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  1. #1

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    Verklebter Holzboden knistert

    Hallo, ich lese hier schon länger mit und habe mich nun angemeldet, weil ich selbst ein Problem habe.

    Wir haben einen Neubau. Unser Zementestrich wurde im November 2014 eingebracht. Anschließend das Bodentrocknungsprogramm 3WO mit VL bis 40 Grad C gefahren. Winter bis Frühjahr wurde bei geringerer RT durchgeheizt. Im März wurde eine CM-Messung durchgeführt, welche eine Restfeuchte von 1,2% ergab. Im April haben wir noch ausgemalt um jetzt im Mai den Boden verlegen lassen zu können.

    Wir haben einen 3-Schichtparkett vom österreichischen Hersteller ma fi .
    Also ein sehr hochwertiges Produkt. Nutzschicht und Gegenzug aus Eiche, 16mm stark mit N+F. Die Dielen waren 185mm bzw 240mm breit und 2000/2400mm lang.

    Der Estrich war grundsätzlich plan. Die größeren Unebenheiten bewegten sich zwischen 1 und 2mm auf 1m. Somit wurde nichts gespachtelt.

    Verklebt wurde mit dem Uzin MK200, vorher wurde mittels Uzin 414 Turbo grundiert (Fleißaufgabe, die techn. nicht erforderlich gewesen wäre). Verwendet wurde eine Spachtel B3 (soweit ich das sah).

    Direkt nach der Verlegung ist mir nichts aufgefallen, einige Tage später allerdings merkte ich ein Knistern an verschiedenen Stellen. Es ist ein sehr leises Geräusch, dennoch darf das doch nicht sein, denk ich mir. Hört sich so an, wie eine Eisplatte im Winter die man belastet. Wenn man am selben Tag dann wieder drauf steigt, hört man nichts mehr. (Über-)nächsten Tag ist es wieder das Gleiche.

    1) Es gibt hohle Stellen. Nicht viele, aber ab und an findet man eine. Sollten diese via Injektion beseitigt werden und würde dies die Ursache beheben können?

    2) meiner Meinung nach hätte eine gröbere Spachtel verwendet werden müssen. Ist das schuld?

    3) es wurden 800g Kleber pro qm verwendet. Der Hersteller empfiehlt 800-1200g. Ist zu wenig Kleber schuld?

    4) Ich habe gesehen, dass der Bodenleger während der Verlegung immer wieder auf den frisch verklebten Parkett ging.

    5) der Estrich wurde direkt vor Verlegung nicht mehr aufgeheizt. Die Oberflächentemperatur lag bei ca 15 Grad C.

    6) an ganz wenigen Stellen haben die Dielen zur Wand keine Luft.

    Was sagen Profis zu den o.a. Punkten?

    7) das wäre meine letzte Hoffnung: nämlich, dass vielleicht ein Materialfehler vorliegt. Habe gelesen, dass es das gibt. Ma.fi hab ich darauf angesprochen, dort ist so etwas natürlich nicht bekannt. Wie könnte man das Material überprüfen (lassen). Müsste man hierfür Dielen herausnehmen oder kann ich auch etwas bei den noch geschlossenen Paketen finden?

    Über AW wäre ich sehr dankbar. Ebenfalls über eine Einschätzung, ob sich der Boden erst "einleben" muss, ob das so bleiben wird oder sich uU sogar verschlimmern kann?
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  2. Verklebter Holzboden knistert

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    hallo
    ohne kenntnis der raumgeometrien sag ich nix.
    6) an ganz wenigen Stellen haben die Dielen zur Wand keine Luft.
    vielleicht knirschts da im gebälk

    gruss aus de pfalz
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  4. #3
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    Wir haben den Holzboden fast in jedem Raum liegen. Ich kann die Grundrisse gerne mal hochladen. In der Zwischenzeit kann ich aber auch sagen, dass es selbst im einfachsten Raum mit einem rechteckigen Grundriss von 3,5 x 4,5 das beschriebene Geräusch gibt. Am wenigsten bis fast gar nicht zu merken ist es übrigens im großen Wohnraum wo die 240/2400 Diele liegt. Im übrigen Haus liegt die 185/2000. Ich bin echt ratlos.

    Ich bilde mir wie gesagt ein, dass die Geräusche vor allem bei der 185/2000 Diele vorkommt. Daher meine Vermutung mit Pkt.7.
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  5. #4

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    Wurde den Nut und Feder auch verleimt?
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  6. #5
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    Nein, N+F wurde nicht verleimt. Dies ist bei einer vollflächigen Verklebung nicht vorgesehen wurde mir gesagt.
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  7. #6

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    zum Punkt knistern:
    in den N+F Verbindungen ist gelegentlich ein bisschen Spiel- ist auch notwendig. Der Kleber unter die Dielen ist in grenzen flexibel. Wenn sich aufgrund leichter Unebenheiten im Boden, leicht unterschiedlichem Klebeauftrag und dem Spiel im N+F, der Angleichung des Holzfeuchte an das Raumklima (wohlgemerkt alles innerhalb der Toleranzen) eine leichte Bewegung der Dielen zueinander ergibt- kann es passieren, dass die Stirnflächen der Dielen aneinander reiben- und dabei ein kratzendes oder knisterndes Geräusch verursachen.
    Wenns nicht echt schlimm ist würde ich sagen: Liegenlassen und beobachten und als Kennzeichen eines echten Bodens akzeptieren.
    Wenn es wirklich ganz schlimm ist- kann man über nachkleben (entweder Injektion oder aber Diele raus und neu einkleben) die Geschichte wahrscheinlich richten
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  8. #7
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    Interessantes Detail am Rande: hab google zu dem thema schon ausreichend befragt und von anderen Bauherren gelesen, dass das Phänomen mit dem Knistern in der Heizsaison verschwindet. Daraufhin hab ich vor 2 Tagen die Wärmepumpe mit einer VL-Temperatur von 27°C starten lassen. Heute Morgen einen Kontrollgang gemacht und festgestellt, dass die Geräusche so gut wie weg sind.

    Ich gehe davon aus, dass das Knistern wieder kommen wird, wenn die Heizung einige Tage aus ist.
    Oder ist/war da iwo Feuchtigkeit "eingesperrt" die nun diffundiert (ist)...?

    Lässt dies irgendeinen plausiblen Rückschluss?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Erwin2014 Beitrag anzeigen
    Nein, N+F wurde nicht verleimt. Dies ist bei einer vollflächigen Verklebung nicht vorgesehen wurde mir gesagt.
    Von wem?
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  10. #9
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    Hat mir der Tischler der den Boden verlegt hat so gesagt. Die Aussage deckt sich auch mit der Verlegefiebel des Herstellers.
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  11. #10

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    Dieses Knistern habe ich bisher nur bei einer schwimmenden Verlegung erlebt, da wurde der Boden vorher nicht ausreichend gereinigt und es befand sich noch Schmutz (Sandkörnchen) unter dem Belag.
    Bei einer Verklebung mit vorheriger Grundierung sollte das an sich ausgeschlossen sein.

    Mal eine andere Überlegung. Könnte es sein, dass aus irgendwelchen Gründen der Kleber versagt? Wurde er vielleicht hart/spröde, der Belag löst sich ab, und beim Drauftreten knistgert nun der spröde Kleber unter dem Belag?
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  12. #11
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    Ich bin für jeden Inpunt bzw. jede Überlegung dankbar.

    Wie kann man das überprüfen ob der Kleber versagt hat? Dort wo es eigentlich am Schlimmsten ist, ist jener Bereich wo mit den Arbeiten begonnen wurde - ergo, ganz frischer (neu geöffneter) Kleber verwendet wurde.

    Ich musste den Kleber bei mir im Technikraum (dunkel, bei ca. 18°C) gut 4 Monate lagern.
    Lagerfähigkeit gibt der Hersteller Uzin mit mind. 6 Monaten an. Jetzt müsst ich noch hinterfragen, ob der Kleber beim Händler schon längere Zeit lagerte.
    Oder ich schau am Abend mal ob ein Abfülldatum am Kübel vermerkt ist.
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  13. #12

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    Wenn Nut und Feder nicht verleimt sind kann es immer knistern, jedes Brett dehnt oder schwindet bei Feuchte und Wärme anders, diese Spannungen werden dann beim Begehen in der Nut Feder Verbindung ausgeglichen, das hört man als Knistern. Wenn man das nicht haben will, muss man Nut und Feder verkleben, ob vorgesehen oder nicht. Eine Möglichkeit wäre gewesen die Nut und Feder Verbindung mit Wachs zu behandeln. Einige Hersteller von Holzdielen haben das bereits vorgefertigt.
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  14. #13
    Gast23627
    Gast
    Also, Zitat: "Die Dielen waren 185mm bzw 240mm breit" in Nut und Feder zu verleimen, dazu kann ich Niemandem raten.
    Wer glaubt, dass diese Verleimungen überall halten ist im Irrtum. Das funktioniert nicht.

    Den richtig ist: Zitat "jedes Brett dehnt oder schwindet bei Feuchte und Wärme anders"

    Dieser Tatsache hält keine Verleimung stand.

    Gruß
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Zitat Zitat von JSch Beitrag anzeigen
    Also, Zitat: "Die Dielen waren 185mm bzw 240mm breit" in Nut und Feder zu verleimen, dazu kann ich Niemandem raten.
    Wer glaubt, dass diese Verleimungen überall halten ist im Irrtum. Das funktioniert nicht.

    Den richtig ist: Zitat "jedes Brett dehnt oder schwindet bei Feuchte und Wärme anders"

    Dieser Tatsache hält keine Verleimung stand.

    Gruß
    Vielen Dank für die eindeutige Klarstellung welche für Mitlesende bzw. potentielle Bauherren natürlich sehr wichtig ist.
    Wie gesagt, warnt unser Hersteller sogar davor, die Dielen bei Verklebung n i c h t zusätzlich zu Verleimen:

    Auszug aus der Verlebefiebel:
    Vollflächige Verklebung der Dielen auf dem Unterboden:
    Diese Art der Verlegung wird im Objektbereich, auf Heizestrichen, sowie bei schwierigen Verlegungen (z. B. Anschlüssen an Fliesen, Kachelöfen
    etc.) empfohlen. Auf Heizestrich sollten die Dielen verklebt werden, um einen möglichst geringen Wärmewiderstand zu erhalten.Vor Beginn der Verlegung muss der Untergrund auf seine Eignung überprüft werden (Gitterritzprobe, Trockenheit des Estrichs – bei
    Zement-estrich max. 1,8 %, bei Anhydritestrich je nach Richtlinien des Herstellers max. ca. 0,3 % Restfeuchtigkeit).
    Für die Verklebung empfehlen wir elastische Klebstoffe (Polyurethan- oder Polymerklebstoffe) mit der EC 1 – Prüfung, um schädliche
    Emissionen zu vermeiden.
    Dehnungsfugen mit einer Breite von 4 - 5 mm im Estrich müssen bei der Verlegung auch für die Dielen übernommen werden. Diese
    Dehnungsfugen sollten mit dauerelastischer farblich passender Parkettdichtmasse geschlossen werden. Die zusätzliche Verleimung von
    Nut und Feder ist nicht mehr erforderlich (Gefahr von Blockabrissen). Randabstände von 6 - 10 mm sind auch bei der Verklebung der
    Dielen einzuhalten.
    Bei allen Verlegearten bitte mit dem Schlagklotz auf die Feder schlagen, nicht auf die Decklage, um Absplitterungen zu vermeiden.
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  17. #15

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    Zitat Zitat von JSch Beitrag anzeigen
    Also, Zitat: "Die Dielen waren 185mm bzw 240mm breit" in Nut und Feder zu verleimen, dazu kann ich Niemandem raten.
    Wer glaubt, dass diese Verleimungen überall halten ist im Irrtum. Das funktioniert nicht.

    Den richtig ist: Zitat "jedes Brett dehnt oder schwindet bei Feuchte und Wärme anders"

    Dieser Tatsache hält keine Verleimung stand.

    Gruß
    Übrigens habe ich keine Empfehlung dazu gegeben.
    Aber warum ist es kein Problem Leimholz zu erstellen in allen erdenklichen Größen, ohne dass da was reißt.
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