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  1. #1

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    Wie schädlich ist Solar-Stagnation

    Wie schädlich ist es denn nun wirklich, wenn die Solar-Anlage mangels Abnahme in Stagnation geht?

    Ich habe bei meiner Anlage die Kollektorkühlung aktiviert: Wenn der Kollektor 110 °C erreicht, wird immer die Solarpumpe gestartet, auch wenn der Speicher schon "voll" ist. Die Pumpe stoppt dann wieder bei 100 °C. Scheinbar ist der Kollektorsensor nicht an der wärmsten Stelle angebracht. Wenn die Pumpe anläuft, steigt nämlich die gemessene Temperatur sehr schnell. Bei einer Temperatur von 140 °C wird die Pumpe aus Sicherheitsgründen wieder ausgeschaltet, so dass die Anlage dann bei sonnigem Wetter in die Stagnation geht.

    Kühlt die Anlage wieder auf 130 °C ab, läuft die Pumpe wieder an.

    Jetzt stellt sich mir die Frage, ob sich diese Kollektorkühlfunktion überhaupt lohnt, wenn trotzdem nach wie vor noch Stagnationsgefahr besteht, oder ob ich ganz darauf verzichten soll.
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  2. Wie schädlich ist Solar-Stagnation

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  3. #2

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    Man sollte vorsichtig sein, wenn man "einfach mal so" solche Parameter verändert.
    Weist du denn auf welche maximale Betriebstemperatur deine komplette Anlage mit (Puffer)- Speicher begrenzt ist?

    Bei so einer Woche wie diese ist/ war, geht fast jede Anlage in die Stagnation- das muss sie auch aushalten.
    Am meisten leidet dabei das Glykol.
    Darum sollte man dieses regelmäßig u.a. auf den Frostschutz und PH- Wert überprüfen und nach ~10 Jahren auswechseln.
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  4. #3

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    Stagnation darf bei einer richtig geplanten, und gebauten, Anlage kein Problem darstellen. Wie oben schon geschrieben, leidet dabei nur das Glykol, das sowieso regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden sollte. Optimal wäre natürlich wenn dieser Zustand erst gar nicht erreicht würde, aber in der Praxis lässt sich das nicht immer vermeiden.

    Das Verhalten der Anlage, sprich der Versuch einer Notkühlung, und wenn das nicht genügt, dann Abschaltung, ist in Ordnung. Die Bestimmgung der max. Stagnationstemperatur ist in der EN12975 beschrieben und wird auch entsprechend geprüft (und dann berechnet). Wir reden hier schnell von Temperaturen im Bereich 200°C.

    Die Notkühlfunktion ist sinnvoll da man damit den Zeitpunkt bis zum Einsetzen der Stagnation noch etwas hinauszögern kann, aber irgendwann kommt halt jede Anlage an ihre Grenzen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Die Anlage ist mit einer Neigung von 25° recht genau Richtung Süden ausgerichtet und liefert im Hochsommer viel mehr Energie als benötigt wird. Ein Stagnation ist also praktisch kaum zu vermeiden.

    Wenn ich alles korrekt verstanden habe, verdampft bei einer Stagnation die Solarflüssigkeit und im Kollektor befindet sich nur noch Dampf. Dann müsste doch die Dauer der Stagnation keine Rolle spielen, nur die Anzahl. Oder praktisch gesprochen: Besser eine Stagnation von 10 Uhr bis 16 Uhr, als zwei von 11 bis 12 und von 13 bis 14 Uhr, oder?
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  6. #5

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    Zitat Zitat von mastehr Beitrag anzeigen
    Wenn ich alles korrekt verstanden habe, verdampft bei einer Stagnation die Solarflüssigkeit und im Kollektor befindet sich nur noch Dampf. Dann müsste doch die Dauer der Stagnation keine Rolle spielen, nur die Anzahl. Oder praktisch gesprochen: Besser eine Stagnation von 10 Uhr bis 16 Uhr, als zwei von 11 bis 12 und von 13 bis 14 Uhr, oder?
    Gute Frage. Ich habe mir über die chemische Veränderung des Glykols in Abängigkeit von Temperatur und/oder Phasenwechsel, noch keine Gedanken gemacht. Ich "vermute" mal, dass der Phasenwechsel eher einen geringeren Einfluss hat als die Temperatur, d.h. ob Dampf bei beispielsweise 140°C vorliegt oder 190°C. Die Frage wird also nicht sein, wie oft der Phasenwechsel stattfindet, sondern wie hoch die Temperatur während des Stillstands sein wird. Hersteller von Glykol etc. geben einen Temperaturbereich an, bis zu dem das Glykol stabil bleibt. Wird diese Temperatur nicht überschritten, dann gehe ich mal davon aus, dass man eine nahezu beliebige Anzahl von Phasenwechseln durchführen kann, ohne dass das Gemisch später unbrauchbar wird.

    In der Praxis dürfte es schwer sein zu erkennen, welche Temperatur im stagnierenden Kollektor vorherrscht. So ein Temperaturfühler erfasst ja nicht den kompletten Kollektor, und ob er wirklich an der heißesten Stelle sitzt, das wage ich mal zu bezweifeln.
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  7. #6
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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Die Frage wird also nicht sein, wie oft der Phasenwechsel stattfindet, sondern wie hoch die Temperatur während des Stillstands sein wird.
    Hmm, auch eine Möglichkeit. Die Temperatur ist natürlich nicht so einfach zu erfassen.

    So ein Temperaturfühler erfasst ja nicht den kompletten Kollektor, und ob er wirklich an der heißesten Stelle sitzt, das wage ich mal zu bezweifeln.
    Dort sitzt er bei mir definitiv nicht. Dem Verhalten nach zu urteilen, scheint er erst dort zu sitzen, wo die Flüssigkeit den Kollektor verlässt. So erkläre ich mir jedenfalls den schnellen Temperaturanstieg nach Anlauf der Pumpe.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von mastehr Beitrag anzeigen
    Dort sitzt er bei mir definitiv nicht. Dem Verhalten nach zu urteilen, scheint er erst dort zu sitzen, wo die Flüssigkeit den Kollektor verlässt. So erkläre ich mir jedenfalls den schnellen Temperaturanstieg nach Anlauf der Pumpe.
    Das Tauchrohr sitze selten an der heißesten Stelle.

    Schau mal in´s Datenblatt des Kollektors und des eingefüllten Frsotschutzmittels. Vielleicht kannst Du dann das Verhalten abschätzen.
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  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  10. #8
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    Datenblätter liegen natürlich nicht vor. Die verbauten Kollektoren sind Hausmarke des Großhändlers des Heizis.
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  11. #9
    Avatar von OldBo
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    Moin Ralf,

    bei der Stagnation verdampft die Solarflüssigkeit je nach dem vorhandenen Druck. Aber wenn die Kollektoren unter Dampf stehen, dann können die Flächen (und der Dampf) sehr heiß werden.

    Gruß

    Bruno
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