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  1. #1

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    Noppenbahn die X-te und Kanalrohre

    Hallo,

    wir bauen in einem Neubaugebiet und ich schlendere immer als so über den Platz.

    Dabei fallen mir Dinge auf, die offenbar an der Tagesordnung sind.

    Nun muss ich einfach mal fragen, ob diverse Dinge unter bestimmten Voraussetzungen so zulässig sind oder ob wirklich so viel "gemurkst" wird.

    Fall 1:
    Wird, wie es aussieht ein Fertighaus. Kein Keller. Es wurde ca. 50cm ausgekoffert und mit Schotter gefüllt und verdichtet. Darauf dann etwa 5cm Kies. Da drauf dann eine Noppenbahn (die sieht ca 1-2 dick aus). Dann würde geschalt, Bewehrung rein und die BP gegossen - ca 20cm.

    Ist es nicht egal was und "wie" (also Fertighaus oder massiv) eine Noppenbahn nicht zulässig ist, oder gibt es Fälle, da ist es OK?

    2. Fall:

    Andere Baustelle. Gräben für Abwasserrohr ausgehoben, Rohre rein, Aushub (lehmig, steinig) wieder drauf.

    Muss das nicht in Sand gebettet werden?
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  2. Noppenbahn die X-te und Kanalrohre

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  3. #2
    SteveMartok
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    Noppenbahn reicht nicht aus. Unter die Bewehrung muss eine ,,Sauberkeitsschicht" aus Magerbeton oder eine andere Schicht, die sicherstellt, dass sich die Abstandhalter nicht in den Untergrund drücken und die Bewehrung auf dem Boden aufliegt und somit keine genügende Betondeckung gewährleistet ist.

    Rohre sollten im Sand ohne Grobteile liegen, d.h. vollständig umschlossen. Niemand weiß, wie viele Steine sich beim Abrüteln der Schichten über dem Rohr mit dem 600Kg-Wacker in das Rohr zwängen möchten.

    Allerdings, diese Fragen tauchen immer wieder auf, es ist Gang & Gebe auf Baustellen, diesen Pfusch zu begehen. Besonders das mit der Noppenbahn, Sauberkeitsschichten kennen viele Bauunternehmen gar nicht.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Ich find es erschreckend. Scheinen sich aber genug Bauherren nicht dafür zu interessieren, am falschen Ende zu sparen (keine ordentliche Bauüberwachung).
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  5. #4
    SteveMartok
    Gast
    Das ist normal, das übliche Bauherren-Pärchen baut einmal im Leben, man wälzt Kataloge mit Hochglanzbildern, alles aus einer Hand und garantierte Bauzeit, da achten die Leute einfach nicht drauf. Auch den Einkauf von fremden Sachverstand weiß doch fast niemand. Die meisten vertrauen auf dass, was der Berater oder der Architekt einem erzählen. Die meisten lassen ja nicht mal Ihre Bauverträge prüfen.
    Wen wunderts da, wenn Füllsand eingebaut und darauf ne Noppenbahn mit anschließender Bodenplatte hingedonnert werden? Das interessiert doch keinen wirklich, also wirds so weiter gemacht. Und es funktioniert ja auch. Die ganzen Häuser, die man heute baut, werden eh kaum 100 Jahre überdauern.

    Die Bauherren freun sich, dass der Beton fließt usw., die wollen oft nicht mal hören, dass das nicht aRdT ist, ist denen egal, die wollen sich das nicht madig machen lassen.
    Das Geschrei kommt erst viel später, wenn Fliesen 2 mm Höhenunterschied haben oder die Terrasse nicht bündig mit der Terrassentür gebaut werden kann.
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  6. #5

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    Wieviel sollte man für eine ordentliche Bauüberwachung einplanen? 1-2%, 5% oder gar 15% der Baukosten? Ehrlich gesagt: die kritischen Fehler bei uns auf der Baustelle hat auch die Bauüberwachung nicht gesehen, sie sind erst durch einen dummen Zufall aufgefallen, hätten aber teure Schäden verursachen können. An anderen Stellen hat auch die Bauüberwachung nicht verhindern können, dass die Fehler erst einmal verbaut wurden, und noch einiges an Nacharbeit verursachen. Ein Fehler optischer Art ist gar nicht mehr zu beheben (außer durch Rückbau und Neubau - das ist aber dann doch nicht gerechtfertigt). Und bei der derzeitigen Auslastung diverser Handwerker... da hat man den Eindruck, sie haben alle zuviel Aufträge angenommen, um noch vernünftige Arbeit abzuliefern, und vor allem um für eine eigene Qualitätskontrolle auf dem Bau zu sorgen.
    Schlussfolgerung: eigentlich muss man jeden Tag jemanden haben, der die geleistete Arbeit kontrolliert. Je nachdem, was ansteht bzw. was bereits alles gemacht wurde, muss jeder Handgriff eines Handwerkers überwacht werden. Kostenpunkt, wenn dies eine qualifizierte Fachkraft machen soll?
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  7. #6
    Themenstarter

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    Noppenbahn die X-te und Kanalrohre

    Unsere Bauünerwachung kostet gute 10K. Ist aber jeden Tag min. einmal auf der Baustelle anzutreffen. Je nach Phase und Tätigkeit an einem Tag auch 2 mal vor Ort.

    Auch der Geologe kam zB nach Aushub nochmal und dann nochmal nachdem das Schotterbett fertig war (für eine Lastprügung). Auch der Statiker kam, um sich die Bewehrung anzusehen bevor die BP gegossen werden durfte. Ein entsprechend gutes LV für die Ausschreibung und entsprechende Verträge gehören natürlich auch dazu, dann gibts auch keine Diskussionen über die Ausführung.

    Was vor einem Verschluss oder Versiegelung nicht abgenommen wurde, darf das ausführende Gewerk wieder aufmachen. Länger dauert der Bau deswegen auch nicht, es gibt genug auch an anderen Stellen zu tun. Zu Not muss halt mal ein paar Stunden gewartet werden, aber da müssen alle durch, weil auf wieder aufreißen keiner Lust hat...

    Bei uns haben aktuell die Mauerwerksarbeiten begonnen.

    Klar lassen sich Mängel auch mit guter Bauüberwachung nicht verhindern, wichtig ist halt, dass sie als solche identifiziert, angezeigt und behoben werden.
    Da kann man auch an den falschen geraten. In der Ecke stehen und einen guten Eindruck machen reicht eben nicht.
    Ich hinterfrage zum Beispiel bei meinem Bauüberwacher fast alles, will auch Details wissen, bisher alles super und keine Worthülsen.

    Blind Vertrauen ist auch kein guter Ansatz. Das Vertrauen muss man sich schon erarbeiten. Empfehlungen und gute unabhängige(!) Referenzen vorausgesetzt.
    Bekommt man eine Referenz von jemandem genannt, ist eh klar was man von der zu hören bekommt. Gesundes Misstrauen sollte auch nicht fehlen.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von SteveMartok Beitrag anzeigen
    Noppenbahn reicht nicht aus. Unter die Bewehrung muss eine ,,Sauberkeitsschicht" aus Magerbeton oder eine andere Schicht, die sicherstellt, dass sich die Abstandhalter nicht in den Untergrund drücken und die Bewehrung auf dem Boden aufliegt und somit keine genügende Betondeckung gewährleistet ist.
    Noppenbahn oder irgendeine andere Folie kann reichen, wenn die Betonüberdeckung anders gesichert ist und zusätzlich ein Ringerder eingebaut wird ... Wenn eine Kapilarbrechende Schicht unter den BP ist, dann ist unabhängig, wie verhindert wird, dass der Beton in die Schicht einsickert, ein Ringerder fällig. Damit bringe ich jedesmal bei der Qualitätsüberwachung den Bau erstmal zum stehen, in dem ich vor dem Betonieren die (auch mittlerweile von den EVU) geforderte Dokumentation verlange, die meist nicht vorhanden ist und wenn doch durchfällt. Und da befinden wir uns erst nach dem Eisenflechten der Bodenplatte ....
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  9. #8
    Themenstarter

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    Also gut Esstisch ausnahmen, bei der eine Noppenbahn verwendet werden darf?

    Wenn ein Ringerder ist under dem Schotter tatsächlich verlegt worden.
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9
    Themenstarter

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    "Gibt es doch Ausnahmen"
    Wie ich oben auf den Esstisch gekommen bin kann ich nur durch geistige Abwesenheit erklären
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  12. #10
    Inkognito
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    Zitat Zitat von SteveMartok Beitrag anzeigen
    Noppenbahn reicht nicht aus. Unter die Bewehrung muss eine ,,Sauberkeitsschicht" aus Magerbeton oder eine andere Schicht, die sicherstellt, dass sich die Abstandhalter nicht in den Untergrund drücken und die Bewehrung auf dem Boden aufliegt und somit keine genügende Betondeckung gewährleistet ist.
    Also, ganz für sich genommen ist diese Aussage nicht korrekt. Man kann, wenn man gegen einen unebenen Untergrund betoniert, auch auf eine Sauberkeitsschicht verzichten, nur ist dazu die Betondeckung zu erhöhen und das ist es, was wohl keiner macht. Vor allem hat das auch Einflüsse auf solche Dinge wie die Rissbreitenbeschränkung. In diesem Zusammenhang ist das ganze noch ungünstiger, eine Noppenfolie sorgt geradezu für eine Verzahnung mit dem Untergrund - dies maximiert den auftretenden Zwang im Bauteil.
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