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Dachdämmung im Altbau mit welchem Material?

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  1. #1

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    Dachdämmung im Altbau mit welchem Material?

    Hallo Dachexperten,

    ich beschäftige mich jetzt schon seit einiger Zeit mit dem Thema Dachdämmung und will nun auch mal eure Meinung dazu hören. Wir wollen das Dachgeschoss in unserem 1935er Einfamilienhaus renovieren und dabei auch eine Dämmung einbauen. Die bisherige Deckung besteht aus ca. 40 Jahre alten Doppelmuldenziegeln, bei denen die horizontale Zwischenspalte zugemörtelt wurde. Eigentlich sieht das alles noch sehr gut aus, da wir aber das Dach dämmen sowie die Fassade streichen lassen wollen und deshalb eh ein Gerüst brauchen, wollen wir auch gleich neu eindecken. Die Dachfläche beträgt ca. 100qm, die Dachneigung 45 Grad. Der Dachaufbau ist folgendermaßen:

    - Ziegel und Lattung
    - keine Unterspannbahn!
    - Sparren 12 x 8cm
    - Heraklith-Platte ca. 4cm
    - Kalkputz ca. 1cm

    Von innen wurde nur die alte Tapete entfernt und neue Dosen gesetzt, der Putz ist bis auf ein paar kleine Risse eigentlich in Ordnung. Unsere Überlegung war nun, den Innenaufbau so zu lassen und deshalb zwischen bzw. auf den Sparren zu dämmen. Auf der Westseite haben wir einen anderthalb Meter hohen Drempel ohne Fenster, deshalb soll auch eine neue Gaube oder mindestens ein neues Dachflächenfenster eingebaut werden. Nun haben wir schon drei Angebote von drei verschiedenen Dachdeckern eingeholt und natürlich drei verschiedene Empfehlungen bekommen:

    1. Folie über Sparren, dazwischen 120mm Steinwolle-Filz (Rockw...), darauf 80mm Steinwolle-Platten - U << 0,24 notwendig!?
    2. Folie auf Sparren plus 120mm PUR-Platten (Linith...) - der Zwischensparrenraum kann/soll also ungenutzt frei bleiben!?
    3. 80mm Holz-Aufdachdämmung (Steic...), zwischen den Sparren Zellulose (Isofl...) - laut U-Rechner kein Feuchteschutz!?

    Die reinen Dämmungskosten der erste Variante liegen (wegen der drei Arbeitsschritte!?) preislich über den anderen beiden, insgesamt ist aber der dritte Anbieter teurer als die vergleichbaren ersten beiden. Mir ist vor allem ein guter Hitze- und Schallschutz bei überschaubaren Kosten wichtig, die leider widersprüchlichen Diskussionen zum Thema Wärmespeicherkapazität/Phasenverschiebung habe ich schon mitbekommen. Also müsste wegen der geringen Dämmmaterialdichte doch Variante 2 ausscheiden, und die fehleranfällige Schlaufenverlegung sowie die Schimmelgefahr bei Variante 1 schrecken mich ab. Holz/Zellulose mit seinen Vorteilen sagt mir eigentlich auch mehr zu, aber das große Gewicht im alten Dachstuhl verunsichern mich etwas.

    Ist leider doch etwas umfangreicher geworden als erhofft, aber was würdet ihr empfehlen bzw. wie entscheiden und warum?

    Danke und viele Grüße,
    Lirost
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  2. Dachdämmung im Altbau mit welchem Material?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    1. Folie über Sparren, dazwischen 120mm Steinwolle-Filz (Rockw...), darauf 80mm Steinwolle-Platten - U << 0,24 notwendig!?
    Ob notwendig oder nicht hängt davon ab, was du ausgeben willst und wie wichtig dir der U-Wert deines Daches in Relation zu den Kosten ist.

    2. Folie auf Sparren plus 120mm PUR-Platten (Linith...) - der Zwischensparrenraum kann/soll also ungenutzt frei bleiben!?
    Werf das Angebot mal lieber in die Tonne... Unter deinen Kriterien die denkbar ungünstigste Variante.

    3. 80mm Holz-Aufdachdämmung (Steic...), zwischen den Sparren Zellulose (Isofl...) - laut U-Rechner kein Feuchteschutz!?
    Ansich gut jedoch ziemlich Riskant. Wenn ich bedenke, dass hier Dosen in die Innenverkleidung gesetzt wurden und durch die Auflast, Risse nicht unausgeschlossen sind. Eine intakte Luftdichtigkeitsebene ist daher wohl eher nicht zu erwarten. Kommen dann noch einbindende Innenwände hinzu, dann wirds schon eher Harakiri - meiner Meinung nach.

    Die reinen Dämmungskosten der erste Variante liegen (wegen der drei Arbeitsschritte!?) preislich über den anderen beiden, insgesamt ist aber der dritte Anbieter teurer als die vergleichbaren ersten beiden.
    Liegt an der Aufwändig zu erstellenden Schlaufenverlegung. Wollt ihr den Innenausbau behalten und dort nichts verändern, hinzunehmen, führt daran aber kein Weg dran vorbei. Außer ein Bauphysiker mit viel Erfahrung kann die Konstruktion ohne Luftdichtigkeitsebene/ Dampfsperre entsprechend bewerten und hält den Kopf dafür hin.

    Mir ist vor allem ein guter Hitze- und Schallschutz bei überschaubaren Kosten wichtig,
    Dann fallen nur Variante 1 oder 3 ins Gewicht. 2 Schadet dabei vollkommen aus, zumindestens unter der gemachten Aussage des DD. Hitze- und Schallschutz ist aber soweit dehnbar... Konkrete Werte im Auge? Du sattelst das Pferd für mich von hinten. Nicht "mach mal", sondern "das und das will ich haben/ erreichen". Ist aber eher ein Ding für einen Planer und eine entsprechende Planung. Keinesfalls mit einem kostenlosen Angebot zu leisten.

    die leider widersprüchlichen Diskussionen zum Thema Wärmespeicherkapazität/Phasenverschiebung habe ich schon mitbekommen. Also müsste wegen der geringen Dämmmaterialdichte doch Variante 2 ausscheiden, und die fehleranfällige Schlaufenverlegung sowie die Schimmelgefahr bei Variante 1 schrecken mich ab. Holz/Zellulose mit seinen Vorteilen sagt mir eigentlich auch mehr zu, aber das große Gewicht im alten Dachstuhl verunsichern mich etwas.
    Klingt für mich eher nach "Laienangst" als wirkliches Argument dagegen. Ihr woll die Innenverkleidung belassen, der "sichere" Anschluss also nicht möglich. Was nun? Bleibt ja nur noch die Schlaufe oder? Die Verlegung in Schlaufe in der Fläche ist nicht das Thema. Die Anschlüsse gehören entsprechend geplant und dann geht das auch nicht in die Hose. Wenn der ausführende Betrieb für das Thema sensibilisiert ist. Dein Ganzes Projekt schreit schon förmlich nach einer Planung. Gaube, Aufsparrendämmung, Anschlüsse, Wünsche und Vorstellungen...

    Mein Rat: Geh zum Architekt oder Bauing. Alles andere ist Käse!
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  4. #3
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    Vielen Dank erst einmal für die Rückmeldung! Inzwischen habe ich mich mit mehreren Planern unterhalten und getroffen, das Ergebnis ist aber ziemlich ernüchternd gewesen: Zwei waren zur Vorortbegehung da, hatten aber nicht wirklich Ahnung bzw. konnten mir auf meine gezielten Fragen keine vernünftigen Antworten geben. Ein anderer will vor einem Treffen erst einen Vertrag über eine entsprechend hohe Honorarberatung abschließen, was mir aufgrund der vorhergehenden Negativerfahrungen zu riskant ist. Umgeschaut habe ich mich in erster Linie nach Bauingenieuren mit Planungskompetenz für Altbausanierungen auf "energie-effizienz-experten.de", kennt ihr noch andere informative Verzeichnisse (außer Telefonbuch o.ä.)? Falls ihr jemanden im Raum Berlin empfehlen könnt, wäre ich natürlich auch dankbar!

    P.S.: Ein Planer hat mich etwas verunsichert mit seiner Aussage, dass seit EnEV14 auch für die Sanierung von Steildächern U=0,20 einzuhalten ist - stimmt das oder hat er sich da auch vertan?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von lirost Beitrag anzeigen
    P.S.: Ein Planer hat mich etwas verunsichert mit seiner Aussage, dass seit EnEV14 auch für die Sanierung von Steildächern U=0,20 einzuhalten ist - stimmt das oder hat er sich da auch vertan?
    EnEV lesen, und vereinfacht gesagt, Steildach nicht mit Flachdach verwechseln.
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  6. #5

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    P.S.: Ein Planer hat mich etwas verunsichert mit seiner Aussage, dass seit EnEV14 auch für die Sanierung von Steildächern U=0,20 einzuhalten ist - stimmt das oder hat er sich da auch vertan?
    Nein! Ansonsten sind hier einige Architekten im Forum die aus Berlin kommen, ob die Lust haben is ne andere Sache
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  7. #6

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    im Zuge der Einführung der EnEV 2014 wurde keine Verschärfung der Anforderungen für Bestandsdächer eingeführt. Für Steildächer gilt nach wie vor ein Höchstwert von 0,24 W/m²K (Anlage 3 EnEV).

    ich persönlich würde mich bei dieser Beschreibung nur mit Variante 1 zufrieden geben.
    Variante 3 nur, wenn zusätzlich eine Dampfbremsfolie (wie 1) umgesetzt wird.
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