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  1. #1

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    Grundofen: Mit oder ohne Luftgitter?

    Hallo,

    wir möchten in unser neues Haus einen Ofen bauen lassen, mit dem der zusammenhängende Raum Wohnzimmer/Esszimmer/Küche (60 qm) beheizt werden soll. Der Raum hat eine FBH, die wir aber nur nutzen möchten, um den Raum auf 19-20 Grd zu bringen. Was dann bis zum "Gemütlichsein" fehlt soll vom Ofen kommen. Der Ofen steht als Raumteiler (BxHxT 200x160x80) zwischen Wohnzimmer und Küche.
    Wir haben bisher einen reinen Grundofen/Speicherofen zwar mit Scheibe aber ohne Lüftungsgitter geplant, da wir Strahlungswärme und keine Luft- und Staubverwirbelung haben wollen. Nun hat uns ein Ofenbauer angeraten, einen (kleinen) Anteil des Ofens mit verschließbaren Luftgittern zu bauen, um auch in den Übergangszeiten schnell zuheizen zu können. Leuchtet mir vom Prinzip her ein, da der Speicherofen ja nennenswert Zeit zum Aufheizen braucht. Andererseits befürchte ich, dadurch zu viel Speichermasse zu verlieren und im Endeffekt doch nur einen Warmluftofen mit etwas Masse zu bekommen. Daher meine Fragen:
    - Wer heizt mit einem reinen Speicherofen? Ist das Problem Übergangsjahreszeit tatsächlich vorhanden?
    - Wer hat einem Kombiofen wie oben beschrieben? Wie gut schafft der den Kompromiss aus beidem?

    Danke für Hilfen bei der Entscheidung!
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  2. Grundofen: Mit oder ohne Luftgitter?

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  3. #2
    Avatar von Theo Kern
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    Der Grundofen kann, wenn das im Einzelfall sinnvoll ist, mit einer Hinterlüftung gebaut werden.
    Die dadurch erzeugte Warmluft nutzt man um z.B. den angrenzenden Flur zu beheizen.
    Mit schneller Wärme hat das aber nichts zu tun. Die Wärmeabgabe der Hinterlüftung ist ähnlich kontinuierlich wie die über die Strahlung.
    Hat mit schnellem Aufheizen also nicht das geringste zu tun.

    Der Grundofen ist hervorragend für die Übergangszeit geeignet.
    Einmal, am Abend, beheizt, heizt er dann mit fallender Kennlinie am Abend und in der Nacht durch. Am Morgen ist die Wohnung warm, die Leistung fällt während des Tages mit zunehmender Außentemperatur.
    Am Abend wird dann wieder geheizt.

    Ein Kombiofen ist ein Warmluftofen mit, durch den gemauerten Zug erhöhter, Strahlungsleistung. Das hat mit einem Grundofen wenig zu tun.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Danke für die schnelle Antwort. Mir war gar nicht klar, dass es 2 Varianten (Grundofen mit Hinterlüftung und Kombiofen) gibt.
    Wir sind mit der Vorstellung "wir wollen einen Grundofen" zum Ofenbauer gegangen und mit dem Vorschlag, Gitter vorzuhalten wieder gegangen. Wie kann ich anhand der technischen Ausführung feststellen, ob der Ofenbauer uns einen hinterlüfteten Grundofen oder einen Kombiofen bauen will?

    Beim hinterlüfteten Grundofen habe ich gelernt, dass der für uns sicher keinen Sinn macht, da wir ja - falls wir überhaupt ein Problem haben - schneller aufheizen wollen. Wenn es ein Kombiofen werden würde, hat der, wenn die Gitter geschlossen werden, eine deutlich geringere Speicherkapazität/Strahlungswärme als ein reiner Grundofen? Ich hatte gedachte, dass bei "Gitter zu" der Ofen zum reinen Grundofen wird - scheint aber nicht so zu sein.

    Eigentlich möchte ich keinen Warmluftanteil, egal über welches Prinzip und die Argumentation für die Übergangszeit von Theo Kern leuchtet mir durchaus ein. Trotzdem die Frage: Wie lange dauert es bei einem Grundofen, bis der wahrnehmbar Wärme abgibt, nachdem er angeheizt wurde?

    Wenn wir einen Grundofen bauen und den z.B. am Nachmittag anheizen um abends die Strahungswärme zu haben, dann ist der Abbrand durch, bis man auf dem Sofa sitzt. Kann man dann - nur der Optik wegen - noch 2-3 Scheite um 20:00 verbrennen, oder spricht da etwas dagegen?
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  5. #4

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    Hallo,

    ich hatte über 15 Jahre einen massiven Specksteingrundofen (geschlossen .. reine Strahlungswärme) und kann dir nur zu einem Grundofen raten.
    Du lernst schnell, wie der Ofen funktioniert und stellst dich darauf ein.

    LG
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  6. #5
    Avatar von Theo Kern
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    Auch der Grundofen heizt, wenn er, wie heute üblich, mit großer Glastür gebaut wird, sobald das Feuer brennt.
    Daher reicht es auch aus den Ofen am Abend anzuheizen.

    Es ist auch kein Problem wenn Sie die max. Holzmenge in 2-3 Portionen, hintereinander, auflegen um so ein langandauerndes Feuer zu haben. Lediglich die Startmenge Holz sollte nicht kleiner als die Mindestmenge sein.

    Auch der Grundofen hat einen Warmluftanteil. Der kommt aus der, unvermeidbaren, Oberflächenkonvektion und beträgt ca.20% der Gesamtleistung. Spürbar ist der aber nicht.

    Das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen Grundofen und Kombiofen ist dass der Grundofen einen gemauerten Feuerraum hat während der Kombiofen einen Heizeinsatz aus Metall hat. Daher hat der Kombiofen (Warmluftofen mit keramischer Nachheizfläche) auch einen hohen Luftdurchsatz (Warmluftanteil).
    Der Grundofen besteht, abgesehen von der Ofentür, dem Verbindungsstück und etwaiger Klappen, ausschließlich aus Speichermaterialien.

    Der Grundofen muss auch, je nachdem wie er ausgelegt ist, an den meisten Tagen der Heizperiode nur einmal beheizt werden. Bei tieferen Außentemperaturen max. 3 mal (mittelschwere Ausführung) bzw. 2 mal (schwere Ausführung) beheizt werden.
    Dabei kann er von einer Leistung von 3kW bis zu 17kW gebaut werden. Dafür sind dann Holzmengen von 10kg bis 30kg pro Abbrand nötig.
    Der Kombiofen kann nur 7kg/Abbrand verbrennen (Prüfmengen der großen Kombiofeneinsätze). Er muss daher, je nach benötigter Leistung wesentlich öfter beheizt werden.

    Daher ist der Grundofen auch wesentlich komfortabler zu benutzen.

    Ein weiterer Vorteil des Grundofens, gerade im gut gedämmten Neubau, ist dass er mit angepasster Leistung gebaut werden kann.
    Ein Grundofen mit 3kW in schwerer Ausführung kann z.B. mit 1maliger Auflage der min. Holzmenge im Abstand von 24h ab einer Leistung von duchschnittlich 0,75kW betrieben werden. Damit wird kein Raum überheizt.
    Da ist weder mit dem Kombiofen noch mit einem Kaminofen oder Heizkamin möglich.
    Man kann also den Grundofen mit niedrigerer Leistung als alle anderen Ofenarten bauen als auch mit Höherer.

    Zu diesen Vorteilen kommt hinzu dass der Grundofen sehr viel gleichmäßiger heizt als alle anderen Öfen.
    Vor allem auch dass er seine Wärme zu ca. 80% als Strahlung abgibt.
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