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Fundament für Vorsatzschale

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  1. #1

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    Fundament für Vorsatzschale

    Liebe Mitglieder(innen),

    ich hoffe meine Frage ist in dieser Kategorie richtig! Wir wollen unser Haus BJ 1900, Mauerwerk aus Vollziegel auf Bruchsteinfundament(Sandstein) mit einer Vorsatzschale und Dämmung versehen. Die Vorsatzschale soll aus Verblendern/Klinkern erstellt werden.

    Das Fundament dazu möchte ich in Eigenleistung erstellen. Die Restlichen Arbeiten werden von einem erfahrenen Mauerer ausgeführt.

    Das Fundament des Gebäudes ist nicht sonderlich tief unterhalb des Bodenniveaus. Teilweise ist Unterkante Fundament = Oberkante Gelände teilweise ist UK Fundament 20-30 cm unter OK Gelände . Das war aber scheinbar 114 Jahre lang kein Problem. Es wird nur beim erstellen eines Fundaments davor zum Problem.

    Mein Mauerer meinte ich soll abschnittsweise 80 cm auskoffern und dann abschnittsweise betonieren. Das klappt nicht sonderlich gut da die einzelnen Steine abrutschen wenn man davor den Boden ausheben würde.

    Die geforderten 80 cm werden meines Verständnisses nach gemacht um Frostsicherheit herzustellen. Da mein Nachbar zufällig BauIng(Statiker) ist der früher mal Maurer war habe ich ihn zu dem Problem befragt. Er sagte mir dass er das gleiche was ich jetzt vorhabe bei seinem Haus vor 40 Jahren gemacht hat. Er hat damals eine Bodenuntersuchung machen lassen bei der festgestellt wurde dass der Boden so wasserdurchlässig ist dass eine frostfreie Gründung nicht unbedingt erforderlich sei. Sein Fundament ist nur 30 cm tief. Sein Haus hat damit keine Probleme.

    Ich würde aus Umsetzbarkeitsgründen das Fundament nur 30 cm stark bauen und mit einer entsprechenden Bewehrung versehen. Wäre es sinnvoll danach aus "Sicherheitsgründen" nochmal eine Perimeterdämmplatte vor dem Fundament 100cm tief in den Boden einzubauen? Das müsste natürlich wieder abschnittsweise geschehen, aber die Probleme des Abrutschens einzelner Steine habe ich dann ja nicht mehr.

    Meine Überlegung ist dass, nach der Fertigstellung der Vorsatzschale mit Wärmedämmung das Haus ja weiterhin Wärme an das Erdreich abgibt. Diese Wärme sollte ausreichen um das Fundament frostfrei zu halten wenn ich das Fundament von außen mit einer Wärmedämmung versehe. Funktioniert das so? Wie kann ich das Fundament "nach oben" dämmen? Ich müsste ja eine Dämmschicht horizontal durch die Vorsatzschale haben um an die zwischen den Schalen liegende Dämmung anzuschließen.

    Vielen Dank fürs Lesen! Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen oder Ideen dazu?

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan
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  2. Fundament für Vorsatzschale

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  3. #2

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    Zitat Zitat von anection Beitrag anzeigen
    Unterkante Fundament = Oberkante Gelände teilweise ist UK Fundament 20-30 cm unter OK Gelände ......

    Mein Mauerer meinte ich soll abschnittsweise 80 cm auskoffern und dann abschnittsweise betonieren.
    Dein Maurer hat zwar im Grundsatz recht, sich aber leider nicht um Dein konkretes Vorhaben geschert!

    Ein Haus, das ein anderes Haus umhüllt (das hast Du ja vor) ist nicht mal eben erstellt.

    Ich würde eher zu solchen Systemen greifen
    http://www.jordahl.de/fileadmin/reda...dmauerwerk.pdf

    Und mal prüfen, was an Deinem Haus noch so an bauphysikalischen Kinken vorhanden sein könnte, die einer Verblendung entgegen stehen!
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  4. #3

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    Ralf, das Haus ist von 1900. Wo willste denn da Konsolanker festschrauben?

    @anection: Dein Nachbar hat das Richtige getan. Lass auch Deinen Baugrund auf Frostsicherheit überprüfen. Wenn die gegeben ist, kann das Fundament für den Verblender (wahrscheinlich) auf die gleiche Gründungstiefe wie das vorhandene gegründet werden. Lass Dir von einem Statiker eine Statik für die Streifen und einen Ausführungsplan nach DIN 4123 machen. Ansonsten müsste zuerst das ganze Haus abschnittsweise unterfangen werden, das willst Du bestimmt nicht bezahlen.
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  5. #4

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    Thomas - Auch 1900 wurde schon mit Ziegeln gemauert (Ich weiß, weißt Du auch )
    Ob die Konsolen die Konsolen darin befetigbar sind, müsste man prüfen.

    Aber einer solchen Gründung daneben eine weitere Last, die sich anders setzen wird und gleichzeitig am Haus rückverankert werden muss, zu gründen, wäre für mich die letzte Alternative.
    Vorher würde ich noch über WDVS + Kleberiemchen nachdenken.
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  6. #5

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    Ralf, die Konsolen haben mit Sicherheit keine Zulassung für Mauerwerk unbekannter Güte. Nach meiner Erfahrung ist vor allem der Mörtel nach 120 Jahren der Schwachpunkt. Selbst wenn man für einen Neubau nachweisen könnte, dass über Auflast und/oder Reibung die Anker funktionieren würden, würde ich bei so altem Mauerwerk NIEMALS dazu raten.

    Die Setzungen durch die Vorsatzschale werden sich bei tragfähigem Boden im kaum messbaren Bereich bewegen, jedenfalls, wenn das Fundament breit genug ist. Das muss man halt untersuchen.
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