OG: Meine Mietswohnung
    Zumindest fragwürdig. Ich würde jedenfalls an Mathematiker nur Wohnungen in Stockwerken über dem 3,14.OG vermieten...

    DG: nur 3 winzige Gäste-Zimmer mit Küche und Bad
    Wieso "nur"? Ist Luxus pur! Durchaus zulässig.

    Es gibt keinen Zählerschrank, sondern nur schwarze Bakelitplätze im Keller an der Wand als HV
    Zulässig, sofern die Anlage den Anforderungen zum Zeitpunkt der Errichtung entspricht und seitdem weder wesentlich geändert wurde noch eine Nutzungsänderung erfolgt ist.

    EG: Zähler, FI 1 A von ca. 1960 Marke Condor
    Zulässig. Und besser (sicherer) als vieles, was noch bis in die 1980er Jahre neu errichtet wurde!

    OG: Zähler, FI 1 A von ca. 1952 Bild: http://thumbs1.ebaystatic.com/m/m9fK...L9o2kQ/140.jpg
    Ist das wirklich ein Fehlerstromschutzschalter? Oder doch eher ein Fehlerspannungsschutzschalter (FU)?

    DG: Zähler mir Originalschild: "unbeglaubigter Zähler. Wer diesen Zähler für Verrechnungszwecke einsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit"
    Auch das ist heute noch ganz genauso.

    Über den Zählern sind jeweils Diazed Vorsicherungen mit 25 A.
    Wohl eher Zählernachsicherungen. Auch in Ordnung.

    Im Keller und DG noch Stoffverkabelung.
    Kann - ja nach Zustand - durchaus noch in Ordnung sein.

    Es gibt keine Haupterdungschiene, auf einer winzigen "Sammelschiene" sind nur die PE-Leiter untereinander verbunden.
    Das Haus hat auch keine Erdung für die Elektroanlage (kein Band- bzw. Staberder)
    Sicher? Damals wurde gerne auch die Trinkwasserleitung als Erder verwendet.
    Das sollte unbedingt geprüft werden, weil diese durch Umrüstungen oder Korrosion oft nicht mehr (ausreichend) wirksam sind!
    FI/FU wurden damals nämlich NUR als (ggf. lokales) TT-System errichtet.

    Die Verkabelung EG ist neuer als im EG, ca. 1980 mit reichlich Kabel durch die Kellerdecke.
    Degegen geht nur ein einziges (!) 5 x 2,5 mm² ins OG, dort gibt es eine winzige alte UV mit 5 LS 16 A für alles in:
    (1) Schlafzimmer und beide Wohnzimmer
    (2) Küche (mit Waschmaschine) und Bad
    (3-5) Herd Küche
    Kann soweit in Ordnung sein.

    Nun der Hammer: nachträglich sind 3 Neozed eingebaut, wo aus der Rückwand (!) illegal ein Kabel über die Bodenkammer zu einem Durchlauferhitzer des DG geführt ist.
    D.h. Gäste der Hauseigentümerin duschen auf meine Kosten.
    DAS ist allerdings nicht in Ordnung!
    Einerseits wegen der Entziehung elektrischer Energie (Betrieb auf fremde Kosten), andererseits liegt möglicherweise eine Überlastung vor (abhängig von der Leistungsaufnahme des DLE).
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    05.2008
    Ort
    Köln
    Beruf
    Elektrotechniker
    Beiträge
    590
    FI/FU wurden damals nämlich NUR als (ggf. lokales) TT-System errichtet.
    Veto!
    Im hiesigen ehemaligen Netzgebiet des RWE Reisholz war es schon immer so das trotz TN-System ein FI installiert wurde.
    Auch schon in den 60er Jahren! Ab den 6ern war das eigentlich grundsätzlich ein 40/0,5er pro Kundenanlage.

    Alerdings frage ich mich(mit ausname des DH-Anschlußes) ob der Mathematiker eigentlich keine wichtigeren Baustellen hat?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    03.2004
    Ort
    Franken
    Beruf
    Kabelaffe
    Benutzertitelzusatz
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Beiträge
    23,214
    Interessant, danke.

    Das war dann aber keine echte Fehlerstromschutzschaltung (denn bei der durfte es nach VDE keine Verbindung des Hauptschutzleiters der Anlage zum PEN des speisenden Netzes geben, sondern es war stets ein anderweitiger Erder nötig), sondern die (noch jahrzehntelang ungeregelte) sog. "schnelle Nullung".
    Muß dann eine reginale Regelung gemäß der jeweiligen TAB gewesen sein. Vielleicht saß ein Hersteller in der Nähe, der (zwecks Ankurbelung des Umsatzes dieses damals absoluten Nischenprodukts) diesen Passus dort hineingebracht hat...?

    "Schon immer" im Sinne von "seit der Errichtung" kann das bei der genanten Anlage aber noch nicht so gewesen sein.
    Denn zu der Zeit (in den 1930er/1940er-Jahren) waren FI-Schutzschalter noch nicht handelsüblich.
    Die ersten für Haushaltszwecke (Serie "Spinnennetz" von Schupa") gabs wohl ab Anfang der 1950er, es wurden aber noch lange Zeit stattdessen Fehlerspannungsschutzschalter eingesetzt (wenn überhaupt - an sich eben nur entweder in TT-Netzen oder landwirtschaftlichen Betriebsstätten etc.).

    Erst ab den 1960ern begann langsam die "richtige" FI-Zeit. Annähernd flächendeckend verbreitet waren sie erst ab den 1980ern (zumindest in Neuanlagen). Der Großteil aller Bestandsanlagen in TN-Netzen zeichnet sich leider auch heute noch durxch völlige Abwesenheit von Fehlerstromschutzschaltern aus.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    05.2008
    Ort
    Köln
    Beruf
    Elektrotechniker
    Beiträge
    590
    Natürlich ist "schon immer" quatsch.
    "Schon sehr lange" trifft es wohl eher.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85
    Ich wollte nur eine fachliche Beurteilung der Elektroanlage, da der neue Hauseigentümer sich uneinsichtig zeigt.
    Der Schutzschalter "Marke Spinnennetz" ist Fehlerstromschutzschalter mit 25 A / 1 A. Er hat allerdings keine Prüftaste, dafür aber ein graues Rädchen links oben. Wozu dient es?
    Der Anschluß des DLE des DG an der UV des OG erscheint mir fachlich u.a. nicht korrekt, da an der 5 x 2,5 Zuleitung der UV der DLE (25 A), Herd, Wasserkocher,Waschmaschine und Spülmaschine hängen. Die Zuleitung ist bereits mit dem DLE bis an den Rand ausgelastet.
    Sicher, dass die Zuleitung 5 x 2,5 mm² zur UV des OG "in Ordnung sein" kann? Eine ganze Wohnung mit einem solchen dünnen Querschnitt zu versorgen, scheint mir nicht in Ordnung. Zumindest ist der Bestandsschutz nach Anschluss des DLE verloren gegangen. Nach aktueller Bestimmung sind dann 10 mm² erforderlich. Hat jemand bitte die Quelle dazu?
    Der DLE das EG ist auch nachträglich durch ein Kabel im an den alten Bakelit-Hauptverteiler angeschlossen worden. Somi ist der alte FI mit 35 A + 25 A = 60 A hoffnungslos überlastet.
    Bestandsschutz ist also nicht mehr gegeben.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    02.2014
    Ort
    Stockstadt
    Beruf
    selbst.
    Beiträge
    920
    Zitat Zitat von Altbau1928 Beitrag anzeigen
    ...da der neue Hauseigentümer sich uneinsichtig zeigt.....
    ... für oder gegen was und wen??

    Hattest du deine Mietwohnung verbastelt??

    LG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85
    Nein, ich hab ein altes Haus im Ort gekauft was gerade saniert wird. Solange muss ich noch in der Wohnung bleiben. Leider gibt es in der alten Wohnung aber erhebliche Mängel (Tiere auf dem Dachboden, undichtes Dach, nasse Decken und eben die marode Elektroinstallation. Verständlich, dass die 87-jährige Frau da nicht mehr investiert hat. Sie war einsichtig und hatte die Miete reduziert (sie wollte nicht alleine im Haus wohnen). Nach dem Tod der Frau, macht der neue Eigentümer nun Schwierigkeiten.
    Also, wie ist die Insttallation nun einzuschätzen? Gibt es so alte Hautverteilungen ca. 1965 noch öfter, oder sind das Einzelfälle? Bei Eigentümerwechsel wird sich der Besstandsschutz nicht gerade "erhärten".
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
    Registriert seit
    05.2006
    Ort
    84104 Tegernbach
    Beruf
    Elektroinstallateur
    Beiträge
    4,343
    Zitat Zitat von Altbau1928 Beitrag anzeigen
    Somi ist der alte FI mit 35 A + 25 A = 60 A hoffnungslos überlastet.
    Bestandsschutz ist also nicht mehr gegeben.
    ???

    Grüsse
    Jonny

    PS meiner Meinung kannst du hier ausser Änderung des unerlaubten Anschluss(DLE DG), keinerlei Änderungen einfordern.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85
    Das möchte ich auch nicht, das ganze Haus muss grundsaniert werden. Ich ziehe da auch bald aus. Dennoch muss dem Eigentümer klar sein, das die Sicherheit der Anlage schon wegen der fehlenden Erdung grenzwertig ist.
    Aber die Frage mit der Überlastung der FI hatten wir schon an anderer Stelle. Jeder FI hat eine angabe für seine max. Belastbarkeit. Und diese liegt hier bei 25 A. Wenn ja 60 A fliessen, kann das so nicht zulässig sein. Was sagen denn da die Experten unter Euch? Ich hab dafür mal einen neuen Thread aufgemacht.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    feelfree
    Gast
    Wie und wo sollen denn 60A fließen? Oben schriebst du was von 25A Diazed Vorsicherungen. Damit könnten die FIs nicht nicht mal in der Theorie überlastet werden.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85
    Der DLE (35 A) des EG ist nachträglich durch ein Kabel direkt an den betreffenden FI 25A / 1A angeschlossen worden. Zur Absicherung dient ein moderner Neozed-Kasten mit 35 A, der nach 50cm das Kabel unterbricht. Bis dahin gibt es nur noch die Absicherung vor dem FI mit 63 A im HAK.
    Jetzt muß ich aber sehr streng werden!!!!
    Wie kann eine nicht weiter abgesicherte NYM-J Leitung 5x4 mm² (Verlegeart C) bis zu einem Neozed-Kasten mit 35 A fachlich korrekt sein???
    Außerdem ist der alte Bakelit Hauptverteiler, wo die alten FI sitzen teilweise nur mit 4 mm² verkabelt.

    Somit ist der alte FI mit 35 A + 25 A = 60 A hoffnungslos überlastet. Vor dem FI gibt nur noch die Absicherung mit 63 A im HAK.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    feelfree
    Gast
    Der DLE (35 A) des EG ist nachträglich durch ein Kabel direkt an den betreffenden FI 25A / 1A angeschlossen worden.
    Ist der Anschluss vor oder hinter dem FI?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2013
    Ort
    Göttingen
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    85
    Hinter dem FI ohne weitere Sicherung. Dieser alte FI, hat sehr schön gearbeitete Klemmen mit Loch und Schraube (gedrehte Präzisionsschrauben). Vorgesehen ist der Lochdurchmesser für 10 mm². Nun kommt der Hammer: ursprünglich waren da je eine 6 mm² leitungen drin. Da die 4 mm² Leitung für den DLE zusätzlich nicht mehr in das Loch gepasst hätte, so hat der arme Elektriker die bestehende 6 mm²-Leitung gegen eine 4 mm² Leitung ausgetauscht, so dass nun zwei 4 mm² Leitungen in dem Loch sitzen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15
    Avatar von THEO
    Registriert seit
    01.2008
    Ort
    Castrop-Rauxel
    Beruf
    Kaufmann
    Beiträge
    446
    Zitat Zitat von Altbau1928 Beitrag anzeigen
    Das möchte ich auch nicht, das ganze Haus muss grundsaniert werden. Ich ziehe da auch bald aus.
    Zieh doch jetzt aus, wenn Dir das ganze zu windig ist
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen