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  1. #1

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    Kehlbalkendeckendämmung - KISS

    Hallo,

    ich habe heute mit einem Zimmermann und Trockenbauer zum Thema Dämmung einer Kehlbalkendecke und daran anschließender Dachschräge im Geschoss darunter gesprochen. Uns geht es um eine kostengünstige Version, die aufgrund der einfachen Bauart preiswert ist und auch fehlerunanfällig. Aus diversen Beiträgen hier im Forum habe ich herausgelesen, dass Feuchteprobleme bei einem ungedämmten Spitzboden häufig einer schlampigen Ausführung geschuldet sind.

    Folgendes kam bei diesem Gespräch heraus:

    - Die Dachsparren werden auf die statisch nötige Dimension ausgelegt und nicht zur Unterbringung von Dämmung bemessen
    - Im OG werden die Sparren so weit aufgedoppelt, dass die unterseitige Beplankung die Fußpfette überdeckt. Man hat damit im Trockenbau keine (teure) Fummelarbeit bei der Verkleidung der Fußpfette und kann die Dämmdicke auf das gewünschte Maß anheben, ohne für den kompletten Dachstuhl einen unnötig dicken Holzquerschnitt zu bezahlen
    - Die Kehlbalkendecke wird an der Unterseite mit OSB-Platten versehen, die aufgedoppelten Dachsparren auch. Die Plattenstöße werden verklebt und die Ränder an die Wände angeschlossen. Obwohl die Kehlbalken mittig noch auf einer tragenden Wand aufliegen werden die OSB-Platten auch über die Wände geführt und dann die Sparren samt OSB-Platten zur Auflage auf der tragenden Wand unterfüttert. Es gibt damit erstmal keine Durchdringung der luftdichten Ebene mehr und da es keine Durchdringung gibt, ist der Verlegeaufwand der OSB-Platten auch überschaubar.
    - Als Dämmung wird vom Spitzboden aus eine Einblasdämmung verwendet. Die Gefache des Daches sind von oben gut zugänglich und mit einer Einblasdämmung schnell gefüllt. Die Kehlbalkendecke wird ebenfalls ausgeblasen, was angeblich preislich günstiger wird als wenn man dort Dämmwolle ausrollen wollte - die Einblasmaschine ist ohnehin vor Ort
    - Unterseitig wird dann noch eine Lattung und Beplankung angebracht, die dann den Spalt zwischen OSB-Platten und Maueroberkanten abdeckt.

    Gibt es bei dieser Vorgehensweise Verbesserungsvorschläge?

    Bei der Zugangsmöglichkeit zum Spitzboden haben wir noch keine befriedigende Lösung für mich gefunden. Auf der einen Seite möchte ich den Einbau einer Bodeneinschubtreppe vermeiden, da diese zum einen in entsprechender luftdichten Qualität nicht billig sind, zum anderen aber auch einen Schwachpunkt in der Luftdichtheit darstellen und daher wieder fehleranfällig sind. Auf der anderen Seite ist uns aber keine befriedigende und praktikable Lösung für einen Zugang vom Giebel aus gekommen. Vielleicht hat hier der eine oder andere noch eine Idee dazu.

    Gruß,

    Bolanger
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  2. Kehlbalkendeckendämmung - KISS

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Unterspannbahn verbaut? Wat sagt der Statikus zum raumseitigen Aufdoppeln? Zugang über Giebel? Sieht nur nicht schön aus. Leute mit Verstand bekommen ne Bodenluke eingebaut, ohne erhebliches Fehlerpotential.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Kalle88 Beitrag anzeigen
    Unterspannbahn verbaut?
    Mit der Unterspannbahn sind wir noch unsicher. Laut Zimmermann und Trockenbauer kann man auch mit Unterspannbahn einblasen. ich habe da eher Bedenken und würde im unteren Bereich der Sparren Holzplatten auf die Sparren schrauben. Ob DWD oder Holzfaser ist offen. Im oberen Bereich kommt eine Unterspannbahn und der Dickenunterschied wird dann vor Aufbringen Unterspannbahn mit Holz ausgeglichen.

    Zitat Zitat von Kalle88 Beitrag anzeigen
    Wat sagt der Statikus zum raumseitigen Aufdoppeln?
    Der wird nicht gefragt, dem wird nur gesagt ;-) Der soll die Statik der Sparren natürlich entsprechend auslegen

    Zitat Zitat von Kalle88 Beitrag anzeigen
    Zugang über Giebel? Sieht nur nicht schön aus.
    Ich weiß, dazu habe ich aber auch keine parktikable und preiswerte Lösung gefunden

    Zitat Zitat von Kalle88 Beitrag anzeigen
    Leute mit Verstand bekommen ne Bodenluke eingebaut, ohne erhebliches Fehlerpotential.
    Genau das bezweifel ich. Wenn ein Haus dämmtechnisch in Richtung Passivhaus gebaut wird, dann sind die Bodenluken der Schwachpunkt. Die Dämmung ist mies und beim Bodenluken-Gucken für unser jetziges Haus habe ich auch keine gefunden, die eine Luftdichtheitsqualität ähnlich der eines Fensters oder Tür hatten. Ja, OK, es gibt Bodenluken mit Dichtlippen. Die erinnerten mich aber stets an die Tesa-Moll-Dichtungen aus dem Supermarkt. Ich bin ja für eine Bodenluke zu haben, wenn es welche in entsprechender Qualität bezahlbar gibt.

    Gruß,

    Bolanger
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Bolanger Beitrag anzeigen
    Mit der Unterspannbahn sind wir noch unsicher. Laut Zimmermann und Trockenbauer kann man auch mit Unterspannbahn einblasen. ich habe da eher Bedenken und würde im unteren Bereich der Sparren Holzplatten auf die Sparren schrauben. Ob DWD oder Holzfaser ist offen. Im oberen Bereich kommt eine Unterspannbahn und der Dickenunterschied wird dann vor Aufbringen Unterspannbahn mit Holz ausgeglichen
    Als DD hätte ich da Bedenken. Warum? Weil du innen mit der OSB ein ziemlich steife Konstruktion hast. Was passiert, wenn du ausflockst? Es wird verdichtet und damit wird die USB als schwächeres Glied nachgeben. Folge ist, dass sie nach Außen aufbeult. Gut, man könnte jetzt Strecklatten einziehen. Man sollte sich aber bewusst sein, das ein Ausbeulen der USB zur Folge hat, das Wasser zu den Konterlatten geführt wird. Wenn hier keine entsprechenden Maßnahmen benutzt werden, zieht sich Wasser über die Nägel in die Konstruktion. Außerdem ist es immer eine Sache der Hinterlüftung. Die muss gegeben sein. Verlässlich zusicher kann man das aber nicht. Ich würde daher eher auf einen festen Plattenstoff als Unterdeckung setzen. Lass die Platten lieber durchgehend verlegen. Du wirst da nicht so viel am Ende sparen.

    Der wird nicht gefragt, dem wird nur gesagt ;-) Der soll die Statik der Sparren natürlich entsprechend auslegen
    Ich stell mir nur vor, dass es am Ende nen großer Querschnitt werden wird. Wenn ihr die Mittelpfetten verschwinden lassen wollt.

    Ich weiß, dazu habe ich aber auch keine parktikable und preiswerte Lösung gefunden
    Weil du auf die Praktikable verzichten willst. Warum auch immer.


    Genau das bezweifel ich. Wenn ein Haus dämmtechnisch in Richtung Passivhaus gebaut wird, dann sind die Bodenluken der Schwachpunkt. Die Dämmung ist mies und beim Bodenluken-Gucken für unser jetziges Haus habe ich auch keine gefunden, die eine Luftdichtheitsqualität ähnlich der eines Fensters oder Tür hatten. Ja, OK, es gibt Bodenluken mit Dichtlippen. Die erinnerten mich aber stets an die Tesa-Moll-Dichtungen aus dem Supermarkt. Ich bin ja für eine Bodenluke zu haben, wenn es welche in entsprechender Qualität bezahlbar gibt.

    Gruß,

    Bolanger
    Wenn du das bezweifelst, dann frage dich lieber ob die Wahl deiner HW die Richtige ist. Warum sollten die nicht in der Lage sein eine Luke nach Anleitung einzubauen? Das dein kalter Spitz ausreichend belüftet wird ist dann wieder eine planerische Leistung. Das die nicht super gedämmt sind mag zwar stimmen. Ob über diese aber soviel Wärme am Ende flöten geht? Ich glaube nicht.
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  6. #5
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    Hallo Kalle,

    was ist denn davon zu halten fürs Ausblasen anstatt Platten oben eine Unterspannbahn und unten eine Luftdichtheitsfolie einzubauen?

    Die Aufdopplung soll natürlich so groß werden, dass die Fußpfette verschwindet, nicht die Mittelpfette.

    Gruß,

    Bolanger
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Bolanger Beitrag anzeigen
    Hallo Kalle,

    was ist denn davon zu halten fürs Ausblasen anstatt Platten oben eine Unterspannbahn und unten eine Luftdichtheitsfolie einzubauen?

    Die Aufdopplung soll natürlich so groß werden, dass die Fußpfette verschwindet, nicht die Mittelpfette.

    Gruß,

    Bolanger
    Dann beult es halt in beide Richtungen. Ne ne, das mit den OSB finde ich schon ganz gut. Ich mag es nicht, wenn die verklebten Stöße der Folien dauerhaft auf Zug gespannt sind. Mag übervorsichtig sein, wenn man aber die Möglichkeit hat, warum dann nicht mit OSB? Sofern es anständige Ware ist. Gut, fairerweise muss man sagen, dass man die Bahnenstöße der Luftdichtigkeitsebene auch auf dem Sparren führen kann. Bei nem 60er Gebinde hast aber immer bummelig 30 cm Verschnitt auf gesamter Sparrenlänge.

    Gut, das mit der Fußpfette hatte ich falsch gelesen - sorry.

    Was spricht denn dagegen eine Unterdeckplatte auf dem Dach zu verwenden?
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
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    Hallo,

    wie schon beschrieben überlege ich, den unteren Teil der Sparren, der ausgeblasen wird, mit Platten zu belegen und den oberen Teil im Spitzboden dann nur mit einer Unterspannbahn zu machen.

    Gegen die vollständige Belegung mit Platten spricht der Preis. Das wären bei 60 m² ein Aufpreis von grob 1000 EUR inkl. MwSt für etwas, von dem man wahrscheinlich nie mehr etwas hat. Der Spitzboden wird niemals zum Wohnraum ausgebaut und wenn man das machen wollte, dann wäre der Aufwand so groß, dass man dann wahrscheinlich ohnehin die Dachsteine komplett aufnimmt und das komplette Dach neu macht.

    Einzig die Haltbarkeit einer Unterspannbahn in einem belüfteten Spitzboden, in den dann zwangsläufig auch Tageslicht kommt, kann ich nicht einschätzen.

    Woran erkennt man denn anständige OSB-Platten? Selbst die im Baumarkt sind von Markenherstellern.

    Und welche Art der Unterdeckplatten sind denn kostengünstig? Bei unserem eigenen Haus wurden Holzfaserplatten 22 mm für 17 EUR/m² verwendet.

    Gruß,

    Bolanger
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  10. #8

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    Gegen die vollständige Belegung mit Platten spricht der Preis. Das wären bei 60 m² ein Aufpreis von grob 1000 EUR inkl. MwSt für etwas, von dem man wahrscheinlich nie mehr etwas hat. Der Spitzboden wird niemals zum Wohnraum ausgebaut und wenn man das machen wollte, dann wäre der Aufwand so groß, dass man dann wahrscheinlich ohnehin die Dachsteine komplett aufnimmt und das komplette Dach neu macht.
    Das der Spitz nie genutzt wird hast du ja nicht angesprochen. Dann mag das Sinn machen.

    Einzig die Haltbarkeit einer Unterspannbahn in einem belüfteten Spitzboden, in den dann zwangsläufig auch Tageslicht kommt, kann ich nicht einschätzen.
    Ich weiß zwar nicht wie deine Belüftung im Spitz geplant ist, aber tendenziell dürfte da nicht viel UV-Strahlung durchdringen. Sofern keine Fenster verbaut werden. Aber die USB-Folien sollen ja UV-Beständig sein.

    Woran erkennt man denn anständige OSB-Platten? Selbst die im Baumarkt sind von Markenherstellern.
    Einstufung, also OSB 1-4. Ob sie mit PDMI (Isocyanats) verleimt wurden und wenn ja, wie hoch diese Konzentration ist - je weniger desto besser. Ob die Platten Formaldehyd reduziert sind. Gütesiegel aus nachhaltiger Forst - PEFC. In deinem Fall wäre OSB 2 sinnvoll, beziehungsweise erforderlich. Ich würde aber eher zu 3 oder 4 tendieren, wegen dem höheren Sperrfaktor und geringerem Formaldehyd Anteil.

    Und welche Art der Unterdeckplatten sind denn kostengünstig? Bei unserem eigenen Haus wurden Holzfaserplatten 22 mm für 17 EUR/m² verwendet.

    Gruß,

    Bolanger
    Google mal nach DFP. Ob die Nut-Feder-Verbindung stabil genug ist für das Ausflocken kann ich leider nicht sagen. Was sagt dein Flocker denn dazu? Ansonsten, vielleicht meldet sich Flocke noch mal zu Wort. Ich denke, der ist da bewanderter wie ich es bin.
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