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Schallschutzfenster falsch eingebaut?

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  1. #1

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    Schallschutzfenster falsch eingebaut?

    Hallo,
    ich habe mir Donnerstag neue Fenster einbauen lassen und befürchte jetzt, dass ich entweder die falschen Fenster bekommen habe, oder das der Einbau nicht richtig gemacht wurde.
    Da ich an einer stark befahrenen Strasse wohne, habe ich mich für Schallschutzfenster entschieden. Da ich keine Ahnung von den Fenstern habe, habe ich eine Firma beauftragt. Der Mitarbeiter der hier war, hat mir zu 36db Fenstern geraten, da es Fenster für die Strassenfreie Seite des Hauses sein sollten. Ich allerdings wollte das höhste was sie liefern konnten (44db), wofür ich dann auch ein Kostenvoranschalg bekommen habe.

    Jetzt am Donnstertag wurden die Fenster eingebaut, doch leider ohne den gewünschten Effekt. Es ist zwar jetzt etwas ruhiger, aber trotzdem höre ich noch jedes vorbeifahrende Auto. Das hatte ich aber mit den 40Jahre alten Fenstern, die vorher eingebaut waren, auch und bei denen glaube ich nichtmal, dass es Schallschutzfenster waren, so leicht wie die waren. Im Wohnzimmer z.B. habe ich Fenster (wurden um 2000 rum eingebaut, von einer anderen Firma (Schallschutzklasse unbekannt) und Firma gibts auch nicht mehr), wo ich mindestens 90% der Autos nicht mehr höre, und hier sitze ich zur Strassenseite.

    Bei den Scheiben handelt es sich laut Lieferschein um "Wärme-Schallschutzglas Ug1.1 - 36A/44dB - 8/20/8".
    Eingebaut wurden die Fenster mit "PU-Schaum von innen und von aussen ein Dichtband gegen Schlagregen" laut Lieferschein. Ist das denn soweit richtig bei Schallschutzfenstern?

    Ich kann auch nicht wirklich genau lokalisieren, woher der Schall kommt. Es ist nur immer zur Richtung des Fensters, nur ob Fuge oder durchs Glas höre ich nicht raus.

    Hat denn da einer Erfahrungen und kann mir sagen, ob der Einbau so richtig war? Oder sind evtl. die Scheiben zu schwach?

    Lg.
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  2. Schallschutzfenster falsch eingebaut?

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  3. #2

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    das kann dir nur ein sachverständiger aufklären. der muss die einzelnen parameter aus rahmen, flügelrahmen, glas, fugen, dichtungsprofilen zusammentragen und das schalldämmmaß bewerten. über messungen muss dann das erreichte schalldämmmaß ermittelt werden und ggf. dann verbesserungsmaßnahmen erarbeitet werden.

    du solltest dem fensterbauer mit einer mängelanzeige - einwurfeinschreiben - deinen anspruch auf jeden fall anmelden. so lange du noch kein abnahmeprotokoll unterschrieben hast, muss der fensterbauer dir nachweisen, dass die leistung mängelfrei ist und die vertraglich vereinbarten schallschutzwerte erreicht werden.
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  4. #3

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    Rolf hat Dir einen sehr wichtigen Tip gegeben (mängelanzeige - einwurfeinschreiben) und zwar schnell, denn tust Du nichts, kann nach ein paar Tagen von einer stillschweigenden Abnahme ausgegangen werden. Vor der Abnahme ist Dein Fensterbauer beweispflichtig, dass alles mängelfrei ist, danach Du. Ein sehr wichtiger Unterschied!
    So muss auch er die evtl. Schallmessung durchführen lassen.

    Allerdings: 44dB ist zwar schon etwas, aber nicht die Welt. Ich kenne zwar nicht Dein Mauerwerk, aber wenn es nicht gerade ein sehr leichter Wandaufbau ist, dürfte der Schallschutz Deines Mauerwerkes inkl. Putz bei ca. 55 dB liegen, wobei dann die Fenster schon noch der Schwachpunkt sind.

    Jetzt denkt man natürlich, 44 dB seien schon viel, aber das gemeine bei diesen Schallmessungen ist, dass nach DIN 4109 unter 100 Hz überhaupt nicht gemessen wird, da aber der meiste Straßenlärm liegt (Brummen, Wummern etc...). Gemessen wird ab 100 Hz bei verschiedenen Frequenzen bis hinauf zu 5000 Hz und am Schluss der Mittelwert ermittelt. Oberhalb von 500 Hz kommt dann locker auf super Ergebnisse und da liegen dann auch noch deutlich mehr Messpunkte drin, als unterhalb von 500 Hz. Aber die nervigen Verkehrsgeräusche ärgern einen im tieffrequenten Bereich und der wird hier schön weggerechnet und weggemessen.

    Hab mich schon oft über diesen Mangel in der DIN 4109 geärgert, das gehört sich dringend mal nachgebessert.
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  5. #4

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    Wie soll den die Mängelanzeige aussehen. "Ich höre immer noch die Autos"???
    Der Fensterbauer ist in Beweispflicht. Er gibt den Lieferschein hier wie bestellt so geliefert und nu?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Fensterbauer einen Gutachter einfach beauftragen wird um zu beweisen, dass die Fenster ok sind.
    So weit ich weiß muss auch bei Anschluss eine Schallschutzklasse vereinbart werden. (google mal Schallschutzfenster einbau)

    Vergleich mit anderen Räumen ist immer sehr problematisch. Weil der Schall von der Strasse sich anders ausbreitet und vielleicht nicht so viel auf das Fenster trifft.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Corinna72 Beitrag anzeigen
    Hab mich schon oft über diesen Mangel in der DIN 4109 geärgert, das gehört sich dringend mal nachgebessert.
    Es gibt Normen die auch den Bereich unterhalb 100Hz erfassen, die könnte man theoretisch auch vereinbaren, ABER es hat schon seinen Grund warum man die Bewertung und Messverfahren auf 100Hz begrenzt hat (ISO140 usw.). Messungen im niederfrequenten Bereich sind weitaus schwieriger durchzuführen, und dabei rede ich noch nicht einmal von Infraschall (typ. < 16Hz).

    Mit einer Forderung, einfach die untere Frequenzgrenze zu verschieben, ist es leider nicht getan, sonst hätte man schon längst die Frequenzgrenze nach unten verschoben.
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  7. #6

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    Ja sicher, ganz soweit muss ja gar nicht sein.
    Ein Oktave tiefer wäre schon echt was.
    Die Resonanzfrequenzen von gewöhnlichen Estrichkonstruktionen in größeren Wohnräumen werden mit der 100 Hz Regel z.B. gar nicht erfasst. Die liegen zumeist etwas tiefer, so zw. 50 Hz und 100 Hz. Bei uns sind es 61,5Hz. Und dieses wumm wumm (Schritte) hören halt dann die Nachbarn, aber die Schallmessung nach DIN sagt: alles in Ordnung, weil unterhalb 100 Hz.

    Also alleine schon auf 50 Hz ausweiten, wäre schon ein deutlicher Fortschritt und messtechnisch bestimmt noch kein Problem.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Corinna72 Beitrag anzeigen
    Also alleine schon auf 50 Hz ausweiten, wäre schon ein deutlicher Fortschritt und messtechnisch bestimmt noch kein Problem.
    Wenn ich ehrlich sein soll.......bereits die heutigen Messungen bei 100Hz sind, vorsichtig ausgedrückt, "interpretierbar". Die Schwierigkeit besteht ja darin Messverfahren zu entwickeln, die man später auch in der Praxis einfach umsetzen kann. Stell Dir mal vor, der Bauherr bemängelt die Schalldämmung seiner Zimmertür, und es müsste ein Labortrupp mit 5 Mann und einem LKW voll Messequipment anrücken, nur damit man verwertbare Ergebnisse erzielen kann. Der Bauherr kriegt dann eine Rechnung über 10.000,- € für diese Messung, und der Richter jammert während der Verhandlung weil er so wenig verdient.

    Man könnte jetzt die Sache vereinfachen und größere Toleranzen zulassen um solche Unsicherheiten zu berücksichtigen. Dann würde aber zu recht hinterfragt, warum man diese Messung überhaupt machen soll.

    Ein schwieriges Thema, aber ich finde trotzdem, dass man alles versuchen sollte um zukünftig den Frequenzbereich zu erweitern. Ich benutze hierfür Messmikrofone die ab etwa 5Hz "funktionieren", an einem Analyzer dessen untere Frequenzgrenze theoretisch bei DC beginnt, bei AC Kopplung bei ca. 10Hz, und dessen obere Frequenzgrenze bei 110kHz liegt. Der Analyzer ist in der Lage auch noch 0,1µV aufzulösen und hat einen Dynamikbereich der weit über dem liegt was Mikrofone überhaupt liefern könnten. Das alles hilft aber nichts wenn man nicht die entsprechende Messumgebung hat, sprich wenn ich mich mit dem Teil auf die Straße stelle dann hilft auch die hohe Empfindlichkeit nichts, und wenn ich in irgendeinem Raum messe, dann hat die Raumgeometrie und Ausstattung einen erheblichen Einfluss auf die Messergebnisse.

    Für den Baubereich benötigt man aber eine einfache Lösung, denn Fenster kann ich im Labor messen, aber im eingebauten Zustand muss man halt vor Ort messen. Da kann man nicht einen Messpark aufbauen und tagelang die Räume und Umgebung vermessen, bis man endlich mal dazu kommt das Prüfobjekt selbst zu untersuchen, und man trotzdem akzeptieren muss, dass die Ergebnisse mit einer hohen Toleranz behaftet sein werden.
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  10. #8

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    Guck doch erstmal im Abstandhalter, ob Du da irgendwelche Infos zum verbauten Glas findest. Nachher sind gar nicht die bestellten Scheiben drin. War bei mir so...

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  11. #9
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    Also im Abstandshalter steht auch 8/20/8. Also 8mm Glas, 20mm Abstand und 8mm Glas. Wobei nach Fensterbauer die 8mm durch 2 verschieden dicke Glasscheiben kommen sollen. Also insgesammt sind es 4 scheiben, wovon 2 immer zusammenhängen bei 20mm Abstand. Das passt also schonmal.
    Ich habe es auch schon reklamiert und einer der Meister kommt die Tage raus und will sich das noch einmal angucken. Ich selbst habe nur bemerkt gehabt, dass es von außen nicht ausgespritzt wurde, sprich das Kompriband ist zu sehen. Aber ich warte erstmal ab, was der Mitarbeiter von denen sagt.

    Lg.
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