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  1. #1

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    Frage Umbau: Trittschalldämmung bei Ziegeldecken

    Hallo zusammen,

    bin neu hier, habe auch schon die Suchfunktion verwendet, leider nichts gefunden was meiner Problematik "ähnelt".

    Natürlich such(t)e ich jetzt schon seit einigen Tagen nach ähnlichen Erfahrungen und einem guten Tipp für mein Problem auf anderen Foren, leider ohne Erfolg. Deshalb wende ich mich hoffnungsvoll an euch.

    Und zwar geht es mir um die Thematik (Tritt-)Schalldämmung bei Ziegeldecken.

    Wir haben folgendes Problem: Das MFH wurde in den frühen 80-er Jahren erbaut. Keller, zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss (Massiv/rote Ziegelsteine).

    Leider war es "damals" so dass man nicht groß über die Thematik "Schallschutz" nachgedacht hat. Das Ergebnis heute ist leider das ich im ersten Stock ganz gut höre wenn über mir (in der Küche) das Stühlerücken los geht. Auch wenn "oben" etwas lauter diskutiert wird, kriege ich das unten mit (also ich kann zwar nicht entziffern worüber gesprochen wird, aber Stimmen sind wahrnehmbar).

    Jetzt soll oben im zweiten Stock umgebaut werden. Neue Bodenbeläge, Komplettumbau des Bades, der Küche, etc., also wirklich alles soll "angefasst" werden (da auch ggf. über eine Bodenheizung nachgedacht wird).

    In diesem Zusammenhang denke ich natürlich auch direkt an die oben genannte Problematik. Dieser Umbau wäre natürlich jetzt die Gelegenheit sich auch darum zu kümmern.

    Nur wie? Was wäre die beste Lösung? Ich will jetzt nicht sagen "Geld spielt keine Rolle", aber lieber nehme ich ein paar EUR mehr in die Hand und mache es "richtig", als das ich etwas weniger Geld in die Hand nehme und es im Endeffekt nicht viel bringt.

    Bodenbeläge sollen also alle raus. Wir haben zwar genug Raumhöhe, aber da ich davon ausgehe das es natürlich auch ein paar cm mehr werden durch (u. a.) Dämmung, ggf. Bodenheizung, Estrich, etc., wird natürlich die „Altlast“ entfernt (uns wurde empfohlen quasi die aktuellen Bodenbeläge drauf zu lassen und darauf aufzubauen, aber wie gesagt, das würde wohl zu viel Raumhöhe weg nehmen und dann darf man auch die Türen und Fenster nicht vergessen die dann quasi „angehoben“ werden müssten.

    IST-Zustand:

    - Ziegeldecke (schätzungsweise 15 cm, bin mir aber nicht sicher und Eltern erinnern sich leider nicht mehr 100%-ig)
    - Beton (ca. 5cm)
    - direkt Bodenbelag (Küche+Bad+Flur = Fliesen / Wohnzimmer & Schlafzimmer = Parkett).

    Richtig, kein Estrich.

    Mir wurde von einem Anbieter u. a. Styropor empfohlen, aber das kann ich fast nicht glauben, da ja eigentlich Masse benötigt wird, und da entfällt doch Styropor bzw. ist dieses Material doch für die Schalldämmung völlig ungeeignet, oder?

    Jetzt bin ich u. a. auf die Thematik Gummigranulat gestoßen (bzw. drauf aufmerksam gemacht worden). Hat jemand Erfahrungen damit?

    Uns wurde folgendes empfohlen:

    - Ziegeldecke (bleibt)
    - Beton 5cm (bleibt)
    - Ggf. Ausgleichsestrich
    - Gummigranulat (als Rolle, Dicke = 8mm, 2-schichtig ergo 2x 8mm = 1,6cm)
    - PE-Folie
    - Noppenplatte mit Wärmedämmung (30/35mm) für Fussbodenheizung
    - Estrich
    - Kleber
    - Bodenbelag (Fliesen bzw.)

    Jetzt möchte ich natürlich wissen: Hat jemand bereits ähnliche Erfahrungen (machen müssen)? Was wird empfohlen? Ist das was mir empfohlen wurde (s. o.) in Ordnung? Oder welche Alternativen gibt es sofern das oben angebotene eigentlich nur „Schrott“ ist?

    Über euer Feedback würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe & Anregungen.

    Liebe Grüße!
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  2. Umbau: Trittschalldämmung bei Ziegeldecken

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Du brauchst als erstes einen Statiker.
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  4. #3

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    treppenan- und austritte passeb nicht mehr, türhöhen müssen u. u. geändert werden, bei brüstungshöhen können mindestanforderungen unterschritten werden.

    deine aufbauänderung kann weitere konsequenzen zur folge haben.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Bumblebee80 Beitrag anzeigen

    Leider war es "damals" so dass man nicht groß über die Thematik "Schallschutz" nachgedacht hat. Das Ergebnis heute ist leider das ich im ersten Stock ganz gut höre wenn über mir (in der Küche) das Stühlerücken los geht.
    ...leider ist das heute auch noch ein Randthema....zumindest bei manchen Bauvorhaben.

    Wie Rolf schon schrieb haben Fussbodenhöhenänderungen weitere Folgen....

    Wenn ich an deiner Stelle wäre würde ich vor Beauftragung diverser Fachleute erstmal ein paar Tests machen um mir einen Gesamteindruck zu verschaffen.

    Es ist zwar anzunehmen dass vor allem der Trittschall überwiegend über den Fussboden eingetragen wird, beim Sprechschall ist das aber nicht so sicher.

    Ein erster Versuch könnte da beispielsweise sein, ein paar qm Fussbodenbeläge mit weichem Unterbau zu besorgen (Linoleum zB) und diese provisorisch auf dem Fliesenboden zu fixieren um darauf und daneben zum Vergleich einen Stühlerücken und Gehtest durchzuführen.
    Das Ergebnis könnte sein, dass bereits eine Änderung des Belages eine erhebliche Verbesserung zumindest eines Problempunktes ergibt. (Als alternative zur FBH bietet sich dann eine Wandheizung an...)

    Beim Raumschall wird es schwieriger, weil hier vermutlich die kompletten Wände oben aufnehmen und unten abgeben...
    Die Übertragungswege können zB hiermit getestet werden: http://www.ebay.de/itm/Spionage-Abho...item1c3da67dcc
    (Bei mir hat beispielsweise das Abhören ergeben, dass von unten über den Trittschallentkoppelten Fußboden nichts ankommt, dafür aber über alle Wände überall etwa gleich(zu)viel).
    Hier könnte ein entsprechend ausgeführter Wandaufbau (Aussenwände mit Heizrohren) Abhilfe bringen.
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  6. #5
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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Du brauchst als erstes einen Statiker.
    Hallo Julius & Danke für Dein Feedback. Das ist klar (gut, mir anfangs natürlich nicht um ehrlich zu sein, aber...), wurde uns auch von beiden mit denen wir bis dato gesprochen haben als wichtiger Punkt genannt. Sagt ein Statiker natürlich "ne, geht so nicht wie vorgestellt da zu schwer", dann wird's halt "schwierig".
    Ich geh jetzt mal den naiven Weg und gehe davon aus das der Statiker sein OK geben wird und würde dann natürlich gerne wissen was optimal wäre, ob der zweite Vorschlag "Die" Lösung ist oder völliger Schwachsinn. Ich hoffe hier einfach Leute zu finden die ähnliche Erfahrungen haben, denn den Fachleuten die mir die Lösungen anbieten blind vertrauen ohne das ich mich selbst mit der Thematik auskenne... da bin ich leider schon mal mit auf die Schnauze geflogen. Wie in jeder Branche gibt es auch in der Baubranche schwarze Schafe.

    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    ....... und jemanden der dich weiter berät.

    treppenan- und austritte passeb nicht mehr, türhöhen müssen u. u. geändert werden, bei brüstungshöhen können mindestanforderungen unterschritten werden.

    deine aufbauänderung kann weitere konsequenzen zur folge haben.
    Hallo Rolf, auch Dir vielen Dank für das Feedback. Die Thematik bzw. Problematik mit der Brüstungstür ist mir bekannt. Problematisch (ergo teuer, da Mehraufwand) wird es ja nur bei tragenden Wänden (so wurde es uns zumindest erklärt). Das sind natürlich Kosten die in Kauf genommen werden müssen. Ich will ja unten einfach meine Ruhe haben.

    Die Problematik mit der Treppe... ja... da bin ich am rätseln wie man das am besten lösen sollte/könnte (bin für alle Tipps dankbar! ). Treppen wollen wir jetzt nicht unbedingt "anfassen". Ergo sieht's aktuell so aus das eine kleine "Stufe" bei der Eingangstür in Kauf genommen wird.

    Zitat Zitat von bernix Beitrag anzeigen
    ...leider ist das heute auch noch ein Randthema....zumindest bei manchen Bauvorhaben.

    Wie Rolf schon schrieb haben Fussbodenhöhenänderungen weitere Folgen....

    Wenn ich an deiner Stelle wäre würde ich vor Beauftragung diverser Fachleute erstmal ein paar Tests machen um mir einen Gesamteindruck zu verschaffen.

    Es ist zwar anzunehmen dass vor allem der Trittschall überwiegend über den Fussboden eingetragen wird, beim Sprechschall ist das aber nicht so sicher.

    Ein erster Versuch könnte da beispielsweise sein, ein paar qm Fussbodenbeläge mit weichem Unterbau zu besorgen (Linoleum zB) und diese provisorisch auf dem Fliesenboden zu fixieren um darauf und daneben zum Vergleich einen Stühlerücken und Gehtest durchzuführen.
    Das Ergebnis könnte sein, dass bereits eine Änderung des Belages eine erhebliche Verbesserung zumindest eines Problempunktes ergibt. (Als alternative zur FBH bietet sich dann eine Wandheizung an...)

    Beim Raumschall wird es schwieriger, weil hier vermutlich die kompletten Wände oben aufnehmen und unten abgeben...
    Die Übertragungswege können zB hiermit getestet werden: http://www.ebay.de/itm/Spionage-Abho...item1c3da67dcc
    (Bei mir hat beispielsweise das Abhören ergeben, dass von unten über den Trittschallentkoppelten Fußboden nichts ankommt, dafür aber über alle Wände überall etwa gleich(zu)viel).
    Hier könnte ein entsprechend ausgeführter Wandaufbau (Aussenwände mit Heizrohren) Abhilfe bringen.
    Hallo Bernix, auch Dir vielen Dank für den Tipp. Wäre ich auch, um ehrlich zu sein, nicht drauf gekommen das mal auf diese Art und Weise auszuprobieren.

    Mein "Gefühl" sagt mir aber das der Boden den Bärenanteil an Schuld trägt für die o. g. Problematik. Befinde ich mich immer Zimmer nebenan (ergo neben der Küche wo das Stühlerücken stattfindet), so höre ich (gefühlt) weniger als wenn ich mich im unteren Stock befinde.
    Aber Du hast natürlich vollkommen recht... man sollte das vorher testen um auf Nummer sicher zu gehen. Hab jetzt auch wenig Lust Tausende von EUR auszugeben um danach festzustellen das der Unterschied minimal unterscheidet. Das wäre ärgerlich.

    Für mich stellt sich jetzt einfach nur die Frage, sofern der Statiker sein "OK" gibt, ob Lösung 1 mit "nur Styropor" ausreicht (was ich immer noch bezweifle), oder ob Lösung 2 die deutlich bessere Lösung ist... naja, oder ob es eben noch eine deutlich bessere gibt (alles natürlich unter der Voraussetzung das der aktuelle Boden zu (sagen wir mal) 80% Schuld an der Misere ist)?

    Ich hab jetzt eben zwei Fachleute gefragt und bekomme zwei Meinungen. Ich hab das Gefühl wenn ich 10 Fachleute frage, und alle zwei mal, krieg ich 13 verschiedene Vorschläge.

    Once again: Bitte nicht falsch verstehen. Ich streite ja keinem sein Wissen ab. Aber ich kenne Versicherungsmakler die ja auch nicht immer das anbieten was das Beste für den Kunden wäre, sondern die das anbieten wo die größte Provision bei rausspringt. Ob diese Lösung auch wirklich auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist wird zweitrangig (für den Makler). Wie gesagt, schwarze Schafe gibt es immer, überall und in jeder Branche. Ich will nur sicher sein, anhand & dank eurer Erfahrungen, dass derjenige, für den ich mich nachher auch entscheide, mir die beste Lösung zum fairen Preis bietet.

    Vielen Dank euch allen!
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  7. #6
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    @Rolf: Sorry, meinte natürlich nicht Brüstungstür, sondern Brüstungshöhe. Mea culpa!
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  8. #7

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    Und Dir fehlt nicht Masse (die ist schon reichlich vorhanden), sondern Entkopplung.
    Jene ist vorzugsweise weich (z.B. Mineralfasermatten, aber evtl. geht auch Polystyrol).
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  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  10. #8
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    Hallo Julius und once again Danke Dir vielmals. Siehst Du, jetzt bin ich völlig unsicher. Wenn ich Dich aber richtig verstehe ist die Variante 1 mit Styropor völlig ungeeignet (was ich mir ja schon anfangs dachte)?

    Ergo muss ich mich jetzt hier auf die Suche nach einem unabhängigen Planer machen der sich dann auch wirklich nur das Ganze anschaut und eben plant... das wird glaub ich nicht so einfach (aber vielleicht stell ich mich da auch doof an)...
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  11. #9

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    Die Styropornoppenplatte etc halte ich eher für eine 08-15 Lösung.
    Bringt sicher eine Verbesserung...aber wieviel und zu welchen Gesamtkosten....?!

    Wenn du nicht vorab ein paar "Gefühle" durch Fakten ersetzen willst brauchst du einen Fachmann, der genau in dem Gebiet gut ist.
    Dazu gehört, dass die Ziele glasklar definiert werden.

    Um zu wissen wohin du willst, auch dafür wieder mal ein Test.

    http://www.ebay.de/itm/ALPINE-MUSICS...item5d4e7a651e

    mit zB diesen Ohrstöpseln kann man den Schall um 16dB (500hz) dämpfen. Das klingt jetzt erstmal wenig, ist aber eine ganze Menge.
    Es reicht zB aus um den Nachtzug von Hanoi nach Hue im vollbesetzten Grossraumabteil direkt unter dem plärrenden Grossbildschirm zu überstehen. ;-))
    Du kannst aber zu der Erkenntnis kommen, dass die -15 dB bei plötzlich auftretenden lauten Schallereignissen in ruhiger Umgebung vielleicht nicht ausreicht.
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