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  1. #1

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    Kein Bodengutachten, Lehm, feuchter Keller = Mangel?

    Hallo allerseits,

    es geht um einen Neubau mit Keller der nach 1Jahr erhebliche Feuchtigkeitserscheinungen und bereits Schimmel zeigt. Die Feuchteerscheinungen sind unterhalb der EG-Decke, also nicht nur unten wo es am kältesten ist. Es gibt auch einzelnen Steine die dunkel sind, so als seinen diese komplett mit Wasser voll. Der Neubau wurde in einem Neubaugebiet errichtet indem ein Lehmboden vorliegt (Bodenklasse 4). Dieser Boden wurde auch bei regen zum widerverfüllen genommen und nicht verdichtet, da sich Lehmboden auch nicht mehr verdichten lässt wenn er mal nass geworden ist. Die Firma hatte den Boden auch nicht geschützt oder abgedeckt, also kaputt gehen lassen. Die Nachbarn drum rum haben ein Gutachten erstellen lassen und es liegt der Lastfall "aufstauendes Sickerwasser" vor. Desweiteren haben die Nachbarn die komplette Erde auch abgefahren und verdichtungsfähiges Material eingebaut. Bei dem Neubau wurde aber vom GU gesagt das man KEIN Gutachten benötigt und dieses beim "Baggern" gemacht wird. Die Baugrube stand auch nach ausbaggern recht hoch mit Wasser das nicht versickert ist. Die Dichtung wurde wie folgt gemacht:

    - Mauerwerk KS
    - Darauf Schomburg C2 im Spritzverfahren gesprüht (Im strömenden Regen!)
    - Darauf dann eine Bitumbahn vertikal geklebt die auch alle komplett mal abgefallen sind da keine Haftung wegen Regen vorhanden war.
    - Darauf dann die Drainplatten/Dämmung punktuell verklebt
    - Dann ein Vlies drüber gelegt
    - Ringdrainage mit nur einem Spülschacht, also keine DIN4095

    1) Im Vergleich zu den anderen Häusern mit Keller in diesem Gebiet steht nun die Abdichtung in Frage. Ist die gemäß dem genannten Lastfall "ausreichend" auf Dauer dicht und kann die Feuchtigkeit im Keller darauf zurückgeführt werden?

    2) Ist das fehlende Bodengutachten und die fehlende Abdichtungsplanung bereits ein Mangel und geschuldet vom "schlüsselfertig bauenden GU" da dadurch die gesamte Gründung des Hauses in Frage steht und eine Dichtheit des Hauses auf Dauer nicht gegeben ist?

    3) Ist eine Drainage mit nur einem Spülrohr überhaupt auf Dauer zu unterhalten, da die Funktion auf Dauer so nicht gewährleistet werden kann oder muss nach dem Lastfall eine Drainung nach DIN4095, also mit 4 Rohren an jeder Ecke hin?

    4) Was schuldet der GU denn eigentlich? Der Planer ist doch dafür zuständig sich im Vorfeld über die Bodenbeschaffenheit ein Bild zu machen oder kann/darf man bauen wie es einem gerade gefällt, Hauptsache das Ding steht nachher? Schuldet ein Schlüsselfertiganbieter eine Abdichtungsplanung?

    Im Werksdatenblatt von Schomburg steht, das eine Drainung gemäß DIN4095 zwingend gemacht werden muss bei dem Produkt und im Vertrag steht, das die Dichtung gemäß dem Werksdatenblatt ausgeführt wird ... aber nicht wirklich wurde da keine Drainung nach DIN4095 gemacht wurde?!?

    Es wäre super wenn sich dazu mal jemand äußern würde der echt Ahnung hat da es damit derzeit echte Schwierigkeiten gibt mit dem GU.

    Vielen Lieben Dank im Voraus!
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  2. Kein Bodengutachten, Lehm, feuchter Keller = Mangel?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    Servus,

    2) Ist das fehlende Bodengutachten und die fehlende Abdichtungsplanung bereits ein Mangel und geschuldet vom "schlüsselfertig
    bauenden GU" da dadurch die gesamte Gründung des Hauses in Frage steht und eine Dichtheit des Hauses auf Dauer nicht gegeben ist?
    also ich denke daß für den Baugrund immer noch der Bauherr zuständig ist (!) ... daß nennt man Vorplanung
    hier versteh ich weder Bauherr noch GU ... der eine versucht daß auf den anderen abzuwälzen und der andere
    kalkuliert den gesamt Preis in´s blaue.

    Fakt ist daß mit dem Bodengutachten auch der Lastfall geklärt gewesen wäre bzw. beide Seiten
    hätten gewusst wie die Kiste auszuführen ist.

    ja was soll man jetzt hier raten ?

    Gruss

    Josef
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    es wird bestimmt viel spass machen, herauszufinden,
    wer was geplant hat oder hätte planen sollen > heisst:
    aus den vorliegenden angaben (und vermutlich auch
    mit "allen" angaben) ist das nur zu erraten. die bandbreite
    an "lösungen" ist enorm und beeinflusst die quotelung.

    die auflistung 1-4 klingt für mich nach streitvorbereitung -
    mindestens. dazu gehören dann eigene fachleute
    (hier: baurechtler, sachverständiger), nachdem die
    zuvor (gu plant nicht - gu baut) gespart wurden.
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  5. #4

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    Von der Tatsache ab, wer das originär zu verantworten hat, hätte der Ausführende nicht spätestens Bedenken ohne Baugrundgutachten anmelden müssen um sich schadfrei zu halten?
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  6. #5

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    der 'schlüsselfertige' anbieter hätte bereits in der planungsphase auf die notwendigkeit eines bodengutachtens hinweisen müssen. die frage ist jetzt zu klären, hat er darauf hingewiesen, hat er den bauherrn auf die notwendigkeit ausreichend beraten? der rest ist sache eines anwalts für baurecht.
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  7. #6
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    Ich war derjenige der Anfangs ein Bodengutachten machen lassen wollte, aber mir wurde zweimal in unterschiedlichen Gesprächen gesagt, das ich mir das "Geld sparen" kann, da die Gutachten nicht objektiv seien und der Tiefbaumensch des GUs viel Erfahrung hätte. Ich hatte sogar ein "generelles Bodengutachten" vom Baugebiet dabei und vorgelegt, jedoch wurde das quasi in die Ecke geworfen und nicht beachtet. Auch in der Bauphase habe ich mehrmals angesprochen das viel Wasser in der Grube ist und ob das alles so richtig ist wie das gemacht wird da ich echte bedenken hatte. Als "Leihe" kann ich aber auch nicht abschätzen ob das alles so stimmt oder nicht. Ich bin davon ausgegangen das die schon wissen was sie tun, haben ja über 25Jahre Erfahrung. Niemand kam zu mir und hatte mir gesagt das der Boden nix taugt zur Verfüllung und niemand hatte mich über den Lastfall aufgeklärt, das kam alles so "nach und nach" aus eigen Regie und nun ist das Kind in den Brunnen gefallen ...
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Siddy74 Beitrag anzeigen
    es geht um einen Neubau mit Keller der nach 1Jahr erhebliche Feuchtigkeitserscheinungen und bereits Schimmel zeigt. Die Feuchteerscheinungen sind unterhalb der EG-Decke, also nicht nur unten wo es am kältesten ist. Es gibt auch einzelnen Steine die dunkel sind, so als seinen diese komplett mit Wasser voll.
    Was ist mit "EG-Decke" gemeint? Im Bauwesen sagt man üblicherweise "Decke über UG" oder "Decke über EG".
    Da von Keller gesprochen wird, vermute ich "Decke über UG".

    Bevor man jetzt nur immer auf das fehlende Bodengutachten verwiesen wird, sollte man sich fragen, ob das Schadbild (Schimmelbildung) auch wirklich auf unzureichende Abdichtung zurückzuführen ist.

    Ein Abdichtungsmangel, der sich unterhalb der Decke über UG zeigt, ist zwar möglich, aber die Wahrscheinlichkeit dessen ist nicht so arg hoch.


    Beschreiben Sie doch bitte mal den Keller genauer, insbesondere die Nutzung. Stellen Sie bitte mal einen Plan mit Eintragung der Schadstelle sowie ein paar Fotos hier ein. Die Fotos bitte auch mal aus größerer Entfernung (so dass man ein bisschen was vom Raum sieht) und auch von außen, so dass der Geländeanschluss sichtbar ist.
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  9. #8

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    mal was anderes: was passiert, wenn der Unternehmer nachträglich ein Bodengutachten beauftragt und dabei herausgefunden wird, dass die verwendete Abdichtungsart grundsätzlich geeignet ist?
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    @alfons:
    dann zweifel ich das bei entspr. schadensbild (was hier
    bzgl ursachen keineswegs klar ist) erstmal an

    @siddy:
    die baugrundgeschichte klingt für dich erstmal gut,
    besonders, wenn das dokumentiert ist - wenn nicht:
    #3
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  11. #10

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    .....aber mir wurde zweimal in unterschiedlichen Gesprächen gesagt, das ich mir das "Geld sparen" kann, da die Gutachten nicht objektiv seien und der Tiefbaumensch des GUs viel Erfahrung hätte....
    Wie dämlich kann ein einzelner Mensch eigentlich sein????

    Daß viele das übersehen, es vergessen, nicht ausreichend beraten, sich nicht zuständig fühlen...O.K....kennt man.

    Aber wenn der BH von sich aus GU ein Gutachten aufdrängt und der lehnt dies ab....mir fehlen die Worte.

    Hoffe, daß dies irgendwie schriftlich (Mail, Aktennotiz, Zeugen,...) dokumentiert wurde.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von Siddy74 Beitrag anzeigen
    ... Die Feuchteerscheinungen sind unterhalb der EG-Decke, also nicht nur unten wo es am kältesten ist. Es gibt auch einzelnen Steine die dunkel sind, so als seinen diese komplett mit Wasser voll. ...
    Ich glaube, dass Alfons Fischer die richtige Spur aufgenommen hat.

    Am Ende ist es keine Durchfeuchtung von Außen, sondern ganz simpel Kondensation.
    Sollte sich jemand mit einem Leitfähigkeitsmessgerät mal näher ansehen.
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  13. #12

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    Mach mal ein paar Fotos, damit man sieht was eigentlich genau gemeint ist! Feuchtigkeit unter der Decke hört sich jetzt nicht nach Problemen mit Aufstauenden Sickerwasser an! Das hätte man normal am Boden!
    Schau mal in deinen Sickerkontrollschacht, steht da Wasser drin und wenn wie Hoch? Messen! Hast du auch Fotos von Bauablauf!
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  14. #13

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    Mal eine ganz "blöde" Frage.
    Der Schadenbereich liegt aber im Erdreich, oder ?

    Zitat Zitat von Siddy74 Beitrag anzeigen
    Die Baugrube stand auch nach ausbaggern recht hoch mit Wasser das nicht versickert ist.
    Rein als Laie gefragt. In unserem Gutachten stand damals drin das in dem Fall das durchfeuchtete Erdreich ausgetauscht werden muss bzw. die Tragfähigkeit erneut nachgewiesen werden muss (oder so ähnlich).
    Hätte das hier nicht auch erfolgen müssen ?
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  16. #14
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    Ich muss mal ein paar Fotos reinstellen damit man sich mal ein besseres Bild machen kann.

    Also die Feuchtigkeit ist nicht "nur" unterhalb der Decke sondern kommt auch stellenweise von unten, aber auch in der Mitte der Wand. Es gibt Steine die richtig dunkel sind, wie ein Schwamm der sich mit Wasser vollgesaugt hat. Beim letzten Starkregen hatte ich drei Pfützen auf dem Boden.

    Ich habe mir von Brennstuhl ein Feuchtigkeistmesser besorgt der zwar "nur" Oberflächig prüft aber damit kann man schon gewisse Stellen checken. Was sehr auffällig ist das die Werte an den Messpunkten die ich definiert habe regelrecht nach oben schießen nachdem es mal geregnet hat. Im Moment habe ich an den Stellen knapp 25-27% Feuchtigkeit. Nach einem Regen liegen die Werte so bei 30-35%! Zum Vergleich habe ich mal den Estrich vom Nachbarn gemessen der erst seit einer Woche eingebaut ist. Der hat in etwa die gleichen Werte von 25% - wohlgemerkt ist das frischer nasser Estrich und kein KS-Stein! Der Keller des Nachbarn hat gerade einmal 10% was meinem Wohnzimmer entspricht (unbeheizter Keller). So hatte ich mir das auch in meinem Keller vorgestellt :-(.

    Wenn es Kondenswasser wäre so würden die Werte doch nicht immer so schwanken und die Pfützen würden sich bei Starkregen auch nicht ausbilden?

    Die Feuchtigkeit ist ja auch nur ein Teil der oben geschriebenen Probleme. Die mangelhafte Verfüllung hat bereits den nächsten Mangel hervorgerufen und zwar zieht mir die Erde mittlerweile an mehreren Stellen muss Haus die Perimeterdämmung regelrecht nach unten. Der Putz hat schon Risse am Übergang von der Verbunddämmung zur Perimeterdämmung von 5-6mm. Man sieht schön das da einzelne Platten nach unten gehen. Da die Dinger auf die Abdichtung punktuell geklebt sind entstehen dort eventuell auch Schäden an der Dichtung. Weiterhin kann Wasser dahinter laufen und die Dämmung ist demnach auch hinüber.
    Während der Bauphase lagen die gesamten Platten auch auf dem Boden da sie abgefallen sind.
    Der Mangel mit der Verfüllung ist auch so ein Thema, denn das hätte man auch von Anfang an vermeiden können sogar müssen! So läuft das ganze in eine Nachfinanzierung da ich die Kosten für den Abtransport und das neue Material auch selber tragen muss. Sehr ärgerlich das ganze.
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  17. #15

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    Hört sich aktuell irgendwie so an als wäre es höchste Zeit eigenen Sachverstand einzukaufen.
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