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  1. #1

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    ESG-Schiebetür nach nur 4 Monaten von selbst zersprungen - Gewährleistung durch BT?

    Hallo,

    wir sind vor rund 4 Monaten in unser schlüsselfertiges Heim eingezogen. Zwischen Küche und Wohnzimmer haben wir eine Glasschiebetüre samt MDF-Tasche einbauen lassen. Die Türe läuft in einer Schiene an der Decke, am Boden ist sie freischwebend. Die Scheibe wird durch 2 etwa 15cm breite Klammern gehalten. Am Endanschlag ist in der Schiene eine Bremse eingebaut und ein Gummipuffer an der Wand. Sie ist aus 8-10mm dickem ESG. Die Türe war Teil unseres Kaufvertrags mit dem Bauträger.

    Vor kurzem ist Folgendes passiert:
    Meine Frau hat die Türe zugezogen und nachdem diese schon zu war gab es 3-4 Sekunden später einen fürchterlichen Knall und die ganze Türe ist in sich zusammengefallen. Nach dem ersten Schock waren wir froh, das insbesondere unseren 2 Kleinkindern nichts passiert ist. Als erstes habe ich Fotos gemacht. Nun stehen wir da mit 3 Kisten voller Glasscherben und wissen nicht weiter.

    Jetzt ist die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Wir haben uns kein Fehlverhalten vorzuwerfen, die Türe hat definitiv nichts abbekommen.

    Wir haben uns also an den Bauträger gewendet mit der Bitte zur Klärung. Dieser hat die Angelegenheit zwar postwendend an den ausführenden Handwerker (Schreiner) weitergegeben, tut aber so, als würde ihn das alles gar nichts angehen. Und ein Gewährleistungsfall ist es seiner Meinung nach auch nicht.

    Der Schreiner rief mich einige Tage später an und sagte mir, er hätte mit seiner Versicherung gesprochen: Es wäre kein Haftpflichtfall. Wenn überhaupt, dann könnte ich nur aus Kulanz mit Ersatz rechnen und müsste mich an den Kosten beteiligen. Die Antwort des Glasherstellers steht aber noch aus.

    Eine Glasbruchversicherung haben wir nicht. Das hätte die ganze Sache jetzt etwas vereinfacht.

    Im Internet habe ich von "spontanem Glasbruch" durch Verunreinigungen und von Beweislastumkehr (BGB 476) in den ersten 6 Monaten gelesen. Da mir aber in meinem ganzen Leben (trotz einiger Glastüren) sowas noch nie passiert ist, weiß ich nicht so recht was zu tun ist und was ggf. meine "Rechte" sind.

    Was meint ihr:
    - Wer haftet hier?
    - Ist es ein Gewährleistungsfall?
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  2. ESG-Schiebetür nach nur 4 Monaten von selbst zersprungen - Gewährleistung durch BT?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    liest sich wie ein spontanbruch durch nickel-sulfat-einschluss. hast du ein datenblatt der glasscheibe erhalten oder wurde der einbau einer esg-h scheibe vereinbart?

    bei esg-h wird die glasscheibe einem heisslagerungstest unterzogen, dabei gehen glasscheiben mit ni-einschlüssen zu 99,xyz % kaputt. scheiben die heil aus dem ofen herauskommen, können ohne risiko vergebaut werden. du solltest erst einmal klären, was vertraglich geschuldet war.
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  4. #3
    Themenstarter

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    hallo,

    ich habe kein Datenblatt erhalten. Im KV stand so in etwa "deckenhohe schiebetür aus satinatoglas in MDF-Tasche" (habe den KV gerade nicht im büro dabei). daneben noch eine skizze. von ESG oder ESG-H steht dort nichts, das habe ich schon nachgeschaut.

    Angenommen es handelt sich um spontanbruch, wer haftet dann?
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  5. #4

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    wenn du deinem auftragnehmer nach der abnahme nachweisen kannst, dass er diesen spontanbruch zu vertreten hat, der auftragnehmer. wird dir jedoch schwer fallen.

    bestell lieber eine neue scheibe als VSG aus 2 x ESG-H, die verbundfolie am besten mit 1,52 mm.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Daedalus Beitrag anzeigen
    Jetzt ist die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Wir haben uns kein Fehlverhalten vorzuwerfen, die Türe hat definitiv nichts abbekommen.
    Kann ein spontanbruch sein muss aber nicht.
    Die Aussagen "wir haben nichts gemacht" hört man sehr oft.
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  7. #6

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    Das Thema ist auch sehr interessant für uns, da wir eine Schiebtür zur Küche (als Ganzglassschiebetür 10 mm SG matt Nano, Sturzmontage, Griffmuschel Neapel Edelstahl matt, Rund/Griffstange 350mm Edelstahl matt) laut dem Vertrag bekommen werden. Hat unsere Tür auch die Gefahr zum Spontanbruch? wenn ja, was sollen wir dann verändern? danke für jede Antworte.
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  8. #7

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    entschuldige, Tippfehler, bei uns ist ein ESG Ganzglassschiebetür. habe Rolf so verstanden, mit ESG-H hat man den Bruch nicht, d.h. wir müssen diese im Vertrag stehende Tür gegen ein ESG-H Tür austauschen, oder gibt es noch andere Lösung?
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  9. #8
    Themenstarter

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    Genau das ist ja das problem der "beweisbarkeit". niemand hat die türe berührt. wir hatten bisher mit dem BT einen fairen Umgang und immer pünktlich bezahlt. ich hätte auch kein problem mit einem gutachter oder unter eid auszusagen, wenn das einer lösung dienlich ist.

    tja, jetzt steh mer da mit dem scherbenhaufen und niemand fühlt sich verantwortlich ...
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  10. #9

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    Hast du keine Glasbruchversicherung?
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  11. #10
    Baufuchs
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    @daedalus

    Vergiss mal die Geschichte "Beweislastumkehr 6 Monate". BGB 476 das gilt so nur beim Verbrauchsgüterkauf.

    In deinem Fall gilt, "Beweislastumkehr nach Abnahme".

    Bis zur Abnahme muss der Unternehmer beweisen, dass sein Werk mangelfrei ist. Danach muss der Bauherr nachweisen, dass der Mangel schon zum Zeitpunkt der Abnahme vorhanden, aber nicht erkennbar war.

    Das wird in deinem Fall schwer bis unmöglich.

    Aber erst mal abwarten, was der Glashersteller -dessen Antwort ja noch aussteht- sagt.
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  12. #11
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    In manchen Versicherungen (Hausrat, Wohngebäude) sind manchmal Glasbruchschäden mit enthalten. Schaut mal nach.

    Ansonsten wird es schwer werden, einen Mangel zu beweisen. Nach der Abnahme seid ihr dafür beweispflichtig, dass dem Gewerk ein Mangel anhaftete und dass aufgrund eines solchen Mangels die Scheibe zu Bruch ging. Der § 476 BGB gilt nur für Kaufverträge und nicht für Werkverträge.

    Seid ihr beide Partei des Bauvertrags, oder nur einer von euch beiden? Dann wäre der jeweils andere im Streitfall wenigstens als Zeuge dafür frei, dass die Scheibe ohne euer Zutun zu Bruch ging. Oder waren noch andere Personen beim Glasbruch anwesend?

    Solche Zeugenaussagen alleine würden allerdings wohl noch nicht reichen, um einen Mangel zu beweisen, insbesondere dann nicht, wenn aus technischer Sicht auch andere Alternativursachen, die nicht in den Verantwortungsbereich des Werkunternehmers fallen, Auslöser eines solchen Glasbruchs gewesen sein könnten. Das ist indes eine technische Frage, die ich nicht beurteilen kann.

    Ups, da waren Voda und Baufuchs schneller ...
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  13. #12

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    Hallo, es sieht so aus:
    Ein spontaner Bruch kann immer passieren ohne Einwirkungen von aussen.
    Man sagt, jede 1000. Scheibe geht zu Bruch.....

    Die meisten Kunden bekommen eine "normale" ESG eingebaut, da die ESG H- Variante
    ca. 25 % mehr kostet und der Endkunde meistens nur nach dem Preis schaut.....

    Bei Dir wird wahrscheinlich nur die normale Scheibe eingebaut worden sein und dann kommt
    es auf die Kulanz des ESG- Herstellers und des Schreiners an. Ein Anrecht auf Ersatz hast
    Du nicht.Der Schreiner bekommt nur die Scheibe vom Werk ersetzt, die Arbeitszeit hat er an den Backen.

    Man kann natürlich auch die Variante VSG aus 2 x TVG wie beschrieben verwenden, dann setz Dich vorm
    Lesen des Preises aber hin, die ist teuer......

    Ich würde Dir empfehlen, versuch Ersatz zu bekommen und normalerweise kann man nicht 2 x solch ein
    "Pech" haben.....

    Ansonsten gilt folgender Spruch einer Kollegin aus der der Meisterschule von mir:

    Gerne bieten wir Ihnen eine Glastüre an, aber aus Sicherheitsgründen empfehlen wir Ihnen
    eine Holztür
    cristalero
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  14. #13

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    Was mir gerade noch dazu einfällt!

    Die Klemmbacken müssen ja noch oben in der Schiene sein.
    Laut Hersteller gibt es Vorgaben, mit welchem Drehmoment die Schrauben
    angezogen werden müssen. Wenn in den Klemmbacken noch Restglas ist, schaut
    mal, ob es gerade horizontal drin ist und ganz im Beschlag ist. Wenn nicht kann es auch sein, daß sich die
    Scheibe gelöst hat und dann mit der Ecke auf den Fussboden aufgestossen ist-
    dann wäre es ein Montagefehler und man bekommt Ersatz....
    cristalero
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Themenstarter

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    Hallo,

    danke für den Hinweis mit dem nicht zutreffenden BGB 476.
    Ein Glasversicherung haben wir nicht, da wir noch keine Hausratversicherung abgeschlossen haben und es in der Gebäudeversicherung zu teuer war.

    Ich habe heute mal ein wenig herumtelefoniert.
    Mit meinem SV der damals die Bauphase betreut hat: Er wird sich erkundigen wie der Glaser seines Vertrauens dort üblicherweise vorgeht.

    Mit dem Schreiner:
    Es handelt sich um "ESG satiniert" von der Firma TutznixzurSache. Mehr hat mir der Schreiner zunächst nicht verraten, möchte mir aber das Angebot im Laufe der Woche zukommen lassen. Er wartet selbst noch auf eine Antwort seines Glaslieferanten.

    Mit Firma TutnixzurSache:
    Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ESG und nicht ESG-H handelt ist recht hoch, da ESG-H mit einem Aufpreis extra ausgewiesen wird. Ohne Auftragsnummer oder Ähnliches können die mir aber gar nichts sagen.

    Ich habe im Internet noch einen sehr interessanten Artikel gefunden. Dort heißt es auf Seite 2 in einem Urteil des OLG Stuttgart, dass der Auftragnehmer sich gegen Spontanglasbruch abzusichern hat, sprich dem Käufer das erhöhte Risiko schriftlich mitteilen muss. Diese Mitteilung erfolgte nicht, vermutlich weil es der BT gar nicht wusste:

    http://www.glaswelt.de/Gentner.dll/e...D54D3231CE5EAF
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  17. #15
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    Gruß
    Achim Kaiser
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