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Wie funktioniert die Einzelgewerkvergabe?

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  1. #1

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    Wie funktioniert die Einzelgewerkvergabe?

    Hallo liebe Bauexperten,

    bevor ich auf den Thementitel eingehe, möchte ich kurz ausholen:

    Wie vielleicht einige wenige von euch hier im Forum gelesen haben, bin ich mit der Planung und dem Bau eines EFH zugange.

    Aktueller Sachstand:

    LP1-4 stufenweise an Architekten vergeben. Leider lag das Ergebnis der Entwurfsplanung, inkl. der Kosten für einen etwaigen Vollauftrag (LP1-8) weit über dem, was ich bereit und in der Lage bin auszugeben, obgleich ich eine Kostenobergrenze genannt hatte.

    Vor diesem Hintergrund habe ich mir Gedanken bzgl. folgender Optionen für die Bauausführung gemacht, welche ich auch meinem Architekten ggü. kundgetan habe:

    1. Ich muss kleiner und kostengünstiger bauen. Mit der Kostenoptimierung sind wir aktuell zugange. Er weiß, dass ich mich bzgl. der Ausführungsplanung noch nicht festgelegt habe und es eine Frage der Kosten ist.


    2. Ich belasse es bei LP1-4 und suche mir einen GU. Von diesem lasse ich mir

    a) ein Angebot für schlüsselfertig und
    b) ein Angebot für ein Ausbauhaus geben um anschließend gewisse Gewerke in
    Einzelgewerkvergabe zu vergeben.

    Mein Architekt meinte, dass, bevor ich mir jetzt Angebote von einem GU einhole, wir zunächst die Kostenoptimierung finalisieren sollten. Ich habe ihn deshalb um eine funktionale Leistungsbeschreibung gebeten. Diese haben wir zunächst einmal zurückgestellt, da wir erst die Kostenoptimierung vorantreiben wollen. So dann werden wir einen bekannten GU mit an den Tisch holen und uns die Angebote von Ihm geben lassen. Der Sinn hinter dem gemeinsamen Gespräch ist der, dass wir dem GU direkt mitteilen können, welche Gewerke ich selbst vergeben wollen würde und welche nicht. So ist der GU in der Lage mir 2 Angebote zu unterbreiten und mein Architekt steht direkt Rede und Antwort. Die Angebote des GU's werde ich dann mit dem kosten-optimierten Vollauftrag vergleichen. Selbstredend werde ich auch andere GU Angebote einholen.

    Gesetzt dem Fall, ich käme mit sämtlichen Angeboten nicht zurecht, stellt sich mir die Frage, ob ich den Rohbau nebst gewichtigen Gewerken an ein Bauunternehmen vergebe und andere Gewerke in Einzelvergabe. Mir erschließt sich nicht ganz, wie dies chronologisch abläuft? Hat jemand ein Haus in Einzelgewerkvergabe hochgezogen? Wenn ja, würdet ihr bitte eure Erfahrungen diesbezüglich mit mir teilen wollen?
    Was bräuchte ich an Informationen, wie sollte ich vorgehen, falls dies meine präferierte Option würde?

    Vielen Dank im Voraus für jeden ernst gemeinten Rat.

    Achja, übrigens, wofür braucht ein GU eine funktionale Leistungsbeschreibung. Was ist das?
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  2. Wie funktioniert die Einzelgewerkvergabe?

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  3. #2

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    Hi,

    Wir haben nach deiner letzten Option gebaut. BU und Einzelvergabe. Die Vorgehensweise ist im Forum jedoch etwas verpönt.

    Das lief so ab

    Architekt machte LP1-4 inkl einem detaillierten Genehmigugnsplan inkl. aller Maße, Fußbodenaufbau, Entwässerungsplan, Baubeschreibung, Kostenkalkulation usw.. (ca. 5000 Euro)

    Damit sind wir dann zu einem BU gegangen und haben uns das mal durchrechnen lassen, also nur den Rohbau inkl. NK.

    Dann haben wir uns einen Heizungsbauer gesucht.
    Sanitär hatte ich in der Verwandtschaft.
    Elektrik hab ich gemacht
    Deckenplan für Einbauleuchten hab ich auch selbst erstellt.

    Bevor es los ging haben wir uns mit BU, Sanitäter und Heizungsbauer an einen Tisch gesetzt und mit dem BU besprochen wer wo wie wann welche Durchbrüche und Rohre benötigt.

    Naja und dann ging los.

    Parallel wurde dann noch alle anderen Gewerke ausgeschrieben, anhand der Pläne konnte auch jeder ein Angebot machen.

    Ablauf:

    Rohbau
    Dach
    Fenster
    Dach innen gedämmt und beplankt in EL
    Elektrik in EL, Sanitär, Heizung parallel teilweise in EL
    Fußbodenaufbau
    Estrich
    Estrich trocknung
    Fliesenleger
    Küchenaufbau
    Einzug

    Natürlich muss man bei der Lösung auch während des Rohbaus öfters mal vorbei schauen, da man selbst am besten weiß was man wie haben möchte. Es wird da schon gern mal ein Durchbruch o.ä. vergessen.

    Hat aber alles super geklappt. Wer allerdings nix mit dem Bau zu tun haben will und nach ein paar Monaten einfach einziehen will kommt um GU/GÜ oder Fertighaus nicht herum. Aber auch da kann dann das ein oder andere nicht passen. I
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  4. #3
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    Hallo Memento,

    herzlichen dank für deine ausführliche Stellungnahme. Warum im Forum verpönt? Es besteht doch kein Kontrahierungszwang in der BRD. Jedem das seine, finde ich. Mit wem man das Haus baut oder nicht baut, ist doch jedem selbst überlassen.

    Ich schreib dir eine Nachricht. Danke!

    Hat denn sonst keiner in Einzelgewerkvergabe ein Haus gebaut?
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  5. #4

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    ganz einfach, weil man bei der Bauantrag einen Bauleiter angeben muss? Wer macht das?

    Ein Bauablauf ist doch kein geheimnis, dass liest man in jedem Buch oder in 2min googlen.

    Memento hat viel Eigenleistung gemacht man unterschätz das.
    Außerdem fehlen noch paar Punkte im Ablauf Z.B. Innenputz, Malerarbeiten.

    z.B. hat er geschrieben, dass "BU, Sanitäter und Heizungsbauer an einen Tisch gesetzt" also müssen diese schon vor dem Bau fest stehen.
    Dann muss man erst mal Firmen finden und die Angebote vergleichen können.

    Auch deine Idee mit zwei Angeboten von GU ist blödsinn. Wie willst du das vergleichen? Und stellst hier allein die Frage, wie der Bauablauf ist?

    Man muss sich auch ohne Ende informieren ob auch alles richtig gemacht wurde und dieses abnehmen. Da gibt es keine Schlussabnahme wie bei GÜ.

    Es ist deswegen im Forum verpönt, weil dann 1000 Frage kommen ob alles richtig ist usw. Ob der Ablauf ok, ob das Angebot ok usw.
    Wenn man mit Bau bis jetzt nicht zu tun hatte, dann sollte man erst mal paar Jahre verbringen uns sich einlesen, weil man später nebenbei keine Zeit hat.

    ps:Auch wenn man mit GU/GÜ baut muss man sich selber informieren und gucken.
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  6. #5

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    younis - in einer funktionalen leistungsbeschreibung werden die ausstattungsparameter festgelegt, z. b. bodenbelag parkett mit holzart, dicke, verlegeart auf fussbodenheizung, wände aus muerwerk mit putz oder trockenbau, fliesen im format etc. das lässt sich im entwurfsplan phase 3 nicht darstellen.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    younis - in einer funktionalen leistungsbeschreibung werden die ausstattungsparameter festgelegt, z. b. bodenbelag parkett mit holzart, dicke, verlegeart auf fussbodenheizung, wände aus muerwerk mit putz oder trockenbau, fliesen im format etc. das lässt sich im entwurfsplan phase 3 nicht darstellen.
    Danke für die Erklärung Rolf.

    Werde mich jetzt zeitnah mal mit meinem Architekten und einem GU zusammensetzen.
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  8. #7

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    Die Frage ist was du dir von dieser Vorgehensweise versprichst. Ich nehme an, dass das Haus günstiger wird als das was der Architekt berechnet hat?
    Dem ist aber nicht so, gl Grösse und Ausstattung kostet gleich viel egal wer es dir anbietet Archi oder GU.
    Weniger kostet es nur wenn du an der Ausstattung und Grösse sparst. Der Architekt bekommt ein genanntes Honorar aber der GU baut auch nicht umsonst für dich weil er ein Menschenfreund ist
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  9. #8

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    Option B kann man machen, hat aber ziemliche Risiken. Haben wir aber auch so gemacht. Billiger wird es dadurch nicht - es sei denn Du machst viel Eigenleistung. Dafür wird nach meiner Einschätzung die Qualität besser und Du kennst danach Dein Haus.
    Was wir vollkommen unterschätzt haben war, wie schwierig es ist preiswerte und gute Handwerker zu finden. Dadurch hat der Bau 1 Jahr länger gedauert, als notwendig. In der aktuellen Situation, in welcher die Handwerker gut ausgebucht sind, hat es einen Wert jemanden an seiner Seite zu haben, für den die Handwerker öfters arbeiten. Hängt natürlich vom Umfeld ab, in dem man baut. In einer ländlichen Region, wo jeder jeden kennt und der Handwerker einen Namen zu verlieren hat, kann das besser klappen.
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9
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    Guten Morgen zusammen,

    natürlich werde ich das Haus wegen des Kostendrucks kleiner bauen müssen, davon erhoffe ich mir schon eine gewisse Ersparnis. So dann müssen es auch nicht raumhohe Aluminiumfenster werden. Bodentiefe Kunststofffenster in Ral 7016 tun es mit einer Festverglasung wohl auch. In Ästhetik sterben will ich nicht ;-)
    Also eine Kostenoptimierung nehme ich zur Zeit ja auch vor.

    Ich denke eher an einen TEILGENERALUNTERNEHMER der alle Gewerke, die ich nicht in Einzelgewerkvergabe vergeben möchte, selbst erstellt. Klar, dass er für die Koordination etc. pp. einen Preisaufschlag nimmt. Dass ein GU die Lohnkosten und Materialkosten günstiger einkauft mag auch sein, ich halte es jedoch für ein Märchen, dass er diese Ersparnis an den Bauherren weiterreicht. Ergo verdient er sowohl am Material und Lohn, als auch den 15 % Aufschlag.
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  12. #10
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Jan81 Beitrag anzeigen
    ..
    ps:Auch wenn man mit GU/GÜ baut muss man sich selber informieren und gucken.
    nach meiner erfahrung sind manche nebensächlichkeiten und
    "sekundärtugenden" wichtiger, als allgemein angenommen,
    deshalb: was du schreibst, gilt grundsätzlich - egal in welcher
    konstellation gebaut wird (zumindest aus sicht des AG).
    man kann natürlich auch die augen zumachen - ist ja mitunter
    faszinierend, welch murks (egal von welchem "lager" fabriziert)
    mit viel awg-hormonen schöngeredet wird
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