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  1. #1

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    Ringerder in Rollkies

    Guten Abend zusammen, eine für Fachleute wahrscheinlich simpel zu beantwortende Frage, bei der wir aber selber nicht weiterkommen: Ist ein Ringerder in Rollkies, der teilweise überbaut wird, tatsächlich als "erdfühlig" z. B. im Sinne der DIN anzusehen? Bei uns wurde der Ringerder nicht auf Höhe des Kellerfundaments, sondern beim Verfüllen der Baugrube maximal ein Meter unterhalb der Geländeoberfläche mittig in der mit Rollkies verfüllten Baugrube verlegt (nicht am Rand zum Erdreich). Zudem sind große Bereiche über dem Ringerder später überbaut (durch den nicht unterkellerten Bereich des Hauses, die Zufahrt und die Terrasse). Bei uns ist der Boden tendenziell eher trocken, Grundwasser ist noch weit entfernt. Ist das so in Ordnung oder müssen wir uns hier Sorgen machen? Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.
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  2. Ringerder in Rollkies

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  3. #2
    Themenstarter

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    Entschuldigung für die nicht vorhandene Formatierung des Textes (keine Absätze), irgendwie funktioniert das gerade nicht.
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  4. #3

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    Den Erdungswiderstand des Ringerders kann man messen (lassen). Dann hat man Klarheit, Protokoll dazu und gut ist.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Ma Joad Beitrag anzeigen
    Ist ein Ringerder in Rollkies, der teilweise überbaut wird, tatsächlich als "erdfühlig" z. B. im Sinne der DIN anzusehen?
    Die Frage ist mit einem klaren NEIN zu bantworten, denn mit erdfühlig ist ein Einbau in den gewachsenem Boden gemeint.

    • Bei Neubau: Unter der Kellersohle oder direkt daneben und unterhalb einer Drainage
    • Bestandsgebäuden und Neubauten ohne Unterkellerumg: In mind. 0,8 m Frosttiefe und 1 Meter Wandabstand, bei großen Dachüberständen evtl. auch mehr


    Zitat Zitat von Ma Joad Beitrag anzeigen
    Zudem sind große Bereiche über dem Ringerder später überbaut (durch den nicht unterkellerten Bereich des Hauses, die Zufahrt und die Terrasse). Bei uns ist der Boden tendenziell eher trocken, Grundwasser ist noch weit entfernt. Ist das so in Ordnung oder müssen wir uns hier Sorgen machen?
    Deine Fragen lassen mehr Problembewusstwein erkennen als es offenkundig die Baubeteiligten hatten, die vermutlich nur einmal mehr weder die alte DIN 18014:2007 noch dieren aktuelle Normaugabe kennen. Zu weiteren Normbedingungen und insbesondere den Dokumentationsanforderungen siehe die Folien im gepinnten Thread zur DIN 18014.

    Zitat Zitat von karo1170 Beitrag anzeigen
    Den Erdungswiderstand des Ringerders kann man messen (lassen). Dann hat man Klarheit, Protokoll dazu und gut ist.
    Nach DIN 18014 ist aber vor Erdanfüllung eine Dokumentation mit Plan und Detailbildern durch eine konzessionierte Elektrofachkraft durchzuführen. Ein nachträgliche Messung der Erdfühligkeit ist dazu keine Alternative.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die Antworten, die uns schon mal sehr weiterhelfen!

    Mein Mann hat in der Tat versucht, sich in die Thematik hier im Forum und im Netz einzulesen, weil die „Elektrofachkraft“ und der bauleitende Architekt leider eher ahnungslos sind (um es mal milde auszudrücken).

    Wir sind dann aber bei der Definition der „Erdfühligkeit“ nicht weiter gekommen.

    Gibt es eine Stelle in der DIN oder sonstwo, in der die von Dipol gegebene Definition der Erdfühligkeit (= Einbau in den gewachsenem Boden) nachzulesen ist, bzw. eine Textstelle, die vorgibt, wann eine Erdfühligkeit nicht mehr gegeben ist?

    Die Textstelle suchen wir deshalb, weil wir uns gegen das Zahlungsverlangen des Elektrikers wehren müssen. Eine Textstelle in der steht, dass grober Rollkies, der zum großen Teil überbaut wird, nicht erdfühlig ist, muss es ja nicht unbedingt direkt sein
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Ma Joad Beitrag anzeigen
    Wir sind dann aber bei der Definition der „Erdfühligkeit“ nicht weiter gekommen.

    Gibt es eine Stelle in der DIN oder sonstwo, in der die von Dipol gegebene Definition der Erdfühligkeit (= Einbau in den gewachsenem Boden) nachzulesen ist, bzw. eine Textstelle, die vorgibt, wann eine Erdfühligkeit nicht mehr gegeben ist?
    Bei Gebäuden ohne Blitzschutzanlage ist keine bestimmte Erdfühligkeit vorgeschrieben.

    Aber auch ohne Blitzschutzanlage ist ein Ringerder so zu verlegen, dass sich eine möglichst niederohmige Erdfühligkeit ergibt. Damit werden Überspannungen aus Schalthandlungen (SEMP) und Blitzeinschlägen in die Nachbarschaft (LEMP), aus den Energie- und Telekommunikations-Leitungen weitgehend gegen Erde abgeleitet. Umgekehrt werden auch galvanische und induktive Blitzstromeintragungen, die ins Gebäude eingedrungen sind, möglichst reduziert über die Energie- und Telekommunikationsleitungen in die Nachbarschaft abgeleitet.

    Durch Verlegung des Ringerders im Kiesbett anstatt im Erdreich veringert sich der Ableitungsanteil in Erde.

    Zitat Zitat von DIN 18014:2014-03
    3 Begriffe

    3.5 Ringerder leitfähiges Teil, das außerhalb eines Gebäudefundaments in das Erdreich als geschlossener Ring eingebettet ist.

    4.1 Allgemeines

    Als Fundamenterder nach dieser Norm wird ein Erder bezeichnet, der im Beton eingebettet ist. Wird ein Betonfundament aus bautechnischen Gründen mit einem erhöhten Erdübergangswiderstand ausgeführt, so ist der Fundamenterder in Erde zu verlegen, er wird dann als Ringerder bezeichnet.
    Ohne normkonforme Dokumentation ist zu befürchten, dass weitere Ausführungsfehler vorliegen.

    Zitat Zitat von DIN 18014:2014-03
    7.2 Dokumentation

    Die Dokumentation muss enthalten:

    - Ausführungspläne des Fundamenterders oder des Ringerders einschließlich des Funktionspotentialausgleichsleiters;
    - aussagekräftige Fotografien der Gesamterdungsanlage;
    - eindeutig zuordnungsbare Detailaufnahmen von Verbindungsstellen z. B. zu Haupterdungsschienen, Anschlussteilen der Blitzschutzanlage;
    - Ergebnisse der Durchgangsmessung nach 7.3.
    Dieser Fall zeigt exemplarisch auf, dass nicht nur bei nicht mehr zulässiger Verlegung der Erdungsanlage durch Rohbaufirmen solche Fehler passieren. Eine Angleichung an die Praxis anderer Länder, in denen die Erdungsanlage wie die Statik vor dem Betonieren durch die Bauaufsicht abgenommen werden muss, ist überfällig.
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  8. #7
    feelfree
    Gast
    3 Begriffe

    3.5 Ringerder leitfähiges Teil, das außerhalb eines Gebäudefundaments in das Erdreich als geschlossener Ring eingebettet ist.

    4.1 Allgemeines

    Als Fundamenterder nach dieser Norm wird ein Erder bezeichnet, der im Beton eingebettet ist. Wird ein Betonfundament aus bautechnischen Gründen mit einem erhöhten Erdübergangswiderstand ausgeführt, so ist der Fundamenterder in Erde zu verlegen, er wird dann als Ringerder bezeichnet.
    Hmm, wie soll denn das in der Praxis aussehen? Wird dann die Baugrube tiefer ausgehoben als statisch erforderlich, der Ringerder in die Erde verlegt und später wieder Erde drübergeschüttet? Das kann es ja auch nicht sein.

    Oder könnte es sein, dass Du das ganze zu wörtlich nimmst?

    Bei Gebäuden ohne Blitzschutzanlage ist keine bestimmte Erdfühligkeit vorgeschrieben.
    Also könnte die beschriebene Ausführung doch normkonform sein?
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  9. #8
    feelfree
    Gast
    Und nochmal ganz konkret nachgefragt, unser Aufbau sieht von oben nach unten so aus:

    Bodenplatte 35cm
    XPS 10cm
    Sauberkeitsschicht Magerbeton 10cm
    PE-Folie 2-lagig
    Flächenfilter Kies 20cm

    Wo soll da jetzt der Ringerder hin deiner Meinung nach?
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  10. #9

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    Zitat Zitat von feelfree Beitrag anzeigen
    Oder könnte es sein, dass Du das ganze zu wörtlich nimmst?
    Nein nimmt er nicht. Das Erdreich muss sogar eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen. Deswegen soll er bei großen Dachüberständen auch weiter weg und mind. 80tief.

    Bei dem von Dir beschriebenem Aufbau brauchst Du einen Erder IN der Bodenplatte und einen Daneben - diese dann regelmäßig miteinander verbunden. Wenn die Erde neben der BoPla nicht tief genug kommt DANN muss er eben extra eingebuddelt werden. Das ist mit einem Minibagger und schmaler Schaufel ne Sache von einem Vormittag inkl. wieder zumachen mit 2 Leuten.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von feelfree Beitrag anzeigen
    Hmm, wie soll denn das in der Praxis aussehen? Wird dann die Baugrube tiefer ausgehoben als statisch erforderlich, der Ringerder in die Erde verlegt und später wieder Erde drübergeschüttet? Das kann es ja auch nicht sein.

    Oder könnte es sein, dass Du das ganze zu wörtlich nimmst?
    Wie wäre es denn mal zur Abwechslung mit einem VDE-Auswahlabo oder wenigstens dem ZVEH Normen-Handbuch Elektrotechniker-Handwerk? In dem ist nämlich unter anderem auch die DIN 18014 mit drin, allerdings noch mit einigen unberichtigten Fehlern.

    Wie Fundament- und Ringerder einzubauen sind, kann man über kostenlos verfügbare Infos wie den DEHN Blitzplaner, VDB Blitzschutzmontagehandbuch oder auch die Broschüre Fundamenterder von Elektro+ (noch Normenstand von 2007) erfahren.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken  
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  12. #11
    feelfree
    Gast
    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    Wenn die Erde neben der BoPla nicht tief genug kommt DANN muss er eben extra eingebuddelt werden. Das ist mit einem Minibagger und schmaler Schaufel ne Sache von einem Vormittag inkl. wieder zumachen mit 2 Leuten.
    Mir ging es nicht um DIY. Unsere Bodenplatte ist die Kellerbodenplatte. Da wurde schon 3m tief ausgeschachtet. Und AUF der Erde liegt dann der Ringerder ungefähr da, wo ihn das von Dipol gepostete Bild (links) auch verortet. Aber eben nicht IN, sonder AUF der Erde.
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12

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    Zitat Zitat von feelfree Beitrag anzeigen
    Und AUF der Erde liegt dann der Ringerder ungefähr da, wo ihn das von Dipol gepostete Bild (links) auch verortet. Aber eben nicht IN, sonder AUF der Erde.
    Wenn der Ringerder dauerhaft korrosionsbeständig ist, Bodenkontakt hat und nicht z. B. auf Glasschotter gebettet wurde, ist der doch auf Dauer erdfühlig. So auch die restlichen im gepinnten Thread genannten Bedingungen erfüllt sind, entspricht die Hauserdung der DIN 18014.
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  15. #13
    Themenstarter

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    Urlaubsbedingt melde ich mich erst jetzt wieder.

    Mittlerweile habe wir eine „Dokumentation“. Sie besteht aus einem Plan, in dem die idealtypische Verlegung eines Ringerders eingetragen ist, und aus Fotos, die zeigen, dass unser Ringerder definitiv nicht so wie eingezeichnet verlegt ist .

    Wenn mir hier nicht so toll geholfen würde, würde ich total verzweifeln angesichts der Inkompetenz und/oder Kaltschnäuzigkeit der bei uns am Bau Beteiligten.

    Deshalb noch einmal ganz herzlichen Dank für die Beiträge, die sehr helfen!

    Wir haben den Elektriker jetzt aufgefordert, uns die Funktionstüchtigkeit des Ringerders nachzuweisen, da wir sonst von einer mangelhaften Verlegung ausgehen.
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