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  1. #1

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    Algen bei WDVS?

    Hallo,

    man hört und liest ja immer wieder, dass KS+WDVS besonders Algen-empfindlich wäre. Soweit ich das verstanden habe, entstehen die Algen durch die kalte Außenwand, an welcher Wasser kondensiert. Die Wand ist deswegen kalt, weil die Fassade eben gedämmt ist (und man sozusagen nicht die Umwelt heizt, sondern nur das Haus). Aber rein von der Logik her ist es doch völlig egal, ob die Wand KS+WDVS, oder Poroton oder Porenbeton ist? Wenn die Wand gedämmt und außen kalt ist, dann ist es doch egal, was zwischen Innenputz und Außenputz ist, oder? Bei einem modernen Poroton-Stein mit Wärmeleitfähigkeit 0,07-0,09 und entsprechender Dicke ist Algenbildung genauso wahrscheinlich wie bei KS+WDVS, wenn Dämmwirkung vergleichbar ist? Stimmt das so?
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  2. Algen bei WDVS?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Guten Abend,

    in der Anfangszeit wirst keine Algenbelastung haben, weil in die Putze Chemikalien mit reinkommen die ein Algenwachstum hemmen. Wenn dann die Chemie rausgewaschen ist (ins Grundwasser) bieten diese WDVS Fassaden den Algen eine schöne Grundlage.

    Ich weiß dass will keiner hören, aber WDVS Fassaden sehen schon nach relativ kurzer Zeit versifft aus.

    Guts Nächtle

    Tom
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Flip74 Beitrag anzeigen
    Guten Abend,

    in der Anfangszeit wirst keine Algenbelastung haben, weil in die Putze Chemikalien mit reinkommen die ein Algenwachstum hemmen. Wenn dann die Chemie rausgewaschen ist (ins Grundwasser) bieten diese WDVS Fassaden den Algen eine schöne Grundlage.

    Ich weiß dass will keiner hören, aber WDVS Fassaden sehen schon nach relativ kurzer Zeit versifft aus.

    Guts Nächtle

    Tom
    Stimmt...so einen verallgemeinerenden Müll will wirklich keiner hören.
    Beweise her: Mit Fotos, Alter, Details zur Ausführung....
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  5. #4

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    Ich habe dazu vor einiger Zeit einen interesanten Artikel gelesen. Finde ich auf die Schnelle nicht, aber google doch mal. Das Thema wird noch erforscht, aber man meint es liegt vor allem an der Wärmekapazität der Außenhülle.

    Beispiel 1)
    KS + WDVS + Putz:
    Tagsüber erhitzt die Sonneneinstrahlung den Putz. Dieser wird schnell sehr warm. Nachts kühlt er genausoschnell wieder ab und Wasser kondensiert daran.

    Beispiel 2)
    KS + Wäredämmung + Klinker:
    Tagsüber erhitzt die Sonneneinstrahlung die z.B. Klinkerfassade. Dieser wird warm und kann viel Wärmeenergie speichern. Daher kühlt diese Nachts nicht so stark ab und Wasser kondensiert nicht so leicht daran.

    Diese beiden Wandaufbauten KÖNNEN genau den selben Wärmedurchgang haben, "dämmen also gleich gut". Trotzdem - zumindest nach diesem Artikel - ist 1) deutlich anfälliger gegenüber Algenbewuchs.

    Wir haben auf der Terasse eine kleine Mauer zum Nachbarn aus Betonsteinen in Naturoptik Sehr massiv. Sitzt man vor dieser Mauer, strahlt die teilweise noch um 12 Uhr Nachts eine Wärme ab die man deutlich spüren kann. Die Steine sind handwarm! Der Putz vom Haus allerdings - kalt.
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  6. #5

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    @SirSydom,
    genau so ist es, gut erklärt

    Wasser kondensiert dann an der kalten Oberfläche aus Beispiel 1 leicher. Und viel mehr brauchen Algen nicht zum wachsen.
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  7. #6

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    ja schön!
    Aber ein gewisses Algenwachstumsrisiko wäre für mich kein ausreichendes Argument, auf eine Wärmedämmung der Außenwände zu verzichten. Es gibt halt auch viele Vorteile.

    Alles in der Welt ist potentiell eine ökologische Nische als Lebensraum für irgendwelche Organismen.
    Auch ein Gebäude.

    Dann muss halt, wenn man das nicht mag, das Renovierungsintervall verkürzt werden. Die Substanz wird das aber nicht nachhaltig schädigen.



    Zitat Zitat von SirSydom Beitrag anzeigen
    Wir haben auf der Terasse eine kleine Mauer zum Nachbarn aus Betonsteinen in Naturoptik Sehr massiv. Sitzt man vor dieser Mauer, strahlt die teilweise noch um 12 Uhr Nachts eine Wärme ab die man deutlich spüren kann. Die Steine sind handwarm! Der Putz vom Haus allerdings - kalt.
    und an den ersten Frühlingstagen ist ebendiese Wand noch eiskalt, während der Nachbar schon auf seiner von leichten Baustoffen umgebenen Terrasse in der wärmenden Sonne sitzt.
    Alles hat Vor- und Nachteile...
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  8. #7

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    Zitat Zitat von SirSydom Beitrag anzeigen
    KS + WDVS + Putz:
    Tagsüber erhitzt die Sonneneinstrahlung den Putz. Dieser wird schnell sehr warm. Nachts kühlt er genausoschnell wieder ab und Wasser kondensiert daran.
    Nein, nicht schön erklärt!
    1) Sind Nordfassaden, wenn überhaupt, anfälliger, weil nicht besonnt
    2) Ist es nicht (nur) ein Kondensatproblem, sondern ein Problem allgemein von feuchter Oberfläche - egal aus welcher Quelle.
    3) Hängt es an mehr als an Himmelsrichtung und Dämmwert und Putz. Was da noch hineinspielt, da streiten die Gelehrten noch massiv!
    4) Putz ist nicht gleich Putz ist nicht gleich Putz.
    Mineralische Putze sind allein schon wegen der grösseren Schichtdicke und daher mehr Speichermasse weniger anfällig als andere Putze. Ob die Alkalität da auch noch wirkt - who knows.
    5) Ist das Problem unabhängig vom Wandbildner
    6) Sind z.T. auch alte schlecht gedämmte Putzfassaden anfällig, nur wills da keiner wahrhaben.
    7) Wenn es nur an der Besonnung und dem Dämmwert hinge, müssten auch reine Nordfassaden aus Klinker befallen sein. Sind sie aber nicht! Weder bei Holländer Handform (stark saugend) noch bei hochgesinterten Klinkern (fast nicht saugend)!

    Vor allem aber und am wichtigsten:
    8) Nicht auf KoFi und seine Chöre hören!
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    Aber ein gewisses Algenwachstumsrisiko wäre für mich kein ausreichendes Argument, auf eine Wärmedämmung der Außenwände zu verzichten.
    Muss man doch gar nicht?! Ein zweischaliger Wandaufbau kann doch auch gedämmt sein?
    Heißt ich kann beides haben, Algenfreie Fassade (ok - weniger algenbewuchsanfällige Fassade) UND gedämmte Außenwände - ohne die es sowieso nicht geht, von ENEV mal abgesehen will man ja auch Wohnkomfort. Kostet halt 3,50€ fürs Zweischalige. Und der Specht hats auch schwerer.


    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    und an den ersten Frühlingstagen ist ebendiese Wand noch eiskalt, während der Nachbar schon auf seiner von leichten Baustoffen umgebenen Terrasse in der wärmenden Sonne sitzt.
    Alles hat Vor- und Nachteile...
    stimmt. Die Wand steht da nur aus Sicht- und Schallschutzgründen und trennt die beiden Terassen. Od die warm oder kalt ist spielt keine Geige, es war nur ein Beispiel um zu verdeutlichen wie sich die Wärmespeicherfähigkeit verschieden Baustoffe auswirkt.

    Hier den oben erwähnten Artikel: http://www.hoki.ibp.fraunhofer.de/ib...ge/pub1_19.pdf
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  10. #9

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    Zitat aus einem anderen Fraunhofer Prüfbericht (Holzfaserdämmplatte als WDVS):

    Bedenkt man, dass trotz aller Reklamationen die Mehrheit der mit Wärmedeämmverbund-Systemen ausgerüsteten Fassaden ohne Bewuchs sind, bedeutet dies, dass sich die hygrothermischen Randbedingungen gerade in der Nähe der Grenze für biologischen Bewuchs befinden.....
    Das deckt sich auch mit der Tatsache, dass es auch ungedämmte Fassaden gibt Algenbewuchs aufweisen. Man sollte also nicht nur auf die Ausführung der Fassade schauen, sondern erst einmal die Randbedingungen betrachten.

    Die Diskussion um die Betauung von Fassaden ist ja ganz lustig, aber was ist mit Schlagregen? Welche Mengen an Wasser muss eine Fassade allein schon durch Regen verkraften?

    Wenn die Rahmenbedingungen passen, wird man an jeder Fassade Algenbewuchs feststellen können. Dsa war schon immer so und hat sich mit Einführung der WDVS auch nicht geändert. Wenn man dem entgegenwirken möchte, kann man nur regelmäßig seine Fassade instandhalten. Ja, auch eine Fassade benötigt "Wartung", das wird aber immer wieder vergessen.
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  11. #10
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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    ja schön!
    Aber ein gewisses Algenwachstumsrisiko wäre für mich kein ausreichendes Argument, auf eine Wärmedämmung der Außenwände zu verzichten. Es gibt halt auch viele Vorteile.
    Wäre aber evtl. ein Argument, einen monolitschen Wandaufbau zu bevorzugen (30-36,5 Porenbeton bzw. T8-T9). ("Wäre evtl." - ob es ein valides Argument ist oder nicht, weiß ich ja selbst nicht)
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  12. #11

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    Zitat Zitat von BauGrym Beitrag anzeigen
    Wäre aber evtl. ein Argument, einen monolitschen Wandaufbau zu bevorzugen (30-36,5 Porenbeton bzw. T8-T9). ("Wäre evtl." - ob es ein valides Argument ist oder nicht, weiß ich ja selbst nicht)
    Ein monolithischer Aufbau macht hier keinen Unterschied, zumindest so lange der Stein/Ziegel so gut ist, dass der Wandaufbau die EnEV erfüllt. Feuchtigkeit von außen darf normalerweise gar nicht in die Wand eindringen, das muss der Außenputz verhinden. Die Wärmeaufnahme der Wand selbst ist aber auch begrenzt, denn das was tagsüber an Wärme eingespeichert wird, gibt die Wand gegen Abend schon wieder ab. Es ergibt sich also höchstens eine Verzögerung, sprich der Putz allein erwärmt sich schneller, kühlt aber auch schneller wieder aus als das komplette Mauerwerk. Diese Verzögerung hängt von der Temperaturleitfähigkeit der einzelnen Schichten ab, und wirkt an sich auch nur dann wenn die Fläche längerfristig durch die Sonne beschienen wird.

    Wenn die Wärme von innen mal dazu führen sollte, dass die Oberfläche außen "warm" ist, dann stimmt sowieso was mit dem Mauerwerk nicht.

    Ergo, ja es gibt einen Unterschied, der ist aber bei weitem nicht so groß wie er oft dargestellt wird.
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  13. #12

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    Hallo zusammen,
    das Thema Grünbildung insbesondere auf der WDVS-Fassade ist in den Medien sehr präsent

    Verkürzt und laienhaft ausgedrückt kann sich aufgrund der geringen Oberflächentemperaturen der Außenwand hier eher Feuchtigkeit (durch kondensieren bzw. Regen) bilden – was wiederrum auf Dauer zu Algenwachstum führen kann.

    Weitere Faktoren (Nordseiten / wenig Sonne / geringe Dachüberstände / Putz und Wandfarbe / Bepflanzung und weitere Umgebungsfaktoren) begünstigen den Effekt.

    Folgende Maßnahmen, können diesen Effekt verringern:

    • Farben mit sogenannten Filmkonservierern bzw. Bioziden
    • Wasserabweisende Farben wie „Lotusan“ (Stichwort Lotus-Effekt)
    • Mineralische Putze (Stichwort höhere Speichermasse)
    • Fassadenwartung

    Grundsätzlich ist aber festzuhalten: Eine optimale Lösung, die Algen auf Fassaden verhindert bzw. bekämpft, gibt es nicht. Das waren kurz zusammengefasst die Punkte, die ich im Forum oder aufgrund älterer Beiträge finden konnte.

    Vor diesem Hintergrund bin ich nun auf der Suche nach einem für mich passenden Mauerwerksaufbau. Bisher hatte ich KS und WDVS in die engere Auswahl genommen. Allerdings wohnen wir in See- und Waldnähe - das wiederum begünstigt die oben aufgeführte Problematik. Daher überlege ich nun, ob ich eventuell das Haus verklinkern lasse. Vor dem Hintergrund habe ich folgende Fragen:

    - Gibt es mittlerweile Möglichkeiten die Algenproblematik bei einem WDVS auch bei ungünstigen Umständen (Nordseite / See- und Waldnähe ….) zu unterbinden?
    - Ist die Algenproblematik bei WDVS tatsächlich so dramatisch?
    - Kann ich diesen Umstand mit einem Klinkerwandaufbau vollständig umgehen?

    Im Voraus vielen dank für euer Feedback.
    Grüße und einen schönen Tag wünscht euch
    Thomas
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Koenigsufer Beitrag anzeigen
    - Gibt es mittlerweile Möglichkeiten die Algenproblematik bei einem WDVS auch bei ungünstigen Umständen (Nordseite / See- und Waldnähe ….) zu unterbinden?
    Nein, und das hat für jede Wand Gültigkeit, völlig unabhängig von einem WDVS. Wenn die Umgebungsbedingungen Algenbildung begünstigen dann hilft nur regelmäßig reinigen. Ich habe hier an einer Westwand Algenbildung, und zwar an einer "massiven" Ziegelwand mit dickem Zementputz drauf. Da hilft nur reinigen und in absehbarer Zeit werden die Bäume in der Nähe fallen.

    Chemie & Co. hilft nur kurzfristig.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Koenigsufer Beitrag anzeigen
    - Gibt es mittlerweile Möglichkeiten die Algenproblematik bei einem WDVS auch bei ungünstigen Umständen (Nordseite / See- und Waldnähe ….) zu unterbinden?
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  17. #15

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    Es gibt auch genug Putzbauten aus den 50ern und 60ern (Langlochziegel und Kratzputz), die trotz ihres rel. miesen Dämmwerts (=rel. hohe Oberflächentemperaturen) veralgen.

    Das wird nur von den WDVS_Miesmachern gern verschwiegen.
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