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  1. #1

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    Mineralischer Putz oder Silikonharzputz - was nehmen bei Preisgleichheit

    Hallo liebes Forum,
    in der Bauleistungsbeschreibung für unseren Neubau ist folgender Text enthalten für den Aussenputz:

    Mineralischer Scheibenputz (Körnung 3mm) oder gleichwertig naturweiß verputzt. Der mineralische Aufbau garantiere ein gesundes Wohnklima.

    Sofern der Außenputz gestricht wird bzw. farbig gestaltet werden soll ist die ausdrücklich erwähnt.
    Auf Nachfrage sagte uns der BU die Ausführung kann auch mit Silikonharzputz ohne Aufpreis erfolgen. Nach Durchsicht ist hier im Forum habe ich den Eindruck gewonnen Silikonharzputz ist generell als mineralische Putz (auch diffusionsoffen aber widerstandsfähiger) allerdings teuerer. Wenn der BU jetzt Silikonharzputz preisgleich anbietet, spricht doch nichts mehr gegen Silikonharzputz oder?

    Das Haus wird ein Massivhaus ohne Dämmung mit Bimssteinen.

    Vielen Dank für Eure Unterstützung
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  2. Mineralischer Putz oder Silikonharzputz - was nehmen bei Preisgleichheit

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Ich kann leider nur etwas juristisches dazu beisteuern, nämlich einen Auszug aus den Urteilsgründen eines Urteils des OLG Hamm vom 10.02.2005, Geschäftsnummer 21 U 94/04:

    -----------------------------------------------------------------------
    Die Aufbringung eines Kunstharzputzes anstatt des in der Baubeschreibung vorgesehenen mineralischen Kratzputzes stellt einen Mangel dar.

    Die Istbeschaffenheit, also die tatsächliche Ausführung des Fassadenputzes aus einem Kunstharzmaterial, weicht von der Sollbeschaffenheit ab, wodurch sich eine nicht nur unerhebliche Einschränkung seines Wertes und seiner Gebrauchstauglichkeit ergibt. Das hat der Sachverständige Prof. Dr. H zur Überzeugung des Senats dargelegt. Insbesondere die Lebensdauer sei bei einem Kunstharzputz deutlich kürzer als bei einem Mineralputz. Während Mineralputze teilweise ein Alter von mehreren Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden erreichen könnten, jedenfalls aber die normale Standzeit eines Gebäudes von ca. 100 Jahren überdauerten, sei das bei Kunstharzputzen nicht der Fall. Sie begännen nach einem gewissen Zeitraum zu verspröden, neigten dann zu Rissen und würden unansehnlich. Ferner sei der Reinigungsaufwand bei Kunstharzputzen höher; eine Reinigung sei etwa alle fünf Jahre notwendig. Schließlich nehme ein Kunstharzputz keine Feuchtigkeit auf, was dazu führen könne, daß er grundsätzlich anfällig für Algenbildung sei. Dem werde zwar vielfach mit Erfolg durch eine Ausrüstung mit Fungiziden begegnet, welche aber ihrerseits in der Öffentlichkeit kritisch betrachtet (und deshalb von den Herstellern meistens nicht publik gemacht) werde.

    Daß der Kunstharzputz andererseits auch Vorteile gegenüber einem Mineralputz haben mag, kann an der Bejahung eines Fehlers schon deshalb nichts ändern, weil als Sollbeschaffenheit nicht nur eine Fassade von insgesamt mittlerer Art und Güte, sondern eine bestimmte Putzart geschuldet war. Nach Aussage des Sachverständigen verbleibt es aber trotz etwaiger Vorteile ohnehin dabei, daß ein Mineralputz höherwertig ist als ein Kunstharzputz.
    ----------------------------------------------------------------------------------------
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  4. #3

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    Bedanke mich für den wertvollen Beitrag des Herrn Wortmann - genau das ist mir auch passiert. Der Architekt und der Verputzer versuchen sich herauszureden, dass ein Kunstharzputz viel hochwertiger sei. Ich hätte also mehr fürs gleiche Geld erhalten...
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  5. #4

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    Aber in der Frage des TE ging es doch um Silikonharzputz und nicht um Kunstharzputz?
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  6. #5

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    Das interessiert mich auch. Mir wurde der Silikonharzputz auch schon von verschiedenen Quellen als "hochwertiger" verkauft.
    GÜ bietet jedoch mineralisch und Silikonharzputz (auf meine Nachfrage) preisgleich an (Standard ist mineralisch).

    Gerade vor einer Veralgung des WDVS (wenn es denn eins wird) habe ich Angst..
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  7. #6

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    Zitat Zitat von JarnoC Beitrag anzeigen
    Aber in der Frage des TE ging es doch um Silikonharzputz und nicht um Kunstharzputz?
    Silikonharzputz = Kunstharzputz !!!

    Zitat Zitat von Psion1977 Beitrag anzeigen
    Der mineralische Aufbau garantiere ein gesundes Wohnklima.
    Das würde mich mal interessieren, wie er das tut

    Wahrscheinlich "atmet" er
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  8. #7
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    und ein mineralischer Kratzputz ist nochmal eine ganz andere Nummer als ein mineralischer Scheibenputz.

    Insofern ist das Urteil nicht passend. Nicht mein Bereich aber ich teile die Auffassung, dass ein mineralischer Putz schon besser ist.
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  9. #8

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    Ein Kratzputz ist also besser als ein Scheibenputz? Inwiefern?
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  10. #9

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    @ RA Wortmann

    Wie würden Sie das "Versprechen" beurteilen:

    ... Der mineralische Aufbau garantiere ein gesundes Wohnklima.
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  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    @ RA Wortmann

    Wie würden Sie das "Versprechen" beurteilen:
    In technischer Hinsicht kann ich dazu nichts sagen. Rein juristisch ist so eine mündliche Aussage im Grunde nichts wert. Der Bauherr wird daraus später keine Ansprüche herleiten können.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von SirSydom Beitrag anzeigen
    Ein Kratzputz ist also besser als ein Scheibenputz? Inwiefern?
    Schichtdicke ?
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12

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    dicker heißt ja nicht unbedingt besser

    Hält er länger, bekommt er weniger Risse, neigt er weniger zur Veralgung.. also konkret, worin bestehen die Vorteile.
    Teurer ist er ja wohl?
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  15. #13
    Bauexpertenforum
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    teurer: ja
    schöner: ja
    länger haltbar: k.A., was ist das Kriterium, wann ist der Putz "abgängig"?
    Rissbildung: dürfte eher Problematik des Untergrundes sein
    Veralgung: wir sprechen JETZT ja inzwischen von zwei mineralischen Putzen, dürfte nicht das Thema sein

    Im Grund kann man die Wertigkeit schon aus der Beschreibung für Scheibenputz entnehmen: "mit Kratzputzcharakter"
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