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  1. #1

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    Junges Dach -bereits Dämmung sanieren?

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und auch im Thema Bau bzw. Sanierung, daher erstmal ein Hallo!

    Letztes Jahr habe ich ein Haus gekauft, Baujahr 2003.
    Nun habe ich Fragen zur Dämmung des Daches -mir scheint, es könnte ein Problem geben.

    Bei den aktuellen Renovierungsarbeiten habe ich im 2.OG zur Vergrößerung eines Bades eine Trockenbauwand entfernt.
    Dadurch wurde der Aufbau der Dämmung in der Dachschräge sichtbar, da die Verkleidung der Dachschräge mit GK-Platten um die Zwischenwand herum ausgeführt war.
    Um einen besseren Überblick zu bekommen, habe ich dann die GK-Platten an Schräge und Raumdecke komplett entfernt.

    Folgendes kam zum Vorschein:
    -Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle, 18cm
    -Unterspannbahn dahinter, ich vermute diffusionsoffen (sieht aus wie Vlies und ist nicht verklebt/ abgedichtet), danach Eindeckung, keine Aufsparrendämmung.
    -Raumseitig ist über der Zwischensparrendämmung eine Dampfsperrfolie aufgebracht, darüber dann Konterlattung und GK-Platten, keine Untersparrendämmung.
    -Raumdecken zum Dachboden sind mit der selben Zwischensparrendämmung und Folie ausgeführt. Sparren im Speicher sind ungedämmt, hier ist direkt die Unterspannbahn sichtbar.


    Das Problem ist nun, dass die Dampfsperrfolie überhaupt nicht abgedichtet ist, z.T. lose und nicht mal ans Mauerwerk angeschlossen bzw. nicht überlappend einfach hinter der Lattung liegt!
    Ein Gutachter meinte dazu in einem Ersttelefonat, dass alleine müsse noch keine Katastrophe sein, grundsätzliche könne die Schicht aus GK-Platten die notwendige Funktion der Luftdichtheit erfüllen.
    Nun müssten die GK-Platten dazu ja allerdings aber auch dicht verspachtelt und mit dem Mauerwerk verbunden werden, oder? Auch das ist nicht der Fall...
    Ferner ist doch außerdem der Fall gegeben, dass nicht grundsätzlich keine Dampfbremse eingebaut ist, sondern sogar eine Dampfsperrfolie, die nur eben nicht richtig ausgeführt ist.
    Das bringt doch auch den Umstand mit sich, dass durchaus über größere Flächen hinweg eine nun eine Folie liegt, die ggf. an bestimmten Stellen verhindert, dass Feuchte zurückdiffundieren kann, die anderswo durch Undichtigkeiten eingetreten ist, oder?

    Mir stellen sich nun folgende Fragen:
    -Wie ist denn die derzeitige Ausführung im Hinblick auf Dämmwirkung und Schimmelgefahr grundsätzlich überhaupt zu bewerten?
    -Und damit natürlich:
    Was muss ich nun tun bzw beachten? Im Bad, das nun eh offen ist, ist sicherlich Dampfbremse und ergänzte Untersparrendämmung angesagt. Aber was ist mit den anderen Räumen?
    Sollte ich -eh am Renovieren- nun die komplette Unterkonstruktion im ganzen Stockwerk abreissen und nacharbeiten (gleich mit Aufdoppelung, Untersparrendämmung und variabler Dampfbremse) ?
    Oder ist einfach so, dass das Dach nun halt eben nicht besonders gut gedämmt ist, Schimmelgefahr aber dennoch überschaubar bzw. nicht vorhanden ist und sich eine Verbesserung der Dämmung durch Untersparrendämmung erst nach vielen Jahren wirklich rechnen würde? Ich also einfach das Bad mache und den Rest so lasse, wie es ist?

    In Bezug auf die energetische Situation hat das Haus ansonsten Dämmplatten außen an der Fassade, Gasbrennwertheizung und "normale" doppelt verglaste Fenster.
    Im 1. Stock, einem sehr offenen Wohn-Essbereich, wird zudem ein Kaminofen installiert.

    Ich habe zu dem Thema natürlich auch einen Gutachter einbestellt, um Maßnahmen ganzheitlich bewerten zu können.

    Der Termin ist aber erst in 2 Wochen und ich brenne auf weitere Erkenntnisse und Meinungen.
    Auch weil budgetrelevante Entscheidungen anstehen..

    Danke für Antworten und Gruß
    Marcus
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  2. Junges Dach -bereits Dämmung sanieren?

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  3. #2

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    Baujahr 2003.
    hallo
    naja so jung in bezug auf die geänderten anforderungen an den dämmstandart jetzt auch wieder nicht.
    da muss vor ort geschaut werden ob schon schäden aufgetreten sind.

    gruss aus de pfalz
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  4. #3
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    Soweit ich das (als Laie) erkennen kann, sind keine Schäden sichtbar.
    Es ist nichts naß, verschimmelt oder verfärbt, die Dämmung hat die "normale" Farbe.

    Man muss dabei aber auch folgendes beachten:
    Die letzten acht Jahre wurde das Haus von einem alleinstehenden älteren Herrn mit einem eher spartanischen Lebensstil als Mieter bewohnt.
    Er schätzte zwar die Fläche des Hauses, nutzte das 2.OG und darin befindliche Bad aber kaum.
    Das bisherige Nutzervhalten war also ein ganz anderes als ein normales, familiäres Nutzerhalten mit dem Bad oben als Hauptbad für 2-3 Personen und Kinderzimmern.
    Das schränkt dann eine Schlussfolgerung a la "bis jetzt is ja auch nix passiert, da kann es so schlimm ja net sein", die ich auch von Bekannten schon zu hören bekam, leider etwas ein..
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  5. #4

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    Unterdruck -> Theaternebel und ggf. Wärmebildkamera. Aufdecken -> Protokollieren -> Maßnahmen festlegen -> Ausschreiben -> Vergleichen -> Beauftragen -> Überwachen. So oder ähnlich könnte es aussehen.

    Je nach Gegebenheiten wäre es eben auch mögliche eine neue Luftdichtigkeit auf den vorhandenen Gipskarton zu verlegen, der dann mit einer wie auch immer gearteten neuen Innenverkleidung überbaut wird. Da kommt es aber auf so Dinge wie Durchdringungen, Flankendiffussion und allgemeine Anschließbarkeit an (Auf Tapete kann man z.b nicht Luftdicht anschließen) Die Befestigung ist natürlich auch ein relevanter Punkt.

    Ob man die Dämmung ersetzen muss? Ich denke nicht. Ob man etwas am belüftetem Spitzboden ändern sollte? Ich denke nicht. Grundsätzlich braucht es einfach eine Menge an Gehirnschmalz eines erforderlichen der sich damit auch auskennt. DAS ist wohl die größte Hürde, jemand gutes zu finden.
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  6. #5

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    Die letzten acht Jahre wurde das Haus von einem alleinstehenden älteren Herrn mit einem eher spartanischen Lebensstil als Mieter bewohnt.
    hallo
    und davor wie war die nutzung da. gut sind nur 4 jahre und alte feuchteschäden an der dämmung sieht man dann immer noch.

    gruss aus de pfalz
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Marcus 1980 Beitrag anzeigen
    Soweit ich das (als Laie) erkennen kann, sind keine Schäden sichtbar.
    Es ist nichts naß, verschimmelt oder verfärbt, die Dämmung hat die "normale" Farbe.
    ..
    .,. und was sagt uns das : das die alten Häuser früher vernünftig gebaut wurden, also wo bitte ist denn das Problem ? wobei Baujahr 2003 ja noch nicht alt ist ..
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  8. #7
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    Zitat Zitat von Bauqualle Beitrag anzeigen
    .,. und was sagt uns das : das die alten Häuser früher vernünftig gebaut wurden, also wo bitte ist denn das Problem ? wobei Baujahr 2003 ja noch nicht alt ist ..
    Das sagt es uns überhaupt nicht.

    Es sagt erstmal nur, dass zum Glück keine Schäden erkennbar sind.
    Das "Warum" ist da noch nicht beantwortet.

    Und da eine Luftdichtigkeitsschicht offenbar (absolut undichte Dampfsperrfolie/ nicht dicht angeschlossene GK-Platten) nicht fachgerecht ausgeführt ist, wurde offenbar nicht gut gearbeitet. Vernünftig ist da schonmal gar nichts.

    Und da ist das Problem:
    Ist der Aufbau trotzdem akzeptabel mit geringem Schimmelrisiko (nicht alles, was nicht fachgerecht ist, wird per se ein Problem erzeugen) oder ist das Ausbleiben von Schäden lediglich einem der Ausführung " sehr entgegenkommenden" Nutzerverhalten zu verdanken -welches sich durch mich nun komplett verändern wird.
    Dieser Frage muss ich mir als Laie beantworten lassen und danach entsprechend handeln -sanieren oder es so lassen wie es ist.

    Und: Ausbleibende Schäden sagen gar nichts aus über das Ausmaß einer ggf. unnötig reduzierten Dämmwirkung wg. Undichtigkeiten und nicht sauber eingebrachter Dämmung (der eigentlich zum damaligen Zeitpunkt passablen 18cm starken Dämmung).
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  10. #8

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    hallo
    wenn kalte aussenluft auf deine dampfsperre /gipskartonplatte trifft kann es zu kondensatausfall / schimmelbildung kommen.
    dass die usb nicht verklebt ist so in ordnung.
    die problematischsten punkte sind der bereich zwischen den randsparren und dem giebelmauerwerk,
    anschlüsse der dampfsperren an die wände (flankendiffusion), anschlüsse an durchdringungen (rohre, kamine etc.) deckelung der zwischenwände fehlt (dampfsperre nicht darüber geführt, ganz kritisch bei gipskartonwänden), anschluss der folie im traufbereich und an den mittelpfetten/ kehlbalken usw.
    ohne örtlichkeit zu kennen ist das alles glaskugelmodus.

    gruss aus de pfalz
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  11. #9

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    Hallo, wenn ich es richtig verstanden habe, geht es bei dem betroffenen Bereich auch um ein Familienbadezimmer. Dieser Raum hat natürlich ein deutlich höheres Schimmelrisiko als z.B. ein Arbeitszimmer. Die Aussage des Gutachters verstehe ich überhaupt nicht: GK-Platten mögen vielleicht eine gewisse Luftdichtigkeit leisten, sind jedoch überhaupt nicht dampfdicht, und das ist ja hier das Problem...
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