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Alter Dielenboden noch zu retten oder komplett ersetzen?

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  1. #1

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    Alter Dielenboden noch zu retten oder komplett ersetzen?

    Hallo liebe Bauexperten und Expertinnen,

    nachdem ich bislang nur stiller Mitleser war und ich schon viele Tipps und Hinweise durch die Antworten auf Fragen anderer Teilnehmer erhalten habe, musste ich mich nun doch selbst anmelden, da ich momentan vor einem "kleinen" Problem stehe.

    Vor wenigen Monaten haben wir ein 110 Jahre altes Häuschen gekauft, welches wir bis zum nächsten Sommer sanieren wollen. Ein Punkt auf unserer Liste ist der Fußboden. In unserem Wohnbereich (1.OG und DG) liegen überall alte Dielen, die bislang unter Teppich oder PVC und Verlegeplatten bzw. Hartfaserplatten versteckt waren. Bislang hatten wir vor die Dielen zu schleifen, doch nachdem wir sie jetzt in einigen Räumen freigelegt haben, sind wir unsicher, ob das ganze überhaupt Sinn macht oder wir den Boden besser gleich ganz austauschen.
    Zum einen sind die Dielen recht uneben, zum anderen haben einige vor allem an den Enden doch schon ein paar stärkere Macken. Im Prinzip stören uns die Macken auch nicht. Es ist ein altes Haus und da darf der Boden auch ruhig etwas älter aussehen und ein paar Blessuren haben (haben wir die nicht mit den Jahren auch alle bekommen?). Nun kommen allerdings noch Holzwurmspuren hinzu, welche uns doch sehr am Sinn der Aufarbeitung zweifeln lassen. Eine recht ausgetretene Diele habe ich an einer Stelle mal mit einem Schwingschleifer und 40er & 80er Schleifpapier bearbeitet. Die Schüsselung war damit durchaus wieder in den Griff zu bekommen, doch tauchten beim schleifen plötzlich Wurmspuren auf, die oberflächlich nicht zu sehen waren.

    Deshalb meine Frage: Lohnt sich der Schleifaufwand oder sollten wir die Dielen komplett ersetzten? Oder reicht es vielleicht auch nur die schadhaften Dielen, also die mit Wurmspuren, auszutauschen oder sieht man da später immer einen Unterschied? Kann man alternativ die Wurmspuren vielleicht sogar noch "beseitigen"?
    Ich habe mal Bilder angehangen, um vielleicht einen besseren Eindruck zu bekommen.

    Wie der Fußboden aufgebaut ist kann ich leider noch nicht sagen. Wir haben bislang noch keine Dielen hochgenommen, wollten das aber ohnehin tun, da wir denken, dass es sinnvoll wäre eine Dämmung einzubringen. Sehen kann ich nur, dass die Dielen offenbar direkt auf die Balken genagelt wurden, ca. 28mm dick sind und sich recht wenig durchbiegen und nur vereinzelt knarzen.

    Sollten die Tipps in Richtung "Austausch" gehen, gleich noch meine nächste Frage: Welches Holz bietet den besten Kompromiss aus Haltbarkeit und günstig? Ich habe Dielen aus Kiefer (25mm stark, 137mm breit und zwischen 2900 - 5000mm lang) angeboten bekommen und finde sie optisch auch ganz schön, weiß aber nicht ob das etwas "haltbares" ist und was das pro m² kosten darf.

    Ups, doch etwas länger geworden.
    Sollte ich wichtige Angaben vergessen haben, bitte ich um Nachsicht, ich reiche die Infos gerne nach.

    Vorab schon mal Danke für alle Tipps, Hinweise und Einschätzungen.

    Gruß Wynton

    PS: Es handelt sich um insgesamt ca. 95m² Dielenboden
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  2. Alter Dielenboden noch zu retten oder komplett ersetzen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von Flocke
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    Der Aufwand für rausreißen und neu verlegen ist ungleich höher und deutlich teurer als ein professioneller Schliff.
    So sich die Fraßgänge im Rahmen halten ist ein alter Boden qualitativ hochwertiger und ein wichtiger Zeitzeuge. >Mit neu verlegten Dielen kann man den Charme eines alten Hauses zerstören.
    Wichtig ist nur das wirklich sauber geschliffen wird. Ein paar Milimeter kann man da locker runternehmen. Anschließend Ölen und einpolieren und ein wunderbarer Boden begleitet einen durch die nächsten Jahrzehnte
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  4. #3

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    Schleif den Boden sauber, schraub mit Dielenschrauben die Dielen nach und lass sie gut mit Öl ein. Ich sehe da wenig Probleme... Biegen sich die Dielen bös durch wenn du drauf stehst? Ich habe so einen Holzboden... Wunderschön und fußwarm
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  5. #4

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    Zitat Zitat von H.PF Beitrag anzeigen
    Biegen sich die Dielen bös durch wenn du drauf stehst? Ich habe so einen Holzboden...
    Dann sind Nut und Feder gebrochen und Du solltest über einen Austausch nachdenken. *GanzGanzSchnellWeg*
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  6. #5
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    Hallo,

    ui, das ging ja schnell mit den Antworten, vielen Dank.
    Ich glaube ich muss noch mal bessere Bilder machen, wenn ich wieder im Haus bin. Mir fällt selbst auf, dass es auf den Fotos besser aussieht als vor Ort.

    Zur Biegung der Dielen: Sie knarzen zwar vereinzelt, mir ist aber nicht aufgefallen, dass sie sich besonders stark durchbiegen. Ich denke Seekrank muss niemand auf ihnen werden.

    Zum Verschrauben: Sollte ich die Dielen einfach dort nachschrauben wo sich jetzt lose Nägel befinden oder die Dielen besser hochnehmen und dabei neu verschrauben? Wenn ich sie ohnehin hochnehme, würde ich gerne gleich auch noch eine Dämmung einbringen, um den Trittschall etwas zu mildern. Im DG werden nämlich neben Arbeitszimmer und Schlafzimmer auch zwei Kinderzimmer entstehen und da könnte es in der Etage darunter sicherlich etwas lauter werden ;-)
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  7. #6

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    Die Dielen NICHT hochnehmen, wenn die Liegenbleiben sollen ... dann sind sie meist Schrott.

    Vor dem Schleifen: Bei den knarrenden Dielen die Nägel nachschlagen (Senkstift+Hammer). Knarren sie immer noch oder bald wieder, in nagelnähe nachschrauben und Nägel wieder nachschlagen. Wenn die Dielen sehr "rund" sind gleich nachschrauben und dann die Nägel nachschlagen. Alle Metallteile in den Dielen entweder raus (Kleinstnägel ...) oder grade soweit versenken, dass die Köpfe eben nicht angeschliffen werden (das Band wird es danken).

    Dielen, die sich beim drüberlaufen untereinander bewegen haben gebrochene Federn ... ist es ratsam, wenn ich mir Dielen so anschauen und die Stärke schätze, einen Austausch anzusagen.
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  8. #7

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    Zum Nachschrauben bitte Dielenschrauben von Reca nehmen. Das sind meines Wissens die Einzigen mit zwei Gewindesteigungen. Erst steil und danach flacher. Durch diese 2 unterschiedlichen Gewinde zieht sich das Brett richtig fest an die Unterlage ran und durch das Vollgewinde kann es auch nicht quitschen. Bitte keine Teilgewindeschrauben nehmen, die können quitschen...
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  9. #8

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    Dielenschrauben von Reca nehmen. Das sind meines Wissens die Einzigen mit zwei Gewindesteigungen.
    siehe NUBs Punkt 7

    googelt man nach "Dielenschrauben zwei Gewindesteigungen" gibt es auch andere Hersteller.
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  10. #9

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    Ich würde die Dielen auch nicht rausnehmen. Wenn in dem einen oder anderen Raum der Aufwand zu hoch fürs Schleifen und Nachbearbeiten scheint, kann man auch Laminat oder Parkett schwimmend mit entsprechender Unterlage verlegen. Den dann allerdings quer zur Verlegerichtung der alten Dielen legen und alle Dielen vorher nachschrauben.
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  11. #10
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    Hallo,

    also wegen passender Schrauben werde ich noch mal sehen. Reca kenne ich bislang nicht, "zwei Gewindesteigungen" werde ich aber beherzigen.
    Ich war heute extra noch kurz im Haus und bin den Boden abgelaufen, wegen des Durchbiegens. Wenn ich ehrlich sein soll, da tut sich nicht viel und der Boden macht einen sehr festen Eindruck. Mal das typische Knarzgeräusch aber sonst nix.
    Außerdem habe ich ein weiteres Stück probehalber geschliffen. Jetzt aber mit einem Trennschleifer. Das Ergebnis lässt sich schon sehen. Lediglich die Fraßspuren sind noch gut sichtbar (habe bislang nur an einer Diele rumprobiert), scheinen aber nicht sehr tief.
    Frage: Wieviel darf ich später denn wegschleifen? Habe gemessen: Die Dielen sind 30mm dick, 155mm breit und ca. alle 900mm jeweils 2x genagelt.

    VG
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  12. #11
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    Wenn schleifen, dann bitte mit vernünftigen Gerät. Winkelschleifer gehört garantiert nicht dazu.
    Man kann bedenkenlos einige Milimeter runter nehmen. Nägel vorher versenken, Schüsselung rausschleifen, dann in mehreren Gängen bis auf eine feine Körnung reduzieren und zum Schluß mit Tellerschleifer und 120er Schleifgitter den Feinschliff. Nach dem schleifen satt Öl aufziehen und einspachteln, dann mit Polierpad die Fläche bearbeiten. Ölung nach Trocknung wiederholen und noch einmal padden
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  13. #12
    Themenstarter

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    Hallo,

    ja, ich hatte nicht vor den Boden mit einem Winkelschleifer zu "behandeln". Da meine Frau sich aber momentan noch nicht so ganz vorstellen kann, dass der Boden irgendwann mal wieder nach geraden Holzbrettern aussehen könnte und ein "Probeschliff" (ca. 30cm) mit (m)einem Schwingschleifer Ewigkeiten dauerte und kein wirklich schönes Ergebnis lieferte, habe ich heute weitere 30cm mit dem Winkelschleifer "misshandelt". Und wie bereits geschrieben, das Stück sieht auch schon wieder ganz gut aus - lediglich die Fraßspuren sind noch sichtbar, scheinen aber nicht sehr tief. Die Flex kam also nur zum Einsatz, um sich besser vorstellen zu können, wie das Holz unter der Oberfläche aussieht und um zu sehen wie tief die Gänge (wenigstens in der betroffenen Diele) sind.
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  14. #13

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    Ein alter Dielenboden neu aufgearbeitet sieht sehr schön aus, ist aber verdammt viel Arbeit.
    Google mal nach "Parkett abschleifen" oder "professionelle Walzenschleifmaschine".
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  16. #14

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    Wir haben damals unseren Dielenboden im alten Zechenhaus komplett abschleifen lassen. Der sah schlimmer aus. Dick Ochsenblut Farbe drauf, Dielen stark hochgebogen, habe leider keine alten Fotos, aber das war richtig grausam. Aufgearbeitet sah der super aus. Was Du nicht wegbekommst, was aber den Charme ausmacht sind die Fugen zwischen den Brettern und eine evtl. Nachgiebigkeit der Fläche.

    Auf die Idee den selber zu schleifen, wäre ich allerdings nie gekommen. Ich bin begeisterter Selbermacher, aber z.B. Wände putzen oder Dielen schleifen sind Sachen die man ein paarmal gemacht haben muss bis sie akzeptabel aussehen und ziemlich oft gemacht haben muss, damit sie gut aussehen. Der Boden war zudem geölt und gewachst, das Ölen hätte ich noch hinbekommen, beim Wachs wäre mir schon nicht mehr klar gewesen, dass hömeopathische Dosen das Maß der Dinge sind.

    Also, wenn Euch der Dielenboden gefällt und es keine Frage wäre ihn drin zu lassen wenn er neu wäre, dann lass Ihn aufarbeiten. Mit Betonung auf "lass". Ein Profi bekommt den Boden glatt und vernünftig eingepflegt. Du müsstest Dir um es halbwegs vernünftig zu machen eh einen großen Schleifer, Randschleifer, Staubsauger, Rotex o.ä. und Poliermaschienen mieten. So viel günstiger wird selber machen dann auch nicht.
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  17. #15
    Avatar von sniper
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    moin wynton

    die kunst beim bodenschleifen ist das bedienen der der großen walzenschleifmaschine ,mit dem teil kannst du dir derbe wellen reinschleifen ,wenn dir das "händchen" fehlt ,man sieht es erst, wenn lack oder öl drauf ist

    später ärgerst du dich über das ergebniss ,was du dir dann dein leben lang ansehen musst
    Geändert von sniper (10.08.2014 um 13:37 Uhr) Grund: ,,,,,,,,,,
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