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Biberschwanz - welche Deckungsart?

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  1. #1

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    Biberschwanz - welche Deckungsart?

    Liebe Experten,

    meine Frau und ich sanieren und bauen gerade einen alten Hof um. Beim Dach des alten Hauses ist uns beiden klar, dass als Ziegel hier in Sachsen eigentlich nur Biber in Frage kommt. Aber jetzt kommt die große Frage: Kronendeckung oder Doppeldeckung?

    Während wir zwar die Kronendeckung optisch leicht bevorzugen, ist es uns dennoch wichtig, dass wir nicht ein Dach auf das Haus setzen lassen, dass dort nicht hinpasst. Es handelt sich um ein vergleichsweise kleines Haus (ca. 8*12m Grundfläche) und meine Vermutung ist, dass auf einem solchen Haus wohl eher eine Doppeldeckung (wenn nicht Einfachdeckung) lag, die teilweise auch noch auf anderen alten Gebäuden in der Gegend liegt. Deshalb tendiere ich zu einer Doppeldeckung (Stichwort: regionale Baukultur).

    Die Frage an Experten und solche, die es gerne wären: wie seht Ihr das? Wo wird eher die Kronendeckung gelegt und wo eher die Doppeldeckung? Und gibt es noch andere Unterschiede zwischen den beiden Deckungsarten? Wenn ich mir die Schemata anschaue, dürfte es an der Menge von Ziegeln ja eigentlich keinen großen Unterschied machen.
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  2. Biberschwanz - welche Deckungsart?

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  3. #2

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    Hallo Bauamateur,

    bei Euch in der Gegend ist Doppeldeckung vorherrschend.
    Wenn wir weiter nach Osten schauen (Lausitz, Schlesien) wendet sich dies eindeutig zugunsten der Kronendeckung.

    Die Kronendeckung betont im Deckbild extrem die Horizontale, die Doppeldeckung ergibt ein gleichmäßig(eres) Deckbild.
    Windsogsicherung (was früher kein Thema war) ist bei der Doppeldeckung unproblematisch, bei der Kronendeckung schwierig.

    Wichtig dürfte m.M.n. auch die Frage nach dem Formschnitt sein. Bei Euch gab es früher den Rundschnitt nicht (zumindest nicht in unserer Form)
    Gebräuchlich war der Segmentschnitt oder eine Schnittform zwischen Segment- und Rundschnitt (ca. 4,5 cm Versatz zwischen Fußpunkt und Ecken des Formschnittes)

    Aus meiner Sicht wäre auch interessant, welche Oberfläche (Engobe, naturrot...) soll gewählt werden.
    Beispiele gibt es ja zuhauf, brauchst nur die Albrechtsburg besuchen.
    die Ausführung der Details entscheidet u.a. über die Qualität der Eindeckung.

    Laß Dich von einem guten DD beraten. Meißen hat eine eigene Dachdeckerinnung. Der Obermeister müßte noch Peter Helmert sein.

    mfg
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  4. #3
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die fundierte Antwort! Ich denke, dass wir in Richtung Doppeldeckung gehen, der Auftrag ist auch schon an ein Innungsmitglied vergeben, nur die Details bei der Deckungsart müssen wir jetzt noch entscheiden. Oberfläche soll das "klassische" rot sein. Vielen Dank auch für den Hinweis auf die Ziegelform! Der wird gleich mit aufgenommen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Kurzes Update: Wir waren gestern nochmal auf der Baustelle und haben einen Ziegel vom alten Dach gefunden: weil man ja zu DDR-Zeiten keine Baumaterialien weggeworfen hat, wurden die alten Ziegel damals schön gehortet - Glück für uns! Und tatsächlich war die Schnittform ein Segmentschnitt. Biber53 hat einen Volltreffer gelandet und so haben wir uns jetzt entschieden:

    Deckungsart: Doppeldeckung, Form: Segmentschnitt mit 3 Rillen, Farbe: naturrot.

    Vielen Dank nochmal für die Tipps und hoffentlich denke ich daran ein paar Fotos einzustellen, wenn es fertig ist.
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  6. #5

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    Hallo Bauamateur,

    mache grade Büroarbeit - und lasse mich da (gerne) immer wieder von anderen Dingen ablenken.

    Ich war früher, beruflich viel unterwegs, dies auch in Eurer Gegend. Sonst würde ich mir nicht trauen solche Aussagen zu treffen.
    Ein Kollege, welcher aus Meißen stammt, hat mich dann vielen Leuten vorgestellt. (u.a. Achim Wünsche, welcher die Dachdecker im Osten, auch noch nach der Wende stark beeinflußt hat. "Dachdeckerarbeiten", Wünsche/Kuhnlein)

    Segmentschnitt betont, auch in der Doppeldeckung, mehr die Horizontale.
    Er ermöglicht, aber fordert in der Ausführung auch einiges.
    Z.B. Einbau der 1/2 - breiten Biber bei An- oder Abschlüssen. (hochziehen um die Segmenthöhe, 2,5 - 2,7 cm und damit kein wasserabweisender Schnitt nötig.
    Einbau von Streifchen (1/4 - breiten Bibern) bei der Ausführung von Eingebundenen Kehlen. Weil die Ausführung mit Segmentschnitt wesentlich schwieriger ist als mit Rundschnitt.
    Allerdings ist die Optik mit Segmentschnitt eindeutig schöner als mit Rundschnitt, aufgrund der "kurzen" Abstände der Kehlschichten.

    Für die Farbe möchte ich Dich doch noch sensibilisieren.
    Wenn das Dach - optisch - lange im Neuzustand bleiben soll, dann kann auf eine Engobe nicht verzichtet werden.
    Viele Hersteller haben auch rot engobierte Ziegel im Angebot.

    mfg
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6

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    dann kann auf eine Engobe nicht verzichtet werden.
    ...ist natürlich meine subjektive Sichtweise...
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  9. #7
    Themenstarter

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    Vielen Dank auch für den Hinweis! Das Dach darf ruhig Patina bekommen, Hauptsache es hält! Das gleiche gilt für die Teile der Fassade, die wieder mit Holz verkleidet werden. Zudem müssen wir auch irgendwie so tun, als wollten wir unser Budget halten... (wir liegen jetzt schon gut drüber )
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