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  1. #1

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    Innenputz Reihenmittelhaus: Kalk-Zement vs. Gips (wg. Feuchtigkeit/Schimmel)

    Hallo zusammen,

    als noch frisch gebackener Bauherr bin ich neu in diesem Forum und habe schon eine Menge an interessanten Threads gelesen.

    Es geht um die Wahl des Innenputzes für einen Neubau Reihenhaus KfW 55 (EnEV 2009) mit Keller, zu dem ich Euch um Rat bitten möchte. Standard gem. Bau-Leistungsbeschreibung ist Gips-Putz Qualitätsstufe Q2 im gesamten Haus. Der Keller hat einen HWR mit Kellerfenster/Lichtschacht, einen Hobbyraum mit Kellerfenster/Lichtschacht und einen Vorratsraum ohne Fenster.

    Der Bauträger sprach mich kürzlich darauf an, dass bei Gips-Putz grundsätzlich Schimmelgefahr herrsche wegen der hohen baubedingten Feuchtigkeit in den ersten 2-3 Jahren. Er brachte die Option Kalk-Zement-Putz zu einem Aufpreis von 7 € butto / qm ins Gespräch, bei dem es diese Gefahr nicht gäbe.

    Nach Durcharbeiten der Threads mit ähnlichen Themen ist mein Eindruck, dass von vielen Kalk-Zement-Putz zumindest für Keller und ggf. auch Bäder empfohlen wird. Teilweise lese ich aber auch, dass durch diszipliniertes Heizen und Lüften in den ersten Jahren das Schimmelrisiko auch für Gips-Putz vergleichsweise gering ist. Und, dass Gips-Putz schöner glatter ist und daher für Wohnräume i.d.R. erste Wahl sein sollte.

    Was mir als Laie fehlt, die Entscheidung zu treffen: Was sind wirklich die wichtigsten Faktoren für die Schimmelgefahr?
    • Heiz- und Lüftverhalten leuchtet mir ein
    • Hat insbesondere im Keller Bau und Dämmmaterial einen Einfluss? (Bodenplatte Stahlbeton mit darunter liegender Dämmung, Kelleraußenwände Stahlbeton "weiße Wanne" und außen gedämmt)


    Ist nicht davon auszugehen, dass wenn Gips-Putz im ganzen Haus als Standard vorgesehen ist, dass das dann auch OK sein sollte? Wenn das nicht OK sein sollte, was ist dann der Sinn das als Standard vorzusehen?

    Mein Ziel ist es, für sinnvollen Mehrwehr auch sinnvolles Geld auszugeben. Also nicht "aus Angst und Unkenntnis" überall die doppelte Sicherheit (und damit unnötig Geld raushauen) aber auch nicht aus Geiz auf zweckmäßige "Upgrades" verzichten. Im Moment überlege ich folgende Szenarien:
    1. Kalk-Zement-Putz im gesamten Keller, sonst überall Gips-Putz
    2. Kalk-Zement-Putz im gesamten Keller und dazu in allen Bädern (außer Gäste-WC), sonst überall Gips-Putz
    3. Kalk-Zement-Putz im Keller nur im HWR und dazu in allen Bädern (außer Gäste-WC), sonst überall Gips-Putz


    Ich würde mich sehr über Eure Ratschläge dazu freuen! Oder auch Nachfragen nach mehr Informationen, um so eine Entscheidung sinnvoll treffen zu können.

    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße
    Anatol
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  2. Innenputz Reihenmittelhaus: Kalk-Zement vs. Gips (wg. Feuchtigkeit/Schimmel)

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Zitat Zitat von anatol Beitrag anzeigen
    die Option Kalk-Zement-Putz zu einem Aufpreis von 7 € butto / qm ins Gespräch,
    Hallo,

    bekommt das Haus eine Lüftungsanlage??

    Wenn nicht, sind 7,- € Aufpreis gegenüber Gipsputz schon die "halbe Lüftungsanlage" .... geschätzte 700 m² mal 7,- € ... schon sind 5000,- weg



    Überlege auch genau, was du in Zukunft als Wandbelag möchtest. Mit Putzqualität Q2 gibt es viele Einschränkungen.
    Allerdings kostet die Aufwertung auf Q3 ... event mit Malerflies etc nochmal richtig Geld.


    LG
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  4. #3

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    Hallo Anatol,
    meine Erfahrung ist, dass bei Kalk-Gips Putz im KG der Schimmel auf den Putzflächen mit Betonuntergrund leicht entsteht. Häufig kommt auch Pech dazu, wenn der Verputz in einer Jahreszeit aufgetragen wird, wo die Lufttemperatur im Freien höher ist, als im Raum. Meist Mai/Juni. In diesem Fall kann die Luft keine Feuchtigkeit aufnehmen, der Beton nimmt auch wenig auf, also ...
    Wenn beide Fälle ausgeschlossen werden können, d.h. keine verputzten Betonflächen und kalte Jahreszeit, oder Keller ist wärmer als Außenluft, dann kannst du beim Gipsputz bleiben. Sonst empfehle ich deine VAR 2.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hallo stockstadt, hallo Jezero,

    Danke für Eure Antworten. 700 m² ist übrigens eine sehr gute Schätzung genau die ca. 5.000 € auch Stein des Anstoßes, warum ich hier mit dem Thema unterwegs bin...zu viel um mal eben auf Verdacht das Upgrade zu beauftragen.

    Zu den Fragen:

    Ja, das Haus bekommt eine "dezentral kontrollierte Be-und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit einer zentralen Steuerung" (Fabrikat SEVi 160 http://seventilation.de/produkte/sev...mmluefter.html). Es gibt in jedem Stockwerk zu beiden Seiten bereits eine Aussparung in der Außenwand für die Lüftungsrohre.

    Wir denken uns reicht eine ganz normale weiße Wand ohne Tapete o.Ä. Gem. Bau-Leistungsbeschreibung: Alle Wände und Decken erhalten einen Anstrich mit einer weißen Dispersionsfarbe.

    Zum Betonuntergrund: Nach meiner Info werden die Außenwände im Keller (Beton) nicht verputzt sondern nur gestrichen (sagte der Elektriker bei der Steckdosenplanung, dass wenn da Steckdosen dran sollen wären die Aufputz). Was wären sonst Betonuntergründe? Die anderen Mauern bestehen aus Kalksandstein bzw. Porenbetonstein (Zitat Leistungsbeschreibung).

    Zum Timing: Baugrube hatten wir ca. Nov/Dez 2014. Jetzt Anfang März 2015 wird gerade die Decke 1.OG gemacht, dann ab Ende nächster Woche dann die Mauern 2. OG (höher geht es nicht). Bezugsfertig soll es Dezember 2015 sein. Kann man aus Erfahrung mit diesen Infos den Bauablauf aureichend gut abschätzen, um in etwa zu sagen, wann innen verputzt werden wird? Könnte sicher auf die von Dir Jezero genannte ungünstige Zeit hinauslaufen, oder?

    Damit ist die Frage, ob vielleicht wegen Timing schon eine Tendenz sagen kann wie z.B. VAR 2 (Keller und Bäder Kalk-Zement). Was wir definitiv hatten ist sehr viel Regen während der Rohbauphase, und da ist leider ordentlich Wasser in die unterste Lage der Mauersteiene eingezogen... Oder reißt die Lüftungsanlage (sorry hätte das gleich dazu schreiben sollen) die Situation schon wieder etwas herum und es ist gar nicht mehr so kritisch bzgl. Gips-Putz?

    Viele Grüße
    Anatol
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  6. #5

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    Zur Bautrocknung kannst du die Lüftungsanlage nicht heranziehen, da du ja die Böden, Anstriche, schon früher brauchst. Vom Ablauf her ist es sehr wahrscheinlich, dass der Verputz im Mai /Juni aufgebracht wird. Betonuntergründe sind hauptsächlich die Kelleraußenwände. Kleinere Flächen sind noch der Stiegenlauf, ev. Unterzüge.
    Pass einfach auf, dass du nicht lüftest, wenn die Aussenluft wärmer ist als die Innentemperatur. Mit Ventillatoren kannst du für Zirkulation sorgen, da bringt man auch viel Feuchtigkeit weg. Mit Kalk-Zementputz ist es auch nicht viel besser.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von anatol Beitrag anzeigen
    Wir denken uns reicht eine ganz normale weiße Wand ohne Tapete o.Ä. Gem. Bau-Leistungsbeschreibung: Alle Wände und Decken erhalten einen Anstrich mit einer weißen Dispersionsfarbe.
    Hallo,

    so dachte ich auch. Ein bisschen streichen und hier und da etwas Tapete.
    Ich kenne deine Ansprüche nicht, aber ein gestrichener Q2-Putz hat immer noch die Anmutung einer nicht fertigen Baustelle.

    Ohne wiederholtes Spachteln und Schleifen wird das nichts.
    Dazu noch alle "Spritzfugen", wie Decken-/Wandübergänge, Sockel/Wand, Türzargen/Wand etc

    Mach dich bei "fertigen" Nachbarn mal schlau.
    Aber da "warten" die nächsten 7t-12t€

    LG
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