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Hebeanlage für Hanggrundstück

Diskutiere Hebeanlage für Hanggrundstück im Forum Sanitär auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Hebeanlage für Hanggrundstück

    Hallo, liebe Bauexperten,

    in der Hoffnung, dass mir hier jemand weiterhelfen kann, wende ich mich nun an euch.

    Wir (mein Mann und ich) spielen mit dem Gedanken, ein Grundstück zu erwerben, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Haus befindet. Hintergrund ist vor allem (zunächst) eine Vergrößerung unseres bestehenden Gartens, das Grundstück soll aber natürlich auch jederzeit - falls wir Geld brauchen - wieder ohne Verluste veräußerbar sein.

    Nun zum "Problem": Dieses Grundstück befindet sich auf einem Südhang, ist also eine Hanglage. Der Kanal, den die Gemeinde vor bereits recht langer Zeit (altes Baugebiet aus den 60er-Jahren) angelegt hat, wurde zu hoch errichtet, sodass nun beim Bebauen des (vollerschlossenen) Grundstückes eine Hebeanlage für sämtliche Abwasser von Nöten sein würde. Mit welchen Problemen muss man hier rechnen, welche Kosten kämen auf einen potenziellen Bauherrn hier zu? Beziehungsweise wie groß würdet ihr eine Wertminderung eines solchen Baugrundstückes einschätzen?

    Vielen Dank für eure Hilfe!
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  2. Hebeanlage für Hanggrundstück

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  3. #2

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    Wenn alle, wirklich alle Entwässerungsgegenstände, unterhalb der Rückstauebene liegen, dann muss die Hebeanlage retundant sein, d.h. eine Doppelpumpenanlage mit Ersatzstromversorgung ist notwendig.
    Also erstmal die genauen Höhenverhältnisse, am Besten als Schnittdarstellung posten. Dann kann man mehr sagen.
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  4. #3
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    Angesichts der aktuellen Zielsetzung des Grundstückkaufs würde selbst ich mir zu dieser Frage noch keine Gedanken machen.
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  5. #4
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    Hallo!

    Erstmal DANKE für die hilfreichen Rückmeldungen!

    Einen genauen Schnitt der Kanalführung haben wir im Moment noch nicht, eben nur die Aussage, dass eine Hebeanlage erforderlich ist. Die Situation ist Folgende: Laut Bebauungsplan darf eine Traufhöhe von rund 6 Metern talseits nicht überschritten werden, sodass sich in der Folge eine Bebauung mit Erdgeschoss (von der Straße im Norden zu erschließen) und "Garten"geschoss im Süden ergibt. Das Gartengeschoss, das in der Regel ja zumindest ein Bad mit WC, Dusche, Badewanne, Waschbecken und einen HWR / Technik enthält, liegt dann unterhalb des Kanals, das Abwasser des Erdgeschosses könnte theoretisch normal in den Kanal eingeführt werden.

    Sollte eine retundante Hebeanlage erforderlich sein, mit wie vielen Mehrkosten hätte man dann in etwa zu rechnen (Material, Einbau, Stromkosten etc.)?

    @Manfred Abt:
    Doch, diese Gedanken machen wir uns schon, zumal evtl. eines der Kinder später dieses Grundstück bebauen könnte. Des weiteren ist es natürlich auch eine Frage des Kaufpreises: Der Verkäufer (privat) setzt im Moment einen Preis an, der an der ganz oberen Grenze bei uns am Ort liegt, d.h. einen Preis für ein Grundstück in Bestlage mit Aussicht, eben und ohne "technische" Tücken (z.B. Hebeanlage notwendig). Gute Lage und Aussicht ist zwar auch bei uns gegeben, jedoch ist das Grundstück am Hang und hat eben diese ungute Kanalsituation...

    Gruß, Nana55
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  6. #5

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    Als ich sowas das letzte Mal bauen musste, hatten wir noch die D-Mark und die Mehrkosten beliefen sich roundabout auf ca. 40.000,- DM, also schätzungsweise 40T€.
    Das Dolle ist, da wäre es halt nicht nötig gewesen, nur bestand der Bauherr darauf, dass alle Entsorgungsleitungen senkrecht bis unter die Kellerbodenplatte geführt werden, wie sich das für ein "ordentliches Haus" gehört.
    Wenn bei Dir das EG über der Rückstauebene liegt (Achtung: Ich sagte Rückstauebene, nicht Kanalhöhe!) und beide Geschosse in gleicher Nutzung liegen, dann kann dieses im freien Fall entwässert werden und für den Keller reicht eine einfache Hebeanlage, die halt bei Ausfall nicht benutzt werden kann. Geht man eine Etage höher aufs Klo.
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  7. #6
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    Danke ThomasD!

    Ja, das EG liegt über der Rückstauebene (werde mich aber zur Sicherheit nochmal bei der Gemeinde informieren). Wie teuer wäre denn dann so eine einfache Hebeanlage, die aber auch für den Abtransport von "WC-Inhalt" geeignet wäre?

    Gruß, Nana55
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  8. #7

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    1500 Euro wenn du sie selbst besorgst und einbaust.
    Ansonsten plus Aufschlag und Einbaukosten je nach Schwierigkeit.
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  9. #8
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    In Ergänzung zu meiner Kurzmeldung noch ein paar Anmerkungen:

    Erster Aspekt:
    Wichtig - und das war auch die Basis meiner Kurzantwort - ist erstmal, dass es hier nur um folgendes Abwasser geht:
    - möglichst nur das Schmutzwasser
    - im Notfall Niederschlagswasser, aber nur von Flächen, die höher als die Rückstauebene liegen, die also im Freispiegelabfluss ablaufen können

    Sollten das RW von Fläche unterhalb der RSE angeschlossen werden müssen wird das ganze sehr kompliziert und teuer.

    Zweiter Aspekt:
    solange es nur um das Schmutzwasser geht gehen die zusätzlichen Kosten einer ggf notwendigen Entsorgung über Pumpen im Grundrauschen unter und sind bei der Wertermittlung des Grundstückes vernachlässigbar.

    Dritter Aspekt:
    Zitat Zitat von ThomasMD Beitrag anzeigen
    ... dann muss die Hebeanlage redundant sein, d.h. eine Doppelpumpenanlage mit Ersatzstromversorgung ist notwendig.
    Diese Aussage ist meines Erachtens überzogen. Zuerst einmal: es gibt meines Wissens da kein "muss", wenn schon dann freiwillig.
    Die Mehrkosten einer zweiten Pumpe in einer Hebeanlage sind eher marginal.
    Eine Ersatzstromversorgung ist für wenige Wohneinheiten völlig überzogen, da speichert man das anfallende Abwasser einfach bis zur Wiederherstellung.
    An Stelle einer Hebeanlage bietet sich dann wegen dem größeren Speichervolumen der Einbau eines Pumpenschachtes an, sieht etwa so aus.

    Vierter Aspekt:
    grundsätzlich sollte man sich natürlich überlegen, ob man denn wirklich unbedingt fäkalienhaltiges Abwasser im Keller produzieren muss. Bei Hanglage kann es dafür Gründe geben aber nach Möglichkeit würde ich das vermeiden.

    Fünfter Aspekt:
    Meiner Erfahrung nach oft vernachlässigt und mit dann katastrophalen Folgen: Bei der Außengestaltung darauf achten, dass das bei Starkregen abfließende Regenwasser nicht oberflächig, über Lichtschächte oder über Abflussrinnen vor bodengleichen Türen etc. in den Keller eintritt.
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  10. #9

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    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    ... es gibt meines Wissens da kein "muss", wenn schon dann freiwillig. ....
    Richtig, festgeschrieben ist die Redundanz nicht, ich sehe sie aber bei einem Haus, welches ausschließlich über eine Hebeanlage zu entwässern ist, als selbstverständlich an.
    Wann gehen Pumpen oder Steuerungen kaputt?
    Gewöhnlich an Gründonnerstag, Himmelfahrt oder Heiligabend. Ehe dann Ersatz beschafft ist, steht die Brühe schon Oberkante Unterlippe.

    Regenwasser hatte ich bei meinen Überlegungen völlig ausgeblendet. Da gehe ich von einer Freispiegelentwässerung aus.
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  11. #10
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    die (preiswerte) doppelte Pumpe macht Sinn, die (teure) Ersatzstromversorgung nicht.
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  12. #11

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    Hallo,

    fachlich kann ich nicht wirklich viel dazu sagen, nur was bei uns so Diskutiert wurde:
    Unser Keller im alten Haus befand sich auch unterhalb der Rückstauebene und auch wenn es in den letzten 100 Jahren nie vorgekommen ist, hat uns unser Sanitärinstallateur überzeugt, eine Hebeanlage einzubauen (eigentlich war ich nicht überzeugt, aber das Angebot war sehr gut).

    Situation: EFH, 160qm Wohnfläche (Einbaudatum 2012, Hessen).
    Im Keller befanden sich Waschmaschine und ein Gästebad.
    Wir haben uns dann darauf geeinigt, nur Schmutzwasser zu entsorgen. Da in den anderen beiden Stockwerken eine Toilette vorhanden war, empfand ich das als ausreichend.
    Damit musste die Anlage also nur für die hohen Temperaturen der Waschmaschine ausgelegt sein.

    Kosten für die Pumpe etwa 250€. Einbau mit Material waren ca. 100€. Nachträglich kam noch ein Unterbrecher für den Stromkreis der Waschmaschine hinzu, sollte die Pumpe defekt sein während die Waschmaschine läuft, ca. 60€.

    Nach diesen Zahlen war es mir ein leichtes, mich dafür zu entscheiden.
    Wäre ein Toilette mit in den Kreislauf gekommen, hätte die Pumpe laut Angebot bereits ca. 1000€ gekostet.

    Habe diese Entscheidung nie bereut.
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  13. #12
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    Hallo zusammen!

    Vielen Dank für die vielen Infos!!!

    Ich befürchte, dass das Regenwasser leider auch gänzlich über die Pumpe entwässert werden muss, da der Garten ja unter der Rückstauebene liegt?

    Im "Keller" lässt sich ein WC leider nicht (bzw. schlecht) vermeiden, da es aufgrund der vorgeschriebenen Bebauung (Bebauungsplan mit Traufhöhe) nur Erdgeschoss und Untergeschoss (= Gartengeschoss mit Schlafräumen, Kinderzimmer und Bad) gibt.

    Ich versuche mal, einen Plan einzustellen...

    Name:  Lageplan_mit_Hoehenlinien.jpg
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    Es handelt sich um das Grundstück Nr. 287/56, das aber mittlerweile mittig (von Nordosten nach Südwesten) in zwei Grundstücke geteilt wurde (nicht eingezeichnet). Wir interessieren uns für die Hälfte, die unmittelbar an das Grundstück 287/55 anschließt. Die eingezeichneten Höhenlinien sind 2-Meter-Linien. Der Kanal befindet sich an der Zufahrtsstraße im Nordosten. Eine weitere Straße grenzt nicht an das Grundstück an. Die Kanalunterkante befindet sich 3,80 Meter unter dem Straßenniveau...

    Was meint ihr zu dieser "Konstellation"? Sinnvoll machbar oder nicht? Wie teuer... ?

    Danke!

    Gruß, Nana55
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  14. #13
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    Das wäre dann wohl der erste Garten der mittels pumpe in den Kanal entwässert wird.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    Das wäre dann wohl der erste Garten der mittels pumpe in den Kanal entwässert wird.
    Welche andere Möglichkeit gäbe es denn, als das Wasser mittels Pumpe in den höher liegenden Kanal zu entwässern?

    Das Problem ist, dass sich unterhalb der Grundstücksgrenze keine Straße, sondern ein weiterer Garten befindet. Von der Gemeinde ist das bei der Erschließung nicht berücksichtigt worden, weil die beiden Grundstücke 55 und 56 zunächst in Kirchenbesitz waren und erst später - nach Verkauf durch die Kirche - dem Baugebiet "angeschlossen" und voll erschlossen wurden...

    Gruß, Nana55
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  17. #15

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    Zitat Zitat von Nana55 Beitrag anzeigen
    Welche andere Möglichkeit gäbe es denn, als das Wasser mittels Pumpe in den höher liegenden Kanal zu entwässern?
    Beweg dich mal von dem Schlauch runter auf dem Du stehst.

    Das Wasser im Garten bleibt im Garten. Und versickert dort. Pflasterflächen entweder durchlässig (Drainpflaster) oder in den Garten entwässern. Und aufgrund der Hanglage und des allgemeinen Unwillens von Wasser sich bergauf zu bewegen dürfte es Dir auch äusserst schwer fallen eine Konstellation zu schaffen, bei der Dir die Brühe statt vom Haus weg rein läuft.
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