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Winterbaustelle | Schimmel vermeiden

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  1. #1

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    Winterbaustelle | Schimmel vermeiden

    Gerade bei Winterbaustellen ist wohl die Schimmelgefahr groß...

    Was können wir denn tun, um Schimmelbildung zu vermeiden?

    Ablaufplan:
    Neuaufstockung (inkl. Giebel- und Traufmauern) des DG in Holzständerbauweise im Dezember (auf Altbestand).
    Einbau der Fenster erst Ende Januar (unsere Schuld, da wir uns zu spät entschieden haben).

    Der Trockenbauer würde die Holzständerinnenwände auch schon vorm Fenstereinbau aufstellen. Ist das empfehlenswert?
    Außenwände und Decken werden voraussichtlich mit Lehmbauplatten beplankt, die Innenwände beidseitig doppellagig mit Gipsfaserplatten (günstigerer Preis und höhere Belastbarkeit).

    Hier im Forum habe ich gelesen, dass der Estrich VOR der Beplankung der Ständerkonstruktion eingebracht werden sollte, um Schimmelbildung aufgrund der entstehenden Feuchtigkeit zu verhindern. Aber geht das? Ich dachte bisher, dass aufgrund des Schallschutzes die Wände schon sehen müssen, bevor der Estrich eingebracht wird.

    Was den Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs angeht, haben wir komplett unterschiedliche Aussagen erhalten. Ist es korrekt, dass Zementsulfatfließestrich wesentlich weniger feucht ist als "normaler" Zementestrich?
    Oder sollen wir auf Nummer sicher und Trockenestrich gehen?

    Unsere größte Sorge gilt der Phase, wenn die Holzständerkonstruktion inkl. Dach, aber ohne Fenster steht. Kann es passieren, dass das Holz zu schimmeln anfängt oder ist diese Sorge unberechtigt?

    Welches weitere Vorgehen würdet Ihr empfehlen?
    Fenster vor Trockenbau?
    Wann den Estrich rein?

    Herzlichen Dank vorab für Eure Hilfe!
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  2. Winterbaustelle | Schimmel vermeiden

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  3. #2
    Themenstarter

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    natürlich Giebel- und Traufwänden - gemauert wird ja nichts... :-)
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  4. #3

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    Zitat Zitat von UmbauPlanerin Beitrag anzeigen
    Welches weitere Vorgehen würdet Ihr empfehlen?
    Zitat Zitat von UmbauPlanerin Beitrag anzeigen
    Fenster vor Trockenbau?
    ja

    Zitat Zitat von UmbauPlanerin Beitrag anzeigen
    Wann den Estrich rein?
    nach den Fenstern. Vorher wird Euch der Estrichleger hoffentlich was husten!

    Hast Du keine ausreichend kompetente Bauleitung oder "planst" Du in Eigenleistung?
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hallo Skeptiker,

    Eigenleistung findet keine statt, es wird alles von kompeteten Firmen vor Ort ausgeführt.
    Die bauleiterische Planung wird mit einer gesunden Skepsis, vor allem aber interessiert verfolgt.

    Wie ist denn Eure Einschätzung bzgl. der Holzständer-Außenwände (mit Holzfaserdämmung).
    Können die in der Zeit ohne Fenster und ohne Außenputz schimmeln?
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  6. #5

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    Schimmel wächst nur bei Feuchtigkeit und mittleren Temperaturen. Solange es keine Fenster und keine Feuchtigkeit eingetragen wird, also trockenes Außenklima herrscht, ist im Winter das Schimmelrsisiko gering. Dies ändert sich, sobald die Hülle geschlossen wird und innen eine Beheizung beginnt, denn kann es in einem Neubau durch Tauwasserausfall auf den kalten Innenoberflächen der Außenbauteile oder durch Wasserdampfdiffusion in die Außenwanddämmungen dort so feucht werden, dass Schimmel gute Wachstumsvoraussetzungen bekommt. Die Hersteller adaptiver Dampfbremsen warnen ausdrücklich vor diesem Fall und raten zur besonderen Vorsicht.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von UmbauPlanerin Beitrag anzeigen
    Die bauleiterische Planung wird mit einer gesunden Skepsis, vor allem aber interessiert verfolgt.
    Dann teil uns doch mal mit, welche Lösungen die skeptisch beäugte Bauablaufleitung denn so angedacht hat.
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  8. #7
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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Schimmel wächst nur bei Feuchtigkeit und mittleren Temperaturen. Solange es keine Fenster und keine Feuchtigkeit eingetragen wird, also trockenes Außenklima herrscht, ist im Winter das Schimmelrsisiko gering. Dies ändert sich, sobald die Hülle geschlossen wird und innen eine Beheizung beginnt, denn kann es in einem Neubau durch Tauwasserausfall auf den kalten Innenoberflächen der Außenbauteile oder durch Wasserdampfdiffusion in die Außenwanddämmungen dort so feucht werden, dass Schimmel gute Wachstumsvoraussetzungen bekommt. Die Hersteller adaptiver Dampfbremsen warnen ausdrücklich vor diesem Fall und raten zur besonderen Vorsicht.
    Danke! Das klingt nachvollziehbar.

    Spricht dies für sehr langsames Aufheizen?
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  9. #8
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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Dann teil uns doch mal mit, welche Lösungen die skeptisch beäugte Bauablaufleitung denn so angedacht hat.
    Ich denke, es liegt in der Natur des Menschen, dass kein Bauplaner Spezialist für sämtliche auf dem Markt befindlichen Systeme sein kann und sich gleichzeitig bestens in Baubiologie und Nachhaltigkeitsfragen auskennt. Wie jeder Mensch hat auch der Bauplaner spezifisches Erfahrungswissen, auf dem seine Urteile gründen.

    In unseren Breiten werden - wie auch im Forum - baubiologische Fragen eher belächelt. Wir sind keine Ökofritzen, haben uns während der Planung aber ein wenig intensiver mit der Thematik Nachhaltigkeit / Bauökologie / Baubiologie auseinandergesetzt und finden es prinzipiell interessant (an der Stelle sei nur exemplarisch genannt, dass mir ein sehr freundlicher technischer Leiter eines der drei größten OSB-Plattenhersteller am Telefon sagte, dass sie - wie alle anderen auch - nicht auf VOC-Emissionen prüfen und sich dazu ausschweigen. Jetzt kommt ein direktes Zitat "Wir wissen, dass sie ausdünsten, sagen es aber nicht.". Man beschränkt sich darauf, dass der vorgeschriebene Formaldehydemissionswert eingehalten wird, wirbt damit, sagt aber nichts zu anderen freien organischen Verbindungen - bis diese in ein paar Jahren als gesundheitsschädlich nachgewiesen sind, dann wird es Vorschriften geben, und ich wette, dass ich 10 Jahren die heute an der Stange verbauten OSB-Platten verpöhnt sind).

    Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihm was ist. Und wie viel Geld er dafür ausgeben kann oder möchte.

    Fazit: Durch unsere baubiologischen Sonderwünsche bringen wir die auf guten Erfahrungen basierende Planung manchmal durcheinander. Ich finde es dann mehr als legitim, dass es auch zu unserer Aufgabe wird, mögliche Problemquellen aufzudecken und ggf. im Vorfeld zu klären. Und genau dazu sind Foren doch da. Es muss hier ja niemand antworten, darum verstehe ich auch nicht, warum manche Fragesteller bei bestimmten Themen - auch in diesem Forum - so oft in der Luft zerrissen werden. Fragen sollten eigentlich immer erlaubt sein. Gegenfragen natürlich ebenso.

    Hätten wir den kompletten Umbau aus einer Hand, wären die Fenster rechtzeitig geliefert worden. Diese haben uns aber nicht gefallen, wir haben uns für Fenster einer anderen Firma entschieden, die jetzt nicht rechtzeitig geliefert werden. Es folgt: selbst gemachtes potenzielles Problem. Unsere Zimmerei ist sehr bemüht und wird sicherlich entscheidend dazu beitragen, dass wir Schimmelprobleme vermeiden. Dennoch möchten wir einfach unseren Teil beitragen.
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9

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    Zitat Zitat von UmbauPlanerin Beitrag anzeigen
    Danke! Das klingt nachvollziehbar. Spricht dies für sehr langsames Aufheizen?
    Es heißt vor allem, dass im Winterhalbjahr vor vollständigem Anbringen der Wärmedämmung und Dampfsperre oder -bremse nicht nennenswert geheizt werden darf. Und dann muss sofort und andauernd für ausreichende Feuchteabfuhr gesorgt werden, z.B. durch mehrmals tägliches Stosslüften - oder eben komplett im Trockenbau gearbeitet werden. Für ein großes Bürogebäude haben wir das im vergangenen Herbst extra berechnen lassen, dort wäre es vor Fertigstellung der Außendämmung zu massiver Kondensation gekommen - und in der Folge wahrscheinlich auch zu einer gigantischen Schimmelzucht.
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  12. #10
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    Es handelt sich um eine diffusionsoffene Konstruktion, daher Dampfbremse, nicht -sperre.
    Okay, MERKE: mehrmals täglich stoßlüften und Trockenbau(estrich) zu empfehlen.

    Ganz herzlichen Dank! Das hat jetzt doch sehr zu meiner Beruhigung beigetragen.
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