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Mängel nach Dachsanierung

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  1. #1

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    Mängel nach Dachsanierung

    Wir haben das Dach unseres Altbaus sanieren lassen.
    Es handelt sich um ein lothringisches Bauernhaus mit einer Dachfläche von 320qm.
    2 Monate nach Arbeitsende tauchen nun die ersten Mängel auf bzw. sind wir uns dessen
    bewusst geworden, als wir in Eigenleistung beginnen wollten unseren Dachboden auszubauen, sahen wir
    dass einige Sparren feucht sind.
    Dach.jpg
    Wie es der Zufall wollte haben wir einen neuen Nachbarn bekommen, der selbst auch Dachdecker ist und ihn
    nach seiner Meinung gefragt.
    Dieser moniert die Arbeit im allgemeinen, insbesondere jedoch, dass beispielweise
    die geschnittenen Ziegel in der Hohlkehle nicht befestigt sindDach4.jpg, genauso wie die geschnittenen am Rande.
    Außerdem müssten die Ziegel mindestens 1/3 in die Dachrinnen ragen (diese schließen jedoch mit dem Blech ab)Dach3.jpg
    Zudem sind die Firstziegel fast bündig zu den Darunterliegenden. Dach5.jpg
    Weiterhin hängen die Latten teilweise in der Luft und sind nicht auf die Sparren genagelt. Die Dampfsperre ist mit Nägel durchlöchert
    und hat auch diverse andere Löcher. Der Kamin ist mit Blei ummandelt und hebt sich.....Dach6.jpg
    Daraufhin haben wir den Dachdeckermeister kommen lassen, um die festgestellten Mängel zu begutachten und unseren Nachbarn
    gebeten dabei zu sein, um die Mängel zu zeigen.

    Der Kommentar des deutschen Handwerkers war, dass die Franzosen keine Ahnung haben und das nach VOB ok wäre, weil man das in Deutschland so macht.
    Die Nässe allerdings könnte er sich nicht erklären, er würde das mal mit seinen Leuten besprechen.
    Ich bin fassungslos
    Was meint ihr? Danke schonmal - ich bin echt verzweifelt
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  2. Mängel nach Dachsanierung

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  3. #2

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    Moin,

    zu den Sparren: sind diese nach dem Regen feucht/nass oder wenn es kalt ist ? Wurde ein Nageldichtband/Masse angebracht? Ist die Unterspannbahn am First geöffnet ( nicht über den First verlegt )

    zu den Befestigungen der Ziegel: Der ausführende muß die Randbereiche und evtl. die Ziegel in der Fläche Klammern/befestigen, wurde hierüber ein Nachweis vorgelegt, wieviele Klammern in welchen Bereichen des Daches gesetzt wurden?

    Ziegel Dachrinne: ist ein Traufblech/Rinneneinlaufblech vorhanden? Wenn ja, dann ist das mit dem geringen Überstand ok.

    Zur Firsteindeckung: Hier ist ein Firstziegel gebrochen, zum Rest kann man anhand des Bildes wenig sagen, nur soviel, sie müssen nicht plan auf dem darunterliegenden Ziegel aufliegen.

    Zur Unterspannbahn: Löcher dürfen keine sein, es kann zwar mal passieren, das ein Nagel sein Ziel verfehlt, jedoch muß dieser dann wieder entfernt werden und das Loch in der Unterspannbahn von aussen mit einem geeigneten Klebeband wieder verschlossen werden. Dies kann jedoch auch die Ursache für Punkt 1 sein.

    Zur Kamineinfassung: evtl. wurde vergessen, das Blei an die Form der Ziegel anzupassen?
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  4. #3

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    Ich bin kein Dachdecker aber ich habe den Eindruck das ich als Laie das besser hinbekommen hätte.

    Zu Bild 3:
    Die geschnittenen Pfannen sehen nicht gerade schön aus.

    Zu Bild 5 und 6:
    War derjenige der den First gemacht hat Besoffen, oder sieht es nur so wellenförmig aus? Zudem ist auch noch ein Ziegel gebrochen. Und der Kamin ist wohl vom selben Arbeiter gemacht worden.

    Und das soll OK sein? Wenn ja dann ist es nicht verwunderlich wenn der ein oder andere sagt das er Arbeiten am Haus lieber selber macht bevor er sich Handwerker ins Haus holt die eine Arbeit abliefern die man so nicht erwartet.

    Und dann wird auch noch gesagt das der Nachbar keine Ahnung hat und nur weil er Franzose ist. Na ja.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Diamand Beitrag anzeigen
    War derjenige der den First gemacht hat Besoffen, oder sieht es nur so wellenförmig aus?
    Ich tippe mal, hier war ein ausgleichen/begradigen der Dachfläche nicht beauftragt, dann kommt das dabei heraus.
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  6. #5
    Avatar von Flocke
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    @Diamand: Wenn sie sich die darunterliegenden Sparren ansehen und bei einem alten Bauernhof der Meinung sind ohne erheblichen Mehraufwand eine Deckung mit geraden First hinzubekommen, dann sind sie der Mann der Stunde. Gerade bei alten Bauernhäusern sind Höhenunterschiede von bis zu 20 cm keine Seltenheit. So etwas auzuhöhen ist auf den alten Sparren nahezu unmöglich, zumal oftmals die Sparren schon vom Bock zerfressen sind.
    Die Leistungen des Dachdeckers sind sicherlich nicht Ruhmreich, erfahrungsgemäß knapsen allerdings gerade bauherren, die auch Eigenleistung erbringen, gerne am Preis.
    Um hier die Art der Ausführung beurteilen zu können, sollte man erstmal etwas über den Vertrag, den Preis und die sonstigen Vereinbarungen wissen.
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  7. #6

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    wahrscheinlich sind nach ansicht des Diamanden bei diesem dach sowohl die zimmerleute und die dachdeckerkolonne besoffen gewesen:

    wissembourg.jpg
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  8. #7

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    Das Ortgangsblech hätte Gefälle zur Dachinnenseite aufweisen müssen. Die Ziegel benötigen einen Abstand von 4 cm zum aufgehenden Blechteil - das gilt analog für beide Seiten. Die Befestigung der Attika mit Spengler ist regelwidrig. Dat am Schornstein scheint Wakaflex zu sein was sich nicht auf den Ziegel verklebt hat, mag aber auch Blei sein.

    Alles im Allen gibt es dort genug Mängel. Was die Aussage des Handwerksmeister angeht; er hat schon recht, dass der Nachbar DD die Regelkunde nicht korrekt wieder gibt. Sollte man tun, wenn man sich in der Lage sieht geschehenes zu bemängeln. Zum Herrn Diamand sage ich mal lieber nix, dass hat Flocke schon getan.
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  9. #8

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    ....Die Ziegel benötigen einen Abstand von 4 cm zum aufgehenden....
    Dies ist einfach eine unsägliche Regelung in den Fachregeln.
    Als ich vor vielen Jahren vier Beiträge im DDH hatte ("Anschlüsse im Ziegeldach") war dies die einzige Passage, welche der damalige Redakteur vom DDH (H.R.) so geändert haben wollte, wie es die Fachregel vorsieht.

    Anläßlich einer Messe hat er mich dann mit einem Ausschußmitglied für Metall bekannt gemacht. Als ich mit diesem über o.g. Passage diskutieren wollte, ist er tatsächlich davon gelaufen. Irgendetwas hat er noch von Dachfenstern gerufen.
    Natürlich haben Dachfenster, Kamine, Oberlichter ....die Problematik, daß hier (in Abhängigkeit der Sparrenlänge über diesen Einbauteilen und deren Breite) relativ viel Wasser in die Seitenbleche eingeleitet wird. Dieses Wasser führt natürlich auch Laub, welches oft zu Verstopfungen führt. Deshalb sollten solche Einbauteile mit Seitenblechen ausgeführt werden, welche grundsätzlich einen Stehfalz aufweisen, an den dann natürlich angedeckt wird.

    Gänzlich anders verhält es sich mit Seitenblechen, welche nur das Wasser führen, welches aufs Seitenblech regnet bzw. von Firstseite zwischen Dachpfanne und aufgehendem Blechschenkel gelangen kann.
    Hier einen Abstand von 4 cm einzuhalten ist aus meiner Sicht ein Frevel. Jeder der mit Schnee zu tun hat weiß, daß es hier Schneetrieb gibt. Dieser ist nur zu verhindern/zu minimieren indem scharf angedeckt wird. (oder andere Maßnahmen)
    Ferner ist das Risiko, daß über zugedrückte (durch die Dachziegel) Falze das Wasser überläuft recht groß. Dies ist nur zu verhindern/zu minimieren indem scharf angedeckt wird.

    Mit freundlichen Grüßen
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  10. #9

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    Und wenn du Winddruck auf der Dachfläche hast kombiniert mit Starkregen? Wird für das Eintreiben gegen Flugschnee nicht Schaumkeile passig zugeschnitten - dass die nicht ewig halten ist klar, nur sehe ich auch keinen Leiterhaken für die Wartung. Für den Eintrieb über die Falze ist doch das Unterdach da, oder hab ich da etwas falsch verstanden?
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  11. #10
    Avatar von Flocke
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    @Kalle: Auf diesem Dach möchtest Du keine Dachhaken haben. Die Dachsparren sind einfache geschälte Rundhölzer mit einem Abstand von sicherlich 1,2m. Eine normale Dachlattung hätte hier schon gar nicht mehr verbaut werden dürfen, da ab einem Abstand von >1m die Latten schon statisch zu bemessen sind. Bei der Sanierung einer alten Hofstelle mit den üblichen Regeln zu kommen ist müßig. Eine Fachgerechte Ausführung ist im normalen Kostenrahmen meist gar nicht möglich, also wird improvisiert
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  12. #11

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    Den Haken kann man mit einer Bohle verbauen, wenn die das + die Sparren nicht hält dann frag ich mich wie die Ziegel da rauf gekommen sind. Biber's Einwand, der ja durchaus berechtigt zu sein scheint, geht ja eher um das Allgemeine. Denn ob nun im DD Regelwerk oder ZVSHK - der Abstand ist der Selbe.

    Die Frage ist nur, in wie weit eine Fachregel den individuellen Bau abdecken kann. Mag ja gut sein, dass mein Anraten hier fehl am Platze war. Was aber bei Glattziegeln z. B., was bei Situationen wo das Seitenblech nicht nur anfallenden Regen bewerkstelligen muss sondern eben auch anfallendes Wasser von umliegenden Bauteilen. Du kannst ja nicht für jedes Detail eine Regel aufstellen, was denke ich auch nicht Sinn sein soll.

    Es ist ja auch absolut null Problem entgegen der Fachregel zu bauen, wenn man es hinbekommt im Vorfeld Bedenken anzumelden oder den Kunden schriftlich darüber aufzuklären. Dann muss man sich auch nicht damit streiten, dass jemand ein vielleicht nicht passendes Fachregelzitat anführt. Viele Wege führen nach Rom.
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  13. #12

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    Zu diesem Dach habe ich ja eigentlich nichts gesagt.
    Das habt Ihr beiden, Flocke und Kalle ja bereits getan.

    Die bedingungslose Hörigkeit gegenüber jedem Detail der Fachregeln macht mich schon immer wieder mal sprachlos.
    Im vorliegenden Fall (4 cm Abstand...) ist für mich nach Abwägung der Vorteile und der Nachtteile unbestritten, daß der Passus aus den Fachregeln entfernt gehört.

    Den Verweis auf die Dachfenster (damals ungefähr so,.... bei Dachfenstern ist es ja auch so....) hätte der Kollege seinerzeit lieber unterlassen sollen, sonst hätte er wissen müssen, daß die Hersteller von Dachfenstern sich an keine Regeln bezüglich Höhenüberdeckung (Brustblech/Seitenblech) oder Aufkantungshöhe beim Seitenblech halten.

    Mit freundlichen Grüßen
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  14. #13

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    Wenn du Ihn jedoch streichen würdest, würde das im Umkehrschluss ja auch bedeutet, dass Fälle - wie das DFF - ohne den nötigen freien Wasserlauf ausgeführt werden können.

    Die Option auf ein überdeckenden Anschluss zurück zu greifen besteht ja immer noch.

    Oder meinst Du, dass es grundsätzlich "absurd" ist dass sich bei einer scharfen Überdeckung der Wasserlauf zusetzen kann. Weil es dies eh schon in den Falzen der Ziegel gibt?
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  16. #14

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    Kalle,
    bei z.B. DFFs müssen alle Seitenbleche einen Stehfalz/Steg aufweisen. (bei flächigen Durchdringungen/Einbauteilen) An diesen wird angedeckt. Im eigentlichen Wasserlauf zwischen Steg und aufgehendem Blechschenkel gibt es dann keine Verstopfung mehr.
    Bei Wandanschlußblechen/Seitenkehlen/Ortgangblechen.... wo firstseitig kein zusätzliches Wasser eingeleitet wird, braucht man die Regel ohnehin nicht und es wird wieder gegen den aufgehenden Blechschenkel angedeckt.

    Ganz nebenbei, Wasser in Seitenbleche einzuleiten (z.B. von Gaubenkehlen) ist nicht besonders intelligent.
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  17. #15

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    Biber,

    gut gut, hätte im vorliegenden Fall die Abdeckung dann nicht höher ausgeführt werden müssen? Hat man bei Wandanschlüssen nicht grundsätzlich Beanspruchung aus Niederschlag an der Fassade?

    Ich hätte das persönlich eh nicht als unterlegten Anschluss gemacht. Fraglich was das Ganze kosten durfte und ob eine andere Variante preislich möglich gewesen wäre.
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