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Wärme/Kältebrücke oder nicht?

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  1. #1

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    Wärme/Kältebrücke oder nicht?

    Hallo Zusammen,
    ich würde gern mal Eure Meinung einholen zum Thema wann entsteht Schimmel oder nicht bzw. wann handelt es sich wirklich um eine Kälte/Wärmebrücke?

    Der konkrete Fall: Überbaute Garage. Garage ist nicht geheizt, der Wohnraum darüber schon. Der Fußbodenaufbau auf der Garage besteht aus 30 cm Dämmung (darunter weder Schweißbahn noch Dampfbremse), Fußbodenheizung, Estrich.

    Jetzt ist die Frage, ob die kalte Garagendecke eine Kältebrücke ist und dadurch zwischen der Garagendecke und der Fußbodenheizung Schimmel entstehen kann oder ob das völliger Nonsens ist, weil der Raum oben drüber ja geheizt ist und kein Luftaustausch von kalter und warmer Luft stattfindet - was meint Ihr?

    Danke für Eure Meinungen.

    Der Langvogt
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  2. Wärme/Kältebrücke oder nicht?

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  3. #2

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    Schimmel entsteht wenn warme (feuchte) Luft auf kalte Oberflächen trifft, wo sie kondensieren kann. Zusätzlich braucht der Schimmel noch Nahrung (Art der Oberfläche) und entsprechende Temperaturen (beio -30°C mag der nicht wachsen).

    In Deinem Fall müsste die kalte Garage den Fußboden der Wohnung darüber so stark auskühlen, dass die warme Raumluft kondensieren kann. Das wird bei 30cm Dämmung sicherlich nicht passieren. Zudem hält die FBH ja den Boden auf Temperatur.

    Man könnte jetzt den kompletten Bodenaufbau mal durchrechnen und verschiedene Umgebungsbedingungen simulieren. Mein Bauchgefühl sagt, dass hier kein Risiko besteht.
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  4. #3

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    wirklich 30 Zentimeter Dämmung? oder doch nur 30 Millimeter Dämmung?

    kritisch ist weniger der Bauteilaufbau selbst (also, wie man so schön sagt, in der "ungestörten Fläche"), sondern aus meiner Erfahrung immer einbindene Bauteile: Wände auf der Tiefgaragendecke, Stützen, Unter- und Überzüge und sonstige Wege.

    Darum komme ich in 90% der Fälle zu dem Ergebnis, dass eine Dämmung unter der Decke erforderlich oder gar wünschenswert ist.

    Nur: diese zusätzliche Aufbauhöhe muss baulich vorgesehen sein, in der Regel braucht man nichtbrennbare Baustoffe.
    Die zusätzliche Dämmstärke ist regelmäßig im Bereich von Unterzügen und an Höhensprüngen in der Decke über Tiefgarage ein Problem.

    Gruß nach Bamberg ;-)
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  5. #4
    Themenstarter

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    Vielen Dank Ihr zwei, das hilft mir absolut weiter und beseitigt meine letzten Zweifel!!!
    Das mit den 30 Zentimetern ist schon fast richtig, 30 cm war der Fußbodenaufbau (mein Fehler), d.h. 18 cm reine Dämmung, 6 cm Fußbodenheizungsdämmung und 6 cm Estrich drüber, sollte aber so und so reichen.
    Dämmung unterhalb der Decke war auch vorgesehen, aber hauptsächlich für den Fall, das Schwitzwasser z.B. durch ein warmes Auto drunter entsteht. War aber noch nie der Fall. Ich werde es mir trotzdem überlegen, wie Alfons schon richtig sagt, muss dann halt gleich eine schwer entflammbare sein:-(
    Und dann muss das wahrscheinlich komplett dicht verlegt werden, das ist der Grund warum ich mich bisher davor gedrückt habe, die Betondecke wurde grad zwischen den Filigranplatten nicht 1000%ig geschalt und dann heißt es den Beton erst mal eben machen..
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  6. #5
    planfix
    Gast
    dämmtechnisch hast du hier wohl kein problem auch wenn du keine wlg genannt hast. (also der wert, der angibt, wie gut die dämmung dämmt)
    ich sehe eher ein problem für den heizestrich bei so viel dämmung.
    die dämmung unter dem estrich darf sich max. 5mm zusammendrücken.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Langvogt Beitrag anzeigen
    Das mit den 30 Zentimetern ist schon fast richtig, 30 cm war der Fußbodenaufbau (mein Fehler), d.h. 18 cm reine Dämmung, 6 cm Fußbodenheizungsdämmung und 6 cm Estrich drüber, sollte aber so und so reichen.
    Dämmung unterhalb der Decke war auch vorgesehen, aber hauptsächlich für den Fall, das Schwitzwasser z.B. durch ein warmes Auto drunter entsteht. War aber noch nie der Fall. Ich werde es mir trotzdem überlegen, wie Alfons schon richtig sagt, muss dann halt gleich eine schwer entflammbare sein:-(
    ich kann mir durchaus Konstruktionen vorstellen, bei denen man auf eine Dämmung unter der Decke verzichten kann.
    Aber auch welche, wo diese unbedingt nötig ist.

    Hier geht es um zwei Punkte, die berücksichtigt werden müssen und die eine Dämmung unter der Decke erforderlich machen können:
    1. Wärmebrückenwirkung durch in die Dämmebene o.ä. einbindende Bauteile
    2. Dampfdiffusion: die Dämmung auf der Decke ist ja hier eine Innendämmung mit Garage unten. Dort kann es auch mal richtig kalt werden --> Decke kühlt extrem aus mit der Gefahr von Tauwasserbildung, Flankendämmung etc. pp.

    Je mehr Dämmung auf der Decke, desto mehr braucht es aus o.g. Gründen unter der Decke.
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