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  1. #1

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    Trinkwasserbrunnen, coliforme Bakterien

    Hallo zusammen,

    falls dieses das falsche Unterforum ist, bitte verschieben, Danke!

    Folgender Sachverhalt.

    In 2013 haben wir ein Haus gekauft, im April 2014 war Einzug. Dieses Haus liegt in einem Bereich, wo Bergsenkungen durch eine der letzten aktiven Zechen Deutschlands zu erwarten sind / vorhanden sind.
    Bedingt durch Bergsenkungen wurde die Kanalisation auf ein Druckentwässerungssystem umgestellt und die gesamtem Häuser an der Straße an diese angeschlossen. Die Kosten dafür trägt der Zechenbetreiber. Im Rahmen des Erwerbs haben wird diese Maßnahmen mitbekommen.

    Aufgrund der Bergsenkungen ist keine Trinkwasserleitung in diesem Bereich geplant, daher hat jedes Haus eine eigene Trinkwasserversorgung.
    Im Trinkwasser dieses Hauses wurde ein Eintrag von Oberflächenwasser festgestellt. Der Alteigentümer ließ hieraufhin einen neuen Brunnen bohren und anschließen. Im Zuge dessen wurde auch der Wasserkessel erneuert.

    Bei den gesetzlich vorgeschrieben Untersuchungen des Waser im Jahre 2014 wurden durch ein Labor keine Auffälligkkeiten festgestellt. Als Zusatzauftrag hatte das Labor den Auftrag, den Eisengehalt festzustellen. Dabei kam ein Wert oberhalb der Trinwasserverordnung heraus (1,2). Dieser Sachverhalt wurde dem Zechenbetreiber mitgeteilt und dieser beschloss, auf seine Kosten, eine Enteisungsanlage einzubauen.

    Der für die Montage der Enteisungsanlage beauftragte Brunnenbauer, der nicht Errichter des Brunnens ist, beauftragte daraufhin erneut eine Wasseruntersuchung, um den Eisen- und Mangangehalt zu bestimmen. Der Eisengehalt lag jetzt auf einmal unterhalb des Grenzwertes (0,2), Mangan war leicht erhöht. Zusätzlich stellte das Labor aber einen Befall von coliformen Bakterien in Höhe von 3 KBE fest, was wiederum auf einen Eintrag von Oberflächenwasser hindeutet. (Keine e-coli)
    Daraufhin öffneten wir den Brunnen und uns zeigte sich das Bild, dass im Anhang ist.

    Jetzt will der Brunnebauer die ganze Chose chloren und das Wasser soll 48 Stunden in den Leitungen bleiben. Natürlich erst, nachdem die Ursache für den Befall abgestellt ist.

    Zu der ganzen Sache habe ich jetzt Fragen, von denen ich hoffe hier einige beantwortet zu bekommen.

    1. Ist ein Brunnen ein Bauwerk im Sinne des §438 BGB?

    2. Ist meine Vermutung richtig, dass der "Schacht" im Bereich der Rohwasserleitung zum Haus nicht richtig abgedichtet ist, darüber Wasser in den Schacht hineinlaufen kann und über a) die kleine Entlüftungsbohrung und b) das Seil, welches als Docht fungieren kann, in den Brunnen gelangen kann?

    3. Fals 2. zutreffend ist, ist das ein Mangel aufgrund nicht fach- oder sachgerechten Einbaus?

    4. Ist die Chlorung wirklich nötig? Ich habe gelesen, dass aufgrund des nährstoffarmen Wassers und der Temperatur sich die KBE durch erhöhte Wasserentnahme "ausspülen". Ist da was dran?

    5. Der zweite Brunnenbauer will jetzt das Seil kappen, diese Öffnung verschließen, ebenfalls das kleine Belüftungslöchlein. Der Durchbruch in der Wand für die Rohwasserleitung soll verschlossen werden. Ist das wohl zielführend?

    6. Die erste Wasserprobe fand an der Amatur der Badewanne, ohne Perlator, statt, die zweite an der Amatur des Waschbeckens. Ob dabei der Perlator entfernt wurde? Keine Ahnung! Die beiden Amaturen hängen aber an einem Strang.
    Wie erklären sich die unterschiedlichen Messwerte des Eisengehalts? Schwankt das wirklich so?
    Die Probennehmer waren Beauftragte des jeweiligen Labors, allerdings waren es unterschiedliche Labore.


    Der Alteigentümer macht keine genauen Angaben, wie es zu der Beauftragung des ersten Brunnebauers kam. Eine Anfrage an den Bergbaubetreiber wurde gestellt, steht aber noch aus. (Haben die beauftragt oder mit Geld entschädigt?)
    Bevor ich den ersten Brunnenbauer mit diesen Sachen konfrontieren, erhoffe ich mir hier etwas Input.

    20150713_154640.jpg
    20150713_154633.jpg
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  2. Trinkwasserbrunnen, coliforme Bakterien

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  3. #2

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    E-Colis = Fäkalien, woher auch immer!
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  4. #3
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    Unterschied zwischen coliformen Keimen und Escherichia coli (E.coli) bekannt?

    IST:
    E.coli = 0/100ml
    coliforme Keime = 3/100ml
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  5. #4

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    schon, macht aber trotzdem keinen Unterschied hier. Coliforme kommen meistens von Fäkalienverunreinigung. Ob Du coliforme ohne e-coli (wozu auch e-coli zählt) hast, oder mit e-coli würde mich analog über diese Möglichkeit nachdenken lassen.
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  6. #5
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    E-coli sind eindeutig fäkalen Ursprungs von Warmblüter, während die anderen Keime der Gruppe coliformer Keime auch in der Umwelt vorkommen können.

    Wie Du auf den Bildern siehst kommt irgendwo Erde/Matsche her. Und diese Soße läuft dann vermutlich in den Brunnen.

    Aber eine der Frage war folgende: Kann der Zustand des Brunnens für die Belastung verantwortlich sein und sind die geplanten Maßnahmen wohl zielführend? Muss gechlort werden?
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  7. #6
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    Um die Fäkaliengeschichte mal aufzudröseln:

    Das Grundstück wurde noch nie zur Tierzucht genutzt. Es liegt höher als die angrenzenen Felder. Falls die Gülledüngung der Felder die Ursache wäre, hatte ich wohl den Nachweis von e-coli führen können, oder?
    Das Haus steht seit den 30er Jahren. Im Zuge der Errichtung der Druckentwässerung wurden alle Abwasserleitungen außerhalb der Gebäudehülle freigelegt, erneuert und an die Druckentwässerung angeschlossen. Die Leitungen unter dem Haus wurden mit diesem Inlinersystem - ich weiss nicht wie es heisst, Kunststoffschlauch kommt rein und wird mit heißer Luft aufgeblasen, dieser härtet dann aus- repariert / stabilisiert / saniert. Vor Inbetriebnahme wurden a) alle Leitungen mit Kameras befahren und b) eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt. Diese Prüfung wurde nicht von der Firma gemacht, die die Rohre erneuert hat.
    Die Rohre habe ich selber gesehen, dass sind nicht diese roten, sondern grüne mit einer erheblich dickeren Wandstärke. Keine Ahnung wie die heißen.

    Vor diesem Hintergrund kann ich einen Fäkalieneintrag so gut wie ausschließen.
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  8. #7

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    nun, von irgendwas leben diese Bakterien dann aber doch? Das Wasser hat irgendwelchen organischen Komponenten, von denen diese Bakterien leben.
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  9. #8
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    @Alex: Hast Du mal daran gedacht, dass diese Erde, die da in dem Brunnenloch so lustig in einem feuchten Klima rumliegt "irgendwelche organischen Komponenten" enthälten könnte, an denen sich diese kleinen Dinger laben? Vielleicht Regenwurmkacke? Oder Käferpipi? Oder irgendwelche verotteten organischen Bestandteile aus wunderbaren Rosenblüten??? Oder sogar HUMUS?

    Sorry, aber ich möchte, im Moment jedenfalls, nicht mehr über Fäkalien reden.


    Es wäre prima wenn noch jemand auf meine Fragen im ersten Post eingehen könnte.
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  10. #9

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    Nun, Du sagst ja er will es chloren, NACHDEM die Ursache gefunden wurde - also dein Brunnebauer hat mit anderen Worten keine Ahnung, wie es zu dem Befall kommt. Und zu der möglichen Ursache macht er keine Angaben? Im Prinzip sagst Du es doch selber: Eintrag von Oberflächenwasser - oben undicht nach starkem Regen?
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  11. #10
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    Alex, bitte lies noch einmal was ich geschrieben habe und schau Dir die Bilder an.
    Außerdem wäre es hilfreicher wenn Du die Fragen beantwortest und nicht die möglichen Ursachen suchst.
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  12. #11

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    Also Probennahme vom Wasserhahn, wie wurde denn verhindert dass Keime bei der Probennahme verschleppt wurden. Normalerweise muss dazu die Entnahmestelle mit Brenner desinfiziert werden. Dies wird man am Wasserhahn wohl kaum machen.
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  13. #12
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    In den Ergebnispotokollen steht, dass die Entnahmestelle abgeflammt wurde.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Olbi1904 Beitrag anzeigen
    In den Ergebnispotokollen steht, dass die Entnahmestelle abgeflammt wurde.
    Am Perlator? Funktioniert der noch? Da der Perlator dem Wasser Luft zumischt ist solch eine Probe zu nichts nütze. Also wäre es schon wichtig ob der entfernt wurde.

    Wie so oft wer viel mißt, mißt Mist.
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  15. #14
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    So, wollte mal kurze Rückmeldung geben.

    Zuerst habe ich den kompletten Schacht gereinigt und dieses doofe Seil hochgebunden.
    Weiterhin wurde jeden Tag ordentlich gespült.

    Anfang August war die regelmäßige Probennahme für die regelmäßige Wasseruntersuchung. Ich war diesmal anwesend. Der Perlator am Handwaschbecken wurde abgeschraubt, der Rest abgeflammt, anschließend die Probe genommen.

    Ergebnis ist nun da: alles im grünen Bereich, coliforme Bakterien: 0 KBE!
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