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  1. #1

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    Frage zur Dachkonstruktion von Reiheneckhaus Bj. 92

    Guten Tag,

    ich plane den Kauf eines Hauses, konkret ein Reiheneckhaus Bj. 92. Bei der Besichtigung ist mir aufgefallen das sich an einigen Stellen etwas Feuchtigkeit an den Pappdocken gesammelt hat. Das Dach ist laut der mir vorliegenden Unterlagen wie folgt aufgebaut: Frankfurter Pfanne in Pappdocken verlegt mit 4 Lüftungspfannen, Durchgangspfannen mit Dunsthauben für Entlüftung und Entwässerungsrohre. Daher die Frage ob das bei dieser Art von Dachkonstruktion normal ist?

    Das DG ist ausgebaut und unterseitig mit Holz vertäfelt. Die Decke zum ungeheizten Raum hat eine ca. 20 cm dicke Minaralwollauflage, es sieht für mich so aus das dieses Material auch hinter der Vertäfelung anzufinden ist, zumindest soweit ich das sehen konnte. Sollte man das ganze direkt neu Dämmen? Oder erst wenn man den Dachraum anderweitig nutzen möchte, derzeit geplant als Gästezimmer.

    IMG_0918.jpg IMG_0919.jpg


    Vielen Dank.
    Gruss Justus
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  2. Frage zur Dachkonstruktion von Reiheneckhaus Bj. 92

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  3. #2

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    Ich plane Ihnen zu raten von dem Kauf abzusehen wenn:

    1. Sie keinen Fachmann zur Besichtigung hinzuziehen
    2. Sie nicht viel an Sanierungskosten investieren wollen
    3. Sie weiterhin daran festhalten den Dachraum als Gästezimmer nutzen zu wollen.

    Ansonsten: Mit dem nötigen Fachwissen, einiges an Sanierungskapital wird man die Kuh schon schaukeln können. Vermutlich wird die Eindeckung noch einige Jahre aushalten können, ein Tausch wäre daher eigentlich nicht nötig. Ich denke aber, dass die Traglattung davor die Grätsche macht und um es sicher zu machen, der Weg über die Eindeckung der einfachste wäre.
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  4. #3

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    Das Kondensat an den Docken zeigt, das es an Luftdichte mangelt. Ausserdem gehen die Docken vermutlich auch im ausgebauten Bereich weiter, was wegen der Dampfdichte den Fachregeln widerspräche.

    Als Gästezimmer darf (und kann) der Dachraum weder bei der bestehenden noch bei der sich nach dem Ausbau ergebenden Raumhöhe nicht genutzt werden!
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  5. #4

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    @ Ralf: Hier oben im Norden sind Pappdocken üblich und an jedem zweiten Altbau zu finden - grob gesagt. Dass es den heutigen Regeln widerspricht stimmt, das würde folgerichtlich aber bedeuten, dass Dächer mit Verstrich oder Pappdocken abgerissen werden müssten und auf heutigen Stand gebracht werden muss. Wenn sich darunter WD befindet. Ich glaube das wird man nicht umsetzen können. Immerhin verhindern die Pappdocken das Eindringen von Wasser von Außen recht gut, dafür fault es dahinter böse. So, dass man bei der Sanierung auch mal schnell weg ist

    Ich vermute die Dachausrichtung passt auch nicht so ganz und verschlimmbessert das Ganze noch.
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  6. #5

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    1) Verstrich ist nicht verboten bei auisgebauten Dächern, ist es nur Unfug.
    2) Seit wann dampfdichte Schichten bei ausgebauten Dächern oberhalb der Dämmung den Fachregeln widersprechen, weiß ich nicht, vielleicht weiß Stefan das.
    Bauphysikalisch haben sie sich schon immer von selbst verboten, wenn nicht raumseitig noch dichtere Schichten lagen.
    3) Vergammeln dauert. Ich kenne selber zwei Dächer mit Docken im Spitzboden.
    Eines > 20 Jahre (genaues Datum der Umdeckung unbekannt)
    Eines > 30 Jahre.
    Bei beiden sind die Latten noch gut in Schuß!
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    1) Verstrich ist nicht verboten bei auisgebauten Dächern, ist es nur Unfug.
    Verstrich stellt aber keine dauerhafte Regensicherheit da, die ja erforderlich ist, wenn unterhalb eine WD angeordnet ist. Der Verstrich spült sie ja über kurz oder lang aus, müsste daher ersetzt werden. Aber ja ist unsinnig, das es jedesmal die Demontage zur Folge hätte.

    2) Seit wann dampfdichte Schichten bei ausgebauten Dächern oberhalb der Dämmung den Fachregeln widersprechen, weiß ich nicht, vielleicht weiß Stefan das.
    Bauphysikalisch haben sie sich schon immer von selbst verboten, wenn nicht raumseitig noch dichtere Schichten lagen.
    Das meinte ich damit.

    3) Vergammeln dauert. Ich kenne selber zwei Dächer mit Docken im Spitzboden.
    Eines > 20 Jahre (genaues Datum der Umdeckung unbekannt)
    Eines > 30 Jahre.
    Bei beiden sind die Latten noch gut in Schuß!
    Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich hatte schon einige, wo es unter mit "knack" gemacht hat und ich bin n Fliegengewicht
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