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Leerrohre mit Einzeladern oder NYM-J?

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  1. #1

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    Leerrohre mit Einzeladern oder NYM-J?

    Hallo zusammen,

    ich fange gerade mit der Planung für die Elektrik in meinem Haus an. Der Baubeginn soll März/April nächstes Jahr sein und die Elektroplanung und -ausführung wird größtenteils von mir selbst durchgeführt. Ein befreundeter Elektriker kontrolliert meine Planung und auch die Ausführung und führt am Ende auch die Abnahme durch.

    Wo ich mir noch nicht ganz schlüssig bin, und da würde ich mich über verschiedene Meinungen sehr freuen, ist, ob ich die Verdrahtung der Elektrik (Steckdosen und Licht) komplett in Leerrohren mit Einzeldrähten oder direkt unter Putz mit Mantelleitungen durchführe. Ggf. wäre auch eine Mischung von beidem möglich:
    Bis ins Zimmer jeweils mit Mantelleitung und im Zimmer dann Einzeladern.

    Zur Grundsätzlichen Planung:
    Jedes Zimmer soll einzeln abgesichert werden, Licht und Steckdosen jeweils getrennt. Im Arbeitszimmer sollen auch die Steckdosen für den PC nochmals einzeln abgesichert werden. Weiterhin sind auch mehrere schaltbare Steckdosen geplant.

    Netzwerk- und Antennenleitungen werden auf jeden Fall in separaten Installationsrohren verlegt, ebenfalls die Drahtvernetzung der Rauchwarnmelder, Steuerleitungen der Rolläden und der Lüftung.

    Meine bisherigen Überlegungen zur Verlegung im Leerrohr mit Einzeladern:
    Pro: Sehr flexible Installation, Austausch einzelner Adern jederzeit möglich, Änderungen und Erweiterungen jederzeit möglich
    Contra: höherer Installationsaufwand, größere Schlitze erforderlich

    Bei der Verlegung mit Mantelleitung:
    Pro: Weniger Installationsaufwand
    Contra: Später nur schwer Änderungen und Erweiterungen möglich

    Da die Verlegung von der Verteilung in die einzelnen Räume eh unterm Estrich in Rohren erfolgt, wäre der Mehraufwand für Einzeladern nach meiner bisherigen Einschätzung zu vernachlässigen, da auch für Netzwerk und Antenne Leerrohre verlegt werden müssen. Aktuell würde ich so vorgehen, dass ich von der Verteilung bis zur ersten Geräteabzweigdose N, PE und 2x L (Licht und Steckdosen) in 2,5 qmm legen würde, und dann im Raum mit 1,5 qmm verteile. Mit gerade mal vier Adern vom Verteiler ins Zimmer hätte ich auch deutlich mehr Spielraum in den Rohren, um später mal Leitungen nachzuziehen bzw. auszutauschen.

    Vielleicht gibt es hier ja noch Meinungen zu der Thematik, die mir weiterhelfen können.

    Danke im Voraus!

    Gruß,

    Lars
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  2. Leerrohre mit Einzeladern oder NYM-J?

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  3. #2
    SteveMartok
    Gast
    Ehrlich: Richtig planen ist schon 95% der Miete.
    Man ändert später eh nichts mehr, selbst mit Einzeladern und Komplettverrohrung ist es sehr schwierig, da nachträglich neue Leitungen einzuziehen. Meistens ist bei Verrohrung unter Estrich und zwei oder mehr Richtungsänderungen Schluss.

    Ich finde es sinnvoller, komplett 5 x 2,5 NYM-J zu verlegen und alles zentral im Anschlussraum zusammen zu führen, also jeden Schalter und jede Dose in eine UV. Dort kann dann jeder Schalter mit jedem Auslass oder jeder Steckdose geschaltet werden oder auch mal bei Bedarf Bustechnik vom kleinsten Umfang bis Riesen-Spielerei nachgerüstet werden.
    So sehe ich das.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von SteveMartok Beitrag anzeigen
    Ich finde es sinnvoller, komplett 5 x 2,5 NYM-J zu verlegen .......
    Ich sehe keinen Sinn in der Verwendung von 2,5er für alle Leitungen. In einem EFH sind die Leitungslängen eher überschaubar, und für Beleuchtungszwecke braucht kein Mensch 2,5er. Der Trend geht ja eher dazu, dass man Leuchten verwendet die mit LED- oder Energiespar-Leuchtmitteln bestückt werden. Da könnte man an eine 2,5er Leitung die Beleuchtung für das ganze Haus hängen.
    Bei Steckdosenkreisen kann ich mich mit 2,5er anfreunden. Die sind die typ. 3 x 1,5 oftmals bis zur Grenze ausgereizt.
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  5. #4
    SteveMartok
    Gast
    Ja, aber ich sehe eben den Sinn darin, dass man später einfach aus einem bisher für eine LED-Lampe gedachten Wandauslass eine Steckdose machen kann, die man dann auch entsprechend höher ausreizen kann, was die angehängten Leistungen angeht.
    Bei einer kompletten Neu-Inst. ist doch der Aufpreis ggü, 1,5er zu vernachlässigen, der Mehrwert bei möglichen Änderungen aber später ungleich größer.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von SteveMartok Beitrag anzeigen
    Ja, aber ich sehe eben den Sinn darin, dass man später einfach aus einem bisher für eine LED-Lampe gedachten Wandauslass eine Steckdose machen kann, die man dann auch entsprechend höher ausreizen kann, was die angehängten Leistungen angeht.
    Bei einer kompletten Neu-Inst. ist doch der Aufpreis ggü, 1,5er zu vernachlässigen, der Mehrwert bei möglichen Änderungen aber später ungleich größer.
    Das macht doch kein Mensch, und selbst wenn, dann braucht er dafür immer noch keine 5 Adern.
    Mit dem Argument könnte man überall auch 5 x 4 oder 5 x 6 legen, man könnte ja irgendwo noch einen Drehstromanschluss brauchen. Vielleicht im Schlafzimmer oder im Esszimmer, wenn der neue Elektrogrill eingeweiht werden soll.

    Wir reden doch immer noch über ein simples EFH.

    Was willst Du denn an einer Steckdose ausreizen? Industriedosen mit 25A einsetzen?

    Man muss sich doch nur mal die Verbraucher in einem typischen Haushalt anschauen, da kommt eine Anlage nie an ihre Grenzen wenn sie nicht völlig sinnfrei geplant und gebaut wurde.
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  7. #6
    feelfree
    Gast
    Meine Erfahrung: Spätere Änderungen wären durchaus an einigen Stellen erwünscht. Das sind dann aber Änderungen wie
    - "diese Steckdose einen Meter weiter nach links wäre geschickter"
    - "wieso zum Teufel habe ich hier keine Steckdose" oder
    - "hier brauche ich doch 3 statt nur 2 Steckdosen"

    Und diese Änderungen sind eben vollkommen unabhängig von der Verdrahtung machbar bzw. eher nicht machbar (wenn man nicht gleich neu tapezieren will).

    Um Steckdosen bei Bedarf schaltbar zu machen, würde ich die Steckdosen in einem Zimmer mit 5x1,5 vom Lichtschalter aus anfahren.
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  8. #7

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    Ich denke auch, zwischen den Steckdosen NYM5x1,5 reicht, vielleicht die Raumzuleitung auch als 5-Ader, falls man mal was nachrüsten will (Zentral-Aus/Dimmer in UVT/usw)
    TV & Netzwerk ganz klar im rohr( mind.25mm) und alles zentral zum Zählerschrank oder Büro.
    Die 2 Zuleitungen in einer Leitung gehen garnicht. Wenn dann, 2 getrennte Leitungen!
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  9. #8

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    Also ich habe zu jeder 3er Steckdose und zu jeder Leuchtstelle 5x1,5 sternförmig gelegt. Bei den Steckdosen ist der Vorteil, das ich jede einzelne schalten kann (Stehlampe, Drucker, etc.). Bei den Lampen kann ich dadurch frei entscheiden, diese mit einem Lichtbus (dali) anzufahren. Bei vielen zu dimmenden Lampen rechnet sich das sogar.

    Von Einzeladern rate ich ab. Da musst du das Leerrohr in die Verteilung führen. Das kann eng werden.

    Ich würde an deiner Stelle 7 oder 9x1,5 in jeden Raum führen und von dort mit 5x1,5 an jede Steckdosenkombi bzw. Jeden Lichtauslass gehen. Dann kannst du in der Raumverteilung flexibel verdrahten. Und ich würde auf ein Bussystem wie KNX setzen. Dann kannst du die Schalter per Software neu zuweisen. Das ist total geil, weil du nachher immer was anders machen willst, als vorher geplant.

    Wenn dich das Thema interessiert, im KNX-User-Forum rennen die richtig Verrückten rum...


    MfG, Sven

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  10. #9

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    Zitat Zitat von brandeins Beitrag anzeigen
    Ich würde an deiner Stelle 7 oder 9x1,5 in jeden Raum führen und von dort mit 5x1,5 an jede Steckdosenkombi bzw. Jeden Lichtauslass gehen. Dann kannst du in der Raumverteilung flexibel verdrahten. Und ich würde auf ein Bussystem wie KNX setzen. Dann kannst du die Schalter per Software neu zuweisen.
    Warum man bei einem dezentralen Bussystem wie dem KNX buendelweise 7- und 9-adrige Leitungen in eine zentrale Verteilung fuehren soll, wuerde mich mal interessieren..
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  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
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    Zitat Zitat von karo1170 Beitrag anzeigen
    Warum man bei einem dezentralen Bussystem wie dem KNX buendelweise 7- und 9-adrige Leitungen in eine zentrale Verteilung fuehren soll, wuerde mich mal interessieren..
    Kanalpreise!

    Grüsse
    Jonny
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  12. #11

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    Zitat Zitat von DipperLG Beitrag anzeigen
    Aktuell würde ich so vorgehen, dass ich von der Verteilung bis zur ersten Geräteabzweigdose N, PE und 2x L (Licht und Steckdosen) in 2,5 qmm legen würde, und dann im Raum mit 1,5 qmm verteile. Mit gerade mal vier Adern vom Verteiler ins Zimmer hätte ich auch deutlich mehr Spielraum in den Rohren, um später mal Leitungen nachzuziehen bzw. auszutauschen.
    Das ist unzulässig!
    Zumindest dann, wenn Licht und Steckdodsen getrennt abgesichert werden sollen (und wenn nicht, hätte die vierte Ader keinen sonderlichen Sinn).
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  13. #12
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
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    Zur Ergänzung, jeder stromkreis braucht einen eigenen N, d.h. 2 stromkreise -> 2 N also min 5 adrig. N muss aber blau sein (oder schwarz mit nummerierung) und zuordnung muss erkennbar sein -> kein normales 5x....mm² für 2 stromkreise.

    Grüsse
    Jonny
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  14. #13
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Vorsicht!

    Das ist unzulässig!
    Zumindest dann, wenn Licht und Steckdodsen getrennt abgesichert werden sollen (und wenn nicht, hätte die vierte Ader keinen sonderlichen Sinn).
    Stimmt, so müsste ich beide Automaten verbinden, aber das macht genauso wenig Sinn...
    Dann ist das Rohr mit den Einzeladern ja quasi wie eine Leitung zu sehen.

    Schon mal danke für die unterschiedlichen Ideen und darüber schon geführte Diskussion!

    Ein Bussystem ist für mich interessant, auch wenn es viele Möglichkeiten bietet, die ich aber vermutlich nie nutzen werde. Lieber plane ich lange und ausführlich nach meinen Bedürfnissen und versuche ein bisschen Flexibilität zu lassen. Daher werde ich vermutlich auch nicht jede einzelne Dose/Anschluss zur Verteilung führen, auch wenn das bestimmt viele Möglichkeiten eröffnet, aber der Aufwand wäre mir dann doch zu groß, allein schon was ich da für eine Logistik in der Verteilung haben muss.

    Eine Überlegung, die ich nach Euren Beiträgen habe wäre:
    Je Raum (Jeweils einzeln abgesichert) einmal NYM-J 3x2,5 für Licht und einmal NYM-J 3x2,5 für die Steckdosen bis zur ersten Geräteinstallationsdose. Von dort dann in Installationsrohren zu den einzelnen Dosen und Lichtausgängen mit NYM-J Xx1,5, Licht und Steckosen weiter in getrennten Leitungen. Bis zum Zimmer jeweils 2,5qmm, um Reserven zu haben und grundsätzlich weniger Verluste zu haben (Wird ein Bungalow mit zum Teil langen Kabelwegen!)
    Dann wäre alles getrennt und trotzdem könnte ich innerhalb eines Raumes noch sehr flexibel die Verdrahtung zwischen den Dosen ändern, ggf. auch ganz neue Leitungen ziehen.

    Wäre das so zulässig?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Und noch eine Frage, da ich mich bei den ganzen Vorschriften noch ein wenig einlesen muss:
    Darf ich zwei verschiedene Stromkreise (in meinem Fall Licht und Steckdosen) über eine Dose verteilen, wenn die Leitungen an sich getrennt sind, oder muss ich dafür zwei getrennte Dosen nehmen?

    Das mit einem N je Stromkreis hätte ich jetzt auch nicht direkt gewusst, dafür habe ich am Schluss ja auch noch meinen Elektriker, der sich die Schaltpläne anschaut, bevor ich loslege..., dass N blau sein muss ist mir aber schon bewusst!
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  17. #15

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    Darf ich zwei verschiedene Stromkreise (in meinem Fall Licht und Steckdosen) über eine Dose verteilen, wenn die Leitungen an sich getrennt sind, oder muss ich dafür zwei getrennte Dosen nehmen?
    Entweder 2 Dosen nehmen oder eine Dose mit Trennsteg.
    Anstatt Abzweigdosen zu nehmen, verdrahte die Schaltung lieber in einer tiefen Schalterdose hinter dem Schalter bzw. der Steckdose. Damit hat sich dein Problem mit einer oder zwei Dosen erledigt.
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