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100% Vorauszahlung für Sonderwünsche

Diskutiere 100% Vorauszahlung für Sonderwünsche im Forum Bauvertrag auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    100% Vorauszahlung für Sonderwünsche

    Hallo, bin hier neu und habe gleich mal eine Frage:

    Kauf eines Reihenendhauses über einen Bauträger, Vertrag ist beim Notar schon durch. Lt. Vertrag und Baubeschreibung hat der Bauträger nichts mit Sonderwünschen am Hut.
    Der Bauträger hat zum Erstellen der Häuser ein Bauunternehmen beauftragt. Jetzt steht die Bemusterung an und es besteht die Möglichkeit seine Sonderwünsche, die man abweichend vom
    Standard hat, zu äußern (Fußbodenheizung, Fließen, Türen usw.). Diese Sonderwünsche verhandelt man direkt mit dem Bauunternehmen, also ein zweiter Vertrag.

    Das Bauunternehmen verlangt nun die 100% Vorauszahlung der Sonderwünsche. Ist sowas üblich? Was für Sicherheiten gibt es denn da für den Käufer? Alternativen gibt es keine, entweder
    es wird so gemacht, oder es gibt KEINE Sonderwünsche. Das ist doch schon fast Erpressung...

    Bin für jeden Tipp dankbar.
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  2. 100% Vorauszahlung für Sonderwünsche

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  3. #2

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    hat mal was vernünftiges gelernt
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    Drum prüfe wer sich ewig bindet...
    Klingt hart, aber darum lässt man Kaufverträge prüfen.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Also der 2. Vertrag über die Sonderwünsche ist noch nicht geschlossen, mit dem Kaufvertrag an sich ist es ja soweit in Ordnung.
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  5. #4
    wasweissich
    Gast
    ...............mit dem Kaufvertrag an sich ist es ja soweit in Ordnung.
    eben nicht .

    wäre es so , würdest du jetzt nicht hier posten und nicht wissen was nun richtig ist .
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Wie es klingt, ist in deinem Vertrag durchaus vorgesehen, dass du Sonderwünsche äußern darfst. Also muss der BT dafür sorgen, dass dies auch unter zumutbaren Bedingungen geschieht.

    Zunächst müsste (durch einen RA) geprüft werden, ob es im Vertrag überhaupt in zulässiger und wirksamer Weise vereinbart wurde, dass Sonderwünsche durch eine andere Firma erfüllt werden, die nicht dein Kaufvertragspartner ist.

    Wenn Mandanten mit einer solchen Vertragsklausel vor Vertragsabschluss zu mir kommen würden, würde ich übrigens dringend davon abraten, da man dann bei Schäden zwei mögliche Verursacher/Verantwortliche hat. Daraus resultieren Beweis- und Prozessprobleme. Nun ja, du hast den Vertrag ja leider schon unterschrieben.

    Wenn die Vertragsklausel wirksam sein sollte:

    Wende dich schriftlich an deinen Vertragspartner, den BT, schildere ihm das Problem und fordere ihn fristsetzend auf, dafür Sorge zu tragen dass dessen Subunternehmer im Hinblick auf die Sonderwünsche akzeptable Vertragsbedingungen stellt, die nicht in unzumutbarer Weise vom Grundgedanken der gesetzlichen Regelungen (§ 307 BGB) abweichen.

    Eine Vorleistungspflicht des Bestellers widerspricht dem Grundgedanken des BGB.

    Wenn er dies nicht tut: Rechtsanwalt einschalten.

    Auf keinen Fall einen Werkvertrag über Sonderwünsche mit einer Vorleistungspflicht deinerseits abschließen. Das ist aus meiner Sicht ein no go!
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  7. #6
    Themenstarter

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    Es ist so, das im Kaufvertrag unter dem § Sonderwünsche & Eigenleistungen auf die Grundlagenurkunde verwiesen wird. Dort heißt es, das für Sonderwünsche und Eigenleistungen keine Gewährleistung übernommen wird, mehr steht da nicht. Bei wem die die Sonderwünsche anzumelden sind, bzw. an wen diese zu zahlen sind geht nicht daraus hervor.

    Kürzlich hat sich aber das Bauunternehmen gemeldet und zur Bemusterung und individuellen Planung des Hauses geladen. Mündlich wurde mitgeteilt, das die Sonderwünsche zu 100% als Vorauszahlung zu leisten sind (nach Abzug der Bauträgerleistungen natürlich), aber an das Bauunternehmen und nicht an den Bauträger.
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  8. #7

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    Ohman... wieso unterschreibt man SO einen Vertrag? Du hast da ganz schön ins Klo gegriffen.

    Wer hat DEN denn geprüft?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von cafemann77 Beitrag anzeigen
    Dort heißt es, das für Sonderwünsche und Eigenleistungen keine Gewährleistung übernommen wird, mehr steht da nicht.
    Gilt die Fußbodenheizung als Sonderleistung? Wenn man eine Fußbodenheizung nimmt, wird also die Gewährleistung ausgeschlossen?
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  10. #9
    wasweissich
    Gast
    Dort heißt es, das für Sonderwünsche und Eigenleistungen keine Gewährleistung übernommen wird,
    ein sehr geschickter schachzug des BT . da die grundausstattung zu sonderwünschen einlädt , wird an vielen kleinigkeiten etwas verändert . und somit ist der bauträger ganz fein raus , weil er immer wieder auf genau diese klausel verweisen wird . und du wirst schwerlich nachweisen können , dass es mit deinen sonderwünschen keine berührungspunkte gibt .

    wie H.PF schreibt ,
    Du hast da ganz schön ins Klo gegriffen.
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  11. #10
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    Zitat Zitat von H.PF Beitrag anzeigen
    Ohman... wieso unterschreibt man SO einen Vertrag? Du hast da ganz schön ins Klo gegriffen.

    Wer hat DEN denn geprüft?
    Wie wird sowas denn deiner Meinung nach richtig gelöst und formuliert?
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  12. #11

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    Meine Meinung interessiert da nicht sondern es interessiert die Meinung des Rechtsanwaltes dem man so einen Vertrag vorlegt zur Prüfung wenn man keine Ahnung davon hat. Du solltest dir schon mal einen fähigen Anwalt suchen und die Kosten mit einkalkulieren...
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  13. #12

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    Ist es überhaupt rechtens? Keine Gewährleistung geht ja nicht einfach so auszuschließen, oder irre ich?
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  14. #13

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    das für eigenleistung keine haftung übernommen wird, ist logisch, aber sonderwünsche. scheint ein merkwürdiger bt zu sein mit sonderbaren vertragsformulierungen. am ende stehst du noch ohne gewährleistung für das gesamte objekt da, wenn die sonderwünsche xx % der bausumme überschreitet und der bt nach seiner sichtweise für nichts mehr verantwortlich ist.

    du brauchst einen anwalt. vielleicht sind im hauptvertrag schon ein paar juristische korken.
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  16. #14
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Eine Vertragsklausel in der es heißt, dass für Sonderwünsche keine Gewährleistung übernommen wird, ist wegen unzumutbarer Benachteiligung gemäß § 307 BGB unwirksam. Das gilt auch für notarielle Verträge.

    Wenn Sonderwünsche im Vertrag nicht ausgeschlossen, sondern als möglich erwähnt sind, hat der BT sie dir auch (im Rahmen des Zumutbaren) zu ermöglichen. Darauf, dass du diese in separaten Verträgen (auch noch mit Vorkasse!) mit einem dir fremden Bauunternehmen vereinbaren sollst, brauchst du dich nicht einzulassen. Das führt allein schon aus Gewährleistungsgründen und wegen der bei sonderwünschen erforderlichen planerischen Abstimmung zu für dich unzumutbaren Problemen. Von so einem Vertragskonstrukt rate ich dringend ab! Halte dich an deinen Vertragspartner, den BT.


    Wende dich mit deiner Liste der Sonderwünsche und Sonderausstattungen an deinen BT und fordere ihn fristsetzend auf, mit dir bezüglich der Sonderwünsche eine entsprechende vertragliche Zusatzvereinbarung abzuschließen und biete ihm vorsorglich an, dies, soweit rechtlich erforderlich, ggf. auch im Rahmen einer ergänzenden notariellen Beurkundung durchzuführen.

    Lässt er die Frist ungenutzt verstreichen, schalte einen RA ein.

    Die Unwirksamkeit der Klausel, dass für Sonderwünsche keine Gewährleistung übernommen wird, würde ich erstmal nicht erwähnen, denn das verkompliziert nur die Verhandlungen. Du solltest aber darauf achten, dass sowas nicht auch im etwaigen Sonderwunsch-Vertrag mit deinem BT steht.
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  17. #15

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    Nehmen wir mal, der BT springt ggf. unter anwaltlichem Druck darauf:
    Zitat Zitat von Ralf Wortmann Beitrag anzeigen
    Wende dich mit deiner Liste der Sonderwünsche und Sonderausstattungen an deinen BT und fordere ihn fristsetzend auf, mit dir bezüglich der Sonderwünsche eine entsprechende vertragliche Zusatzvereinbarung abzuschließen und biete ihm vorsorglich an, dies, soweit rechtlich erforderlich, ggf. auch im Rahmen einer ergänzenden notariellen Beurkundung durchzuführen.
    an, dann weiß ich, was passiert!

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    Nennt sich Abwehrangebot
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