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  1. #1

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    Erster Versuch eines Hauskaufs - sind die alle korrupt?

    Hallo zusammen,

    ich bin fleißiger Mitleser des Forums und derzeit auf der Suche nach einem neuen Zuhause für meine kleine Tochter, meine Frau und mich. Ich schreib diese Geschichte mal unter Sonstiges rein, da ich nicht genau weiß in welche Rubrik das am Besten passt (bitte bei Bedarf verschieben).

    Vorweg gleich die Aussage, dass wir uns auf keinen Fall auf die unten beschriebene Geschichte einlassen werden, da mir bewusst ist dass das Vorgehen nicht legal ist und auch erhebliche Risiken für uns als Käufer birgt.

    Aber von Anfang an:

    Wir haben bei unsere momentanen Suche nach einem EFH in einer Nachbargemeinde die Anzeige über einen Neubau gefunden, welcher bis Ende des Jahres fertiggestellt wird und dann komplett (Einfamilienhaus mit Garage und Außenanlagen) zu einem Festpreis verkauft wird. In diesem neu erschlossenen Neubaugebiet wurde mehrere fast gleiche Einfamilienhäuser und Bungalows seit September letzten Jahres erbaut, Errichter ist eine Wohnungsbaugesellgschaft - bei einem eigenen Hausbau ist nach meiner Einschätzung der Preis nicht zu schaffen. Beim konkreten Objekt handelt es sich um das letzte EFH, welches dieses Jahr noch gebaut wird, alle anderen sind laut Aussage des Maklers bereits verkauft. Wir konnten auch bereits zwei der erbauten Häuser besichtigen.

    Man muss dazu sagen, dass das Haus in einer idealen Lage in Bezug auf unsere Arbeitsstellen liegt. Desweiteren findet man derzeit kaum passende Bestandsimmobilien, ein eigener Neubau kommt aktuell aus Kostengründen für uns nicht in Frage. Dieses Haus würde als ideal zu uns passen, die Finanzierung ist auch bereits gesichert.

    Beim letzten Gespräch mit dem Makler und dem Chef der Wohnungsbaugesellschaft wurde uns folgendes vorgeschlagen, wenn wir das Haus kaufen wollen:
    • Um uns das Haus zu reservieren, sollen wir eine Anzahlung in Höhe von 15.000 € an die Wohnungsbaugesellschaft leisten, welche dann mit dem Hauspreis verrechnet wird
    • Beim Notartermin soll der Kaufpreis um 30.000 € geringer angegeben werden, dieses Geld soll unter der Hand fließen.

    Uns ist bewusst, dass durch diese Nebenabreden zum einen der Kaufvertrag ungültig wird, als dass es auch eine Hinterziehung der Grunderwerbssteuer ist. Der Verkäufer will das Geld wohl dazu nutzen, um die Baufirmen schwarz zu bezahlen. Außerdem hätten wir auch keine Sicherheit, dass das Geld nicht irgendwo verschwindet.

    Wir haben für uns auf jeden Fall die Entscheidung getroffen, dass wir auf dieses Angebot auf keinen Fall eingehen werden - entweder die Abwicklung und Geldzahlungen ganz regulär über den Notar oder gar nicht.

    Was uns etwas wundert, ist dass zumindest das Vorgehen mit der Anzahlung wohl auch schon bei den anderen Hauskäufern durchgezogen wurde. Gibt es wirklich Leute, die so naiv 15.000 € überweisen? Außerdem wundert uns dass der Makler hier mitspielt - ich schätze insgesamt das Risiko recht hoch ein, wenn Verkäufer und Makler an jemanden geraten, der sie bei diesem Geschäft verpfeift.

    Müssen wir uns jetzt darauf einstellen, dass uns das regelmäßig passiert, oder sind das nur einzelne schwarze Schafe? Über ähnliche Erfahrungen würde ich mich auf jeden Fall freuen.
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  2. Erster Versuch eines Hauskaufs - sind die alle korrupt?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Ich glaube, ich würde das in dem Zusammenhang auch gleich mal zur Anzeige bringen. Es ist ja davon auszugehen, dass dieser Vorschlag die 30.000 "unter der Hand" zu zahlen nicht nur euch unterbreitet wurde, sondern auch allen andern und für die anderen Häuser.

    Was allerdings geht - und dafür fehlt in der Geschichte hier der Kontext ist, dass für bereits eingebauten Hausrat (zB Küche, Möbel etc.) keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden muss und das am Notarvertrag in einer Nebenabrede vorbei geht.
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  4. #3

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    Das ist ja mal echt harter Tobak und das von einer Wohnungsbaugesellschaft. Das ein privater Verkäufer vielleicht ein bisschen Mauscheln will ok, aber das liest sich schon kriminell.

    Ich würde mich da drauf auch nicht einlassen und eine Vorrauszahlung würde ich auch nicht leisten. Wenn du deine Finanzierungsbestätigung von der Bank hast, dann sollen die den Notar bestellen und das ganze Legal unter Dach und Fach bringen.
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  5. #4
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    Danke schonmal für die ersten Antworten.

    Zitat Zitat von familieri Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ich würde das in dem Zusammenhang auch gleich mal zur Anzeige bringen. Es ist ja davon auszugehen, dass dieser Vorschlag die 30.000 "unter der Hand" zu zahlen nicht nur euch unterbreitet wurde, sondern auch allen andern und für die anderen Häuser.

    Was allerdings geht - und dafür fehlt in der Geschichte hier der Kontext ist, dass für bereits eingebauten Hausrat (zB Küche, Möbel etc.) keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden muss und das am Notarvertrag in einer Nebenabrede vorbei geht.
    Ich denke zur Anzeige bringen macht wenig Sinn, da hier ja Aussage gegen Aussage stehen würde - und ob das bei den anderen auch so gemacht wurde, keine Ahnung ... es war so nach dem Motto dahergesagt, da er ja dieses Jahr schon genügend Steuern mit den anderen Häusern gezahlt hat.

    Möbel und Küchen sind übrigens keine enthalten, also eine solche Nebenabrede kommt hier nicht zum Tragen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Noch ein Punkt, der mir hier gerade durch den Kopf geht, in Bezug auf die Finanzierung - es liegen ja auch bereits die Unterlagen zu dem Gebäude (Exposé, Baubeschreibung, etc.) bei der Bank - wenn jetzt der Kaufpreis im Kaufvertrag so deutlich niedriger ist, da passt das dann doch nicht mehr? Da würde die Bank doch misstrauisch werden, dass hier etwas nicht stimmt? Und die wenigsten können sich ein Haus ohne Finanzierung leisten.
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von Blaine Beitrag anzeigen
    Ich denke zur Anzeige bringen macht wenig Sinn, da hier ja Aussage gegen Aussage stehen würde
    Versuchen könntest du es. Wenn die Kripo interessiert ist, verkabeln die dich und stellen dir die "Anzahlung" zur Verfügung, damit du zum Schein auf das Angebot eingehst. Wenn die das Geld einstecken und dann vielleicht nochmal die Einzelheiten der "unter-der-Hand-Zahlung" mit dir durchsprechen, erfolgt der Zugriff.

    Ach, ja, wenn du das machen willst, schick mir eine PN, damit wir im Forum diesen thread komplett löschen. Soll ja eine Überraschung sein ...
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  8. #7
    Avatar von ars vivendi
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    Aber danach gibts für alle das Ergebniss !
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  9. #8

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    Dann bekommst du aber das Haus auch nicht. Haben die erst die Steuerprüfung im Haus, bauen die das Haus mit Sicherheit nicht mehr (für dich).

    Du kannst pokern und nochmal dort anrufen und sagen, dein Famileinangehöriger (denk dir selber einen aus) wollte das nochmal aus steuerlichen Gründen prüfen und würde das mit seinem Chef beim Finanzamt xxx besprechen. Danach die Frage nach dem Termin zur Unterzeichnung der Vereinbarungen und zum Notarterminn. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Du bekommst das Haus ohne Anzahlung/Schwarzgeld.
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  10. #9
    Avatar von ars vivendi
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    Nö. garantiert nicht, dann ist das Haus einfach verkauft . Eine Möglichkeit wäre, die 30t einfach nicht zu bezahlen. Soweit ich mich erinner haben die Gerichte da recht einschlägig entschieden wenn es um Schwarzgeld geht.
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  11. #10
    Themenstarter

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    Ich glaub für eine Scheinübergabe bin ich ein zu schlechter Schauspieler, ich denke das ist eher nichts für mich.

    Zu den anderen Punkten:

    Die Anzahlung hätte überwiesen werden sollen, das Schwarzgeld wäre direkt vor dem Notartermin fällig geworden. Halt immer mit dem Risiko dass dann beim Notar der Kaufvertrag nicht zustande kommt (aus welchem Grund auch immer) und dann das Geld auch weg ist ... das ist jedenfalls nichts für uns, so dick haben wir es dann doch nicht (mal abgesehen vom Ganzen strafrechtlichen Konsequenzen).

    Ich weiß auch nicht ob wir den Eindruck erweckt haben, dass wir einfach naiv auf das Angebot eingehen .... und dass Verkäufer und Makler umfallen, wenn wir das nicht machen.

    Also entweder wie vorgeschrieben beim Notar oder garnicht ... ansonsten ist mir mittlerweile meine Zeit viel zu schade, habe mit dem Thema im Prinzip meine letzte Elternzeit-Woche vergeudet
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  12. #11

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    Das "Angebot" liest sich aber einseitig ... was bleibt denn von den 30000,- bei dir?
    3-5% Grunderwerbsteuer "lohnen" dafür aber nicht.

    Ganz unüblich scheint das nicht zu sein ... mir wurden während der Bauzeit einige derartige Angebote gemacht.


    LG
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  13. #12

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    Da finde ich die Variante Grundstück zuerst kaufen ohne Baupartnerbindung und mit Zeitversatz den Bauvertrag unterschreiben als Steuersparmodell wesentlich eleganter, wenn auch nicht in Ordnung wenn es tatsächlich eine Baupartnerbindung gibt.

    Das Beschriebene ist einfach nur plump.
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  14. #13
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    Hallo zusammen,

    um das Ganze Thema hier noch abzuschließen:

    Wir haben vom Kauf Abstand genommen ... Neben dem rechtlichen Aspekt hätten wir fast nur Nachteile gehabt, angefangen von der geplanten Teil-Finanzierung bei der Bayern Labo (die unser Vermögen bereits kannten und sich dann sicher gewundert hätten, wo die 30T € hin sind).

    Sie wollten uns noch bei ihrem Haus-Banker unterbringen ("der macht uns ein sooo tolles Angebot") - was in Wirklichkeit nur Durchschnitt war.

    So kann man jedenfalls auch an Geld kommen, die haben das wohl bei einem Großteil der 20 Häuser in der Neubausiedlung so gemacht - sonst verdient er laut eigener Aussage nicht genug an einem Haus.

    Nun gut, Thema abgehakt, wird halt weiter gesucht.

    Vielen Dank für eure Meinungen!
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Blaine Beitrag anzeigen
    bei einem eigenen Hausbau ist nach meiner Einschätzung der Preis nicht zu schaffen.
    Das ist - mit Verlaub - Unsinn.

    Das gleiche Haus auf dem selben Grundstück in gleicher Qualität an Ausstattung und Ausführung kostet bei allen drei Modellen
    1) Bauträger
    2) eigenes Grundstück + GÜ
    3) eigenes Grundstück + Architekt + Einzelvergabe
    abgesehen vom Unterschied in der Grunderwerbssteuer bei 1) auch +- die gleiche Summe!!!

    Wer billiger baut, spart irgendwie irgendwo - meist an der Qualität der Ausführung und/oder Qualifizierung der Ausführenden!
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  17. #15
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Das ist - mit Verlaub - Unsinn.

    Das gleiche Haus auf dem selben Grundstück in gleicher Qualität an Ausstattung und Ausführung kostet bei allen drei Modellen
    1) Bauträger
    2) eigenes Grundstück + GÜ
    3) eigenes Grundstück + Architekt + Einzelvergabe
    abgesehen vom Unterschied in der Grunderwerbssteuer bei 1) auch +- die gleiche Summe!!!

    Wer billiger baut, spart irgendwie irgendwo - meist an der Qualität der Ausführung und/oder Qualifizierung der Ausführenden!
    Ich bin davon ausgegangen, dass es preislich schon einen Unterschied macht, ob das Haus x-mal in einer ähnlichen Ausführung gebaut wird (angefangen von den Planungskosten bis hin zu der mengenmäßigen Abnahme der Materialien) .... nur um mal eine Größenordnung zu geben, bei dem besagten Haus wäre hätte das Haus alleine laut Baubeschreibung 180t € für ca. 150 qm Wohnfläche gekostet.

    Aus diesem Grund hatten wir bisher das selber bauen lassen auch noch nicht so auf dem Plan, sondern sind eher auf der Suche nach einer Bestandsimmobilie - aber das ist momentan auch nicht gerade sehr einfach.

    Aber ich lasse mich auch gerne überzeugen :-)
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