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Dielenboden erneuern

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  1. #1

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    Dielenboden erneuern

    Hallo liebes Bauexpertenforum,
    ich habe eine Frage zum Neuaufbau eines Dielenbodens:

    Bei dem Objekt handelt es sich um ein in den 60er/70ern angebautes Wohnzimmer an ein kürzlich erworbenes selbstgenutztes Eigenheim aus den wilden 50ern.
    Der vorgefundene Parkettboden soll erneuert werden, da starke Gerüche vorhanden waren. Die Gründe hierfür sind wahrscheinlich etliche Wasserschäden, allgemein hohe Luftfeuchtigkeit über Jahre, schlechte Bauwerksabdichtungen und ein schlecht gedämmter Fußbodenaufbau.

    Bodenaufbau wie folgt: Bodenplatte aus 8 cm starkem bewehrten Beton auf Teerpappe gegen das Erdreich gegossen. Die Teerpappe ist an den Rändern hochgezogen, so dass keine Verbindung zum Mauerwerk besteht, jedoch ist die Wand verputzt, worüber sich sicherlich Feuchtigkeit in den Fußbodensockel verteilt hat.
    Über der Betonplatte war eine Teerpatte lose verlegt, eine Lattung durch die Teerpappe in den Fußboden verdübelt, die Zwischenräume lose mit Styropor ausgelegt und als Nutzschicht ein Parkett auf die Lattung genagelt. Beim Abräumen des Aufbaus von insgesamt 65 mm habe ich drei Belüftungsöffnungen in der Sohle gefunden, die sicherlich für sommers wie winters für einen Kondensateintrag gesorgt haben.

    Folgendes habe ich bereits unternommen:
    - aussen den Sockelputz und die Abdichtung erneuert, es herrsch lediglich Erdfeuchte, kein stauendes Sickerwasser. Eine horizontale Sperre war zu sehen.
    - aussen mit Dämmmaßnahmen begonnen, Flachdach und Rinnen saniert.
    - Bodenaufbau abgeräumt und entsorgt
    - Bodenplatte desinfiziert
    - Putz im Sockelbereich innen entfernt, weil dieser Oberflächlich (nur die Wandfarbe) leicht mit Pilz befallen war.
    - Kleine Kehle zwischen Wand und Sohle eingestemmt und mit Sperrmörtel gedichtet, so dass der Wandinnenputz zukünftig dort getrennt ist.
    - Sohle mit selbstklebender Bitumenbahn für Innen versehen, um Diffusion durch die Sohle zu stoppen.
    - Rücklauf-/Vorlaufschleife der Heizung im Randreich einmal rundherum gelegt.

    Jetzt zur Fragestellung (wie geht's weiter?):
    Die Betonplatte gegen Erdreich ist also dringeblieben. Hätte man mehr Geld und Power gehabt, wäre sicherlich ein besserer Aufbau möglich gewesen, wenn man hier tiefer gegangen wäre, so sind es nur 65 mm Platz für den Neuaufbau.

    Variante 1: Lattung einlagig, dazwischen Perliteschüttung, Dielen verschraubt, raumlang.
    Variante 2: Trockenestrichplatte werkseitig unten gedämmt, Dielen schwimmen verklebt.
    Variante 3: Holzweichfaserplatte mit eingelegter Lattung, die beim Verschrauben angehoben wird, so dass die Dielen auf der Platte schwimmen, Dielen raumlang.

    Bei allen Varianten habe ich Angst vor Tauwasser auf der Sperrbahn, bei Variante 1 jedoch am wenigsten, wegen der offenen Schüttung und dem Perlitematerial.
    Als Lattung wollte ich technisch getrocknetes Holz oder WPC unterkonstruktion nehmen. Muss dass unbedingt auf der Betonsohle verdübelt werden? Was passiert, wenn man die Lattung nur auflegt?
    Variante 1 dämmt wohl am besten. Dielenboden könnte knarzen?

    Variante 2: hier habe ich Angst vor Tauwasser, was schlecht wieder herauskann und die Mineralwolle von unten schimmeln könnte. Ausserdem habe ich bedenken, die Platten auf einer 1 cm Schüttung ausniveliert zu bekommen. Dielen müssten verklebt werden. Variante ist teurer.

    Variante 3: Auch wieder Angst vor Tauwasser und Schimmel, wie 2.


    Vielleicht kann jemand raten? Das würde mir sehr helfen....

    Viele Grüße,
    Anton
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  2. Dielenboden erneuern

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  3. #2
    Themenstarter

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    Hallo noch mal,

    es war wohl zu viel drum herum beschrieben, vielleicht kann ich den für mich wichtigsten Aspekt noch mal herausgreifen:

    Wenn ich einen Dielenboden auf Betonsohle gegen Erdreich erstellen möchte und nur 65 mm Aufbauhöhe gesamt habe und mit gewissen klimatischen Altbauproblemen zu rechnen habe, wie würdet ihr es machen?

    Da ich zur Variante 1 tendiere, bleibt mir die Unsicherheit mit der eventuellen Befestigung der Lagerhölzer an der Betonsohle....ich müsste durch die Sperrbahn schrauben.

    Wenn jemand zu einem Teil eine Meinung hätte, das wäre super!
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  4. #3
    planfix
    Gast
    wie lange soll das halten?
    ich kenne alte lehmhäuser, die hatten 200 jahre gute dielen, bis daß hirnlos saniert wurde. dann keine 20 jahre und hausschwamm.
    mit deinen 65mm aufbaudicke wird das nüscht für lange zeit.
    so wie vor 200 oder 50 jahren baut man heute nicht mehr dank zentralheizung und dichter hülle, also gibt es neue probleme.
    an deiner stelle würde ich dämmung, trockenestrich und einen dünnen belag wählen.
    die alte teerpappe würde ich außerdem durch eine neue dampfsperre ersetzen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hallo planfix,

    danke für die Rückmeldung. Es ist vorher hirnlos gebaut worden, daher nun schadhaft. Da die Betonsohle zu hoch ist, bleiben die Parameter von damals bestehen. Die Nutzungsanforderungen waren damals in den 70ern ähnlich, nur der bauliche Standard noch nicht dort, wo er heute ist. Ich muß das unter den gegebenen Bedingungen so gut es geht sanieren. Die Grenze (finanziell) habe ich beim herausstemmen der Sohle gezogen. Da diese verbleibt, kann ich nicht nach heutigem Stand der Technik sanieren.
    Die Teerpappe ist bereits weg und wird durch eine moderne Bahn ersetzt.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Warum meinst du, dass es nicht lange halten würde? Rätst du zu einem dünnen Belag und Fertigestrich, um die Dämmstärke zu erhöhen?
    Da müsste man dann 35 mm Perlite gegen 25 mm Perlite und 35 mm gedämmte Trockenestrichplatte vergleichen und hätte dann Teppich oder Lino im Wohnzimmer.....mmmmh.
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