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Es tropft durch Holz-Weichfaser

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  1. #1

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    Es tropft durch Holz-Weichfaser

    Liebe Bauexperten,

    bei uns wird gerade das Dach erneuert. Als Aufdachdämmung kommt 100mm Holzweichfaserplatte (diese hier: http://www.schneider-holz.com/Holzfa...180.999.0.html) zum Einsatz. Aufgrund der Dachneigung (48°; Gauben 25°) wird auf Unterspannbahn verzichtet, weil die Dämmplatte als wasserführendes Unterdach (oder wie das heißt) fungiert.
    Leider hat die Konstruktion heute unter Beweis gestellt, dass das nicht so gut klappt (vgl. nasser Fleck auf dem Foto). Es sind an dieser Stelle ein paar Liter Wasser ins Haus getropft. Meiner laienhaften Meinung nach liegt das auch daran, wie die Gaube angeschlossen wurde, da die Platte des Steildachs gerade runtergeht und die Platte der Gaube einfach daran anliegt, also so wie in meiner tollen Skizze die Version A. Ich würde ja vermuten, dass Version B bezüglich des Wassers vorteilhaft wäre, aber kann natürlich nicht einschätzen, ob das überhaupt technisch geht an dieser Stelle.

    Außerdem sind mir noch zwei Textstellen auf der Homepage des Herstellers aufgefallen:
    1. Die TOP 180 ist auf Pressung und fugenfrei zu verlegen. Bereits kleinste Fugen müssen vor der Montage der Konterlatte mit best wood Unterdeckbahnen-Klebedichtmasse UDB geschlossen werden.
    2. Anschlüsse und Durchdringungen müssen mit Voranstrich und Klebeband regensicher abgeklebt werden (aus dem Datenblatt)
    Kann es sein, dass das Problem auftritt, weil etwas davon unterlassen wurde?

    Ich frage mich jetzt, ob ich etwas unternehmen kann/soll, da das Problem natürlich kaum (v.a. in dieser Stärke) auftritt, wenn die Ziegel drauf sind. Andererseits merke ich nach Zwischensparrendämmung/Dampfbremse/Gipskarton auch nicht mehr, ob da noch etwas Wasser eintritt und es wird ja einen Grund haben, dass es eine wasserführende Schicht unter den Ziegeln gibt.

    Was meint Ihr?

    Viele Grüße und besten Dank!
    Gurkensalat
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  2. Es tropft durch Holz-Weichfaser

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Ich würde es beheben (lassen). Vorstreichen und Abkleben kann schon mal in die Hose gehen, sag bescheid und lass es beheben
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Gurkensalat Beitrag anzeigen
    Was meint Ihr?

    Viele Grüße und besten Dank!
    Gurkensalat
    Du liegst mit deiner Annahme richtig. Der Hersteller empfiehlt zwar das Vorstreichen und Abkleben, schreibt aber auch nicht, dass die Dauerhaftigkeit dieser Anschlüsse oftmals nicht die volle frei Bewitterung überlebt. Regenstarke Monate/ Wochen und du kannst die Anschlüsse wie Blätterteig vom Croissant abziehen. Es hätte, damit die Regenführung richtig funktioniert wie auf Detail B sein - sauber zusammen geschnitten. Deinen HW gehören im übrigen die Finger abgehackt... Ökologische Baustoffe mittels Bauschaum verbinden? Gruselig....

    Um die Kuh vom Eis zu bekommen: Primern, Kleben mit dafür zugelassenen Produkten! Anschließend zum Wetterschutz ne günstige USB vom First bis auf die Gaube ziehen lassen. Somit ist die Klebeverbindung erstmal geschützt und es kommt nicht zum Aufweichen der Holzweichfaser-Platte. Beim Beidecken entsprechend USB demontieren.
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Kalle88 Beitrag anzeigen
    .. zum Wetterschutz ne günstige USB vom First bis auf die Gaube ziehen lassen..
    günstig ist die jeweils richtige lösung, hier ist
    das e. geeignete UDB, die der aufgabe als 2.
    wasserführende ebene dauerhaft gewachsen ist.
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  6. #5
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    Vielen Dank für die Rückmeldungen! Ich muss erst mal meine Zeichnung korrigieren. Laut Aussage des Handwerkers sind die beiden Platten weder wie in A noch wie in B gestoßen, sondern schräg in der Winkelhalbierenden.
    Die Stoßkante wird jetzt neu eingeschmiert und nochmal verklebt.
    Bauschaum wurde übrigens nicht verwendet - was man da sieht ist eine ausgefranste Schnittkante.

    Der Hersteller sagt: Das kann schon mal passieren bei stärkerem Dauerregen wie am Sonntag; möglicherweise ist das Wasser nicht am Stoß eingedrungen, sondern über eine T-Fuge weiter oben und dann die Nut entlanggelaufen. Das sei aber eben nur bei stärkeren Regenereignissen der Fall (auch wenn ich das jetzt nicht als besonders stark empfand). Jedenfalls sind die verwendeten Klebebänder mit Primer zulässig, auch wenn es ein Fremdhersteller ist. Eine weitere Unterspannbahn ist nicht vorgesehen und ich hatte Kalle88 ja auch so verstanden, dass die bei der Eindeckung wieder hätte weggenommen werden sollen.
    Insofern verstehe ich Dich, mls, nicht ganz, da ja an sich die 2. wasserführende Ebene (für die anfallenden Mengen) die Holzweichfaser sein soll, oder? Wie sind denn die Anforderungen an diese zweite Ebene?

    Beste Grüße
    Gurkensalat
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Gurkensalat Beitrag anzeigen
    ..Wie sind denn die Anforderungen an diese zweite Ebene?..
    es sollte kein wasser durchsiffen ..
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    es sollte kein wasser durchsiffen ..
    Der Meinung wäre ich ja auch. Aber auf welcher Grundlage kann ich das fordern?
    Nach Aussage des Zimmerers passiert bei normaler Beanspruchung, d.h. wenn die Ziegeleindeckung drauf ist und mal etwas Flugschnee eindringt, natürlich nichts. Die Frage ist, wie sicher ich mir dessen sein kann. Ist ein Tag annähernd Dauerberegnung auf dem Unterdach als Gegenbeweis zulässig? Noch dazu, wo jetzt zumindest der Stoß neu mit Klebeband verklebt wurde?
    So wie ich Kalle88, unseren Energieberater und den Zimmerer verstanden habe, wäre das so eigentlich in Ordnung und fachgerecht. Wenn Du aber mehr weißt, wäre ich interessiert!

    Beste Grüße
    Gurkensalat
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  9. #8

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    Richtig, die Folie sollte wieder demontierebar sein. Es handelt sich ja nur um einen Schutz des Detailpunktes damit es nicht zum Aufweichen der Fasern kommt und die Verbindung, die man über Primer und Klebebänder hergestellt hat nicht hinfällig ist. Meiner Auffassung nach ist hier nicht zwingend eine zweite Wasserführende Schicht anzuordnen. Warum? Weil die Holzweichfaser-Platten (die mir bekannten) alle eine Einstufung in UDB-A besitzen und somit für den Anwendungszweck vom Regelwerk her fachlich richtig. Nun kann ich nicht mit Gewissheit sagen wie das mit Anschlüssen ist. Ob, die Lösung mit Primer und Klebebänder ebenfalls in UDB-A einzuordnen sind und daher entsprechend von der TU-Berlin getestet sind.

    Meine Erfahrung sagt mir zwar, dass hier Folien eingezogen gehören, um der Sicherheit wegen. Das stellt aber noch lange keine Pflicht für andere da. Wurden die Verbindungen vorher schon entsprechend abgeklebt? Wenn nein, dann hast du den Fehler ja schon aufgedeckt. Zumal, bei einem Winkelhablierenden Schnitt die Möglichkeit besteht, das sich Wasser über den Schnitt nach hinten zieht. Sinniger wäre es gewesen, wenn man die Gaubenplatten auf die Sparren geschmiegt hätte und die Hauptdachfläche dann auf die Gaubenplatten. Sauber zusammen geschnitten hätte wäre die Wasserführung schon mal sauberer. Damit sich die Platten nicht über die Schnittkante mit Wasser voll saugen gehört es dann geprimert und abgeklebt.

    Aber hätte, sollte - bringt hier nichts mehr! Die Grundlage ist entsprechend im Regelwerk des ZVDH zu finden. Das dürfte dir aber keinen Interpretationsspielraum lassen. Da hier die Lage doch recht eindeutig ist. Keine RDN Unterschreitung, keine MiWo verbaut usw.
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  10. #9

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    Bei unserem Dach kam unter diese Holzfaserplatten erst mal eine Unterspannbahn drunter.

    238.jpg

    Und bis zur Eindeckung mit den Ziegeln wurde immer eine Plane drüber gelegt und Wetterfest befestigt.

    231.jpg

    LG - Gisela
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  11. #10

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    @ Wachtlerhof: Deine UDB liegt auf der Platte, nicht darunter, lediglich an der Traufe wird sie wohl unter liegen Das Einhausen, wenn es eine Sanierung ist, kann Sinn machen. Sofern, wie ich schon geschrieben habe, die Platten eine Einordnung in UDB-A haben, ist es überflüssig, wenn man keine stark gegliederten Dachflächen hat. Beim TS ist keine MiWo verbaut und sonst wohl auch keine weiteren Anforderungen. Ergo Klasse 5. Nix Zusatzmaßnahmen oder ähnliches.
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  12. #11

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    Jetzt, wo Du das so plastisch schreibst, Kalle, ist tatsächlich so. Hab mir jetzt noch mal alle Fotos von den Arbeiten angesehen. Und ja, es ist eine Sanierung. Die Sparren wurden alle aufgedoppelt, einige komplett ausgetauscht, und ansonsten das komplette Dach neu gemacht.

    LG - Gisela
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  13. #12

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    So wie bei dir gemacht, Wachtlerhof, macht das auch Sinn. Der Überstand gehört nämlich genauso zum Dach und muss vor Schnee oder Regen geschützt werden Nur das Einhausen, bei fertig gelattetem Dach hätte ich mir gesparrt.
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  14. #13

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    Danke für Deine Meinung dazu.

    Das wurde im November gemacht. Mir war wohler dabei, die Plane über dem Dach zu wissen. Die Plane wurde gleich zu Beginn angebracht. Während der Arbeiten war sie über den First auf die jeweils nicht in Arbeit befindliche Seite geworfen, zum Feierabend wurde sie wieder übers gesamte Dach gelegt und befestigt. Bei so manchem Regenschauer war das auch ganz gut so. Und es hat nicht mehr so durchs Haus gepfiffen. Vor der Sanierung war das ja ein ganz einfacher doppelt hoher Dachboden wie früher bei den alten Bauernhäusern üblich, nix gedämmt, nur Sparren, Lattung und Biberschwanzziegel drauf. Dazwischen hi und da noch ein paar Glasziegel, damit man nicht in der totalen Finsternis rumtapst.

    LG - Gisela
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Wir machen an einem Tag immer eine Seite komplett fertig. Sofern das Möglich ist, bei Gauben und aufwändigen Anschlüssen siegt dann die Zeit. Bei so einem Dach wie deines, machen wir die Fläche aber immer komplett bis zum First fertig. Ersparrt das lästige Abplanen. Aber Recht hast du, im November machen so welche Vorsichtsmaßnahmen Sinn
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  17. #15

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    Kalle, das wäre bei uns nienicht möglich gewesen, an einem Tag eine Seite. Die Jungs waren immer mit 5 bis 6 Leuten da und alle waren sehr fleißig. Aber bis das Dach neu eingedeckt war sind schon so 3 - 4 Wochen vergangen.

    Ich stell nachher mal ein paar Bilder in meinem Sanierungsthread von anno dazumal ein.

    LG - Gisela
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