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  1. #1

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    Frage Energieverbrauch bei Erhöhung/Verminderung der Raumtemperatur linear/exponentiell?

    Frage an die Physiker, Heizungsexerten etc.


    Medial ist zu lesen, dass eine Senkung der Raumtemperatur um 1 Grad Celsius etwa 6% weniger Energieverbrauch bedeutet.

    Meine bisherigen Recherchen erbrachten zudem den Hinweis, dass dies auf ca. 3 Grad Celsius Jahresdurchschnittstemperatur und ca. 20-21 Grad Celsius Raumtemperatur basiert.

    ich vermute, dass eine größere Veränderung nicht linear ist.
    Also beispielhaft -3 K nicht nur 18% weniger Verbrauch bedeutet?

    Und funktioniert die Rechnung auch umgekehrt?
    Also +3 K Innenraumtemperatur (von beisphaft 20 auf 23 Grad Celsius), sind dann wieviel mehr an Energieverbrauch? auch nur 18%?


    Grundlage: MFH, konventionelle Heizung (Gas), Wandheizkörper.


    Kann (und will) dazu ggf. jemand mit verständlichen Worten was schreiben?

    Danke
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  2. Energieverbrauch bei Erhöhung/Verminderung der Raumtemperatur linear/exponentiell?

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  3. #2

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    3 Grad Aussentemperatur
    20 Grad Innentemperatur

    Differenz: 17Grad

    100% / 17 = 5,88 ~ 6% pro Grad (als Idee, woher die 6% kommen).
    Bei 3Grad RT ist der Wärmeverlust natürlich 0 gegenüber einer Aussentemperatur von 3Grad.

    Natürlich ist der Verlust nicht linear. Je näher sich Innen- und Aussentemperatur annähern, desto geringer sind die Unterschiede pro Grad.



    Cu KyleFL
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  4. #3

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    Zitat Zitat von KyleFL Beitrag anzeigen
    3 Grad Aussentemperatur
    20 Grad Innentemperatur

    Differenz: 17Grad

    100% / 17 = 5,88 ~ 6% pro Grad (als Idee, woher die 6% kommen).
    Bei 3Grad RT ist der Wärmeverlust natürlich 0 gegenüber einer Aussentemperatur von 3Grad.
    So in etwa passt das. Die mittl. AT liegt in DE zwischen 5°C und 7°C, angenommene RT 21°C-22°C. Ergibt also ein dT irgendwas um 15-17K. Man landet dann bei 1K Differenz im Endergebnis irgendwo um 6-7%. (Bsp.: 17K/16K=1,0625)
    Man könnte das auch auf anderen Wegen herleiten, aber letztendlich ist das sowieso nur eine grobe Faustformel. Wenn man´s genauer betrachten möchte, dann müsste man auch den Wärmeerzeuger mit einbeziehen und was noch so alles an der Anlage hängt.
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  5. #4
    kappradl
    Gast
    Zitat Zitat von KyleFL Beitrag anzeigen
    Natürlich ist der Verlust nicht linear. Je näher sich Innen- und Aussentemperatur annähern, desto geringer sind die Unterschiede pro Grad.
    Der Verlust durch Wämeleitung ist linear zur Temperaturdifferenz.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von kappradl Beitrag anzeigen
    Der Verlust durch Wämeleitung ist linear zur Temperaturdifferenz.
    Sicher?

    Ich hätte gedacht, dass eine Absenkung der RT von
    22 auf 21Grad
    mehr bringt als eine Absenkung von
    16 auf 15 Grad
    bei einer gegebenen identischen Ausentempteratur (z.B. 6Grad).

    Entstehen da wirklich dieselben Einsparungen?
    Mein Gefühl sagt mir, dass bei einer geringeren Differenz weniger Verluste entstehen müssten und daher der Unterschied geringer werden müßte.


    Cu KyleFL
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  7. #6

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    Auch ohne Ausbildung/Studium im Bereich Physik sagt mir mein Verstand, dass die 6% keine lineare Linie darstellen und keinesfalls bei größeren Differenzen einfach addiert werden können. Außerdem darf man m.E. dieses Modell nicht in die Extreme drücken. (0 Grad C oder 40 Grad C) So verhält sich normalerweise kein Mensch.
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  8. #7
    kappradl
    Gast
    Der Wärmefluss durch Wärmeleitung durch Trennflächen ist nun mal linear zur Temperatirdifferenz.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von KyleFL Beitrag anzeigen
    Ich hätte gedacht, dass eine Absenkung der RT von
    22 auf 21Grad
    mehr bringt als eine Absenkung von
    16 auf 15 Grad
    bei einer gegebenen identischen Ausentempteratur (z.B. 6Grad).

    Entstehen da wirklich dieselben Einsparungen?
    Der Wärmefluss ist linear zur Temperaturdifferenz. Die Einsparungen nehmen geringer werdender Zieltemperatur ab. Die Einsparung von 25 °C auf 24 °C fällt höher aus, als die von 13 °C auf 12 °C.
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  10. #9

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    Das Problem ist die allseits beliebte Angabe von Prozenten! Die sind immer auf einen mehr oder weniger beliebigen Grundwert bezogen, damit sich die Einheit rauskürzen lässt. (Die Autovertriebe nutzen das schon ewig. In den Listen stehen Phantastillionen, damit dann die Kisten mit 20 % Rabatt verkauft werden können. Immer wieder gerne genommen werden auch die 60 % Einsparung bei "Brauch"wasser durch Solarthermie - würde einer schreiben, 100 €/a abzgl. Strom- und Wartungskosten, käme keiner mehr auf die Idee, sich sowas für 4.000 € einbauen zu lassen)

    Man könnte natürlich auch angeben , dass sich je K soundsoviel kJ oder kWh einsparen lassen, dann wäre es wieder linear. Der Betrag in € wäre dann aber i.d.R. wieder unspektakulär.
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  11. #10
    kappradl
    Gast
    Zitat Zitat von mastehr Beitrag anzeigen
    Die Einsparung von 25 °C auf 24 °C fällt höher aus, als die von 13 °C auf 12 °C.
    Nein. Absolut bleibt die Einsparung gleich, prozentual fällt sie bei höherer Raumtemperatur geringer aus.

    (Wenn man die Verluste auf Wärmeleitung reduziert)
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  12. #11

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    Zitat Zitat von kappradl Beitrag anzeigen
    Der Wärmefluss durch Wärmeleitung durch Trennflächen ist nun mal linear zur Temperatirdifferenz.
    Ihr habt alle irgendwo Recht. Bezogen auf Einsparungen in kWh wäre der Effekt linear d.h. von 13°C auf 12°C spare ich die gleiche Menge in kWh wie von 24°C auf 23°C. Bezieht man das auf Einsparungen in Prozent, dann sieht das etwas anders aus. Jetzt kommt es auf den Referenzwert an auf den ich die Einsparung beziehe.

    Unabhängig davon liefert diese Faustformel nur in einem begrenzten Bereich mehr oder weniger sinnvolle Werte. Das ergibt sich durch den Bezug auf die mittl. AT. Was passiert wenn ich mit meinen Raumtemperaturen im Bereich der mittl. AT liege? Dann kriege ich im Nenner eine Null. Tja, und wenn man´s genau machen möchte, dann müsste man auch die Heizgrenztemperatur mit einfließen lassen, was wiederum einen Einfluss auf die rechnerische mittl. AT hätte usw. usw.

    Fazit: Das ist und bleibt halt eine Faustformel die man den Leuten einfach rüberbringen kann. 1K Differenz ergibt 6% Einsparung, das versteht so ziemlich jeder. Ob´s wirklich passt und was sich hinter diesem Ansatz verbirgt, das interessiert dann sowieso nicht mehr.

    Ich rechne lieber mit der Heizlast und Volllaststunden. Es gibt aber auch andere Ansätze, also mit Gradtagszahlen oder Heizgradtagen, je nachdem wie man die RT mit einfließen lassen möchte. Alle diese Rechenwege haben Stärken und Schwächen.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von kappradl Beitrag anzeigen
    Nein. Absolut bleibt die Einsparung gleich, prozentual fällt sie bei höherer Raumtemperatur geringer aus.

    (Wenn man die Verluste auf Wärmeleitung reduziert)
    Nein. Bei 25 °C RT habe ich viel mehr Heiztage als bei 13 °C, so dass die absolute Einsparung immer geringer wird.
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  14. #13
    kappradl
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    Zitat Zitat von mastehr Beitrag anzeigen
    Nein. Bei 25 °C RT habe ich viel mehr Heiztage als bei 13 °C, so dass die absolute Einsparung immer geringer wird.
    Ok. Das ist ein anderer Aspekt.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    die Einsparungsrechnungen stimmen aber nur für einen fensterlosen Raum bzw. diese sind nicht beliebig nach unten verlängerbar.

    Ein Gebäude mit normalen Fensterflächenanteil, welcher einen richtig guten Dämmstandard erfüllt und auch richtig schön luftdicht ist, kann m.E. gar nicht unter ca. 10°C Innentemperatur fallen.
    Haben wir selbst an unserem Haus vor einigen Jahren im Kernwinter bei rund -10 bis -20°C Außentemperatur ausprobiert: gut 10 Tage ohne Heizung, wir waren im Urlaub. Nur habe ich den Schwiegervater gebeten, alle 2 Tage nachzusehen. Ich gab ihm die Anweisung, dann zu heizen, wenn eine Raumtemperatur von 10°C unterschritten wird. Er hat nicht heizen müssen.
    Denn da es ab rund -5°C und weniger immer klares Wetter hat, gibt es auch nennenswerte solare Einstrahlung, die das Haus über die Fenster mitheizt ("Treibhauseffekt").

    Wollte ich in so einem Gebäude eine Raumtemperatur von +5°C erreichen und würde die Fenster nicht öffnen, müsste ich selbst bei -15°C außen die Raumluft schon kühlen
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  17. #15

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    Bei diesesen Einsparabschätzungen gibt es halt soooo viele Unbekannte. Deswegen:

    Zitat Zitat von R.B.
    Fazit: Das ist und bleibt halt eine Faustformel die man den Leuten einfach rüberbringen kann. 1K Differenz ergibt 6% Einsparung, das versteht so ziemlich jeder. Ob´s wirklich passt und was sich hinter diesem Ansatz verbirgt, das interessiert dann sowieso nicht mehr.
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