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  1. #1

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    Dachsanierung - Einfamilienhaus BJ 1955 - Zwischen- mit Aufsparrendämmung kombiniert

    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    Ich habe heute den ganzen Tag wie verrückt hier im Forum gesucht, gelesen und auch schon viel gelernt (unter anderem über das Thema BG Bau, sehr spannend).

    Nun wende ich mich konkret an Euch, um Eure Einschätzungen zu bekommen zu unserem anstehenden "Großprojekt" der Dachsanierung unseres Einfamilienhauses. Ich bin kaufmännische Angestellte und kenne mich leider gar nicht mit dem Fachjargon aus, verzeiht mir also meine unfachliche Ausdrucksweise.

    Aktuelle Situation:
    Ungedämmte Dachkonstruktion - Steildach - Fläche 120qm
    1.OG - komplett ausgebaut - Badezimmer und zwei Schlafzimmer
    Spitzboden - unausgebaut

    Wunschsituation in der Zukunft:
    Gedämmtes Dach
    keine Bauveränderungen im 1.OG
    ausgebauter Spitzboden als Kinderzimmer

    Da mein Mann und die ganzen männlichen Familienmitglieder handwerklich begabt sind, wollen wir das Projekt in Eigenregie mit der fachlichen Unterstützung eines "befreundeten" Zimmermanns angehen.

    Der Zimmermann hat uns folgenden zukünftigen Dachaufbau vorgeschlagen:

    Von Innen nach Außen:
    Spitzboden:
    OSB-Platten
    Dampfbremsfolie zwischen die Sparren legen (keine Umschlaufung der Sparren, kein Verkleben) - sozusagen Bahnen zuschneiden und in die Sparrenfelder reinlegen
    Zwischensparrendämmung - Rockwool 035 - 160mm
    Dampfsperrfolie an den Sparren anbringen - Luftdichte-Schicht! also auch am Dachabschluss vernünftig angebracht
    Holzfaserdämmplatte STEICO - 60mm
    Lattung und Konterlattung
    Dachziegel Meyer Holsen (sind jetzt auch auf dem Dach, also Wiederverwendung)

    1.OG:
    analog Spitzboden

    Nachträglich sollen dann noch zwei Velux-Fenster zwischen die Sparren eingebaut werden im Spitzboden, also kein Wechsel notwendig. Das übernimmt der Zimmermann.

    Ich habe nun die Befürchtung, dass das Kondenswasser die Zwischensparrendämmung zum gammeln bringen könnte, weil danach je erst die Dampfsperre kommt, und somit das Kondenswasser nicht nach außen entweichen kann...

    Könnt Ihr mir hierzu eine Einschätzung geben?
    Vorab vielen Dank!!
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  2. Dachsanierung - Einfamilienhaus BJ 1955 - Zwischen- mit Aufsparrendämmung kombiniert

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  3. #2

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    Asche, einfach nur Asche... Es fehlt komplett die geforderte dauerhafte Luftdichtigkeit! Ein Folie in Sparrenzwischenraum und an den Sparren angeschlossen ergibt keine Luftdichtigkeit. Heute nicht, morgen nicht und in Zukunft noch viel weniger. Wenn dass wirklich der vorgeschlagene Aufbau Ihres Kumpels ist, sind sie gut beraten eine Fachperson an eine aussagekräftige Planung zu lassen. Zur Hand gehen kann Ihnen der Zimmermann dann immer noch. Offenbar verfügt er aber nicht über nötige Kenntnisse eine Luftdichtigkeit zu planen, herzustellen und in laufe der Zeit verlässlich zuzusichern. Die Anordnung einer Luftdichtkeitsschicht auf dem Sparren entspricht nicht den anerkannten Regeln der Technik und ist zu dem keine zugelassene Ausführung, wenn sie auch von der Industrie verkauft wird.

    Wenn es vom Hersteller und einem abgestellten Techniker auf das Haus abgestimmt wurde, dann mag ich dem mit halben Auge zustimmen. In der vorliegenden Konstruktion dürfte an der Unterseite der Holzwollfaserplatte Kondensat ausfallen und zu einer Bauteilauffeuchtung führen. Ob da nun zwischen eine "Dampfsperre" ruht oder nicht ist gänzlich unerheblich. Denn diese kann nur funktionieren, wenn es eine homogene Schicht ist. Wie soll etwas sperrend wirken, wenn es seitlich links und rechts am Sparren vorbei kann? Wie soll der Übergang zwischen unausgebauten Spitz und Wohnbereich erfolgen? Einzig zugelassene Methode ist das Sup-and-Top Verfahren für die Sanierung von außen.

    Sollte man ein Herstellersystem verwenden wollen, für die Anordnung der Luftdichtigkeitsschicht auf dem Sparren, so sollte dies nur nach Genehmigung des technischen Dienst des Herstellers erfolgen. Ist eine Sup-and-Top Verfahren aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber möglich so ist dies dem Vorang zu geben! Bei der Aufsparrendämmung die maximalen Firsthöhen beachten, sonst wird ein Schwarzbau produziert und das Bauamt kann den Rückbau verlangen! Ebenfalls die Wirtschaftlichkeit einer Dämmung im Bestand berücksichtigen. Der EnEv ist genüge getan wenn der Sparrenzwischenraum ausgedämmt ist!
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
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    Zitat Zitat von GretaS Beitrag anzeigen
    Dampfsperrfolie an den Sparren anbringen - Luftdichte-Schicht! also auch am Dachabschluss vernünftig angebracht
    auf der kalten Seite?



    Blödsinn!!!!!

    Grüsse
    Jonny
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  5. #4

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    GretaS - die NUB's gelesen und verstanden?
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  6. #5
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    Hallo Kalle88,

    Danke für Ihre schnelle Einschätzung zu dem Thema. Ich habe ursprünglich auch die Sub and Top Methode vorgeschlagen, da ich dieses Verfahren schon von einem befreundetem Pärchen kannte, die ebenfalls so mit viel Eigenleistung Ihr Dach saniert/gedämmt haben.
    Unser Zimmermann sagte mir, dass das zu aufwendig und nicht notwendig sei. Aber ich wäre ja nicht in diesem Forum unterwegs, wenn ich ihm das zu 100% abnehmen würde ...

    Ich werde noch einmal versuchen, unseren Zimmermann von der Sup and Top Mehtode zu überzeugen. Mir ist es trotzdem wichtig, dass er auch davon überzeugt ist, da er uns anleiten und auch viel selbst machen wird.

    Ich habe jetzt noch von der 70/30 Regel gelesen und würde dazu gerne noch Eure Einschätzungen hören. Wir müssten dann natürlich die Rockwool gegen einen anderen Holzfaser(absorbierenden) Dämmstoff austauschen und die Dampfsperrfolie wird dann zu einer Luftdichtungsbahn mit monolithischer Funktionsschicht (DASAPLANO).
    Kalle88, was halten Sie von dieser Methode? Kann auch dieses Verfahren gut gehen, im Sinne von "ohne Bauschäden"?

    Quelle: http://www.wissenwiki.de/Bauphysik_Sanierungs-Studie

    Und jetzt schon einmal Danke!
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  7. #6
    Themenstarter

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    Achso und das mit den Firsthöhen und Schwarzbau, das gehe ich jetzt noch mal intensiv googeln, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Auch hier habe ich vorerst blind unserem Zimmermann vertraut.
    Ich hole das jetzt noch einmal nach...
    Danke für den Tipp!
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  8. #7
    Themenstarter

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    Soo, das mit der maximalen Firsthöhe habe ich gerade mit unserer Stadtentwicklung telefonisch besprochen. Für unser Quartier gibt es keinen Bebauungsplan, wir müssen uns somit nur der Bebauung der näheren Umgebung anpassen.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von GretaS Beitrag anzeigen
    Ich werde noch einmal versuchen, unseren Zimmermann von der Sup and Top Mehtode zu überzeugen. Mir ist es trotzdem wichtig, dass er auch davon überzeugt ist, da er uns anleiten und auch viel selbst machen wird.
    Nichts gegen den guten Mann, aber nach dem ersten Sanierungsvorschlag seinerseits würde ich mir zwei Mal überlegen, ob ich mich bezüglich irgendeiner Maßnahme von ihm anleiten lassen würde. Da scheint doch grundlegendes Verständnis zu fehlen und wenn er "befreundet" ist, wird er auch kaum haftungstechnisch dafür gerade stehen, oder?
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9

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    Zitat Zitat von OBommel Beitrag anzeigen
    ..... und wenn er "befreundet" ist, ......
    Die Freundschaft könnte schnell beendet sein.

    Aber wie so oft....."handwerklich begabte Familie".
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  12. #10

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    Hallo Kalle88,

    Danke für Ihre schnelle Einschätzung zu dem Thema. Ich habe ursprünglich auch die Sub and Top Methode vorgeschlagen, da ich dieses Verfahren schon von einem befreundetem Pärchen kannte, die ebenfalls so mit viel Eigenleistung Ihr Dach saniert/gedämmt haben.
    Bitte überschätzen Sie sich nicht und die möglichen Fähigkeiten. Wäre Ihnen bewusst wo drum es gehen muss, müssten Sie nicht nachfragen, weil das Wissen vorhanden ist. Ob das eine gute Idee ist so ein schadensträchtiges Detail im Alleinflug ausführen zu wollen halte ich für nicht empfehlenswert. Mit einer Anleitung, die einer vollumfänglichen Planungen aller Schnittstellen und Details - ja. Ohne dieses eingekaufte Know How wird das mit angrenzender Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen. Dann saniert jemand die Sanierung...

    Unser Zimmermann sagte mir, dass das zu aufwendig und nicht notwendig sei. Aber ich wäre ja nicht in diesem Forum unterwegs, wenn ich ihm das zu 100% abnehmen würde .
    Dann sollte der Herr die entsprechenden Nachweise führen, das dem so ist. Danach brauchen Sie aber nicht fragen, zumindestens hier hat er sich schon mit so einer Aussage ganz weit aus dem Kompetenzfeld geschossen.

    Ich werde noch einmal versuchen, unseren Zimmermann von der Sup and Top Mehtode zu überzeugen. Mir ist es trotzdem wichtig, dass er auch davon überzeugt ist, da er uns anleiten und auch viel selbst machen wird.
    Haben Sie sich den Satz noch mal durchgelesen? Wo ist der Fehler? Wenn er es für nicht nötig hält, dann wird man ihn auch nicht überzeugen können. Wie soll er Sie denn anleiten? Insbesondere dann, wenn Erfahrung und planerisches Geschick gefragt ist um schwierige Anschlusssituationen zu lösen? Ich persönlich halte wenig von Vorort-Planungen, leider ist es immer mehr Alltag. Ich darf derzeit eine Baustelle erleben an denen sich Bauleiter und Architekten+Bauherren vor Ort richtig austoben was das produzieren von professionellen Schwachfug gleich kommt. So nach dem Motto, der Handwerker wird es schon richten. Ich kann mir vorstellen, dass bei Ihnen ähnliches bei rauskommen könnte, wenn nicht die nötige Planungstiefe vorliegt. Für diese sollten man sich einer fähigen Person bedienen und Grundlegende Dinge ausarbeiten lassen:

    - Berechnung über ein sinnvolles Dämmkonzept (Ammortisation, Kosten, Nutzen)
    - Bauphysikalische Funktion der einzelnen Schichten
    - Planung und Festlegung der Luftdichtigkeitsebene mit allen erforderlichen Anschlüssen und Durchdringungen - allesamt mit lesbaren Detailzeichnungen.
    - Statik!!
    - Führen aller erforderlichen Nachweise (Tauwasserfreiheit, Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen usw.)
    - Überwachung
    - Dichtigkeitsprüfung
    - und noch vieles mehr...

    Oben genannten Punkten müssen mindestens bei einer Planung die ihren Namen verdient vorhanden sein und schlüssig geklärt werden. Im Stande sind dazu fitte Tragwerksplaner, Bau Ing., Architekten oder spezialisierte Menschen auf Bauphysik (meist Bau Ings.).

    Ich habe jetzt noch von der 70/30 Regel gelesen und würde dazu gerne noch Eure Einschätzungen hören. Wir müssten dann natürlich die Rockwool gegen einen anderen Holzfaser(absorbierenden) Dämmstoff austauschen und die Dampfsperrfolie wird dann zu einer Luftdichtungsbahn mit monolithischer Funktionsschicht (DASAPLANO).
    Kalle88, was halten Sie von dieser Methode? Kann auch dieses Verfahren gut gehen, im Sinne von "ohne Bauschäden"?
    Möchten Sie wirklich meine Meinung? In den wenigen Sätzen stecken so inhaltliche Fehler, dass Sie besser beraten sind nicht irgendwelchen Werbeversprechen aufzusitzen. Diese Faustformel existiert zwar ist aber nicht mehr als ein Richtwert für Denjenigen der damit umzugehen weiß. Daraus schließen zu wollen, es bräuchte keine Berechnung mehr ist falsch! Mit dem Gelbdruck des Dachdeckerregelwerkes von letzten Jahr sind selbst Berechnungen nach Glaser nicht mehr zulässig, beziehungsweise nur noch in Teilen. Selbst "wir" müssen nun mit WUFI ein instationäre Berechnung anstellen um die Tauwasserfreiheit zu belegen. Eine Drittelrechnung ist damit hinfällig und sollte nur zur groben Einschätzung dienen. Darauf ein Schichtenaufbau festzulegen ist damit zweck und sinnlos.

    Die Industrie mag tolle Dinge erfinden aber bei der Luftdichtung muss das Rad nicht permanent neu erfunden werden. So lange ich maximale Gestaltungsfreiheit für meine Diffusion habe bediene ich mich einem einfachen aber sinnvollem Konzept. Nämlich den von innen nach außen diffusionsoffenem Aufbau. Dies alles wird Ihnen aber eine geeignete Person errechnen wollen - so Sie denn dafür Geld bezahlen. Für umsonst wird das keiner machen und hier im Forum schon garnicht - siehe dazu die Nutzungsbedingungen.
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